Allgemein, Veganismus
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21 antivegane Sprüche und schlagfertige Reaktionsmöglichkeiten

Jede*r Veganer*in kennt diese furchtbaren Situationen, in denen man sich plötzlich für seine Lebensweise / Ernährung rechtfertigen soll. Vielleicht fällt dir nicht jedesmal gleich was Schlaues zum Kontern ein oder du bist zu perplex, um auf das Gesagte zu reagieren. Nur um es vorweg zu sagen: Auf richtig beleidigendes Gesafte musst du selbstverständlich gar nicht reagieren.

Oftmals möchte ich aber doch etwas sagen; ein beeindruckender Fakt, eine passender Vergleich, eine Gegenfrage. Vielleicht können dich meine Überlegungen zu den meistgehörten Fragen und Sätzen aus dem „Veganen Bullshit-Bingo“, wie es gerne genannt wird, etwas unterstützen.

 

 

1. „Wenn Gott nicht gewollt hatte, dass wir Tiere essen, warum hat er sie dann so lecker gemacht?“

sam-carter-191161Ich hab gehört Menschenfleisch schmeckt wie Hühnchen, willst du mal probieren? Warum nicht? Wenn man schon mit Gott argumentieren möchte, dann sollte man sich mal fragen ob es wohl in Gottes Sinne ist, abertausende leidensfähige Geschöpfe überall auf der Welt in dunkle Hallen zu sperren, mit Antibiotika und Futter vollzustopfen und dann im Kindesalter maschinell zu töten. Hmmm…

Es gibt natürlich unzählige vegane Alternativen zu Fleisch (und Fisch), die diesem keinesfalls nachstehen. Viele der Gerichte, die du täglich zu die nimmst, sind ohnehin vegan. Wie, du isst nie etwas veganes? Keinen Apfel, keine Spaghetti Napoli, keinen Oreo-Keks…? Wohl kaum.

 

2. „Die Aufnahmen aus den Betrieben und Schlachthäusern sind ja nur Extremfälle!“

In Deutschland leben 95 % aller Rinder, 97 % aller Hühner und 99 % aller Schweine in Intensivhaltung. Diese Massentierhaltungsbetriebe werden in Deutschland nur ca. alle 3 Jahre mit vorheriger Ankündigung durch das Veterinäramt kontrolliert. Man kann sich ausmalen, was dort alles in der Zwischenzeit passiert.

Ja, es gibt Landwirt*innen, die Tiere unter guten Bedingungen halten, das möchte ich nicht abstreiten. Allerdings sind das nicht die Menschen, die mit dem Fleisch dieser getöteten Tiere Lidl, tegut, Kaufland und Co beliefern und ganz abgesehen davon: Kein Tier möchte für dein Essen leiden oder sterben, unabhängig davon, wie es gehalten wurde. Und denk mal darüber nach: Ist die Tötung / Ermordung eines glücklichen Tieres mehr entschuldbar als die Tötung eines unglücklichen Tieres? Die Antwort ist natürlich nein.

 

3. „Wo sollen denn die ganzen Tiere hin, wenn sie nicht mehr gegessen werden?“

Die hohe Anzahl an vermeintlichen „Nutztieren“ kommt lediglich dadurch zustande, dass sie in sogenannten „Tierproduktionsanlagen“ gezüchtet werden. Dabei kommen u.a. Wachstumshormone zum Einsatz, zum Beispiel PMSG, welches wiederum qualvoll aus dem Blut trächtiger Stuten gewonnen wird.

Außerdem werden viele Tiere mehrfach jährlich künstlich besamt oder mit anderen Worten vergewaltigt, zum Beispiel Kühe, damit die Milchleistung konstant bleibt oder Sauen, damit neue Ferkel für die Mast geboren werden.

Die Antwort auf die Frage ist, dass man die Tiere, die dann „übrig bleiben“ einfach in Ruhe und in Freiheit lässt. Sie sind unsere Mitgeschöpfe, nicht unser Eigentum.

 

4. „Woher kriegst du deine Proteine?“

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In pflanzlichen Lebensmitteln befinden sich hochwertige Proteine in rauen Mengen! Vergleicht man etwa 100g Rinderhack mit 100g Linsen, so erkennt man schnell, dass die Nährwertangaben der Linsen deutlich positiver sind: mehr Proteine, weniger Cholesterin, kaum gesättigte Fettsäuren, äußerst kalzium- und eisenreich. Besonders proteinreich sind Hülsenfrüchte und Nüsse, doch selbst Obst und Gemüse enthalten Eiweiß!

>> Lies mehr zum Thema in dem Artikel Proteine: Defizite oder viel Wind um nichts?

 

5. „Ich hab mich nicht umsonst zur Spitze der Nahrungskette hochgearbeitet.“

Du hast dich nirgendwo hochgearbeitet, sondern hattest das Privileg, in einem Land geboren zu werden, in dem es an nichts mangelt – stattdessen gibt es alles im Überfluss (außer Verständnis, Empathie und Solidarität). Kein Geburtsrecht der Welt erlaubt es dir, über das Leben anderer Lebewesen zu entscheiden. Allein der Begriff Nahrungskette ist altertümlich! Viel eher ist das Leben ein ständiger Kreislauf, alles ist  von einander abhängig.

 

6. „Erst durch den Verzehr von Fleisch wurde die menschliche Evolution möglich.“

Das Wort Evolution bedeutet Veränderung. Es gibt an, wie erfolgreich Lebewesen darin sind, sich an neue Lebenswelten anpassen. Wenn du dir jetzt mal die Gegebenheiten vorstellst, unter denen Menschen sich in der Steinzeit ernährt haben (keine Ackerbau, kein Strom…), dann wirst du feststellen, dass unsere Lebensbedingungen heute stark verändert sind. Wie haben heute die Möglichkeit uns pflanzlich vollwertig zu ernähren und (mit der Hilfe von Vitamin B12-Supplementierung) so gesund zu leben.

Der Mensch war in der Evolution so erfolgreich, da er in engen sozialen Gefügen lebte und füreinander Verantwortung übernahm, zusammenarbeitete und Ideen teilte und eben nicht deshalb, weil er sich unmenschlich verhielt.

 

7. „Ich esse ja auch nur ganz selten Fleisch und wenn, dann nur vom Fleischer/Bauern nebenan!“

Da ca. 98 % des in Deutschland verzehrten Fleisches aus der Massentierhaltung stammt, ist dieses häufige Argument bodenlos. Selbst die Menschen, die tatsächlich brav ihre durchschnittlich 60 Kg Fleisch im Jahr vom Metzger ihres Vertrauens holen (natürlich nur ganz selten!), beißen unterwegs in eine Currywurst auf die Hand, kaufen sich ein Fischbrötchen bei Nordsee oder bestellen beim Italiener nebenan Spaghetti Bolognese – natürlich alles aus der Massentierhaltung!

 

8. „Hitler war auch Vegetarier!“

Ja, Hitler hat tatsächlich kaum Fleisch gegessen. Das lag allerdings nicht daran, dass er so ein großes Herz für Tiere hatte, sondern weil ihm Fleisch auf den Magen schlug. Ja, richtig gehört! Herr Hitler hatte Probleme beim Kacken, wenn er Fleisch gegessen hat. Selbstverständlich lies sich die angebliche Tierfreundlichkeit des Föhrrrrers aber wunderbar zu Propagandazwecken nutzen.

 

9. „Die Freundin einer Freundin (…) war ja auch mal Veganerin und dann musste sie ins Krankenhaus.“

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Mit der berühmten Freundin würd ich mich gerne mal unterhalten! Ich frage bei solchen schwammigen Behauptungen erst einmal genauer nach, weshalb eigentlich. Hat sie vielleicht einen Vitamin B12-Mangel gehabt? Es ist ja schon beinahe beeindruckend, dass man es mehr als drei Jahre lang als Veganer*in schafft, nicht über die B12-Thematik zu stolpern und dann auf die Idee zu kommen, dass es eventuell sinnvoll sein könnte, zu supplementieren.

Waren es vielleicht der allseits bekannte Proteinmangel, den Veganer*innen so häufig erleiden? Auch das ist ein urbaner Mythos und bei näherer Betrachtung absoluter Quatsch, da es reichhaltige pflanzliche Eiweißquellen gibt.

 

10. „Pflanzen haben auch Gefühle!“

Das stimmt gewissermaßen – Pflanzen stehen in einem engen Kontakt zu ihrer Umwelt. Sie sind abhängig von Sonne und Wasser und besitzen oftmals Möglichkeiten zur Verteidigung vor Fressfeinden. Als Argument gegen eine vegane Ernährung ist dieser Sachverhalt allerdings hinfällig, da Pflanzen keine Schmerzen empfinden können – denn sie haben kein zentrales Nervensystem und kein Gehirn zur Reizverarbeitung.

Denk einen Moment nach über den evolotionstechnischen Sinn von Schmerz:

  • heiße Herdplatte →“Aua“ →Hand wegziehen.
  • Hinfallen→“Aua“→vorsichtiger laufen.

Der Unterschied zwischen Lebewesen MIT zentralem Nervensystem (Menschen, Tiere) und OHNE zentralem Nervensystem (Pflanzen,Pilze) ist der, dass wir uns als Reaktion bewegen können. Was wäre der Sinn von Schmerz für eine Pflanze? Richtig, es gäbe keinen Sinn, denn die Pflanze kann nach dem Warnsignal Schmerz nicht flüchten. Wer aus ethischen Gründen vegan lebt, tut dies mit dem Ziel unnötiges Leid zu verhindern – da Pflanzen keine Schmerzen oder Angst erleiden können, fallen diese nicht in diese Kategorie.

Ganz nebenbei: Schau mal auf den nächsten Punkt! Indirekt isst du noch viel mehr Pflanzen als ich. Ziemlich gefühlskalt, wenn man das so betrachtet, oder? ; )

11. „Du isst meinem Essen das Essen weg!“

Also genau genommen isst DU mein Essen weg. Ja, stell dir vor: das Schwein, welches du isst, hat vorher Grünzeug gefressen… und zwar eine ganze Menge, bis es ein Gewicht erreicht hatte, das einige Menschen als „schlachtreif“ erachten, um konkret zu werden: das Tier ist alt und schwer genug um es zu töten.

815 Millionen Menschen hungern momentan täglich, das entspricht jedem Neunten! Würde man die Pflanzen, z.B. Soja und Weizen nutzen, um Menschen zu versorgen statt Masttiere, könnte der Welthunger besiegt werden. Für eine Kalorie aus Rindfleisch gehen 10 Kalorien aus Getreide verloren, mit denen das Tier gefüttert wird.

78 % der Eiweißfuttermittel für die europäische Massentierhaltung stammt aus Importen und besteht größtenteils aus gentechnisch veändertem Soja. Ein Drittel der weltweiten Ackerfläche wird für die so genannte „Produktion von Nutztieren“ beansprucht.

 

12. „Unser Gebiss ist das eines Fleischfressers.“

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Wer auch immer dieses Gerücht in die Welt gesetzt hat, er hat ganze Arbeit dabei geleistet, es unter die Leute zu bringen.

Am Besten du gehst mal zum Spiegel und machst den Mund einmal weeeeeit auf. Siehst du dort Raubtierzähne? Sind das die Zähne, die du in ein Schwein hauen willst?

Der Mensch hat ein Allesfressergebiss, genau wie das Schwein! Und nein, nur weil man alles essen KANN, heißt nicht, dass man alles essen MUSS. Ich bin sicher, dir fallen haufenweise ( ←) unappetitliche Dinge ein, die du rein theoretisch essen könntest, aber du tust es trotzdem nicht.

 

13. „Es ist okay, Tiere zu essen, weil der Mensch den Tieren überlegen ist.“

Ach ja? In was denn alles….Hmmm… Ja, verbal kommunizieren, das können ein paar von uns ganz gut. Komplexe, abstrakte Sachverhalte erklären uns verstehen… Ja, das können ebenfalls Einige. Dann wären da noch der aufrechte Gang, der Glauben an eine höhere Macht…Stimmt, ja. Wenn ich so darüber nachdenke: Ich kenne jetzt zum Beispiel keinen Fisch, der aufrecht geht und eine Flunder-Kirche hab ich auch nie gesehen. Es ist also nicht abzustreiten, dass es einige Dinge gibt, die wir Menschen können, die andere Tiere nicht können. Dabei ist es durchaus fraglich, ob das alles so tolle Sachen sind!

Ein ganz wichtiger Sachverhalt wird dabei aber außen vor gelassen: Es gibt noch so viel mehr, was andere Tiere besser können als Menschen oder was der Mensch gleich mal garnicht kann. Wir können nicht atmen unter Wasser wie eine Forelle, können nicht fliegen wie eine Gans, leben in den meisten Fällen nicht treu mit eine*r Partner*in zusammen wie Pinguine, können nicht so schnell rennen wie ein Strauß oder so hoch springen wie ein Känguru.

Bevor jetzt die falsche Annahme entsteht, es ginge hier nur um körperliche oder leistungsbezogene Attribute: nein! Viele Tiere haben ein ausgesprochen komplexes Sozialverhalten, von dem sich die Menschheit einfach mal eine Scheibe abschneiden könnte!

Außerdem nicht zu vergessen: Wir beziehen in unsere Überlegungen nur das ein, was wir bereits zu wissen glauben. Ganz vieles über unsere Mitgeschöpfe liegt allerdings noch im Dunkeln und sind lediglich Schlussfolgerungen oder Annahmen. Alle Spezies auf unserem Planeten sind einzigartig, wundervoll und schützenswert. Die Besonderheit beim menschlichen Tier ist es, ein großes Spektrum an Fähigkeiten abzudecken, jedoch ist es völlig unsinnig, Fähigkeiten gegeneinander aufzuwiegen.

Jeder ist ein Genie! Aber wenn du einen Fisch danach beurteilst, ob er auf einen Baum klettern kann, wird er sein ganzes Leben glauben, dass er dumm ist.

14. „Willst du dem Löwen jetzt verbieten zu jagen?“

Willst du mir damit etwa sagen, wir seien wir Löwen? Schnupperst du auch zur Begrüßung deinem Chef am Hintern? Löwen sind Karnivoren und instinkt- / triebgeleitet, wir nicht! Unsere genetischen Anlagen und unsere Lebenswelt bieten uns ganz unterschiedliche Möglichkeiten. Löwen töten übrigens auch nicht – wie die Menschen – mehr als sie verzehren können: Allein in Deutschland werden jährlich 346 Millionen Kilo Fleisch weggeschmissen. Der Löwen-Vergleich hinkt wirklich an allen Ecken und Enden.

 

15. „Aber die Tiere wurden doch extra dafür gezüchtet!“

Ja, leider! Tatsächlich werden Tiere genetisch manipuliert, damit sie die Aufgaben, die die Menschen ihnen stellen, noch besser erfüllen können: Mehr Milch, Mehr Fleisch. Bedürfnisse der Tiere spielen dabei keinerlei Rolle. So kommt es, dass z.B. Masthühner schon nach wenigen Wochen nicht mehr stehen können, weil sie einfach zu viele Muskeln aufbauen und Fett ansetzen und die kleinen Beinchen sie nicht mehr tragen können. Dieses Argument ist also hinfällig: Wir als Menschen haben nicht das Recht in das Leben der Tiere auf diese Weise einzugreifen!

16. „Und wenn du jetzt auf einer einsamen Insel stranden würdest und da wären nur du und ein Schwein/Kaninchen/Huhn o.ä., würdest du es dann essen, um zu überleben?“

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Gegenfrage: Wenn DU auf einer Insel stranden würdest, auf der es alles gibt, würdest du dich dafür entscheiden, die Tiere zu töten? Denn genau das ist die Wahl, die wir jeden Tag neu treffen können. Ganz nebenbei: Wenn man schon so eine blöde Insel-Überlegung anstellt, ganz ehrlich… Ich und ein Huhn mitten im Meer, da rettet mich das Huhn auch nicht vor dem Verhungern! In diesem Falle kann man es also auch gleich bleiben lassen. Oh, du meinst, ich bin da mit einem Schwein? Das will ich aber sehen, wie du das Schwein mit bloßen Händen tötest und zerlegst und dann kiloweise das rohe Fleisch in dich reinstopfst! Fast schon schade, dass es auf der Insel ja auch kein Klo gibt.

 

17. „Also ich könnte das ja nicht!“

Doch, das könntest du allerdings auch. So ziemlich jede*r Veganer*in hat genau das Selbe gesagt, bevor sie/er vegan geworden ist. Wenn du einmal darüber nachdenkst, welche der Güter, die du konsumierst, ohnehin vegan sind, dann wird dir schnell einleuchten, dass Veganismus nichts mit Verzicht zu tun hat. Ganz wichtig ist es, über die Zustände in der Tierhaltung Bescheid zu wissen, so dass du genau weißt, warum du dich gegen den Konsum dieser Produkte entscheidest. Eine super Informationsquelle stellen hier thematisch passende Dokus dar, die dir mit Bildern noch einmal einen ganz anderen Input geben, als reiner Text.

Es gibt tolle Möglichkeiten sich zu vernetzen, online und auch „real“. In diesen Gruppen kannst du mehr lernen darüber, wie einfach es sein kann, vegan zu leben und erfährst ganz viel Rückhalt, wenn es einmal schwer werden sollte.

Vielleicht hast du ja mal Lust, ein paar vegane Gerichte auszuprobieren. Versuch dich dabei frei zu machen von alten Vorurteilen und lass dich darauf ein, Neues zu probieren. Es ist nicht wahr, dass alle veganen Produkte ungesund und „chemisch“ sind (alles auf der Welt ist Chemie, wenn man es ganz genau nimmt). Auch ohne Ersatzprodukte kannst du natürlich wundervolle Gerichte kochen, trau dich doch mal!

Bestimmt hast du auch einen Baumwollpullover…. shhhht…. der ist vegan! Bist sozusagen schon auf einem guten Weg, ganz aus Versehen!

18. „Aber eine Ausnahme kannst du doch mal machen!“

Es gibt keine Ausnahme, denn für jede dieser „Ausnahmen“ wird direkt Tierleid erzeugt. Wenn ich tierische Produkte konsumiere, dann bezahle ich direkt für das Leid, dass ihnen widerfährt.

Im übertragenen Sinne sage ich der Wirtschaft: „Weiter so, ich möchte mehr Milchpulver in meinen Keksen, ich möchte mehr Ei in meinen Nudeln, mehr Fleisch auf meiner Pizza.“

Das möchte ich erstens nicht, außerdem überkommt mich ein derartiger Ekel, wenn ich an die Umstände denke, die zum Entstehen des jeweiligen Produkts geführt haben, dass sich mein ganzer Körper gegen den Konsum wehrt.

19. „Vegetarisch geht ja noch, aber vegan ist zu krass!“

Wenn man aus ethischen Gründen vegetarisch lebt, dann ist man bei genauerem Hinsehen inkosequente* Veganer*in, denn überleg mal: Die armen Tiere, die sollen nicht meinetwegen getötet werden. Wenn ich aber Milch trinke, die eigentlich für ein Kalb vorgesehen ist, das dafür dann sterben muss, dann bin ich direkt für den Tod dieses Lebewesens verantwortlich, indem ich seine Muttermilch konsumiere.

Vegan ist überhaupt nicht krass, es bedeutet lediglich, wegzulassen, was ohnehin nicht für uns Menschen vorgesehen ist und ganz viele Lebensmittel, die du auch jetzt schon konsumierst, sind vegan, ganz ohne das du es gemerkt hast.

20. „Wegen deinem Tofu wird der Regenwald abgeholzt, das ist auch nicht besser.“

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Tofu besteht aus Soja. Tatsächlich wird Regenwald gerodet, damit noch mehr Soja angebaut werden kann und das nicht zu knapp! Etwa 65% des gerodeten Regenwalds geht für Soja drauf. Deutschland bezieht etwa 80% des importierten Sojas aus Südamerika um damit die ganzen gierigen Veganer*innen zu versorgen… nicht. Das ist natürlich Quatsch. Das Soja wird hier an Tiere in der Massentierhaltung verfüttert, an die Tiere, deren Erzeugnisse und deren Fleisch du dann zu dir nimmst. Damit wirst DU indirekt zur/zum Hauptkonsument*in von Soja und bist dadurch hauptsächlich für die Rodung des Regenwalds verantwortlich.

Die Fläche, auf der in Südamerika Futter für die EU angebaut wird, entspricht einem Drittel Deutschlands! Stell dir das doch mal bildlich vor, das ist der absolute Wahnsinn.

Die Abholzung des Regenwalds zerstört den Lebensraum zahlreicher Arten für immer, belastet das Klima nachhaltig und vertreibt Bäuerinnen und Bauern mit ihren Familien von ihren lang bewirtschafteten Grundstücken im Amazonas

21. „In anderen Ländern wird ja viel mehr Fleisch gegessen.“

In den letzten 50 Jahren hat sich die globale Fleischproduktion vervierfacht. Durschnittlich verzehrt ein Mensch auf der Welt 42 Kg Fleisch im Jahr – in Deutschland sind es 60 Kg (genau genommen 87 Kg, die Differenz von 27 Kg wird weggeschmissen). Es gibt durchaus Länder, die noch viel mehr Fleisch pro Kopf verbrauchen (z.B. Australien, USA, Österreich), welches allerdings keine Entschuldigung sein kann, das wir in Deutschland so weitermachen wie bisher.

 

>> Du kannst noch einen antiveganen Spruch beitragen, der dir schon zu den Ohren rauskommt und hast vielleicht sogar eine gute Reaktionsmöglichkeit darauf? Teil es doch mit uns allen in den Kommentaren! ( :

 

Sei gut zu dir!

~ Alina

 

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35 Kommentare

  1. Ist schon erstaunlich aber in der kurzen Zeit die ich mich vegan ernähre habe ich tatsächlich die meisten Sprüche schon gehört 😂 wenn ich dazu noch erkläre dass ich mich ohne Fertignahrung ernähre ist es meist ganz vorbei und die Leute können sich partout nicht vorstellen wie man so überleben kann….

    Viele Grüße Berit

    • Hallo Berit,

      Ja, es ist erschreckend, wie schnell man einen blöden Spruch gedrückt kriegt. Oftmals fällt mir dann erst viel später eine gute Reaktion ein und dann ärgere ich mich. So viele Menschen glauben, sie wüssten genau, was es mit „diesem Vegansein“ auf sich hat und sind schwer vom Gegenteil zu überzeugen. Am Wichtigsten ist es doch, dass WIR wissen, warum wir es machen <3
      Tolle Website hast du da! Gleich mal stöbern…!

      Liebe Grüße,
      Alina

    • dann versuch mal noch hinzuzufügen, dass man auch kein Weißmehl, kein zucker, keine kartoffeln und keinen weißen reis isst…man schaut in leere augen…

  2. Sehr gut zusammengefasst und gekontert! 🙂 Ich bin mir ziemlich sicher, dass ich solche Sprüche alle schon mal in irgendeiner Variation gehört hab, besonders oft dieses „aber ich ess ja auch ganz wenig Fleisch und wenn dann achte ich auch sehr darauf, wo es herkommt….“ jajaaaa. 😉 Man will sich halt nicht so gern an die eigene Nase packen ..
    Liebe Grüße
    Corinna

    • Vielen Dank für dein liebes Feedback! Es freut mich, dass es dich angesprochen hat 🙂
      Vielleicht hilft es ja ein paar gebeutelten Veganer*innen dabei, sich nicht klein machen zu lassen 😉
      Liebste Grüße, Alina

  3. Nutripunk sagt

    Hi, die Frage mit der einsamen Insel finde ich nicht gut beantwortet. Wenn es mein Überleben sichert und ich eine Chance auf Rettung sehe, dann esse ich natürlich das Schwein (oder was auch immer). Allerdings nur, wenn ich mir Werkzeug aus den hoffentlich vorhandenen Bäumen zum Töten machen könnte (mit der Handkante klappt es wohl nicht) und außerdem befährigt bin, Feuer zu machen. Roh wäre relativ gefährlich und könnte schlimmer enden, als es nützen würde.

    Sonst aber sehr schön gemacht! 🙂

    • Hallo Nutripunk,

      Ganz lieben Dank für dein Feedback! 🙂

      Es steht selbstverständlich jedem Menschen frei, diese Frage für sich anders zu beantworten. Meine Gegenfrage zielte darauf an, zu zeigen, wie unsinnig diese Frage ist, wenn man sie sich mal genauer anschaut.

      Ich persönlich würde (glaube ich) das Schwein tatsächlich nicht essen, ich habe allerdings auch seit 24 Jahren kein Fleisch mehr gegessen und denke, abgesehen davon, dass ich es nicht töten könnte, dass mein Magen es mir nicht danken würde sondern die ganze Nummer meinen Zustand noch verschlimmern würde 😉

      Würde man tatsächlich in diese Situation kommen, was ja niemals passieren wird, dann ist es die Entscheidung von jedem Einzelnen.

      Ich finde diesen blöden Spruch echt einen der nervigsten, weil wir eben genau in der entgegengesetzten Situation leben und sich da eben kaum jemand fragt, ob es DANN moralisch vertretbar ist, das Schwein trotz all der Alternativen zu töten. Daher die Gegenfrage, das gibt dem Gegenüber zu denken… Hoffentlich.

      Ganz liebe Grüße, Alina

      • Nutripunk sagt

        Na klar, ich weiß aber, dass der Mensch in Notsituationen zu den unwürdigsten Sachen bereit ist. Da trinkt man schonmal Kühlwasser aus Auto/Flugzeug oder isst andere Menschen – oder eben die vorhandene Fauna. Ich würde vermutlich ähnlich handeln, auch wenn ich es gern vermeiden würde. Mehr wollte ich nicht sagen. 🙂

      • Ja, klar 🙂 100%ig kann ich das natürlich nicht sagen, aber ich bin mir doch recht sicher, dass ich es nicht hinkriegen würde.

        Aber ganz ehrlich: Das ist eine Notsituation und wenn es um das Überleben geht, werden einige ethischen Grundsätze über Bord geworfen, ganz bestimmt.

        Wir werden es nicht herausfinden 😀

      • Angela sagt

        Ich antworte darauf immer dass wir ja zum Glück nicht in einer solchen Situation sind und wir hier in einem Schlaraffenland leben wo wir frei wählen können was wir essen möchten! Was ich ich in einer Notsituation mache kann ich jetzt gar nicht sagen, weil ich es noch nie erlebt habe und hoffentlich nie erleben werde.

    • Marcus sagt

      Ich würde das Schwein auf jeden Fall leben lassen. Und von dem Schwein lernen, was alles essbar ist. Immerhin sind Schweine mit einer guten Nase , einem Verdauungssystem, das unserem sehr ähnlich ist, ausgestattet und recht intelligent.
      Wenn das Schwein überlebt, dann überlebe ich auch. So sieht es doch aus.

      • 🙂 Das ist eine tolle Antwort auf die Frage!! Danke! 🙂

  4. Steffi sagt

    Schön ist auch die Frage nach den schlimmen Zusatzstoffen in meinem veganen Fleisch und Käse Ersatz.

    Ich frage dann ob sie auch mal in die Zutaten Liste der unveganen Lebensmittel geschaut haben??

    • Haha, jaaa! Du hast völlig recht. „Voll künstlich!“ Das muss ich da bei Gelegenheit noch einbauen! Danke (:

    • Hey 🙂
      Das Interview kenne ich tatsächlich bereits, ich genieße Prechts Sendung – auch zu anderen Themen. Bei diesem Interview allerdings ist der Interviewpartner ja durchaus davon überzeugt, dass man Tiere essen darf, kann aber eigentlich gegen Prechts Argumente gar nicht richtig was gegenhalten. Precht selbst find ich als Vertreter von Tierrechten, wie er sich selbst im Moment stark präsentiert auch schwierig. Aber: es ist ein Anfang! Danke für die Erinnerung!
      Liebe Grüße,
      Alina

  5. Pingback: Alinas Veg – minimal-vegan.com

  6. „Aber was kannst du dann noch essen? Ich meine du mit deinen ganzen Allergien und Unverträglichkeiten – da bleibt doch nichts mehr über!“

    Meine Standardantwort ist mittlerweile: Hast Recht, aber hier ums Haus herum wächst leckeres Gras, Löwenzahn, Ferkelkraut, Gänseblümchen, Giersch und Brennnesseln. Und in der Saison bekomme ich auch Knoblauchrauke. Du siehst du musst dir keine Sorgen machen, ich bekomme genug zu essen.

    Früher antwortete ich: Stimmt – Gemüse und Obst ist natürlich nicht vegan.

    Auch wenn ich u.a. keinen Kohl und keine Hülsenfrüchte (und keine Nüsse) so gibt es mittlerweile doch schon so vieles, dass auch son komischer Allergiker wie ich essen kann. Und dann wäre da ja noch die Sache mit dem Gemüse und dem Obst, das komischerweise von Haus aus vegan ist *ironie off*.

    • Haha 🙂 Du armer Mensch… nur Gras und Steine 😛 Ich find es ziemlich cool, dass du dich offenbar mit Wild- und Heilpflanzen auskennst. Ich selbst versuche die auch mehr in meine Überlegungen und meinen Speiseplan miteinzubinden… Da gibt es einfach soooo viele Pflanzen, die überall um uns herum wachsen, super lecker und gesund sind. Bin aber noch nicht in einem Zustand, den ich da als ideal bezeichnen würde. Das wird definitiv mein Projekt fürs Frühjahr!
      Liebe Grüße von noch einer Steinelutscherin 🙂

      • Es ist halt durchaus von Vorteil wenn man zwei Kaninchen hat und diese in der Saison mit Grünfutter aus der Natur versorgt. Da bekommt man automatisch ein bisschen Ahnung.
        Leider auch die Erfahrung, dass Spitzwegerich zwar superlecker schmeckt aber leider nicht von meinem Bauch akzeptiert wird *grmls*. Nuja gibt ja noch anderes zu futtern. Und wenn man mit offenen Augen und freier Nase durch die Natur rennt, dann findet man nicht nur wildes Obst sondern auch wilde Kräuter, die man von der heimischen Küche kennt.
        Viel Spaß beim Steine lutschen, sollen ja viele Mineralstoffe besitzen 😀

  7. Fic kteuch sagt

    Einfach mal so dermassen überspitzt sind die heutigen Hipster Veganer. Bei solchen intoleranten Antworten könnte ich gar nicht so viel essen wie ich kotzen müsste.

  8. Jenny sagt

    „Calcium-Mangel“ ist auch immer ein beliebtes Gegenargument. Dann erkläre ich gerne, dass die Länder mit dem höchsten Milch-Verbrauch auch den höchsten Osteoporose-Anteil haben und dass Calcium aus Pflanzen 1. besser verwertbar ist, 2. mit Magnesium zusammen vorkommt (und ja auch erst in Kombi mit dem und mit Vitamin D3 überhaupt für die Knochen verfügbar wird) und 3. Milch sauer verstoffwechselt wird, der Körper also mehr Calcium und auch Magnesium braucht, um die sauren Stoffwechselprodukte zu puffern, als die Milch zuführt.

    • Das ergänze ich gerne noch! Vielen Dank! 🙂 Es gibt einfach nichts, was es nicht gibt! Haha 😀
      Ganz lieben Dank!!

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  10. Matthias sagt

    Da ich aktiv für Anonymous for the Voicless schon des öfteren am Cube of Truth teilgenommen habe, kenne ich all deine aufgefürten Punkte zu hauf. Absolute Nr.1 bei den Cubes ist die Aussage, Ich esse ja nur wenig Fleisch und wenn dann vom Bauer in meiner Nähe. Grüße Matthias PS: Werdet aktiv die Tiere freuen sich 😉

  11. Pingback: Sybilles Veg – minimal-vegan.com

  12. Pingback: Wege aus der Ohnmacht – minimal-vegan.com

  13. Ernsthaft? bei Nummer 3 musste ich laut auflachen- wirklich? Solche Antworten gab/gibt es?? Etliche andere sind mir schon untergekommen, diese jedoch bisher noch nicht. Und ich muss zugeben, dass ich bisher noch nicht auf der Seite der Veganer/Vegetarier bin,..(hmm, etwas blöd ausgedrückt. also schon auf der Seite, aber selber noch keiner, so.) – doch noch ein wenig zu schwach- doch solche Anworten kann ich in keinster Weise verstehen, da muss man sich ja für die „Fleischesser“ schämen – dumm und gefräßig und jaaa, bin selber ja auch noch so jemand,,..seit 2 Jahren keinen Tropfen Alkohol mehr, seit 40 tagen nun keine Zigarette mehr…und das schaffe ich auch noch 🙂 bin da recht zuversichtlich und danke, für diesen Blog! – (danke auch ebenfalls fürs Folgen, hoffe, es hat sich mit meinem Kommi hier nun nicht gleich wieder erledigt 😉 ) – Glg Herta

    • Liebe Herta,
      Tausend Dank für deinen herzlichen Kommentar 🙂 Das war etwas Schönes zum sonntäglichen Schmunzeln! Glaub mir- es gibt keinen Schwachsinn, den man NICHT zu hören bekommt, wenn man vegan lebt ;D Dein Kommentar zählt da unter keinsten Umständen dazu, ich finde es stattdessen total SUPER, dass nicht „nur“ Menschen, die eh schon vegan leben, den Beitrag lesen, sondern dass es sogar Omnis (wie dich ;D) erreicht und die sich dann auch hineinversetzen können. Bis jetzt war die Rückmeldung von Nicht-Veganer*innen auf diesen Artikel sehr schlecht, die allermeisten fühlen sich nämlich total auf den Schlips getreten.
      Ich finde es top, dass du es bis jetzt gepackt hast, nicht zu rauchen! Ich habe selbst 13 Jahre extrem viel geraucht (ca. ein Bigpack JPS am Tag), mit dem Tag meines veganwerdens habe ich auch das aufgegeben (2 Jahre her). Das fällt mir offengestanden immer noch sehr schwer, ich rieche es immer noch sehr gerne und hab auch ungefähr 3 mal bei jemandem gezogen – aber nicht wieder angefangen!
      Alkohol trinke ich – wie du – echt selten, aber auch mal gern.

      Hab einen wundervollen Tag!
      Alina
      Ps. Super Blog!! Ich liebe DIY und bin schon ganz verknallt in einige deiner Beiträge!

      • Ui, Danke für das tolle Feedback (kam erst jetzt an, aber immerhin, heute ist bei mir die Elektrik anscheinend etwas gemütlicher unterwegs 🙂 ) – Ja, es gibt nichts, was es nicht gibt, und das finde ich dann noch extra traurig, dass, wenn man seine eigene Meinung kund tut, sich dadruch andere Menschen mit anderer Meinung auf den Schlips getreten fühlen (daher hatte ich hier nun auch ein wenig Bammel vor der Reaktion 😉 )- man weiss ja nie) Es sollte doch jeder nach seiner eigenen Fasson glücklich werden und nicht nach dem Motto. meine Ansicht ist richtig und die Einzige. Sowas brauch ich ja schon gar nicht. Wenn vegan- ok, fleichmäßig unterwegs – auch ok, vegetarisch- super, why not, auch ok (passsendes bitte aussuchen gg)- freut mich, dass dir meine Teilchen gefallen <3 -glg Herta (ein noch-Omni..Begriff kannte ich in diesem Zusammenhang noch nicht:-) ) – so, Roman-ende 😀

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