Allgemein, Minimalismus
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Kaffeefahrrad – eine mobile, umweltfreundliche Alternative

Wie sicherlich auch viele von euch, versuche ich mich aufgrund der großen Mengen vermeidbaren Einwegplastiks eher fern von „Coffee to go“ zu halten. Vor einiger Zeit fiel mir am Wittenberger Bahnhof ein Kaffeefahrrad auf, dessen Betreiber dieses Problem wunderbar gelöst hat und der mich auch in anderen Bereichen überzeugt. Aufgrund dieses Interesses kam ich mit Dietmar, dem Betreiber dieses „Kaffeefahrrads“, ins Gespräch und konnte ihn für einen Beitrag auf dieser Website begeistern. Ein Kaffeefahrrad wie dieses stellt eine echte Alternative zum herkömmlichen „Kaffee auf die Hand“ dar und in diesem Beitrag zeige ich dir, welche Vorteile es mit sich bringt.

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Von der Idee zur Umsetzung eines mobilen Kaffeefahrrads

Dietmar, der seit vielen Jahren in einer Festanstellung gearbeitet hatte, meldete für seinen mobilen Kaffeeverkauf vorerst im Nebenerwerb an und probierte einige Wochen lang verschiedene Standorte und Angebote durch. Da er seine langjährige Arbeitsanstellung nicht mehr als erfüllend wahrnahm, wagte er dann den Schritt in die Selbstständigkeit. Ein mobiles Kaffeegeschäft hatte er zu erst in Berlin gesehen und fasziniert. Da er ohnehin über keine Fahrerlaubnis verfügte und die Arbeit unter freiem Himmel und eben Kaffee liebte, entschloss er sich, all dies zu vereinen und kaufte ein Kaffeerad.

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Verkauf von Einwegbechern und ökologisches Handeln – passt das überhaupt zusammen?

Als Gegenentwurf zum Kaffebecher aus Einwegplastik hält Dietmar gleich zwei Alternativen parat! Seine Standartbecher sind zu 100 % kompostierbar (auch der Deckel!) und tragen so einen erheblichen Beitrag zum Schutz der Umwelt, insbesondere der Meere bei.

 

Allein in Deutschland werden jährlich fast 3 Milliarden Einwegbecher verbraucht, welche ca. 28.000 Tonnen CO2-Emissionen verursachen, weitere 28.000 Tonnen entstehen lediglich durch die oftmals direkt weggeworfenen Deckel. Weltweit verschlingt die Herstellung von Einwegbechern jährlich 22 Tonnen Rohöl.

Quelle: Deutsche Umwelthilfe

Auch eine Idee, die noch in den Kinderschuhen steckt, wird von Dietmar gefördert: die Einführung von Pfandbechern. Kund*innen haben an seinem Stand die Möglichkeit, für einen geringen Betrag einen stabilen Becher zu erhalten und mitzunehmen. Beim nächsten Besuch können sie zurückkommen und erhalten gegen den Becher ihr Geld zurück. Kund*innen, die ihren Kaffee ohnehin direkt am Stand trinken, bekommen standardmäßig einen Pfandbecher, den sie gleich nach dem Kaffeegenuss wieder zurückgeben können – so, dass praktisch kein Müll entsteht.

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Umweltfreundliche Alternativen schaffen,  humanitäre Projekte fördern und lokale Produzent*innen unterstützen

Über die Bemühungen, das Kaffeetrinken ökologisch sinnvoller zu gestalten, hinaus, fördert Dietmar durch den Produktvertrieb humanitärer Projekte und lokaler Firmen nachhaltige Alternativen. Im Sortiment seiner Erfrischungsgetränke findet man keine große, marktdominierende Marke sondern lokale Unternehmen, die ihre Getränke überwiegend in Glas abfüllen. Wasser verkauft er übrigens ausschließlich vom Unternehmen Viva con Agua, einem Ableger der Welthungerhilfe, welches durch den Verkauf des Wassers dafür sorgt, das weltweit mehr Menschen Zugang zu sauberem Trinkwasser erhalten. Kaffee, Tee und Milch bietet Dietmar aus Überzeugung ausschließlich in Bioqualität an.

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Im Angebot hat Dietmar neben Getränken auch ein paar Snacks, die größtenteils lokale Produzent*innen unterstützen; beispielsweise Annis Konfitüre oder Lutherbrot von Wikana, welche beide in Wittenberg hergestellt werden. Es liegen Flyer aus – auch von Vlora, dem einzigen veganen und ganz wunderbaren Café hier in der Gegend. Über Vlora werde ich zeitnah auch etwas genauer berichten.

 

Dietmars Kaffeefahrrad ist ein wunderbares Beispiel dafür, wie jede*r von uns seinen Beitrag leisten kann, um die Welt ein bisschen besser zu machen! Aufklärung über umweltbewusstes Handeln kann auf diesem Wege gut annehmbar unter die Menschen gebracht werden.

Vielen Dank an Dietmar für die Einblicke in seinen Arbeitsalltag und das nette Gespräch!

Nutzt ihr Alternativen wie Kaffeefahrräder?

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