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Norberts Veg

>> Dieses Interview ist Teil des Projekts Mein Veg

sdfgdfhbNorbert – aus Fürth, Musikbranche

 

Warum hast du dich für ein veganes Leben entschieden? Gab es einen Auslöser?

Es gab zwei.

Zum einen wuchs ich in einer ländlichen Gegend auf wo viehwirtschaftliche Nutztierhaltung an der Tagesordnung war. So bekam ich tagtäglich vorgeführt, wie die Realität für die Tiere aussieht. Seither bin ich stark für die Herkunft von tierischen Lebensmitteln sensibilisiert gewesen.

Zum anderen waren es zwei schwere Erkrankungen, die zunächst mich, und ein paar Jahre später auch meine Frau heimsuchten. Nach ihrer Genesung und intensiver Recherche kam nur noch eine vollwertige rein pflanzliche Ernährung für uns in Frage.

Somit waren es hauptsächlich gesundheitliche Gründe. Je mehr man sich dann mit dem Thema veganer Ernährung befasst, umso deutlicher werden auch die ethischen- und Umweltgründe, weswegen derer an einer rein pflanzlichen Ernährung kein Weg vorbeiführt.

 

Warst du vor der Umstellung auf eine vegane Ernährung Vegetarier*in?

Ja, ca. 5 Jahre lang.

 

Auf welche Probleme bist du zu Beginn besonders gestoßen?

Ich bin beruflich viel in der ganzen Welt unterwegs, was es für mich anfangs nicht immer einfach gemacht hat das passende Essen zu finden. Aber auch hier lernt man dazu. Wenn man will findet man in jedem Restaurant vegane Optionen. Und seit es Apps wie „Happy Cow“ gibt, ist auch das intensive Reisen kein Problem mehr um das passende Restaurant zu finden.

 

Wie kommt dein Umfeld mit deiner Entscheidung vegan zu leben zurecht?

Es gibt natürlich die obligatorischen, witzig gemeinten kritischen Kommentare über meine Ernährungsweise. Aber die sind mir wirklich total egal und ich schenke ihnen überhaupt keine Aufmerksamkeit. Wenn so jemand sich wirklich ernsthaft mit mir über vegane Ernährung unterhalten will, bin ich gerne dazu bereit. Aber auch nur dann. Alles andere ist Zeitverschwendung.

Die Menschen in meinem nahen Umfeld kommen damit ausnahmslos sehr gut zurecht. Meine Mutter zum Beispiel hat inzwischen ein großes Repertoire an veganen Gerichten, und auch große Freude daran, sie zuzubereiten wenn ich zu Besuch komme.

 

Was stört dich daran Veganer*in zu sein?

Es stört mich, dass ich mich nicht schon viel früher dazu entschieden habe.

Eine Begleiterscheinung der veganen Ernährung, die mich generell stört, ist die Imitation tierischer Nahrung auf veganer Basis, wie zum Beispiel vegane Grillwürste oder Ähnliches. Die großen Lebensmittelhersteller springen auf den veganen Zug aus ökonomischen (anstatt ethischen oder gesundheitlichen) Gründen mit auf. Als Veganer möchte ich mit nichts mehr an tierische Nahrung erinnert werden. Zudem sind diese veganen Ersatzprodukte auch oft nicht sonderlich gesund. Natürlich erleichtern diese Produkte oftmals den Einstieg für vegane Neulinge. Somit relativiert sich das dann wieder. Aber ich kann dem nichts abgewinnen.

 

Hat sich etwas für dich verändert, seit du vegan lebst?

So ziemlich alles.

Meine körperliche- und mentale Fitness hat sich enorm gesteigert. Ich bemerke das tagtäglich beim Sport oder im Beruf. Mein Jetlag nach einem Langstreckenflug ist um mindestens 50% reduziert. Mein allgemeiner Gesundheitszustand, Immunsystem, Blutwerte, etc. sind allesamt tadellos. Die Pharmaindustrie verdient an mir aktuell so gut wie nichts mehr. Zudem schätze ich die bewusste Kontrolle über mein Konsumverhalten und das Weglassen all der Dinge, die ich einfach nicht mehr brauche. Hier spielt auch der Konsum(verzicht) vom zum Beispiel den Medien für mich eine große Rolle. Ich beschränke veganes Leben nicht mehr nur auf meine Ernährung, sondern schließe den Input über Augen und Ohren mit ein und bin in Bezug auf die „geistige“ Ernährung äußerst selektiv. Diese Erkenntnis hat allerdings lange benötigt, war dafür aber umso eindringlicher.

 

Engagierst du dich über deine Lebensweise hinaus z.B in Projekten oder Vereinen?

Ich habe zwei Katzen von unserem örtlichen Gnadenhof adoptiert und unterstütze darüber hinaus einen Gnadenhof auf Bali (@villakitty) mit einer monatlichen Spende.

 

Was sind deine besten Tipps für vegane Neulinge?

Eine rein pflanzliche Ernährungsweise heißt nicht Verzicht. Man hört ja leider oft Stimmen die sagen „du kannst ja gar nichts mehr essen“. Ganz im Gegenteil! Es bedeutet eine BEREICHERUNG des Speiseplans mit Lebensmitteln, die den Namen auch verdienen. Und wenn es doch mal kritisch wird und die Disziplin nachlässt, denkt daran wie jeder Bissen tierischer Nahrung den Tieren und der Umwelt unendliches Leid und Schaden zufügt.

 

Möchtest du zum Abschluss noch etwas sagen?

Eine vollwertige pflanzliche Ernährung bedarf Zeit und Recherche, ist es aber so was von Wert! Dein Körper, die Tiere und die Welt in der du lebst werden es dir danken.

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Hallo! Wie schön, dass du mich gefunden hast! Ich bin Alina, 28 Jahre, aus Leipzig: überzeugte Veganerin und Verfechterin eines minimalistischen Lebenstils. Bei Fragen oder Anregungen scheue dich nicht, mir zu schreiben! Ganz viel Spaß und viele neue Infos wünsche ich! Sei gut zu dir!

3 Kommentare

  1. Pingback: Projekt: Mein Veg – minimal-vegan.com

  2. Tolles Blog-Projekt! Einer „Ideologie“ oder Lebensweise ein Gesicht zu geben hilft glaube ich enorm dabei, Nachahmer zu finden.

    • Hallo Matthias,
      Vielen Dank für deine tolle Rückmeldung! Genau das ist es, was ich mir von dem Projekt erhoffe. Ich plane Ähnliches zum Thema Minimalismus, vielleicht hast du dann ja Interesse mitzumachen.
      Lass es dir gut gehen! (:

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