Allgemein, Veganismus
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Warum vegan?

Die Gründe, sich für eine vegane Ernährung und vielleicht auch einen veganen Lebensstil zu entscheiden sind vielfältig und haben sicherlich alle ihre Berechtigung.

Meine persönliche zentrale Motivation stellt die größtmögliche Vermeidung von Tierleid dar. Vielen Menschen ist nach wie vor nicht bewusst, dass dieses nicht ausschließlich bei der Fleisch“produktion“ entsteht, sondern im gleichen Maße auch bei der Tierhaltung zur Gewinnung von Milch oder Eiern.

„Aber eine Kuh gibt doch sowieso Milch!“

Schon lange hat die Realität in Tierhaltungsbetrieben rund um die Welt nichts mehr mit dem verklärt-idyllischen Bild zu tun, das wir haben, wenn wir an glücklich grasende Kühe auf einer Alm denken, die morgens und abends jeweils per Hand gemolken werden. Tatsächlich muss eine Kuh, ebenso wie ein Mensch, Nachkommen zur Welt gebracht haben, damit sie Milch gibt.

Und da zeigt sich schon die erste Perversion: Der Mensch trinkt die Muttermilch einer anderen Spezies. Die Milch, die für das Kalb alle wichtigen Nährstoffe für ein gesundes Leben bereithält, wird ihm entrissen und stattdessen wird sie getrunken von erwachsenen Lebewesen einer anderen Art. Der Mensch ist das einzige Lebewesen, das ohne zu hinterfragen die Muttermilch einer anderen Spezies trinkt. Viel natürlicher wäre es da doch eigentlich, die Muttermilch einer Frau zu sich zu nehmen, immerhin gibt diese Milch, die optimal auf die Bedürfnisse eines menschlichen Babys ausgerichtet ist.

Nach dem Kalben gibt eine Kuh bis zu 350 Tage lang Milch um ihrem Kalb einen guten Start ins Leben zu ermöglichen. Mit der Zeit wird der Milchfluss allerdings weniger, immerhin ernährt sich das Kalb zunehmend selbstständig. Da dies für die Milchproduzent*innen aus kapitalistischen Gründen nicht hinzunehmen ist, wird die Kuh bereits 3 Monate nach der Geburt des Kalbs erneut künstlich besamt.

Das Kalb selbst wird der Mutter kurz nach der Geburt entrissen und erleidet je nach Geschlecht ein eigenes grausames Schicksal. Ist das Kalb männlich wird es wenige Wochen, in aller Regel in großen Betrieben auf Schlachtgewicht gemästet, getötet und landet als Kalbsfleisch in Supermarktregalen. Auch einem weiblichen Kalb kann dies passieren, wahrscheinlicher ist es allerdings, dass es sobald wie möglich selbst künstlich besamt und dann zur Milchproduktion gezwungen wird, wo es bald schon seine Mutter ersetzt.

Die durch die ständige Befruchtung künstlich beschleunigte Milchproduktion stellt für die Kühe im Bezug auf den Stoffwechsel eine enorme Belastung dar. Jährlich gibt sie immerhin das zehn- bis zwanzigfache ihres eigenen Körpergewichtes an Milch ab. Hinzu kommen die oftmals miserablen Haltungsbedingungen, das Stehen auf Metall, die Bewegungsarmut, überlastete Gelenke durch schwere Euter, Euterinfektionen durch die Sauganlagen und vieles weiteres. All das führt dazu, dass eine Kuh nach drei bis vier Jahren intensiver Milchgabe für die Milchproduzent*innen wirtschaftlich nicht mehr tragbar ist und geschlachtet wird.

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„…Aber Eier legen tut dem Huhn doch nicht weh!“

Damit ein Ei gelegt werden kann, braucht es bekanntermaßen erst die Henne. In modernen Anlagen legen tausende Hennen in engen Käfigen Eier, die auf Förderbändern abtransportiert werden. Zur „Produktion“ neuer Legehennen, werden diese Eier in großen Bebrütungsanlagen vollmaschinell ausgebrütet.

Da man das Geschlecht eines Kükens erst nach der Geburt feststellen kann, werden die frisch geschlüpften Küken auf Förderbändern an Menschen vorbeigefahren, die diese in männlich und weiblich einteilen. Beim sogenannten „Kloakensexen“ wird mit den Fingern Druck auf die Kloake ausgeübt, wodurch der Penis hervortritt. Mit dieser Methode kann ein geübter Mensch bis zu 2000 Küken pro Stunde mit einer sehr geringen Fehlerquote sortieren.

Die aussortierten männlichen Küken werden brutal getötet, finden entweder den Tod in einem Schredder oder werden mittels eines eingeleiteten Gases qualvoll erstickt. Jährlich finden allein in Deutschland 50 Millionen sogenannter „Eintagsküken“ (welch Spott) so ihr leidvolles Ende und zwar unabhängig davon, ob es sich um einen Bio-Betrieb handelt oder nicht. Die weiblichen Küken werden so schnell wie möglich selbst zur Eierproduktion genutzt, wo sie ihr kurzes Leben in Massentierhaltung verbringen, stehend auf Gittern, krank, ohne Sonne.

Ein Huhn wird unter natürlichen Bedingungen circa 9 Jahre alt – eine Legehenne nur etwa 15 Monate. Wusstest du schon, dass Hühner schon während ihr Nachwuchs noch im Ei ist, über Pieplaute Kontakt zu diesem aufnehmen? Die sensiblen Tiere schützen ihre Jungen verantwortungsvoll vor Gefahren und bringen ihnen alles für ein selbstständiges Leben bei. Bei Legehennen wird selbst der Bruttrieb genetisch manipuliert, sodass die Hühner ihre Eier unbebrütet liegen lassen. Mittels dieses Vorgehens kann eine einzige Legehenne bis zu 300 Eier jährlich legen, welches eine massive Belastung darstellt.

Hühner, die für die „Fleischproduktion“ gehalten werden, sind ebenfalls genetisch manipulierte Hybridhühner. Sie werden in Mastanlagen innerhalb weniger Wochen auf Schlachtgewicht gemästet, wodurch sie so schwer werden, dass ihre eigenen Füße sie oft nicht mehr tragen können. Durch ihre genetische Manipulation sind sie immer hungrig und setzen schnell Fett an. Ihr kurzes und trauriges Leben endet in einer vollautomatischen Tötungsanlage, in der die Tiere meistens mittels Elektroschock betäubt werden, einer Methode, die oft nicht funktioniert. Danach werden den Tieren, ebenfalls vollautomatisch, die Federn und der Kopf entfernt

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„Interessiert kein Schwein!“

Wie weitestgehend bekannt ergeht es Tieren, vornehmlich Schweinen, Rindern und Geflügel, welche zur Schlachtung gehalten werden, nicht besser als Legehennen oder Milchkühen. Die Tiere werden in Hallen ohne Tageslicht gehalten, stehen eng aneinander ohne ausreichend Bewegung oder sinnvolle Beschäftigung.

Intelligente Tiere, wie etwa das Schwein, sind in dieser Einöde absolut unterfordert und können ihren Gewohnheiten nicht nachgehen. In Freiheit sind Schweine sehr reinliche Tiere, sie würden niemals ihr Geschäft an dem gleichen Ort verrichten, an dem sie auch essen. Sie kümmern sich liebevoll um ihren Nachwuchs und haben ein reges Sozialleben. In der Intensivtierhaltung, wie es förmlich umschrieben wird, leben Sauen oftmals in Kastenständen. Die Tiere sind aufgrund der Langeweile aggressiv und legen aufgrund der miserablen Haltungsbedingungen und psychischem Stress sogar kannibalistisches Verhalten an den Tag. Damit die Schweine sich nicht gegenseitig decken, werden sie unbetäubt kastriert und zur Vermeidung von gegenseitigem Verletzen, werden ihnen Zähne gezogen und Schwänze abgeschnitten. Bei Kühen ist es ähnlich, es werden hier Hörner entfernt.

In Deutschland allein werden jedes Jahr 60 Millionen Schweine geschlachtet. Gleichzeitig landen jährlich 346 Millionen Kg Fleisch auf dem Müll! Das entspricht 45 Millionen Hühnern, 4 Millionen Schweinen und 200 000 Rindern.

„Na, wenns nur das ist!“

Außer den bisher aufgeführten katastrophalen Folgen des Konsums tierischer Produkte für die betroffenen Lebewesen, sprechen auch zahlreiche andere Gründe für einen Verzicht auf Lebensmittel mit tierischen Inhaltsstoffen. Tierhaltung im großen Stil ist maßgeblich beteiligt an der weltweiten Verschmutzung des Trinkwassers mit Nitraten und fördert den Welthunger durch den Verbrauch irrsinnig vieler kostbarer Ressourcen für die Fütterung der Tiere. Je nach Quelle werden zwischen 95-98% der weltweiten Soja-Ernte für die Massentierhaltung verwendet. Diese Menge an wertvollen Kalorien könnte einen großen Beitrag zur Beendigung des Welthungers beitragen.

Internationale Studien haben zudem den großen gesundheitlichen Nutzen einer pflanzlich basierten Ernährung gezeigt: Sie hilft beispielsweise Volkskrankheiten wie Diabetes vorzubeugen, führt aber auch zu einer geringeren Aufnahme von Antibiotikarückständen in der Nahrung und damit zu einer geringeren Ausbildung von Resistenzen.

Es gibt unzählige Gründe, auf den Konsum tierischer Lebensmittel zu verzichten!

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Hallo! Wie schön, dass du mich gefunden hast! Ich bin Alina, 28 Jahre, aus Leipzig: überzeugte Veganerin und Verfechterin eines minimalistischen Lebenstils. Bei Fragen oder Anregungen scheue dich nicht, mir zu schreiben! Ganz viel Spaß und viele neue Infos wünsche ich! Sei gut zu dir!

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