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Lenas Veg

>> Dieses Interview ist Teil des Projekts Mein Veg

554DEDAD-068C-4F11-9269-58D8B0CBF0C1Lena – 21 Jahre, aus Plochingen, seit 2 Jahren Veganerin, absolviert gerade ein freiwilliges ökologisches Jahr in einer solidarischen Landwirtschaft auf einem Bioland-Betrieb im Obst- und Gemüseanbau

 

Warum hast du dich für ein veganes Leben entschieden?

Wahrscheinlich wie die meisten – die Tiere standen (oder besser, stehen immer noch) im Vordergrund. Ich wollte nicht, dass ein anderes Lebewesen für mich leidet und/oder stirbt.

 

Gab es einen Auslöser?

Einige, die zum großen Ganzen geführt haben.

Zum einen diese (schrecklichen) Peta-Videos, den Film Earthlings; Cowspiracy habe ich später gesehen, als ich schon vegan war. Einmal ein Erlebnis im Urlaub, bei dem auf dem Nachbarhof Kälber in Kälberiglus standen. Ich bin hin und habe angefangen, die zuerst total verängstigten Kälbchen zu streicheln, schließlich fingen sie an, an meinen Händen zu nuckeln. Abends lag ich dann im Bett und mich überkam große Trauer bei dem Gedanken, dass sie bald auf dem Teller liegen würden und Entsetzen darüber, wie jemand unschuldige Babys essen kann.

 

Warst du vor der Umstellung auf eine vegane Ernährung Vegetarierin?

Ja. Mit 14 habe ich angefangen, war dann 6 Jahre lang Vegetarier, bevor ich vor etwa zwei Jahren den Schritt zum Veganismus gegangen bin. Ich habe schon als Kind gewusst, dass es schlimm und falsch ist, was da passiert, aber ich konnte nie den Schritt gehen. In der Schule sahen wir dann irgendwann den Film ‚We feed the World‘ in dem unter anderem gezeigt wurde, wie Hühner geschlachtet wurden. Danach fing ich an, Stück für Stück Vegetarier zu werden.

 

Auf welche Probleme bist du zu Beginn besonders gestoßen?

Dass ich Gelüste nach Dingen hatte, die nicht vegan waren. Ich hatte, bevor ich wirklich mit meiner Schwester zusammen anfing, vegan zu leben, eine zweimonatige Phase, in der das Problem war, dass eben niemand anderes vegan war außer ich. Da stand dann zum Beispiel im Kühlschrank ein Kuhmilchjoghurt und ich hatte Lust darauf… so hatte ich es leider vorerst wieder aufgegeben, Bevor meine Schwester mit mir wieder anfing. Dadurch, dass ich meine Schwester an meiner Seite hatte, war es viel einfacher zuhause. Unsere Mutter kocht inzwischen überwiegend vegan, obwohl sie Omni ist.

 

Wie kommt dein Umfeld mit deiner Entscheidung vegan zu leben zurecht?

Vegan war kein Schock mehr, nachdem ich Jahre davor schon vegetarisch für mich durchgesetzt hatte.

Anfangs wurde man mal ein bisschen geärgert deswegen, aber mit der Zeit akzeptieren es alle. Vor allem meine Freunde, Vegetarier und Omnis, stehen trotzdem dahinter und essen auch sehr gern, was ich koche.

Vom Fremden oder bekannten kommen hin und wieder Diskussionsversuche, aus denen entweder ein aufklärendes Gespräch, oder aber ein Streit hervorgehen.

 

Das stört dich daran Veganerin zu sein?

Oh, einiges stört mich. Dass man immer und überall das Leid sieht, selbst wenn nur irgendwo jemand ein Wurstbrot isst.

Dass Produkte, die eine vegane Rezeptur hatten, plötzlich nicht mehr vegan sind, man es aber erst bemerkt, nachdem man sie gegessen beziehungsweise benutzt hat.

Dass immer wieder Menschen mit den dümmsten Kommentaren und Sprüchen ankommen, aber wenn ich dann kontere oder nicht darüber lache und es lustig finde, fertig gemacht zu werden dafür, dass ich Veganerin bin, als extrem abgestempelt zu werden.

In einer Bäckerei nach der Zutatenliste fragen zu müssen und dann dumm angeschaut zu werden, wenn man sagt, dass man vegan ist.

Wenn es in einem Restaurant oder einer Gaststätte als einzige vegane Option Pommes gibt (ich liebe ja Pommes, aber trotzdem…).

 

Hat sich etwas für dich verändert, seit du vegan lebst?

Ich fühle mich freier und besser. Ich lerne, sachlich zu diskutieren und lerne Tiere nochmal auf einer ganz neuen und anderen Ebene kennen.

 

Engagierst du dich über deine Lebensweise hinaus z.B. in Projekten oder Vereinen?

Nicht direkt. Ich tue es eher privat, wobei ich momentan dabei bin, mal auf Demos, Aktionen und Cubes zu gehen.

Meine allererste Aktion macht mich dennoch sehr stolz: Ich habe zwei Schafböckchen freigekauft, damit sie nicht zum Schlachter gehen. Die beiden leben nun auf einem Lebenshof.

 

Was sind deine besten Tipps für vegane Neulinge?

Durchhalten. Anfangs ist es immer schwer, aber wenn die Gewöhnung sich einstellt, ist alles toll. Wenn euch doch mal das Gelüste packt, lasst es zu, und ärgert euch nicht über Fehler, die passieren selbst mir noch ab und zu. Und lasst euch nicht von Möchtegern-Besserwissern unterkriegen. Denn ihr tut das Richtige, und das tut ihr super!
Legt euch ein dickes Fell (sprichwörtlich, nicht wortwörtlich!) zu, denn der Gegenwind wird kommen.

 

Möchtest du zum Abschluss noch etwas sagen?

Wolken sind schön.

 


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Hallo! Wie schön, dass du mich gefunden hast! Ich bin Alina, 28 Jahre, aus Leipzig: überzeugte Veganerin und Verfechterin eines minimalistischen Lebenstils. Bei Fragen oder Anregungen scheue dich nicht, mir zu schreiben! Ganz viel Spaß und viele neue Infos wünsche ich! Sei gut zu dir!

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