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Evas & Stellas Veg

>> Dieses Interview ist Teil des Projekts Mein Veg

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Eva (vorn) – 18 Jahre, aus Salzburg, Schüler-in im Bereich Architektur und Bautechnik

Stella (hinten) – 20 Jahre, aus Salzburg,  Abschluss im Bereich surface- und interiordesign (HTBLuVA)

 

 

 

 

Warum habt ihr euch für ein veganes Leben entschieden? Gab es einen Auslöser?

Stella: Ich lebe aus ethischen Gründen vegan. Der Auslöser war für mich die Rede von Gary Yourofsky auf Youtube. Da wurde mir klar, dass ich, als eigentliche Tierliebhaberin, ein Leben voll Doppelmoral geführt habe. Da ich das von da an nicht mehr mit meinem Gewissen vereinbaren konnte, habe ich kurzerhand meine Essgewohnheiten umgekrempelt. Der Rest, Hygieneprodukte, Kleidung, etc., kam ganz automatisch.

Eva: Bei mir begann alles mit Stella, die mir die Augen öffnete und mir den Einstieg in ein veganes Leben vereinfachte. Da sie sich eine Beziehung mit einer nicht-Veganerin nicht vorstellen konnte, habe ich die Sache kurzerhand ausprobiert und fand sofort gefallen an der Lebensweise. Ich habe aber auch schon bevor ich sie kennengelernt habe daran gedacht, Vegetarierin zu werden. Stella war also so etwas wie ein Katalysator für mich. Mittlerweile gehört das vegane Essen zum Alltag und ist ein moralischer und gesundheitlicher Grundstein meines Lebens geworden.

 

Wart ihr vor der Umstellung auf eine vegane Ernährung Vegetarier*innen?

Stella: Ich war in etwa ein halbes Jahr Vegetarierin und danach ein halbes Jahr Pescetarierin (also eine Vegetarierin, die Fisch isst). Jetzt bin ich seit etwa 1 1/2 Jahren Veganerin.

Eva: Nein, ich stieg vom Alles-Esser direkt auf eine vegane Ernährung um.

 

Auf welche Probleme seit ihr zu Beginn besonders gestoßen?

Stella: Ich konnte zu dem Zeitpunkt noch nicht Kochen und meine Mutter weigerte sich, verständlicher weise, jeden Tag doppelt zu kochen, da sie und mein Bruder ja noch immer tierische Produkte konsumieren. Also stand ich vor der Herausforderung Kochen zu lernen.

Eva: Bei mir war und ist bis heute das größte Problem das Essen in der Schule. Ich verbringe mit 40 Wochenstunden sehr viel zeit dort und die Schulküche ist leider nicht sehr vegan-freundlich. Allerdings sollte sich das bald ändern, wie ich hoffe, da die Nachfrage wächst  und der neue Schulsprecher ein Versprechen diesbezüglich gemacht hat.

 

Wie kommt euer Umfeld mit eurer Entscheidung vegan zu leben zurecht?

Stella: Zunächst waren natürlich alle sehr verwundert, vor allem meine Eltern. Nach kurzer Zeit und einigen Diskussionen beruhigte sich die Sache jedoch wieder. Ich konnte sogar 3 meiner Freunde (Eva ausgenommen) für die vegane Lebensweise begeistern.

Eva: Zu Beginn waren alle sehr skeptisch, vor allem meine Eltern und die Freunde in der Schule. Meine Eltern haben befürchtet, dass ich einen Vitaminmangel bekomme, doch nach einem Bluttest war diese Sorge verschwunden. Mittlerweile hat sich mein Umfeld daran gewöhnt und zeigt immer mehr Interesse an der veganen Lebensweise auf. Ein Freund von mir ist vor kurzem sogar Vegetarier geworden, ich vermute durch meinen Einfluss.

 

Was stört euch daran Veganer*innen zu sein?

Beide: Die oftmals lästigen Diskussionen mit nicht-Veganern. (Pflanzen haben auch Gefühle, etc.)

 

Hat sich etwas für euch verändert, seit ihr vegan lebt?

Stella: Ich fühle mich gesünder und fitter. Außerdem ist es ein gutes Gefühl seine Taten mit der eigenen Moral in Einklang zu bringen.

Eva: Ich ernähre mich nicht nur gesünder sondern auch bewusster und fühle mich viel fitter.

 

Engagiert ihr euch über eure Lebensweise hinaus z.B. in Projekten oder Vereinen?

Beide: Bis jetzt leider nicht, da es in unserer Nähe keine Möglichkeit dazu gibt. Aber wir möchten gerne in nächster Zeit mit unseren Freunden eine kleine, lokale Aktivistengruppe auf die Beine stellen.

 

Was sind eure besten Tipps für vegane Neulinge?

Beide: Wir haben für uns eine schöne Reihenfolge der Lebensumstellung aufgestellt:

Zu aller erst die Küche. Tierische Produkte aufbrauchen oder an die Nachbarn verteilen und entweder durch pflanzliche Alternativen ersetzen oder darauf verzichten. Wir würden empfehlen, in ein oder zwei Kochbücher zu investieren (Stella: Vegan für Faule ist z.B. super. War mein erstes veganes Kochbuch und ist immer noch mein liebstes) einfach weil man am Anfang noch etwas ratlos ist, wie das denn jetzt so geht ganz ohne Tiere…

Sobald man die Küche halbwegs im Griff hat, wirds Zeit sich über die Hygieneartikel herzumachen. Bei Kosmetikartikeln unbedingt darauf achten, dass sie nicht nur vegan sondern auch TV frei sind, weil da ja (unsinnigerweise) ein Unterschied gemacht wird. Nach dem Badezimmer sollte dann der Kleiderschrank an der Reihe sein. Bei neu gekaufter Kleidung darauf achten dass keine tierischen Fasern drin sind etc..

Wir finden diese Reihenfolge am sinnvollsten, weil Lebensmittel einfach das unmittelbarste sind und jede Woche gekauft werden. So lange man sich in dem Bereich aufs neue konzentriert kann man im Badezimmer von Reserven leben, weil Duschgel etc. sowieso eher auf Vorrat gekauft wird bzw. eine Flasche nen Monat oder länger hält. Wobei Kleidung meistens (vergleichsweise) ganz selten gekauft wird. Und alles auf einmal überfordert einfach.

Stella: Natürlich hat hierbei jeder sein eigenes Tempo aber als Richtwert: Bei mir hat Phase 1 ca. eine Woche gedauert. Ich hatte dann zwar noch keine sehr vielfältige und bunte Küche (allein schon weil ich erst kochen lernen musste) aber konnte mich versorgen und auf den nächsten Schritt konzentrieren. Schritt zwei dauerte ca. 3-4 Monate, einfach weil ich mich durch verschiedene Artikel durchprobieren musste. Der letzte Punkt ist bei mir nach 1 1/2 Jahren immer noch im Gange, weil beispielsweise meine Lederschuhe erst jetzt auseinanderfallen.

 

Möchtet ihr zum Abschluss noch etwas sagen?

Stella: Eigentlich nur eins: GO VEGAN (einfach mal probieren, ist nicht so schwer wie man denkt)

 

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Hallo! Wie schön, dass du mich gefunden hast! Ich bin Alina, 28 Jahre, aus Leipzig: überzeugte Veganerin und Verfechterin eines minimalistischen Lebenstils. Bei Fragen oder Anregungen scheue dich nicht, mir zu schreiben! Ganz viel Spaß und viele neue Infos wünsche ich! Sei gut zu dir!

4 Kommentare

  1. Pingback: Projekt: Mein Veg – minimal-vegan.com

    • Ohne Wille wirds nichts 🙂 Das stimmt. Glaub mir, nach einigen Infos (zB durch Dokus) hättest du Willen 🙂

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