Allgemein, Minimalismus
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Tipps zum bewussten Einkaufen

Mit jedem Gang durch einen Supermarkt hast du die Möglichkeit, deine Schwerpunkte auf verschiedene Kriterien zu legen. Möchte ich dieses Unternehmen wirklich durch den Kauf eines seiner Produkte unterstützen? Ist dieses Shampoo an Tieren getestet? Es gibt unzählige Fragen, die du dir bei der Auswahl des Inhalts deines Einkaufswagens stellen kannst. Deshalb habe ich hier meine Tipps zum bewussten Einkaufen zusammengetragen und hoffe, sie helfen dir, sinnvolle ökologische Entscheidungen zu treffen.

1 So wenig Plastik wie möglich

Ja- es hängt Vielen vermutlich zu den Ohren raus. Es dauert bis zu 450 Jahre bis eine Plastikflasche verrottet ist. Stell dir vor: In 400 Jahren liegt sie noch immer im Wald. Wenn man sich das einmal bewusst macht, dann läuft man mit völlig anderen Augen durch den Supermarkt: Neben jeder Obst- und Gemüsetheke hängen wie selbstverständlich Rollen kleiner Plastiktüten, die allermeisten Produkte sind völlig sinnloserweise nicht nur einmal, sondern gleich mehrfach in Plastik verpackt. Besonders beschämend ist der Einsatz von Plastikfolien für mich innerhalb eines Pappkartons. Erschrocken beobachte ich die offensichtlich unreflektierte Einführung von Kapselmaschinen, die die „traditionellen“ Kaffee- und Teekannen ablösen sollen.

Ein weiteres Problem, das vielerorts noch unbekannt ist, ist die Verwendung von Mikroplastik. Als solches bezeichnet man kleinste Plastikpartikel mit einem Durchmesser von unter 5 mm, oftmals sind sie für das menschliche Auge kaum sichtbar. Sie werden in vielen Peelings, Duschcremes und anderen Kosmetikprodukten verwendet und gelangen so in unser Wasser. Da die Klärwerke dieses Plastik nicht filtern können, gelangt es so in unsere Meere und alles Leben darin, somit auf unsere Felder und in unsere Luft- der Schaden ist kaum vorstellbar!

In echter Naturkosmetik (zB. Demeter- / Natrue-Siegel) ist keinerlei Mikroplastik vorhanden. Um deine gewohnten Produkte zu überprüfen reicht in aller Regel eine schnelle Google-Befragung.

 

2 Die Zutaten im Blick

Geh nicht über Leichen: eine pflanzenbasierte Ernährung stellt in unserer Zeit kein Problem da, sondern leistet den wichtigsten Beitrag zur Erhaltung dieses Planeten und zum Schutz von Allen, die hier zu Hause sind. Auch wenn du (noch) nicht vegan lebst, trägst du mit jedem rein pflanzlichen Produkt, dass du kaufst, deinen Teil bei. Wenn das Lebensmittel nicht mit dem Vegan-Siegel gekennzeichnet ist, musst du selbst aktiv werden und das Produkt nach bestem Wissen und Gewissen auf mögliche tierische Inhalte prüfen.

Der erste Blick gilt dann immer einem etwaigen Allergiker*innen-Hinweis. Oftmals steht auf der Verpackungsrückseite dann etwas wie „Enthält Milch und Eier“ oder ähnliches. Wenn dies der Fall ist, weißt du Bescheid und musst dich nicht bemühen, die Zutatenliste auseinanderzunehmen.

Ist der Hinweis nicht vorhanden oder aufschlussreich, schau dir die Zutaten genau an. Oftmals sind tierische Inhaltsstoffe wie Milchpulver fettgedruckt, allerdings nicht immer. Ich überfliege die Zutaten, ob es etwas fettgedrucktes gibt und checke, ob mir da etwas verdächtig erscheint. Erst als letzte Konsequenz sehe ich mir das Kleingedruckte an. Ich habe dir hier eine kleine Liste mit den am häufigsten aufgeführten unveganen Zutaten erstellt, die dir hoffentlich etwas Aufschluss gibt.

  • Butter(rein)fett
  • Magermilchpulver
  • Vollmilchpulver
  • Molke → Rückstand der Milch, nachdem das Kasein und das meiste Fett entfernt wurde
  • Laktose → Milchzucker
  • Ghee → geklärte Butter
  • Gelatine → Geliermittel, welches durch das Abkochen tierischer Knochen, Sehnen, Bändern und Häuten gewonnen wird
  • Isinglass → Form von Gelatine, wird aus der Fischblase gewonnen
  • Fischöl → Achtung v.a. bei Produkten, welche angeben, viele Omega-3-Fettsäuren zu enthalten. Oftmals wird statt dem pflanzlichen das günstigere tierische Fett genommen.
  • Honig
  • Talg / Tallow → hartes Tierfett
  • Albumin → wasserbindendes Protein
  • Lanolin → Fett aus der Schafswolle
  • Lab → Extrakt aus dem Kälbermagen, oft zur Käseherstellung verwendet
  • E120: Echtes Karmin / Chochineal → roter Farbstoff, wird aus zerdrückten Schildläusen gewonnen
  • E901: Bienenwachs
  • E904: Shellac → von Insekten produziertes Sekret

Kann vegan oder unvegan vorliegen:

  • Vit. D3 → wenn es nicht ausdrücklich auf der Packung als vegan gekennzeichnet ist, liegt die unvegane Variante vor
  • Kasein → Milchprotein
  • Milchsäure
  • E322: Lecithin → fettiges Sekret, kann vegan aus Soja oder Sonnenblumen gewonnen werden, ist es nicht differenziert angegeben ist es unvegan gewonnen aus z.B. Blut, Eigelb und Nervengewebe
  • E471 : Mono- und Diglyceride / Speisefettsäuren
  • E620: Natriumglutamat
  • E920 : L-Cystein → Aminosäure, unvegan aus Haaren oder Federn gewonnen

Wenn du dir trotz Zutatenlesen und einer Befragung von Dr. Google noch nicht sicher bist, kannst du jederzeit die Firma anschreiben, die das Produkt herstellt. Ich habe damit sehr gute Erfahrungen gemacht. Viele der Firmen sind mittlerweile sogar fix und unkompliziert über den Facebook-Messenger erreichbar.

 

3 Kiwis im Januar…?

Exotische Früchte kommen bei mir eher selten auf den Tisch. Die damit verbundenen langen Transportwegen, die oft miserablen Arbeitsbedingungen vor Ort und vielerorts damit verbundene Tierrechtsverletzungen veranlassen mich dazu, beim Kauf dieser Produkte zweimal nachzudenken. Ich gönne es mir ab und an, so ehrlich möchte ich sein. Den völlig unreflektierten ständigen Kauf kann ich allerdings nicht gutheißen. Greif nach Möglichkeit bei saisonalen Lebensmitteln zu, vieles Obst und Gemüse lässt sich auch einlagern.

4 Kakao nur fair gehandelt

Der deutsche Kakaomarkt wird von 4 Großkonzernen dominiert: Mars, Nestle, Ferrero und Mondelez. Aus verschiedenen Gründen ist der Konsum von Produkten aller vier Unternehmen für mich persönlich ausgeschlossen: Der viel zu niedrige Preis, der durch eine Reihe von Menschenrechtsverletzungen, großflächiger Umweltzerstörung und Verbraucher*innen-Täuschung zustande kommt, zwingt fair gehandelten Kakao in die Knie. Um dich in dem Dschungel an verschiedenen Siegeln, die häufig auf Schokoladenpackungen angegeben sind, etwas zurecht zu finden, hier eine kleine Übersicht:

  • UTZ → nicht sehr aussagekräftiges Billig-Siegel, trotzdem besser als nichts!
  • EU-Bio-Siegel → lediglich die Grundvoraussetzungen für Bio lt. EU sind erfüllt, allerdings verzicht auf Pestizide
  • Naturland → strenger als EU-Richtlinien, es sind auch soziale Richtlinien verankert
  • Fairtrade → typisches Siegel, oft im Bioladen zu finden. Das Siegel ist keine Garantie dafür, dass das komplette Produkt fair gehandelt wurde! Um das Siegel zu erhalten, reicht es auch, wenn nur ein gewisser Prozentsatz fair gehandelt ist.
  • Gepa / WFTO → tolles Fairtradesiegel für Schokolade, trotzdem noch leistbar

5 Kartoffeln aus Spanien

Wenn es möglich ist, bevorzuge ich beim Einkaufen regionale Produkte. Häufige Zwickmühle: Das regionale Produkt ist in Plastik verpackt, das Andere ist lose. In diesem Fall entscheide ich nach meinem Gusto, wenn es keine Alternative gibt und ich das Produkt brauche, um z.B. mein geplantes Gericht kochen zu können.

Oft Missachtet: In deiner Umgebung gibt es ganz bestimmt Möglichkeiten, Obst und Gemüse zumindest zeitweise selbst zu ernten! Damit meine ich nicht nur die geliebten Erdbeeren oder Spargel im Frühjahr, vielleicht hat jemand in deinem Freundes- oder Verwandtenkreis ja Obstbäume und weiß jedes Jahr gar nicht wohin damit? Frag doch einfach mal, ob du bei der Ernte helfen, oder dir selbst etwas davon nehmen darfst. Ihr beide profitiert davon und weniger Lebensmittel werden verschwendet.

6 Bio ist nicht gleich Bio

Wenn möglich, greife auf zertifizierte Bioprodukte zurück. Damit leistest du einen wichtigen Beitrag für die lange Erhaltung von guten Böden und sauberen Trinkwasser bei. Oftmals macht es wirklich keinen großen Unterschied, schau einfach, wie du dir es leisten kannst und willst.

7 Schütze den Regenwald

Palmöl ist eines der Rohstoffe, für den riesige Flächen Regenwald gerodet werden. Im Zusammenhang damit steht nicht nur der Klimawandel, sondern auch die Vertreibung von Menschen aus ihren Heimatgebieten sowie massive Tierrechtsverletzungen, wie etwa die belegte Quälerei von Affen. Palmöl ist nicht nur im bekannten Nutella, sondern auch in vielen anderen Produkten wie Reinigungsmitteln oder kosmetischen Produkten enthalten.

8 Kaninchen brauchen keinen Mascara

Bei dem heutigen Angebot tierversuchsfreier Kosmetik ist es weder nötig noch vertretbar Firmen, welche noch immer an Tieren testen lassen, durch den Erwerb ihrer Produkte zu unterstützen. Auf https://kosmetik.peta.de/ erhälst du eine tolle Übersicht über tierversuchsfreie Kosmetik. Ganz wichtig: Selbst Aussagen wie „Wir führen keine Tierversuche durch.“ oder „Wir engagieren uns gegen Tierversuche.“ sind keine Garanten für ein tierversuchsfreies Produkt! Viele Herstellerfirmen ziehen sich so aus der Affäre, dabei wird das Produkt durch andere Firmen getestet, oftmals sind die Rohstoffe im Einzelnen allerdings auch getestet.


Auf ein paar Worte zum Schluss, liebe*r Leser*in,
Denk bitte daran: wir alle sind nicht perfekt. Auch ich nicht! Diese Auflistung ist nicht starr und endgültig, lediglich eine kleine Gedankenstütze! Du darfst dir etwas gönnen, du darfst auch Entscheidungen treffen, die nicht ideal sind.

Trotzdem: Jeder Einkaufszettel ist ein Stimmzettel! Wir alle formen so die Welt, wenn du also die Möglichkeit hast, so ganz bequem Gutes zu tun: Warum nicht?

Sei gut zu dir!

~ Alina

 

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