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Noras Veg

>> Dieses Interview ist Teil des Projekts Mein Veg

Norarund

Nora – 36 Jahre, aus Essen, Beraterin / Trainerin / Coach, schwanger mit einem zweiten Kind

 

Warum hast du dich für ein veganes Leben entschieden? Gab es einen Auslöser?

Es gibt mehrere Gründe und Auslöser, die mich zu dieser Entscheidung geführt haben. Eigentlich waren es hauptsächlich Aussagen von anderen, die in mir nachklangen und langsam aber sicher meine Einstellung und Sicht der Dinge verändert haben. Z.B.: Vegan werden ist der logische nächste Schritt nach dem Vegetarismus. Oder ähnlich, aber von anderer Seite: Wenn du Vegetarier sein willst, dürftest du eigentlich auch keine Milchprodukte konsumieren, denn dadurch werden Kälber getötet. Und eine Freundin, die schon vor Jahren Veganerin wurde, davor aber Fleisch und Wurst über alles geliebt hat. Sie hat solange mit sich gehadert, bis sie es schließlich geschafft hat. Und das hat mich lange abgehalten: „Ich kann nicht ohne MIlch und Käse leben!“ Ihr Beispiel hat mir aber klar gemacht, dass es eben doch geht. Und irgendwann wusste: bald kommt der richtige Zeitpunkt. Und als er kam, wusste ich es und habe entsprechend gehandelt.

 

 

Warst du vor der Umstellung auf eine vegane Ernährung Vegetarier*in?

Ja, aber ich kann gar nicht mehr genau sagen, wie lang. Ich glaube, das war ein fließender Übergang.

 

 

Auf welche Probleme bist du zu Beginn besonders gestoßen?

Komischerweise habe ich das Fleisch vermisst, auf das ich doch als Vegetarierin schon längere Zeit verzichtet hatte. Eigentlich hatte ich damit gerechnet, dass mir Käse und Eier am meisten fehlen, das hielt sich aber in Grenzen. Daher habe ich am Anfang ab und an gesündigt, habe mir aber bewusst kein schlechtes Gewissen gemacht, weil ich mich nicht durch Dogmatismus selber wieder von meinem Weg abbringen wollte. Inzwischen habe ich kaum noch Lust darauf. Genauso ging es mir, als ich mit dem Rauchen aufgehört habe.

 

 

Wie kommt dein Umfeld mit deiner Entscheidung vegan zu leben zurecht?

Mein Mann ist manchmal genervt, weil wir nicht mehr die Gerichte kochen, die wir früher gemacht haben. Er merkt aber, wie gut vieles schmeckt und natürlich greifen wir bei manchen Experimenten auch mal daneben: Tofu schmeckt uns z.B. nur im Restaurant. Wie in allen Feldern einer Beziehung lebt sie vom Kompromiss: So wird die ein Hälfte der Pizza mit Salami und Käse belegt und die andere mit Gemüse. Mein restliches Umfeld reagiert gelassen und rücksichtsvoll. Ich achte aber auch sehr darauf, niemanden bekehren oder ständig eine Extra-„Wurst“ (haha, Wortspiel) zu wollen, weil mich das als Omni (Allesesser) immer sehr an Veganern gestört hat.

 

 

Was stört dich daran Veganer*in zu sein?

Luxusproblem: Ich kann nicht bei Heißhunger in den nächstbesten Imbiss gehen und mir ein halbes Hähnchen o.ä. besorgen. Und die Geschäfte, die ohne Umwege in meinem Stadtteil erreichbar sind, führen kaum vegane Produkte.

 

 

Hat sich etwas für dich verändert, seit du vegan lebst?

Klar, meine Ernährung. Und ich lese Zutatenlisten, das ist manchmal ganz schön gruselig.

 

 

Engagierst du dich über deine Lebensweise hinaus z.B. in Projekten oder Vereinen?

Nein.

 

 

Was sind deine besten Tipps für vegane Neulinge?

Seid nicht zu streng und dogmatisch mit euch. Jedes Schnitzel, dass ihr nicht esst, ist ein sehr guter Schritt. Und lasst bitte die armen Omnis in Ruhe. Es fällt mir selbst immer schwerer, je besser ich mich informiere, nicht zu sagen: Weißt du eigentlich, was du deinem Körper und deiner Umwelt mit diesem Glas Milch antust? Damit dränge ich meine Gegenüber aber nur in die Defensive. Jeder muss selber auf den Trichter kommen und den Wunsch zur Veränderung aus sich heraus entwickeln. Antwortet denen, die interessiert nachfragen und versucht, die anderen zu ignorieren.

 

 

Möchtest du zum Abschluss noch etwas sagen?

Ich glaube an die Menschen – irgendwann werden wir es schaffen, das Ruder rumreißen und dann lebt die ganze Welt vegan.



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Hallo! Wie schön, dass du mich gefunden hast! Ich bin Alina, 28 Jahre, aus Leipzig: überzeugte Veganerin und Verfechterin eines minimalistischen Lebenstils. Bei Fragen oder Anregungen scheue dich nicht, mir zu schreiben! Ganz viel Spaß und viele neue Infos wünsche ich! Sei gut zu dir!

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