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Leas Veg

>> Dieses Interview ist Teil des Projekts Mein Veg

LearundLea – 24 J., Hildesheim, Heilerziehungspflegerin

 

Warum hast du dich für ein veganes Leben entschieden? Gab es einen Auslöser?

Im Dezember 2016 habe ich eine Doku über Tierrechte gesehen. Ich habe mir die Augen ausgeheult und konnte danach nicht anders. Es war einfach der einzig richtige Weg für mich.

 

 

Warst du vor der Umstellung auf eine vegane Ernährung Vegetarier*in?

Von 2013-2014 hab ich mich erstmals vegetarisch ernährt. Leider habe ich dann wieder Fleisch gegessen. Als ich meinen Freund kennengelernt habe, bin ich wieder Vegetarierin geworden, da er Vegetarier war. Ich wollte vor ihm kein Fleisch essen. Zum Glück bin ich ihm begegnet. Ich weiß nicht, ob ich sonst diese Fragen hier beantworten würde.

 

 

Auf welche Probleme bist du zu Beginn besonders gestoßen?

Das größte Problem war für mich, dass ich auf einmal so gesund gegessen habe. Das klingt erstmal total witzig, aber für mich war das furchtbar. Ich hab quasi alles mit Käse überbacken – umso fettiger, desto besser. Und dann steht man vor dem Kühlschrank und hat dort nur Gemüse drin. Aber das ging schnell vorüber. Ich hab auch anfangs gar keine Süßigkeiten gekauft, weil es mir zu anstrengend war von allem die Zutatenliste durchzulesen. Zum Glück gibt’s es schon so viele vegane Menschen, die im Internet Tipps geben und einem wahnsinnig weiterhelfen.

 

 

Wie kommt dein Umfeld mit deiner Entscheidung vegan zu leben zurecht?

Es ist tatsächlich sehr unterschiedlich. Gerade in der Familie ist schnell mal ein Witz gemacht „den man ja gar nicht böse meint“. Aber trotz der Sprüche habe ich das Gefühl respektiert zu werden. Ich muss auch nicht 24/7 darüber sprechen, sodass es vielleicht auch gar nicht so auffällt. Wenn für besondere Anlässe gebacken oder gekocht wird, bring ich einfach auch was mit. So ist es für alle am einfachsten. Mittlerweile merke ich aber, dass oft nun auch an mich gedacht wird und das freut mich sehr.

 

 

Was stört dich daran Veganer*in zu sein?

Es stört mich, dass ich das Denken meiner Mitmenschen nicht verändern kann. Und es stört mich, dass ich das Denken meiner Mitmenschen ändern möchte. Es macht mich traurig, wenn Menschen leugnen, woher ihr Essen kommt. Dass ich vegan lebe, mache ich nicht nur für mich. Ich mache es für die Tiere, für unsere Erde und für die, die jeden Tag hungern müssen.

 

 

Hat sich etwas für dich verändert, seit du vegan lebst?

Mein Konsum im Allgemeinen. Kleidung kaufe ich vermehrt Second Hand oder fair ein. Meine Kosmetik hat sich auf das Minimum reduziert. Zudem versuche ich so wenig Müll wie nur möglich zu produzieren. Ich informiere mich stetig über Tipps und Methoden, wie man noch nachhaltiger und bewusster leben kann. Irgendwie hat sich dadurch ein ganz anderes Lebensgefühl entwickelt. Durch den „Verzicht“ habe ich so viele neue Blickwinkel. Das ist einfach total spannend und befriedigend.

 

 

Engagierst du dich über deine Lebensweise hinaus z.B. in Projekten oder Vereinen?

Ich spende mehrmals im Jahr Geld an Organisationen. Ich hoffe jedoch bald auch aktiv irgendwo mitzuwirken.

 

 

Was sind deine besten Tipps für vegane Neulinge?

Macht langsam und verzweifelt nicht. Seid nicht traurig oder sauer auf euch selbst, weil ihr doch mal Pizza mit Käse gegessen habt. Jeder Schritt näher zum Veganismus ist ein guter Schritt. Wer Facebook hat, kann sich eine regionale Veganer-Gruppe suchen, um sich dort austauschen zu können. Dann fühlt man sich nicht so allein.

 

 

Möchtest du zum Abschluss noch etwas sagen?

Jedes Leben verdient Respekt.

 

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Hallo! Wie schön, dass du mich gefunden hast! Ich bin Alina, 28 Jahre, aus Leipzig: überzeugte Veganerin und Verfechterin eines minimalistischen Lebenstils. Bei Fragen oder Anregungen scheue dich nicht, mir zu schreiben! Ganz viel Spaß und viele neue Infos wünsche ich! Sei gut zu dir!

4 Kommentare

  1. herrlich geschrieben, aber wir essen schon noch Fleisch, aber bei dem wir wissen woher es ist…gestern erst beim Nachbarn (Jäger) Wildschwein gekauft, dass er geschossen hat und auch muss, da es einfach zu viele aktuell gibt

    • Die Sache mit der Jagd ist, dass sie überhaupt erst dazu führt, dass es zu viele Wildschweine gibt und diese sogar im Winter zugefüttert werden, damit es dann möglichst viele zum Erschießen sind. Liebe Grüße und vielen Dank für dein Kompliment 🙂 Ich bin sicher, Lea freut sich darüber!

  2. Pingback: Projekt: Mein Veg – minimal-vegan.com

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