Minimalismus

5 Gedanken zu “Minimalismus”

  1. Ich finde Deinen Blog absolut bemerkenswert und wertvoll.

    Was mir durch den Kopf geht, ist, dass ich es schade finde, dass man für eine so sinnvolle Sache nur Worte findet, die den Inhatlt zu reduzieren scheinen und ihn negativ konnotieren; minimalistisch klingt eben für viele eher abwertend, eben gering, gering geschätzt. Auch wenn Du an anderer Stelle von „beschränkt“ sprichst, trifft das den gleichen Punkt.

    Eigentlich ist das, was Du als minimalistisch bezeichnest, ja normal, ja, es ist ja so, dass, wenn mehr Menschen so denken und handeln würden wie Du, die Erde eindeutig viel viel friedlicher wäre. Von daher ist für das, wofür Du Dich einsetzt, auch nicht sinnvoll mit „normal“ bezeichnet, sondern es geht um das Wesentliche, um unser wahres Wesen und das wahre Wesen der Dinge, die uns begleiten.

    Vermutlich waren Menschen früher aus anderen Gründen viel wesentlicher. Oft aus der Not geboren.
    Jetzt ist es eine bewusste Entscheidung, wieder wesentlich zu werden, nicht nur im Sinne von Angelus Silesius („Mensch, werde wesentlich …“!), sondern weil man bewusst zurück zum Wesen finden will. Das tut man ja mit dem, um was es Dir geht. Deshalb finde ich Deinen Blog so wertvoll. Vielleicht fallen Dir auch andere Worte im Lauf der Zeit ein. Es geht ja eigentlich nicht um Minimum oder um Maximum, sondern um das Optimum. Viele kennen das für sich nicht mehr. Es ist ja eben ein Weg zum Wesen, zum eigenen. Da helfen so verbrauchte Worte, wie es auch „Optimum“ eines ist, nicht weiter.

    Wesen finde ich ein schönes Wort. Wesen, das eigene, ist wertvoll, so wertvoll. Deshalb ist es Dein Blog auch.

    Liebe Ostergrüße,
    Johannes

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    1. Hallo Johannes,

      Ich danke dir vielmals für deinen langen und wertschätzenden Kommentar! Ich habe mich total gefreut, ihn zu lesen und fühle mich sehr geehrt, dass du dir so viel Zeit genommen hast.
      Ich gebe dir Recht – von Beschränkung oder Verzicht zu sprechen, wenn es um das Thema Minimalismus geht, tut der Bewegung keinen Gefallen. Es ist gar nicht so einfach, da immer die richtigen Worte zu finden. Ich werde zukünftig und beim Überarbeiten meiner Texte verstärkt auf meine Wortwahl achten! Du hast mir einen guten Denkanstoß gegeben bezüglich des Wortes „Minimalismus“; stimmt, ich empfinde mein Leben gar nicht als „minimalistisch“ im Sinne des Wortes, also, mit dem Minimum aus/-zurechtzukommen. Es ist vielmehr das „Weglassen des Zuvielen / Übermäßigen“ und um dazu noch einen Begriff von dir aufzugreifen: Ja, die Rückkehr zum Wesentlichen UND zur Bewusstwerdung eigener Bedürfnisse und Kompetenzen. Ich persönlich finde einen Konsum, der glücklich macht, völlig in Ordnung. Die Frage ist nur, welche Art von Konsum das eigentlich ist und wie schwer die andere Waagschale wiegt, die da eben mit dran hängt (sprich; was sind die Konsequenzen dieses Konsums). Aber ich glaube es geht nicht primär um Moral, es geht um einen Prozess der Bewusstwerdung und dadurch die Chance auf (positive!) Veränderung.

      Vielen Dank für deinen Input! Du hast mir damit einen schönen Tag beschert 🙂

      Lass es dir gut gehen!

      ~Alina

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      1. Nein, es geht nicht um Moral, absolut nicht. Für mich ist diese Unabhängigkeit, die auch Du anstrebst, eine Befreiung, eine Selbstbefreiung. Mir ist das so bewusst geworden, als der Haushalt meiner Eltern aufgelöst wurde und meine Schwester, die ein großes Haus hatte, manches Wertvolle meiner Eltern, aber vor allem auch viel Krempel übernommen hat, das so halbwegs noch gebraucht werden konnte … Da habe ich gespürt, dass das mehr ist als nur alter Krempel; es ist Ballast für die Seele. Alles hat sich bei ihr im Keller gestaut, es war schlimm. Mir war, als ob es sich auch in ihr staut.

        Wer so zu leben anstrebt wie Du, befreit im Grunde seine Seele. Und je mehr Geld die Menschen haben, je mehr sie sich leisten könnten und es auch tun, desto mehr sind sie in Gefahr, sich zuzuballern mit Ballast. Deshalb spricht die Bibel davon, dass ein Reicher so schwer glücklich sein kann. Ich meine das nicht im kirchlichen, sondern in einem urreligiösen Sinne, dass ich glaube, dass das Göttliche, was immer das auch ist, für alles eine Ordnung hat. Kosmos bedeutet ja Ordnung und zugleich Schmuck. Eine solche Ordnung ist immer auch Schmuck. Da gibt es keinen Ballast. Es ist eine Freiheit der Ordnung, eine Ordnung der Freiheit. – Alles, was da ist, hat Sinn.

        Ich bin froh, dass Du so aufgeschlossen reagiert hast. Ich finde solch einen Austausch wertvoll; manchmal, wenn man etwas schreibt, wird einem wieder etwas bewusst, auf das man wieder mehr achten möchte. So ging es und geht es mir. Schön, dass ich Dich getroffen habe.
        Auch Dir alles Gute,
        Johannes

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