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Tines Veg

>> Dieses Interview ist Teil des Projekts Mein Veg

saxTine – 29 Jahre, Hannover

 

Warum hast du dich für ein veganes Leben entschieden? Gab es einen Auslöser?

Im April 2017 hatte ich eine klassische Erkältung. Ich war gezwungen zu Hause zu bleiben.

Nach dem Arztbesuch musste ich mir unbedingt Vitamine beschaffen um schnell wieder fit sein zu können. Ich wollte mir was Gutes tun und Smoothies machen. Und dann stellte sich mir schnell die Frage: wie gesund lebe ich? Wenn ich so einen Gedanken habe? „Endlich mal wieder was gutes für den Körper tun und Obst essen.“

Seit Oktober 2016 bin ich rauchfrei. Ok, zugegeben mit e – Zigarette… aber was ist mit meiner Ernährung? Ist es mit ein paar Smoothies getan? Bereits in den vergangenen zwei Jahren kam mir öfters der Gedanke, kein Fleisch mehr zu essen. Ich machte mir Gedanken, wie gesund man sich ernähren könnte und wie schon so oft spielte ich mit dem Gedanken das Fleisch wegzulassen und Vegetarierin zu werden. Das Fleisch, was wir heutzutage abgepackt massenweise kaufen können, kann doch nicht von gesunden glücklichen Tieren stammen… Können Tiere überhaupt glücklich sein, von denen wir uns einfach nehmen was wir wollen, sie benutzen und ausbeuten? Diese Gedanken über Massentierhaltung und die Qualen, die Tiere erleiden wegen dem Menschen, nur weil er diesen Geschmack möchte…

Diese Art zu leben stellte ich mehr und mehr in Frage. Wie ist der Umgang mit den Lebewesen mit denen wir unseren Lebensraum teilen, diese Dinge beschäftigten mich schon sehr oft. Allerdings nur wenige Minuten, zu unbequem ist die Realität, die man im Supermarkt nicht vor Augen hat und zu einfach ist es diese Gedanken weg zu schieben und einfach so weiter zu machen wie bisher. Warum gibt es keine Warnhinweise und Bilder auf Wurstpackungen, ähnlich wie auf Zigarettenschachteln?

Dieses Mal sollte es anders sein, ich wollte meine Gedanken nicht mehr unterdrücken. Ich beschloss, mich intensiv damit zu beschäftigen. Es gab also keine bestimmte Situation oder ein Erlebnis was mich dazu brachte. Es war einfach das Bewusstsein.

 

Warst du vor der Umstellung auf eine vegane Ernährung Vegetarier*in?

Ich wollte etwas ändern und dachte ich werde Vegetarierin. Also suchte ich mir Informationen im Netz. Plötzlich las und hörte ich Dinge die mir neu waren. 50 Millionen Küken werden jährlich vergast oder geschreddert?! Ich konnte es nicht fassen. Ich hatte keine Ahnung!! Was in der Milchindustrie passiert schockierte mich gleichermaßen und es war immer deutlicher vor mir. Ich möchte nichts mit diesen Tierleid zu tun haben. Ab jetzt komplett Tierfreie Ernährung. Ab jetzt vegan.

 

Auf welche Probleme bist du zu Beginn besonders gestoßen?

In den ersten Tagen machte ich einfache tierproduktfreie Gerichte: Salate, Nudeln… Ich war immer ein ziemlicher Kochmuffel es musste immer schnell gehen. Auch der Einkauf. Es war am Anfang eine Herausforderung das richtige einzukaufen aber bereits nach kurzer Zeit fand ich mich gut zurecht. Diese Umstellung in der Küche und beim Einkaufen war keine Last oder anstrengend. Im Gegenteil, es machte einfach nur Spaß! Es galt eine neue Welt zu entdecken und ich liebte es plötzlich zu kochen und dieses ganze neue Wissen in mir aufzusaugen.

 

Wie kommt dein Umfeld mit deiner Entscheidung vegan zu leben zurecht?

In den ersten 3 Tagen merkte nicht mal mein Freund, das ich ausschließlich vegan kochte. Erst als ich ihm offenbarte, das der Muffin den er sich gerade genüsslich in den Mund stopfte statt Ei Apfelmus enthält und statt Milch Mandelmilch, outete ich mich. Anfänglich gab es da schon natürlich kleine Hürden. Wenn man mit jemanden zusammenlebt, der noch Fleisch isst, muss man planen… Aber nach kurzer Zeit bemerkte auch mein Freund die Vorteile einer veganen Lebensweise und sprang auf meinen Zug mit auf. Familie und Freunde reagieren auch alle positiv. Es ist schön in Diskussion treten zu können und Informationen zu teilen, auch wenn das leider nicht gleich alle automatisch um mich herum vegan macht.

 

Was stört dich daran Veganer*in zu sein?

Diese Machtlosigkeit zu spüren ist manchmal unerträglich. Früher hat man sich vor der Wahrheit gedrückt und weg gesehen. Jetzt kennt man das ganze Leid und muss damit klar kommen. Zwar kann man mit seiner persönlichen veganen Lebensweise schon etwas Kleines bewirken, aber das sich eben nicht die Welt dadurch verändert. Das ist klar. Es ist schwer zu beschreiben. Man steht als immer bewusster werdender Mensch diesen Bewusstlosen gegenüber und viele begreifen es nicht. Ich habe Menschen um mich, die sagen sie finden das gut, was ich mache und finden das richtig toll, aber selber können und wollen sie nicht auf Fleisch verzichten. Das macht mich sehr traurig und was mir dann nur bleibt, ist ihnen zu zeigen, das man auf nichts verzichten muss (denn das muss man wirklich nicht wenn man sich mit Veganismus richtig beschäftigt).

 

Hat sich etwas für dich verändert, seit du vegan lebst?

Seit dem ich vegan bin hat sich sehr sehr, viel für mich verändert. Veganerin zu sein bedeutet nicht nur eine Veränderung auf dem Teller: Es verändert die ganze Lebenseinstellung und das Bewusstsein. Ich nehme endlich wahr, das ich ein Bewusstsein habe, an dem ich arbeiten kann und muss um meinen Horizont zu erweitern, Neues zu erfahren, zu erleben, offen zu sein und einfach aus Automatismen, Konditionierungen und Zwängen auszubrechen. Mit dem Rauchen habe ich auch aufgehört an dem Tag als ich Veganerin geworden bin. Das vegan sein stand so im Fokus, das ich es gar nicht bemerkte, das ich nicht rauchte.

 

Engagierst du dich über deine Lebensweise hinaus z.B in Projekten oder Vereinen?

Da jetzt bald der Jahreswechsel ansteht und ich nach einen 3/4 Jahr vegan sein meinen Weg kenne und diesen weiter gehen möchte, habe ich mir für 2018 vorgenommen aktiv zu werden. Ich möchte etwas bewegen und verändern und Teil von etwas sein, das wirklich für die Tiere ist und etwas verändern kann. Das ist mein Wunsch. Ich denke, das ist auch ein guter Weg aus diesem Gefühl der Ohnmacht raus zu kommen und dieses Gefühl los zu werden von tiefer Trauer, weil man nicht richtig helfen kann.

 

Was sind deine besten Tipps für vegane Neulinge?

Ungefähr nach einem Monat habe ich mich gefragt „Bin ich jetzt Veganerin?“ JA natürlich bin ich das und das zu realisieren, das rate ich Jedem, der sich dafür bewusst entscheidet! Jeder hat seinen ganz eigenen, individuellen Weg und wer ein klares Ziel vor Augen hat, sollte es verfolgen und nicht aufgeben. Es ist immer ein Prozess und Einige gehen ihn von heute auf morgen, andere brauchen Zeit. Aber was dabei zählt ist die Richtung! Und das Wichtigste ist: Informiert euch!

 

Möchtest du zum Abschluss noch etwas sagen?

Jeder ist individuell. So individuell wie du bist, so ist jedes Lebewesen individuell und jedes Lebewesen strebt danach, geliebt zu werden. Wir könnten es ermöglichen wenn wir denn wollen.

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Hallo! Wie schön, dass du mich gefunden hast! Ich bin Alina, 28 Jahre, aus Leipzig: überzeugte Veganerin und Verfechterin eines minimalistischen Lebenstils. Bei Fragen oder Anregungen scheue dich nicht, mir zu schreiben! Ganz viel Spaß und viele neue Infos wünsche ich! Sei gut zu dir!

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