Tiertransporte: Billiges Fleisch hat seinen Preis

Ein Beitrag über das Grauen Tiertransporte von Kai, der dazu für seine Bachelorarbeit recherchiert hat und sich seit vielen Jahren aktiv für Tierrechte einsetzt.

„Moin, Moin!“ grunzt das lachende Schwein mit der Sonnenbrille. Daneben eine Kuh, die entspannt auf der Sonnenliege ein Glas Milch schlürft.

Solche zynischen Aufdrucke findet man häufig auf den Rückseiten von Tiertransporten. Die Realität ein paar Meter weiter vorne, sieht jedoch ganz anders aus: traurige, verängstigte und hoffnungslose Individuen, die nie Liebe oder eine Wiese gespürt haben.

Schaut man durch die Luken, ist man wie in einer anderen Welt.

Alle anderen Probleme scheinen auf einmal so klein.

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Kai dokumentiert gemeinsam mit weiteren Aktivist*innen der Gruppe Leipzig / Halle Animal Save den Zustand der Tiere nach ihren oft Stunden dauernden Transporten bis zum Schlachthof und schenkt ihnen einen kurzen Moment Respekt und Mitgefühl vor dem, was sie im Inneren des Schlachthofs erwartet.

Die Thematik Tiertransporte sogenannter „Nutztiere“ sollte mich dann durch meine Bachelorarbeit beschäftigen, was sie auch noch lange Zeit nach meiner Bearbeitung tat. Ich hatte ein wenig Sorge, dass es mir durch die vielen aufgesuchten Mahnwachen mit The Save Movement schwer fallen würde, objektiv zu bleiben. Das fiel mir jedoch überraschend leicht. Ich dachte mir nur noch ab einem Zeitpunkt, wie ich es schaffen könnte, diese ganzen nicht zufriedenstellenden gesetzlichen Regelungen so zu erläutern, damit auch der*die letzte Leser*in selber erkennen würde, dass die nicht genug sind.

Zu Beginn fiel mir sofort auf, dass es ein sehr literaturarmes Gebiet ist. Zum Straßenverkehr in Deutschland gibt es fast zu jeden erdenklichen Themenfeld Unmengen an Literatur. Bei dem einzigen Themenfeld, in dem nichtmenschliche Lebewesen transportiert werden, jedoch vergleichsweise sehr wenig. Vielleicht liegt es daran, dass es zu Beginn ein sehr unübersichtliches Thema ist. Die Transporte werden oft unterschieden. Viele nationale als auch eine europäische Verordnung spielen eine Rolle. Des Weiteren gibt es, wie bei fast jedem deutschen Gesetz, Unmengen an Ausnahmen.

Nachdem ich mich mit den gesetzlichen Vorgaben beschäftigt hatte, stellte sich mir immer öfter die Frage, inwiefern das jetzt die Tiere schützen soll, wie es der Name der Tierschutztransportverordnung (TierSchTrV) oder der europäische Verordnung zum Schutz von Tieren bei Transporten (EU (VO) Nr. 1/2005) eigentlich erahnen lassen soll. Viele Tiere erkranken und sterben gerade durch und während des Transports. Vor allem die sogenannten Langstreckentransporte erhöhen die Mortalitätsrate. Millionen von Tieren werden bei den Langstreckentransporten außerhalb der EU transportiert, hauptsächlich in die Türkei und Nordafrika. Dort werden die Tiere von keinem Gesetz geschützt. Kontrollen sind daher nicht mehr möglich. Insgesamt fiel mir auf, dass viele Regelungen sehr schwammig sind.

Die Verordnungen geben vor, dass verletzte Tiere als transportunfähig gelten. Für leicht verletzte und leicht kranke Tiere gilt das jedoch nicht.

Des Weiteren sind in den Verordnungen keine exakten Flächenvorgaben pro Tier angegeben. Die Angaben beziehen sich stattdessen auf die Fläche pro Gewichtskategorie. Sogenannte „Geflügeltiere“ müssen in Transportbehältnissen transportiert werden, die man sich wie große, meist gelbliche, Plastikboxen vorstellen kann. Diese werden dann solange neben- und übereinander gestapelt, bis der Transporter voll ist. Die Boxen sind gesetzlich festgelegt sehr niedrig, so dass die Luft nicht zirkulieren kann. Weiterhin können die Tiere darin nur gebeugt hocken und nicht aufrecht stehen. Die ausgestoßenen Exkremente fließen von den oberen auf die unteren Tiere.

Es gibt in allen Bereichen viele Kritikpunkte, von denen ich einige in Kurzform erwähnen möchte. Während des Transports erfordern die Fahrbewegungen für die Tiere einen ständigen Kraftaufwand, um das Gleichgewicht zu halten. Mast- und Schlachttiere aus der Intensivtierhaltung verfügen nicht über eine ausreichende Muskelmasse, solche Anstrengungen überhaupt auszuhalten. Diese Tiere sind daher schnell erschöpft.

Ein weiterer Kritikpunkt ist der erlaubte Einsatz von Stromstößen beim Be- und Entladen. Grundsätzlich soll der Einsatz von Stromstößen vermieden werden. Wenn ausgewachsene Tiere jedoch die Fortbewegung verweigern, dürfen Stromstößen für maximal eine Sekunde an der Muskelpartie des Hinterviertels verabreicht werden. Das lässt sich in der Praxis nicht oder schwer kontrollieren und erhöht nur noch unnötig den schon zu hohen Stress der Tiere.

Lange Wege, langes Leiden.

Der wohl bekannteste Kritikpunkt ist die erlaubte Transportzeit.

Eine höchstzulässige Gesamttransportdauer ist gesetzlich nicht vorgesehen, so dass bei Einhaltung der Ruhezeiten ein Transport praktisch ohne zeitliche Begrenzung erfolgen kann.

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Kai demonstriert mit Aktivist*innen des Leipzig / Halle Animal Save für ein Ende der kommerziellen Tierausbeutung, hier vor dem Schlachthof in Weißenfels.

Stell dir am besten deine längste Autofahrt vor. Tausche den Sitzplatz mit einem festen metallartigen Stoff aus, darauf noch Exkremente. Der Grund und die Länge der Fahrt ist dir unbekannt. Neben dir befinden sich weitere Menschen, von denen du die meisten noch nie gesehen hast. Einige von denen greifen dich ständig an und verletzten dich. Es gibt keinen Sicherheitsgurt und du rutschst dauerhaft zwischen den Sitzen hin und her. Essen gibt es ebenfalls nicht. Die Fenster im Auto sind dauerhaft geöffnet, egal welche Witterung. Du kannst nicht sehen, was vor dir kommt und welche Fahrbewegung der Fahrer als nächstes durchführt. Neben dir übergeben sich die Menschen, ein paar liegen sogar im Sterben. Das musst du jetzt für eine unbegrenzte Zeit aushalten. Ich glaube jeder kann sich gut vorstellen, was das für eine Höllenfahrt ist.

Natürlich könne gesagt werden, dass noch kein Gesetz perfekt entstanden ist und daran über Jahre gearbeitet werden muss. Jedoch scheint die Umsetzung des jetzigen Gesetztes nicht einmal eine große Rolle zu spielen.

Gerade einmal 1 % der Tiertransporte in Deutschland werden überhaupt kontrolliert.

Die Transporte, die einer Kontrolle unterzogen werden, weisen in der Regel enorme Beanstandungen auf. Kommt es zu strengen Kontrollen, umfahren viele Transportunternehmen gezielt bestimmte Regionen. Die Strafe und die Dauer der Kontrolle schaden dem Unternehmen mehr, als die zusätzlichen Spritkosten.

Positiv betont werden kann aber eine Nichtregierungsorganisation, die ich durch die Bachelorarbeit erst kennengelernt habe. Die NGO Animals Angels setzt ihren Schwerpunkt komplett auf Tiertransporte. Sie führen, falls möglich, eigenständige Kontrolle durch und dokumentieren Missstände und bringen diese zur Anzeige. Bei Bedarf schult Animals Angels die Polizei oder andere Behörden. Dieses Konzept läuft zur Zeit in mehreren Ländern auf der ganzen Welt und stellt einen guten Schritt in die richtige Richtung dar, ersetzt aber keinesfalls häufigere ganzheitliche Kontrollen und strengere gesetzliche Regelungen.

Die oben genannten Vorschriften resultieren ursprünglich aus dem Grundgedanken, das „Tierwohl“ durch bestimmte Festlegungen zu verbessern.

Die Vorgaben sind jedoch nur darauf ausgelegt, die Tiere möglichst lebend am Zielort anzubringen, um sie dort dann schließlich zu töten oder auszubeuten.

Ein gewisser „Verlust“ durch die Transporte wird dabei von den Unternehmen hingenommen. Deutlich wird das, weil die Unternehmen Mortalitätsraten bei Geflügeltieren und Schweinen im unteren zweistelligen Bereich bereits vorher einkalkulieren.

Doch was kannst du tun? Auch wenn die meisten Verstöße „nur“ Ordnungswidrigkeiten sind, die nach pflichtgemäßen Ermessen verfolgt werden können, solltet ihr immer, wenn ihr einen Tiertransporter entdeckt, der augenscheinlich starke Unregelmäßigkeiten aufweist, die Polizei oder, zu Öffnungszeiten, das zuständige Veterinäramt kontaktieren. Um dieses System gar nicht erst zu unterstützen, solltest du vegan leben.


Bock mitzumachen?

Du möchtest selbst an einer Aktion des Animal Save Movement teilnehmen um auf die Zustände in Tiertransportern aufzuklären und dir ein eigenes Bild vom Zustand der Tiere zu verschaffen? Per Suchmaschine findest du mit den Begriffen „Animal Save Movement“ + deinem Wohnort (falls ländlich: größere Stadt in der Nähe) sicherlich ein passendes Chapter.

Aus eigener Erfahrung empfehlen kann ich dir die Animal Save Movement Chapter Leipzig / Halle, Chemnitz und Dresden. Hier kannst du mich, Kai und viele weitere nette Aktivist*innen regelmäßig treffen!

Auch wenn du nicht teilnehmen kannst freuen sich die Orgas über ein Facebook-Like, um die eigene Reichweite zu erhöhen. Tausend Dank!

 

Meckerpost// Veganer Senf im Internet

oder: Wie Falschaussagen und Selbstprofilierung mir den Spaß an veganen Foren vermiesen

Wie die meisten von euch bin ich oft in den sozialen Medien unterwegs- auch, weil ich eben diesen Blog führe. Dabei fallen mir einige Aussagen auf, die in scheinbar jedem Kontext in jeder veganen Gruppe auf Facebook reflexartig wieder behauptet und kommentiert werden, die oftmals schlichtweg falsch, überhaupt nicht zielführend sind und die der veganen Bewegung meines Erachtens nachhaltig schaden.

Daher nehme ich mir in diesem Beitrag die Top 4 der für mich nervigsten Aussagen vor und gebe heute meinen eigenen Senf dazu- hier und da etwas frech, zugegeben- aber da staut sich auch etwas an über die Jahre. Es würde mich wundern, wenn Du hier nicht auch die ein oder andere Aussage liest, bei der du die Augen nicht weit genug in den Hinterkopf drehen kannst.

1 „Eier sind Hühnermenstruation.“

Nein, Eier sind keine Hühnermenstruation! Menstruationsblut besteht aus abgestoßener Gebärmutterschleimhaut, ein (Hühner-)Ei nicht. Es stimmt, dass ein (Hühner-)Ei die Eizelle enthält (befruchtet oder unbefruchtet), aber zu sagen, dass das Legen von Eiern das selbe wie menstruieren ist, ist schlichtweg falsch.

Und abgesehen davon: Es ist doch gar nicht nötig, Eier als Menstruationsprodukt zu bezeichnen um es „eklig“ wirken zu lassen. Mentruationsblut ist nämlich überhaupt nicht eklig, sondern ganz normal. Ob man allerdings etwas essen möchte, das aus dem gleichen Loch kommt, aus dem das Federtier auch kackt (Eier kommen aus der sogenannten Kloake)- das mag jede*r Konsument*in selbst entscheiden. Bäm.

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2 „Ersatzprodukte sind pure Chemie.“

Eine Aussage, wie sie pauschaler kaum sein könnte. Ja, alles im Leben besteht aus Chemie, da gibt es nichts zu leugnen- das ist aber per se überhaupt nichts schlechtes. Man sollte bei Ersatzprodukten ganz deutlich differenzieren, welche Inhaltsstoffe als bedenklich betrachtet werden können. Dies gilt allerdings nicht nur für Ersatzprodukte, sondern für alle Produkte! Wenn man beispielsweise die Inhaltsstoffangabe von veganem Wurstaufschnitt  mit der von tierischem Wustaufschnitt vergleicht fällt auf, dass diese oftmals gleichlang sind und ähnlich fremdartig klingende Begriffe enthalten, die oftmals Bindemittel, Aromen- und Farbstoffe bezeichnen und ggf. auch kaschieren sollen.  Kritik an konkreten Inhaltstoffen ist selbstverständlich gerechtfertigt und kann ein sinnvoller Beitrag im Gespräch sein- allerdings lese ich solch explizite Hinweise eher selten.

Übrigens, Tofu ist kein Ersatzprodukt, wird aber immer wieder gern so bezeichnet. Tofu ist seit Jahrhunderten ein Grundnahrungsmittel im asiatischen Raum.



3 „Produkt XY ist vielleicht lecker, aber viel zu ungesund und überhaupt kann man das viel besser selber machen.“

In jeder Kommentarspalte gibt es unter 50 Kommentaren auf eine Frage nach dem Geschmack oder der Verfügbarkeit eines Produkts einfach immer diese zwei, drei Super-Veganer*innen, die ihren vermeindlich viel gesünderen Senf auf jede- noch so unpassende- Frage streichen müssen. Erfahrungsgemäß interessiert es wirklich niemanden, dass ihr euer Leben perfekt meistert und es selbstverständlich neben 5 geretteten Hunden und zwei Jobs und ’nem Kind und ’ner Beziehung und ’nem Hobby und… noch schafft, all eure zuckerfreien, glutenfreien Aufstriche selbst zu machen. Und nein, natürlich nicht im Thermomix- das wäre aber auch echt nicht öko genug. Ironie aus.

Mensch Leute, reißt euch doch bitte mal ein bisschen zusammen und beantwortet einfach die Frage! Es ist toll, andere Menschen an den eigenen Erfahrungen teilhaben zu lassen und Erprobtes zu teilen- wirklich! Aber nur, wenn auch danach gefragt wurde! Es ist hingegen gar nicht toll, seinen Mitmenschen ständig etwas aufzudrängen, ihnen dadurch das Gefühl zu geben, den veganen Gedanken nicht gut genug umzusetzen, gegen Andere abzustinken und den eigenen Körper durch den Genuss von veganer Torte mit Industriezucker mutwillig zu zerstören.

4 „Impfen ist nicht vegan.“

Mir schwillt ja meistens schon beim Lesen der ersten Kommentare zum Thema -egal um was es im Ausgangspost ging- der Kamm! Ja, die Impfstoffe sind nicht vegan und ja, sie wurden an Tieren getestet und JA, das ist scheiße. Scheiße, da, ich hab’s geschrieben! Aber: sich und seine Kinder deswegen nicht zu impfen und dadurch diese und Millionen anderer Menschen hochansteckenden, unheilbaren Infektionskrankheiten auszusetzen, die schwerwiegende (Spät-)Folgen wie körperliche und geistige Behinderungen und den Tod haben- das kann nun wirklich auch nicht ethisch korrekt (und vegan) genannt werden.

Das Ziel eines ethisch motivierten veganen Lebenstils wäre doch etwa so: Das Leid von Tieren (inkl. Menschen!) verringern, bestenfalls abschaffen. Das das mit einem Leben in dieser Gesellschaft nicht immer und nicht einhundertprozentig geht, das weiß doch jede*r von uns! Abgesehen von den Personen, die wirklich in ihrer Hütte wohnen, ihre Pflanzen ohne Pestizide anbauen, keine Medikamente nehmen, nie Auto und Co fahren, kein Handy, TV oder sonstwas haben (und, und, und… ihr versteht, was ich meine) müssen wir alle damit leben, dass einige unserer Handlungen ethisch nicht einwandfrei sind- das geht in dieser globalisiwerten Welt auch kaum noch! Es geht darum, die bessere Entscheidung zu treffen und auch das im eigenen Tempo.

Es ist wissenschaftlich anhand von Statistiken eindeutig belegt (ja, wirklich!), dass man als nichtgeimpfte Person ein unfassbar hohes Risiko für sich und andere ungeimpfte Personen darstellt und das die Wahrscheinlichkeit einen Impfschaden zu erleiden extrem gering ist. Und ja, es tut mir leid, wenn ihr eine Person in der Familie oder dem Bekanntenkreis habt, die einen Impfschaden erlitten hat. Das ist furchtbar- wirklich!- aber es verändert eben die statistische Wahrheit nicht, dass es für die Person selbst und alle Mitmenschen wesentlich sinnvoller ist, sich impfen zu lassen, als es nicht zu tun. Impfen rettet leben! Auch, bis in Zukunft vegane Impfstoffe entwickelt werden, ist impfen eine vegane (die „veganere“/ ethisch korrektere/ verantwortungsvollere) Handlung.

An alle Hater: Mir ist übrigens absolut bewusst, dass es eine persönliche Entscheidung ist, sich impfen zu lassen. Noch. Bei Kindern verstehe ich persönlich da keinen Spaß- denn die können nichts dafür, dass ihr da nicht gut genug informiert seid. Und nein, ich hab nicht an der Youtube-Universität studiert und bin nicht von der Pharmaindustrie gekauft (haaa haaa- wie lustig.), sondern ich bin Krankenschwester und Heilpraktikerin- ja, echt, kein Scherz.

So, das musste jetzt einfach mal raus! Mir ist klar, dass ich mich damit nicht unbedingt bei allen beliebt mache- aber ich sags trotzdem.

Haltung hat, wer sich nicht bückt und doch geneigt ist.

– Klaus Klages

An alle, die es frohen Mutes und vielleicht etwas schmunzelnd bis hier her geschafft und noch keine Gewaltfantasien entwickelt haben wünsche ich noch einen fabelhaften Tag.

Ich bin dankbar für euch alle, die das Miteinander online schön machen! Vegane Gruppen können auch wundervoll und inspirierend sein.

Lasst es euch gut gehen!

~ Alina



Interview mit den Gründerinnen des Chemnitz Animal Save

Liebe Marlene, liebe Diana, bitte erzählt uns doch ein wenig über euch, damit wir uns ein Bild von euch machen können.

Marlene: Ich bin 22 Jahre alt und lebe seit über 3 Jahren vegan. 2017 bin ich aus Leipzig zum Studieren nach Chemnitz gezogen. Ich mache super gerne morgens Yoga und esse danach Pancakes. 😀

Diana: Ich bin 28 Jahre alt und lebe und arbeite in Chemnitz. Ich lebe seit 4 Jahren vegetarisch und seit 2 Jahren vegan. Ich koche gern und mache auch Yoga.

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Ein Blick sagt mehr als tausend Worte. Für die Aktivist*innen des Animal Save Movements ist es wichtig, dass die Tiere in ihren letzten Minuten Zugewandheit und Respekt erfahren.

Wie seid ihr dazu gekommen, euch aktiv für Tierrechte einzusetzen?

Marlene: Ich habe mal auf einer Kuhfarm gearbeitet und musste dort den ganzen Tag die Kühe melken. Es war erstmal ein großer und immens wichtiger Schritt für mich, die Sinnlosigkeit der Tiernutzung anzuerkennen. Bis ich überhaupt aktiv geworden bin, hat es dann nochmal fast 2 Jahre gedauert.  Vegan sein ist in meinen Augen eine passive Form des Widerstands, dabei ist es umso wichtiger, mehr Menschen die Augen zu öffnen!

Diana: Zunächst habe ich mich auf eine pflanzenbasierte Ernährung umgestellt, weil ich gesünder leben wollte. Dabei waren Youtuber und Blogger eine wichtige Informationsquelle. Dadurch bin ich auch auf das Thema Tierrechte aufmerksam geworden. Wenn man sich mit dem unnötigen Leid der Tiere beschäftigt, kann man schnell verzweifeln und verbittern. Also war es für mich eine logische und notwendige Konsequenz mich für die Tiere einzusetzen.

Ich wünsche mir selbst, dass jemand mich früher über die Tierrechte und darüber wie unkompliziert eine vegane Lebensweise realisierbar ist, aufgeklärt hätte.

Über den Aktivismus habe ich dann Marlene kennengelernt und wir beide wollten gern eine Save-Gruppe gründen.

 

Die Tierschutzgruppe, die ihr beiden mitgegründet habt, ist eine Ortsgruppe des Animal Save Movements. Was sind die Grundsätze dieser Gruppe und warum habt ihr euch für sie als Schirmgruppe entschieden?

Marlene: Unser Aktivismus ist liebebasiert. Das bedeutet, dass unser Aktivismus sich nicht gegen LKW-Fahrer*innen oder Schlachthausmitarbeiter*innen richtet, sondern gegen das gesamte auf Ausbeutung und Unterdrückung aufbauende System.

Es geht darum, das Leid der Tiere zu bezeugen, es durch die sozialen Medien zu verbreiten, sozusagen als „Wake up call“.

Die Gemeinschaft, die sich dadurch bildet, ist sehr stark. Es ist natürlich, bei einer Mahnwache zu weinen – und unbezahlbar, durch die Gemeinschaft aufgefangen zu werden.

Diana: Es geht darum zu zeigen, dass sich sogenannte Nutztiere in ihrem Wesen nicht von unseren Haustieren unterscheiden. Sie zeigen deutliche Anzeichen von Angst und Neugier und sind liebebedürftig wie z.B Hund und Katze. Der Schlachthof ist kein Ort, an dem ich mich gern aufhalte. Aber die direkte Anteilnahme an der auswegslosen Situation der Individuen auf den LKWs, bewegt viel in der eigenen Innenwelt. Das sind oft ein großes Mitgefühl, Trauer und Wut. Wer die traurigen Augen eines Schweines sieht, versteht dass er nicht nur eine Wurst isst, sondern Jemanden.

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In den Transportern stehen die Tiere meistens dicht aneinander.

Hauptbestandteil eures Wirkens sind ja die sogenannten Vigils (zu deutsch: Mahnwachen)- was genau kann ich mir darunter vorstellen?

Marlene: Wir postieren uns entlang der Zufahrtsstraße zum Schlachtbetrieb, wo wir mit Transparenten, Plakaten und Kerzen die LKWs erwarten. Hält ein LKW an, so treten wir an ihn heran und verbringen einige Minuten mit den Tieren oder filmen sie.
Die Mahnwachen kündigen wir vorher auf Facebook an, im Schnitt sind wir so 10-15 Menschen. Bei unserer Weihnachtsmahnwache waren wir allerdings 60 Menschen! Das war der Wahnsinn.

Diana: Wir sind darauf angewiesen, dass die LKW-Fahrer sich 2-3 Minuten Zeit nehmen und für uns anhalten. Auch wenn es manch Einen irritieren mag, dass wir freundlich winken und Peace-Zeichen machen, so gehen wir respektvoll mit allen Fahrern und Mitarbeitern um. Wir haben so die Chance möglichst viele Individuen auf den LKWs zu sehen und wir möchten ein friedliches Zeichen setzen.

Was gibt es bei der Teilnahme an einem eurer Vigils zu beachten?

Marlene: Am wichtigsten ist es, ruhig zu bleiben. Die Tiere befinden sich stundenlang in dem engen Tiertransporter, und wir wollen ihre Nerven nicht noch mehr strapazieren. Vielleicht verspürt man das Bedürfnis, die Hand durch die Luke zu stecken – das ist jedoch unerwünscht, da so ganz leicht Krankheiten übertragen werden können.

Diana: Es gibt zu Beginn jeder Mahnwache ein sogenanntes Briefing, bei dem die wichtigsten Punkte erklärt werden. Wer später dazukommt oder zum ersten Mal bei der Aktion dabei ist, meldet sich am Besten bei den Organisatorinnen. Gern könnt ihr uns auch vor der Mahnwache anschreiben und eure Fragen loswerden. Wir freuen uns immer über neue Teilnehmer*innen.


Tausend Dank für das tolle Interview liebe Diana und Marlene!

Und euch, lieben Leser*innen, die jetzt ganz hibbelig und vor Motivtion beinahe platzend auf dem Stuhl sitzen, kann ich nur die Empfehlung aussprechen, sich bei der nächsten Mahnwache am 22.03.19 in Altenburg gemeinsam mit mir, Diana, Marlene und einigen weiteren Aktivist*innen für Tiere stark zu machen! Kommt vorbei und werdet Teil einer tollen Truppe und einer guten Sache!

Mehr Infos zur nächsten Mahnwache findet ihr in der Veranstaltung auf Facebook.

Außer der Teilnahme an einem Vigil freuen sich die Aktivist*innen vom Animal Save Movements Chemnitz auch über ein Like auf ihrer Facebook-Seite und einem Follow auf Instagram. Spread the love!

Seid gut zu euch!

~ Alina

 

Meine Empfehlungen für vegane / nachhaltige Blogs

In diesem Beitrag findet ihr meine Empfehlungen für andere tolle Blogs, die sich mit den Themen Veganismus und nachhaltigem Leben beschäftigen.

Kassel-Vegan.de – Ein absolut liebevoll geführter Blog rund ums vegane Leben in meiner Heimat Nordhessen mit kulinarischen Highlights und veganen Events, die man in der Region Kassel erleben kann. Schaut rein und lasst euch inspirieren!

Vegane-Reisen.com – Mein absolter Lieblingsblog wenn es um komplett vegane und kultursensitive Reisen nach Süd- und Mittelamerika geht!

The-Vegan-Travelers.com – Ron und Chantel nehmen uns über ihren Blog mit auf ihre Weltreise! In zahlreichen Beiträgen findet ihr hier tolle Infos zu ihrem veganen Leben on the road sowohl in Europa als auch in Asien und Afrika! Lasst euch inspirieren!

Veganfreundlich.org – Hier findet ihr eine tolle Auswahl vegetarisch-veganer Restaurants, die ständig erweitert wird und einen veganen Produktshop.

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Produkt Review: Hanf-Brotaufstrich mit Rucola und Pastinake von CHIRON

Geschmack

Das für mich leichteste Kriterium und gleichzeitig das subjektivste. Ich bewerte hier ganz einfach, ob mir persönlich das Produkt schmeckt und ob ich es geschmacklich ausgewogen finde, ob die Konsistenz und das Essgefühl angenehm ist. Einen weiteren Schwerpunktlege ich auf Zubereitungsschwierigkeit.

Geschmack: lecker, nussig

Konsistenz: körnig, ölig

Zubereitung: fertig

 

Inhaltststoffe

Hier schaue ich mir an, welche Zutaten im Produkt verarbeitet wurden. Einen besonderen Schwerpunkt lege ich auf den kritischen Inhaltststoff Palmöl und ob die Zutaten biologisch angebaut und/oder oder stark verarbeitet wurden.

Zutatenliste: kurz

Bio: ja

Hochverarbeitet: nein

Palmöl: nein

 

Verpackung

Bei der Verpackung achte ich besonders auf Nachhaltigkeit: Abzug kriegen Produkte mit unnötig viel Verpackung und großem Plastikanteil, besser bewertet werden Verpackungen aus recyceltem, recyclebarem oder abbaubarem Material.

Verpackungsmasse: gering

Material: Glas

 

Preis-Leistungsverhältnis

Das Thema Preis ist nicht ganz einfach zu bewerten, da die Qualität des Produkts großen Einfluss auf den Preis haben kann. Ich schaue mir unter diesem Punkt also an, inwiefern ich den Preis hinsichtlich der Menge und Qualiät des Produkts für gerechtfertigt halte.

Preis-Leistungsverhältnis: gut

 

Unternehmen

Bei den Unternehmen schaue ich insbesondere auf die Schwerpunkte Transparenz, nachhaltige Firmenphilosophie, faire Produktions- und Arbeitsbedingungen, Logistikwege, Nutzung von Bio- / Vegan-Siegeln. Volle Punktzahl können hier nur Firmen erhalten, die ausschließlich biovegan produzieren.

Betriebsform: Familienunternehmen

Transparenz: hoch

Produktionsland: Baden-Württemberg, Deutschland

Logistikwege: kurz

Bio-/Vegansiegel: EU-Biosiegel, kein Vegan-Label

Produktion ausschließlich biovegan: Ja

Unternehmenswebsite: www.naturdelikatessen.de

 

Disclaimer: Das Produkt habe ich selbst zum Zeitpunkt der Rezension zum angegebenen Preis gekauft. Alle Angaben werden nach bestem Wissen und Gewissen von mir persönlich gemacht. Alle Beiträge, so auch die Produktreviews, enthalten zu 100% meine eigene Meinung.

Was ich gerne schon gewusst hätte, als ich vegan wurde. FAQ und Tipps!

Du hast dich entschieden vegan zu leben? Super! Natürlich weißt du zu diesem Zeitpunkt schon, was „vegan leben“ bedeutet: das Weglassen aller tierischen Erzeugnisse- sowohl in Lebensmitteln, als auch in sonstigen Konsumgütern- und in meinem Verständnis auch  ein generell achtsames Leben hinsichtlich der Rechte aller anderer Lebewesen. Herauszufinden, welche Lebensmittel und Produkte vegan sind (und welche nicht) ist dank des Internets heute keine große Kunst mehr. Oftmals hilft eine schnelle Suchmaschinenabfrage und man ist schlauer. Trotzdem gibt es rückblickend einige Dinge, die ich erst nach und nach herausgefunden habe und die den Einstieg in das vegane Leben aber wesentlich angenehmer machen. Deswegen habe ich in diesem Beitrag alles aufgeschrieben, was ich gerne schon gewusst hätte, als ich vegan wurde. Ja, dieser Artikel spiegelt meine persönlichen Erfahrungen wider und ist dadurch sehr subjektiv! Aber ganz ehrlich, genau das hätte mir persönlich am Anfang auch geholfen; Jemand, der mich an die Hand nimmt und sagt: „Komm probier es erstmal hier mit und dann siehst du weiter“. Genau das ist es, was ich hiermit leisten möchte Also dann: ran an den veganen Speck!

Vegane Ersatzprodukte? Super für den Umstieg!

Mein allererster Tipp ist: mache dir bewusst, wie viele der Lebensmittel, die du bislang gerne konsumiert hast, ohnehin -oft- vegan sind: Spaghetti Napoli, Pommes, Obst…

Für alle tierischen Produkte gibt es mittlerweile ein veganes Äquivalent: vegane Sahne, veganer Käse und so weiter. Für die Umstellung sind diese Podukte toll! Meine Empfehlung ist ganz klar, für einen einfachen Umstieg auf eine pflanzliche Kost auf diese Produkte zurückzugreifen und sich dann im Laufe Zeit nach und nach umzuschauen, welche Dinge man ggf. selber machen kann oder welche man vielleicht gar nicht braucht.

Vegane Käsealternativen habe ich das ganze erste Jahr als Veganerin geradezu verschlungen, mittlerweile überbacke ich fast immer mit Hefeschmelz, einfach weil ich es noch leckerer finde und weil es eben viel günstiger ist. Diese Entwicklung braucht aber Zeit und meiner Meinung nach ist es absolut legitim, sich diese Zeit auch zu nehmen.

Ja- die Ersatzprodukte sind oft in unfassbar viel Plastik verpackt, hoch verarbeitet und auch nicht sonderlich gesund, ABER sie sind vegan, sie schmecken und sie machen einfach alles leichter. Also: schlag zu, probier alles aus und freu dich auf all die leckeren Dinge, die du da entdecken kannst!

Ersatzprodukte, die mir besonders gut schmecken und die du im stinknormalen Discounter kaufen kannst:

  • Frischkäse von SimplyV z.B. bei Rewe, Kaufland
  • Bratwurst von LikeMeat z.B. bei Edeka, Kaufland
  • Hefeflocken von Naturrata, Rinatura, Dr. Ritter z.B. bei tegut (Absolutes Musthave bei mir, denn es gibt allem einen käsigen Geschmack! Streu es pur auf deine Gerichte, mach veganen Parmesan, Hefeschmelz oder verarbeite es mit Nüssen zu einem veganen Käse- immer superlecker!)

Welche Milch für den Kaffee? Hallo Milchschaum, Tschüß Ausflocken!

Hier hat natürlich Jede*r ihre*seine persönlichen Lieblinge. So schön die Auswahl auch ist zwischen Milchalternativen aus Soja, Hafer, Reis, Cashew, Macadamia, Dinkel und vielen anderen Pflanzen, so überfordernd kann sie zu Beginn auch sein. Aus persönlicher Erfahrung weiß ich: die meisten Veganer*innen, die ich kenne, trinken im Kaffee am liebsten Hafermilch oder Sojamilch. Da ich zu den Sojamilch-Liebhaberinnen gehöre, kann ich dir hier meine persönlichen Favoriten im Kaffee verraten: Sojamilch von Provamel und Natumi. Sie sind beide bio und schmecken meiner Meinung nach ziemlich neutral. Kaufen kann man sie in den meisten Biomärkten wie z.B. Denns oder im Reformhaus. Wenn es mal schnell gehen muss und ich auf einen Discounter zurückgreife, dann liebe ich die Alpro Soya light oder -für fancy Vanille Macchiatos- den Sojadrink Vanille aus dem Lidl.

Übrigens: wenn die Milch im Kaffee ausflockt, probier mal etwas mehr Milch zu verwenden oder die Milch zu erwärmen. Mit meinen Milchsorten passiert das zwar nicht, aber mit anderen Sorten ist das auch bei mir schon vorgekommen.

Da ich persönlich Latte Macchiato und Milchkaffee über alles liebe, nutze ich zum Aufschäumen der Milch einen kleinen elektrischen Milchaufschäumer von Rossmann, da geht aber natürlich auch jedes andere Methode. Der Milchschaum wird dabei 1a, vor allem bei Sojamilch; andere Milchsorten lassen sich erfahrugsgemäß schwer bis gar nicht schäumen – auch nicht mit Gerät.

Du suchst eine pflanzliche Milch, die genauso schmeckt wie Kuhmilch und hast Angst, du kannst nicht auf sie verzichten? Eine pflanzliche Milch, die genauso schmeckt wie Kuhmilch gibt es in meinen Augen nicht. Bäm. Die gute Nachricht ist aber: Vermutich wirst du Kuhmilch nicht lange vermissen- die Geschmacksnerven haben sich bei mir schon kurze Zeit nach der Umstellung auf vegane Kost total umgestellt. Pflanzenmilch war -neben Käse- das Lebensmittel, vor dem ich „am meisten Angst“ hatte. Diese war, rückblickend betrachtet, völlig unnötig.

Mein Tipp: Starte mit Sojamilch und probier dich durch verschiedene Firmen durch. Nur, weil dir die Sojamilch einer bestimmten Marke nicht schmeckt, heißt das noch lange nicht, dass du keine Sojamilch magst! Solltest du da nicht fündig werden, dann probier doch mal Hafer oder einen anderen Pflanzendrink aus- ganz sicher findest du deinen neuen Favoriten nach einiger Zeit!

 

Was mache ich mit meinen unveganen Sachen und Lebensmitteln?

Wir alle hatten irgendwann Produkte tierischen Urprungs in unserem Besitz: Lederschuhe, Daunendecken, Lebensmittel, Kosmetik… Unweigerlich stellt sich bei einem Umstieg auf einen veganen Lebensstil die Frage: Wohin jetzt damit?

Letztenendes entscheidest du allein, wie du mit dieser Situation umgehen möchtest. Dabei ist meiner Meinung nach jede der folgenden Varianten absolut legitim: Produkt aufbrauchen, weitergeben oder wegschmeißen und nicht nachkaufen.

Für mich persönlich sind Produkte aus Leder zum Beispiel ziemlich eklig geworden, denn ich sehe vor meinem inneren Auge nur noch die abgezogene Haut eines gequälten Lebewesens und möchte das gar nicht an meinem Körper haben. Viele haben aber beispielsweise eine Ledertasche oder Lederschuhe, die noch gut in Schuss sind und die sich vor dem Produkt Leder als solches nicht ekeln. Persönlich finde ich es absolut in Ordnung, diese Dinge aufzutragen! Es ist keinem Tier damit geholfen, wenn du diese Produkte wegschmeißt. Die einzige Ausnahme wäre für mich Echtpelz, da ich diese Produkte öffentlich nicht zur Schau stellen wollen würde um den Markt nicht noch weiter anzukurbeln und um die Message „Echtpelz tragen ist okay“ nicht zu verbreiten. Echtpelz würde ich an eine Tierschutzorga spenden (einfach mal anfragen, die können das oft zu Demozwecke verwenden) oder wegwerfen.

Unvegane Lebensmittel aufzubrauchen halte ich ebenfalls für völlig legitim, auch, wenn ich es selbst nicht gemacht habe. Stattdessen habe ich meine unveganen Lebensmittel einfach an Freund*innen verschenkt oder in Facebook-Verschenkegruppen oder im Foodsharing eingestellt. Für Lebensmittel findet sich immer ein*e dankbare*r Abnehmer*in, bitte nicht wegwerfen- damit ist keinem Tier geholfen!

Bei Produkten aus dem Körperpflege- / Kosmetik- und Reinigungsbereich stellt sich neben der Frage nach unveganen Bestandteilen auch die Frage nach durchgeführten Tiervesuchen. Eine einfache Faustregel ist hier: Wenn die Firma nach Asien exportiert, sind die Produkte zwangsläufig an Tieren getestet, da dies dort Voraussetzung für die Zulassung auf dem Markt ist. Damit fallen die meisten einschlägig bekannten Marken raus- auch, wenn sie auf ihren Internetseiten versichern, sie würden keine Tierversuche durchführen. Nicht für den europäischen Markt vielleicht, sehr wohl aber für den globalen Markt.

Pass auch auf diese Formulierungen auf:

  • „Produkt nicht an Tieren getestet“ bedeutet nur, dass das Endprodukt nicht an Tieren getestet wurde- die Rohstoffe, aus denen das Produkt zusammengesetzt ist, können aber sehr wohl an Tieren getestet sein!
  • „Wir engagieren uns gegen Tierversuche“ bedeutet nicht, dass die Firma nicht auch selbst Tierversuche durchführen lässt.

Wenn du sichergehen möchtest, dass dein Produkt vegan ist, empfehle ich dir diese Liste von Peta.

Du suchst noch Orte, an die du deine aussortierten Dinge geben kannst? Schau mal in meinem Minimalismus-Leitfaden unter dem Punkt „Aussortiertes weitergeben“ nach!

„Produkt kann Spuren von Ei und Milch enthalten.“ Und nu?

Viele stolpern an ihren ersten Tagen über diesen Satz auf der Rückseite von Lebensmittelverpackungen. Fakt ist: Dieser Satz bedeutet nicht, dass das Produkt nicht vegan ist, sondern lediglich, dass es in einer Produktionsanlage hergestellt wurde, in der auch tierische Produkte verarbeitet werden und richtet sich vorrangig an Personen mit Allergien. Das heißt im Klartext: wenn die restlichen Inhaltsstoffe vegan sind, schlag ruhig zu!

Die meisten Inhaltsangaben auf Packungen sind eindeutig vegan oder unvegan- aber nicht alle! Im Artikel „Bewusst einkaufen“ habe ich unter Punkt 2 die wichtigsten unveganen Zutaten (auch E-Nummern) aufgelistet, damit du alles schnell erkennst.

Keine Bange, vegan einzukaufen ist eine Frage der Übung und wird dir schnell sehr leicht fallen!

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Soziale Ausgrenzung? No thanks.

Viele haben vor dem Schritt hin zum veganen Leben eine ganz große Sorge: Was werden die anderen denken? Was wird meine Familie sagen, wenn ich auf der nächsten Feier nichts von Tante Helgas berühmten Eierlikör trinke? Jetzt muss ich ja immer vorher gucken, ob ein Café vegane Milch anbietet, geht da nicht völlig die Spontanität verloren? Läd mich so noch jemand zum Geburtstag ein, obwohl ich fast nichts vom Buffet nehme?

Niemand hat Bock auf Ausgrenzung wegen dem eigenen Ernährungs- oder Lebensstil und das muss auch nicht sein. Klar- seine Familie kann man sich in aller Regel nicht aussuchen, da muss man „mit dem arbeiten was da ist.“ Aber auch das geht! Die Gefahr ist meines Erachtens weniger, dass du nicht mehr eingeladen werden wirst, sondern vielmehr, dass du wesentlich mehr Aufmerksamkeit bekommst, als du vermutlich spätestens nach kurzer Zeit -auf diese Weise- willst. Gerade zu Beginn der Umstellung häufen sich Fragen von interessierten, teilweise besorgten Menschen nach dem eigenen gesundheitlichen Wolbefinden und Gründen für die Entscheidung, die dann leider innerhalb kürzester Zeit in Rechtfertigungsversuche der eigenen Lebensweise ausarten, die mit den immergleichen Plattitüden zu belegen versucht wird. Die ersten zehnmal habe ich gerne erklärt, warum Kühe „nicht ohnehin Milch geben“ oder das „in Pflanzen ausreichend Proteine sind“, aber wenn dann die zwanzigste Geschichte von „dieser einen Veganerin, die ihr Kind mit der aufgezwungenen Ernährung umgebracht hat“ und „bei Opa Tommi gehts den Tieren doch gut und deswegen essen wir die auch“ auf den Tisch gepackt wird- dann hab ich irgendwann keine Lust mehr.

Mein Tipp für den Anfang: stell dich drauf ein, dass du angesprochen wirst und hab deine Fakten parat. Lass dich -außer es handelt sich um eine wirklich wichtige Person in deinem Leben wie deiner*deinem Partner*in oder einem Elternteil- nicht in immer weiterführende Gespräche einlullen, sondern antworte sachlich auf die Frage und zieh da klare Grenzen. „Nein, Veganismus ist keine Religion, wir missionieren nicht. Ich finde es aber toll, dass dich das Thema interessiert und kann dir da gern einen Film empfehlen.“ Wir stehen für unsere Überzeugungen ein und wenn jemand fragt, dann kriegt er eine Antwort von mir- nicht mehr. Auf wirkliche Beleidigungen würde ich persönlich gar nicht reagieren, für die typischen Sätze aus dem „Bullshit-Bingo“ ist es immer gut, eine kurze, knackige Reaktion parat zu haben.

Glaub mir: es wird besser nach einiger Zeit. Bald schon wissen die Menschen in deinem Umfeld, dass du dein Verhalten eh nicht änderst und dass du gut informiert bist und dich nicht in deine Ecke drängen lässt. und du wirst generell viel sicherer mit dem Thema sein. Ebenso weißt du auch nach kurzer Zeit, welche veganen Optionen du in welchem Lokal bekommst und wenn nicht: Ja, dann musst du da eben mal vorher anrufen. Das ist eben so und das ist auch nicht schlimm. Von den Menschen in deiner Umgebung Rücksichtnahme und Respekt vor deiner Entscheidung zu erwarten ist meines Erachtens nicht zu viel verlangt. Natürlich kann man nicht erwarten, dass fortan auf jeder Veranstaltung, auf die man eingeladen ist, ausschließlich vegan aufgetischt wird- aber man dort vorher das Gespräch suchen, nach veganen Optionen fragen und ggf. anbieten, selbst etwas mitzubringen. Ganz wichtig: es gibt für diese Situationen immer eine Lösung!

Gerade kurz nach der Umstellung wurde ich oft von einem Gefühl der Ohnmacht überflutet, gegen das ich mich schlecht wehren konnte. Sollte dies auf dich zutreffen, lies doch mal meinen Artikel darüber, was ich mittlerweile wirsames dagegen mache.

Meine abschließenden 5 Cent zum Thema: das Weglassen von tierischen Produkten muss und sollte kein Grund sein um allein zu sein.

Online vernetzen: So klappts!

Solltest du Facebook nutzen, kann ich dir empfehlen, dich in veganen Gruppen mit anderen vegan lebenenden Personen zu vernetzen und dich dort inspirieren zu lassen. Klar- auch dort gibt es immer mal stunk und es kann nervig sein- aber es kann auch wirklich gut tun.

Um zu sehen, was andere so den lieben langen Tag kochen und essen empfehle ich dir die Gruppe „Ich packe auf mein veganes Tellerchen„. Wenn du dir in deiner Freund*innen-liste auf Facebook mehr Veganer*innen wünschst, dann schau doch mal in der Gruppe „Vegane Vernetzung-Gemeinsam sind wir stark“ vorbei. Einmal pro Woche gibt es dort einen Vernetzungspost, unter dem man alle Kommentierenden als Facebook-Freund*innen adden darf! Wenn du Fragen hast, zum Beispiel, wo du bestimmte Produkte kaufen kannst oder wenn du eine Empfehlung oder Alternative suchst, dann schau entweder in der großen Gruppe „Vegan-Tipps für Alle“ von der Albert-Schweitzer-Stifung vorbei oder stell deine Frage in der kleinen, familiären Gruppe „Rundum Vegan„, in der ich selber Admina bin. Für alle Veganer*innen auf der Suche nach der großen (ebenfalls veganen) Liebe empfehle ich dir die Gruppe „Vegane Singles„.

Ich hoffe, meine kleine Einführung ins Thema hat die gefallen. Hast du noch Tipps auf Lager? Dann immer her damit, ich füge sie gern noch an!

Sei gut zu Dir!

~ Alina

 

Gewinnspiel zu Weihnachten: vegan und minimalistisch!

Ihr Lieben, es gibt ein neues Gewinnspiel! Warum? Weil Minimal-vegan.com mich jetzt schon 1,5 Jahre meines Lebens beschäftigt und ich so viel Spaß mit euch allen habe. Ich möchte euch einfach DANKE sagen, für euren Einsatz und natürlich eure Unterstützung!

Die Preise habe ich alle selbst ausgesucht und im Einzelhandel für euch gekauft. Dabei habe ich darauf geachtet, möglichst nachhaltige Entscheidungen zu treffen und Dinge zu erwerben, die man wirklich brauchen kann und über die ich mich selbst auch freuen würde. Jedenfalls hoffe ich, ihr findet die Preise genauso cool wie ich und freut euch über die Verlosung!

Design ohne Titel

Welche Preise gibt es zu gewinnen?

Bei diesem Gewinnspiel gibt es 3 mögliche Gewinne.

1. Platz

  • Koawach Zimt / Kardamom
  • „Darm mit Charme“ von Giulia Enders
  • feste Haarseife Mandarine / Basilikum
  • Bambuszahnbürste von Hydrophil (grün / mittel)
  • Schokoriegel von Veganz
  • Weihnachtsmannbeutel

2. Platz

  • Schokoladentafel „Fruity Quinoa“ von Veganz
  • feste Haarseife Mandarine / Basilikum
  • Bambuszahnbürste von Hydrophil (grün / mittel)
  • Schokoriegel von Veganz
  • Elchbeutel

3. Platz

  • feste Haarseife Mandarine / Basilikum
  • Bambuszahnbürste von Hydrophil (grün / mittel)
  • Schokoriegel von Veganz
  • Elchbeutel



Wie lande ich im Lostopf?

Für eine einfache Gewinnchance, führe einfach die folgenden beiden Schritte durch:

  1. Like diesen Beitrag auf Facebook UND
  2. Folge Minimal-Vegan auf Facebook

Wie immer freue ich mich über eine ehrliche Berwertung der Facebook-Seite, wenn du den Beitrag teilst und eine*n vegane*n Freund*in unter dem Facebook-Beitrag markierst.

Teilnahmebedingungen für das Gewinnspiel

  • Dieses Gewinnspiel steht nicht im Zusammenhang mit WordPress und WordPress steht auch nicht als Ansprechpartner für das Gewinnspiel zur Verfügung.
  • Teilnehmen darf jede Person, die die Anforderungen für die einfache Gewinnchance erfüllt.
  • Die Gewinne wurden von mir privat gekauft und können nicht in Geldwert augezahlt werden! (Ich fände das zwar auch echt eine Frechheit und mute euch das nicht zu – aber es sei hier noch einmal mit aller Deutlichkeit gesagt!)
  • Die Gewinner*innen werden per Zufallsgenerator ausgelost und von mir via PN (Facebook und Instagram) oder Kommentar (Blog) über ihren Gewinn benachrichtigt. Sollte eine gewinnende Person sich innerhalb von 7 Tagen nicht zurückmelden, wird ein*e neue*r Gewinner*in ausgelost.
  • Der Versand der Gewinne erfolgt durch mich persönlich. Die Gewinner*innen müssen sich damit einverstanden erklären, mir ihre Adresse zu diesem Zweck zur Verfügung zu stellen. Der Versand erfolgt versichert über die deutsche Post. Bitte habt Verständnis, dass ich aus Kostengründen nur innerhalb Deutschlands verschicken kann!

Bitte denkt daran, dass ihr mir bei einer Teilnahme über den Blog eine Kontaktmöglichkeit da lasst. Am einfachsten ist es für alle Beteiligten, wenn ihr unter dem FB-Beitrag kommentiert!

Das Gewinnspiel beginnt Samstag, dem 01.12.18 um 14:30 Uhr und endet Dienstag dem 11.12.18 um 0:00 Uhr. Die Gewinner*innen informiere ich am nächsten Tag.

Last but not least noch einmal DANKE für eure Treue! Dieses Projekt bedeutet mir wahnsinnig viel und ich freue mich über jeden neuen Monat, in dem ich euch für das vegane und minimalistische Leben begeistern und inspirieren kann.

Ich drücke euch allen ganz fest die Daumen!

Eure Alina

PS: Schau doch mal auf meinem zweiten, nagelneuen Blog My-Shero.com vorbei




 

Feng Shui: Karen Kingston, du hast mein Chaos ruiniert!

Karen Kingston, du hast mein Chaos ruiniert oder wie mich Feng Shui inspiriert hat, mein Leben aufzuräumen.

Feng Shui? Alles von vorne…!

Eine der wichtigsten Lektionen meines Lebens habe ich mit 15 im Matheunterricht erhalten. Der Mathelehrer sah eine ganze Weile zu, wie ich hektisch mein Ringbuchchaos nach meinem Arbeitsblatt vom letzten Mal durchwühlte. Ich fand es nicht. Er zeigte auf die Loseblattsammlung und sagte: „Und ich glaube, genau so sieht es auch in deinem Kopf aus“. Damals kamen seine Worte nicht wirklich bei mir an, in meinem Kopf sah es nämlich tatsächlich genau so aus, und Platz war nur für Musik und irgendwelche Jungs, aber heute höre ich ihn das immer noch sagen, wenn sich in irgendeinem Bereich meines Lebens Unordnung manifestiert. Aber es sollte noch etwas dauern, bis ich zwischen der Unordnung in meinen Wohnräumen und den Baustellen in meinem Leben einen Zusammenhang sehen würde.

Eines Tages erzählte mir eine Kollegin, als wir nach dem Service hinten im Flugzeug herumsaßen und auf die Landung warteten, von einem Buch, das sie gerade gelesen hatte. „Dieses Buch hat mein Leben verändert“, schwärmte sie. „Nicht nur, was Aufräumen betrifft, sondern alle möglichen Lebensbereiche.“ Das Buch war „Feng Shui gegen das Gerümpel des Alltags“ von Karen Kingston und ein paar Tage sprang mir genau das Buch auf dem Flohmarkt ins Auge. Ich kaufte es für 50 Cent. Den Rest des Nachmittags verschlang ich die 200 Seiten. Das Chaos von Teenagern sei normalerweise ihr inneres Durcheinander, das auf dieser Ebene sichtbar wird, las ich unter anderem darin. Ich war mit Ende Zwanzig noch Teenager und langsam an dem Punkt, wo es mir selber auf die Nerven ging. Wir seien durch energetische Fäden mit unseren Sachen verbunden und wenn unsere Sachen durcheinander geraten, verheddern sich diese Fäden und bringen Stress und Verwirrung in unser Leben, erklärt Karen Kingston. Ich wollte jetzt aber endlich Ordnung und Klarheit. Ich fing also Zimmer für Zimmer an, meine Wohnung und mein Leben aufzuräumen.

Was bedeutet Feng Shui denn jetzt eigentlich?

Übersetzt bedeutet Feng Shui Wind und Wasser, und es handelt sich um eine jahrtausendealte chinesische Wissenschaft, die in Ostasien sehr verbreitet ist und auch in westlichen Ländern immer mehr Freunde findet.

Es geht darum, Wohnräume so zu gestalten, dass das Chi, eine Art Fluss positiver Energien, gestärkt, und die hemmenden Energien eingeschränkt werden, und auf diese Weise Glück, Erfolg, Gesundheit und Wohlstand ins Leben einzuladen.

Wenn man einen klassischen Feng Shui Experten zu Rate zieht, kommt dieser mit einem komplizierten Kompass. Das passiert vor allem, wenn Häuser geplant, gebaut, gekauft und eingerichtet werden. In Singapur ist das selbstverständlich. Auch bei uns gibt es inzwischen diese Möglichkeit, und sollte ich jemals eine neue Wohnung in Betracht ziehen, werde ich einen Feng Shui Experten mitnehmen. Aber man kann auch mit etwas Grundwissen und einfachen Maßnahmen selbst viel ausrichten, auch in einer kleinen Mietwohnung, mit Hilfe eines Bagua.



Das Feng Shui Bagua

Das ist eine Art Energielandkarte, mit der der Grundriss der Wohnräume in Bereiche unterteilt wird, die für die jeweiligen Lebensbereiche stehen: Wohlstand, Ruhm, Beziehungen, Familie, Gesundheit, Kreativität/Kinder, Wissen, Karriere und Hilfreiche Freunde. Wenn es in einem Lebensbereich nicht läuft, sollte man sich die zugehörigen Bereich sowohl in der ganzen Wohnung, als auch in den Räumen ansehen, in denen man viel Zeit verbringt.

Für das klassische Feng Shui braucht man einen Kompass, um diese zu bestimmen. Es gibt aber auch eine westliche Variante, die ist sehr einfach anzuwenden. Hier spielt nur eine Rolle, wo sich die Eingangstür befindet. Da wird das Bagua angelegt:

Bagua Feng Shui.png

Also angenommen, ich bin schon lange Single und hätte gerne einen Partner. Wie sehen die Beziehungsbereiche in den wichtigsten Zimmern und in der ganzen Wohnung aus – also hinten rechts von der Tür aus betrachtet – und was steht dort? Welche vielleicht unerwünschte Symbolik könnten die Dinge haben? Ein kaputter Spiegel? Eine tote Pflanze? Bilder mit negativen Motiven? Ein Bett oder eine Sitzgelegenheit für nur eine Person? Was steht im Schlafzimmer? Staubiger Heimtrainer, auf dem sich Klamotten türmen, Schreibtisch mit Papierchaos? Kisten, von denen man gar nicht genau weiß, was drin ist? Was sagt das über meine Bereitschaft aus, mich auf eine Partnerschaft einzulassen? Auch Farben und Elemente spielen eine Rolle, wenn man den Energiefluss in dem jeweiligen Bereich verstärken will.

Eines der größten Feng Shui Probleme ist aber Gerümpel. Es blockiert die Energien, sorgt für Chaos und Stillstand im Leben. Ihr habt hier auf Alinas Blog sicher schon den Leitfaden zum Minimalisieren entdeckt und hochmotiviert ausgemistet und aufgeräumt oder seid zumindest wild dazu entschlossen. Ich kann mich nur anschließen: weg mit dem Krempel: verkaufen, verschenken, entsorgen! Ihr werdet ihn nicht vermissen. Ihr werdet euch freuen über den Platz und die neuen Sachen, die dafür in euer Leben treten.
Oh, und was steht eigentlich im Keller? Laut dem Buch symbolisiert er Vergangenheit und Unterbewusstsein. Den sollte man sich vielleicht auch mal vorknöpfen.

So setze ich Feng Shui um

Als ich angefangen habe, mich mit dem Thema zu beschäftigen, hatte ich nicht mal ein Schlafzimmer. Ich hatte das Bett ins Wohnzimmer gestellt, weil das kleine Zimmer an der Hauptstraße zu laut war. Nicht, dass es bei mir extrem unordentlich oder schmutzig war, aber ich war etwas wischiwaschi und handwerklich nicht sehr geschickt, und was kaputt ging, war dann halt kaputt. Das Wohnzimmer sah ganz gemütlich aus, aber das kleine Zimmer stand voller Zeugs, inklusive altem kaputtem Fernseher, und der Wäscheständer immer mittendrin, voller Klamotten, die ich auch nie wegräumte, sondern irgendwann anzog. Sah ja keiner. In dem Bereich, der laut Bagua nicht nur der Beziehungsbereich des Zimmers, sondern auch der der ganzen Wohnung war, standen meine Koffer! Autsch. Dass meine Beziehungen nirgendwo hinführten, wundert jetzt wahrscheinlich niemanden, und ich fing endlich an, mich mit dieser Baustelle auseinanderzusetzen.

Schritt für Schritt ließ ich Lärmschutzfenster einbauen, einen schönen Boden verlegen, strich die Wände in einem beruhigenden hellgrau, kaufte einen schönen Teppich und Verdunkelungsvorhänge und stellte mein Bett in den Beziehungsbereich, mit zwei Kissen, guter Bettwäsche, schöner Tagesdecke, zwei Nachtschränkchen und zwei Lampen. Und ich mistete natürlich richtig aus und brachte endlich den kaputten Fernseher und eine Menge anderes Gerümpel zum Recyclinghof. Ausserdem kaufte ich mir einen riesigen Kleiderschrank, in dem jetzt alles seinen Platz hat. Für ein Ordnungssystem im Schrank empfehle ich übrigens die japanische Aufräumexpertin Marie Kondo. Sie hat auch einen Youtube-Kanal.

Nach und nach wurde meine ganze Wohnung „fengshuit“. Allein schon, dass ich so viel Zeit, Energie und Geld investierte, um ein schönes Zuhause zu erschaffen, führte mir vor Augen, dass ich wirklich keine Lust mehr hatte, ein chaotischer Teenager zu sein und andere chaotische Teenager zu daten. Zaubert ein einladendes Zuhause jetzt plötzlich einen passenden Partner herbei? Naja, die Augen aufsperren muss man schon noch selber. Aber die Chancen, diesem zu begegnen, steigen um einiges, wenn man ausstrahlt, dass man Platz für ihn hat, dass ein eigenes Kissen in einem schönen Zuhause auf ihn wartet. Bei mir hat es funktioniert.

Und was ist mit dem vielgelobten kreativen Chaos? Kreative Leute können auch im Chaos kreativ sein, aber ich bin in einer aufgeräumten Umgebung und mit einer abgehakten To-Do-Liste noch wesentlich kreativer, vor allem kann ich strukturierter denken und bin dadurch produktiver.

Heutzutage bin ich regelmäßig am aufräumen, ausmisten und putzen. Was kaputt geht, wird sofort repariert oder erneuert. Es ist mittlerweile eine sehr überschaubare Aufgabe, sogar eine Art Meditation. Und Bewegung hat man auch gleich noch. Putzen bringt gute Energie, sagte ein Freund, der in Indonesien aufgewachsen ist, neulich ganz selbstverständlich zu mir. Dort weiß das jeder.

Space Clearing befreit- auch, wenn ich mich dabei erst komisch fühle

Tatsächlich mache ich manchmal sogar ein Space Clearing nach der Anleitung in dem Buch von Karen Kingston, wenn ich mich in meinen Wohnräumen über irgendetwas aufgeregt habe, um die schlechte Energie zu vertreiben. Ich komme mir durchaus etwas komisch vor, überall zu klatschen, Glöckchen zu läuten, Blumen aufzustellen, Wasser zu sprenkeln und Schutzschilder aufzuziehen usw. aber wenn ich das nächste Mal in meine Wohnung komme, kann man hier plötzlich so tief durchatmen. Und alles wirkt irgendwie neu. Einigen ist das jetzt vielleicht jetzt zu abgehoben, aber mir gefällt das.

In meiner Wohnung und meinem Leben fühle ich mich jetzt sehr wohl. Ich weiß genau, was ich alles habe und wo die Sachen sind, und vor allem habe ich nur noch Sachen, die ich wirklich haben will. Was nicht mehr zu mir passt, kommt weg. Und genau so fühlt sich jetzt auch mein Kopf an: Aufgeräumt und mit Platz für Neues. Ein sehr gutes Gefühl.

Ich habe mich zwar viel mit dem Thema beschäftigt, bin aber keine ausgebildete Feng Shui Expertin. Wer sich dafür interessiert und tiefer in die Materie eintaucht, dem wird sich ein Riesenpanorama öffnen. Es gibt natürlich unzählige Bücher über das Thema, die teilweise sehr unterschiedliche Strömungen vertreten, aber ich persönlich empfehle Karen Kingstons Buch „Feng Shui gegen das Gerümpel des Alltags“ als guten Einstieg.


Nina- ich bin begeistert von diesem wunderbaren Artikel und dem Einblick, den du mir und meinen Leser*innen in Feng Shui gewährt hast. Von Feng Shui wusste ich bislang wirklich absolut nichts!

Wenn ihr, liebe Leser*innen, genauso wild auf Ninas Blog fly me to the vegan buffet seid, wie ich, dann schaut da unbedingt vorbei und lasst euch von ihrer veganen Kochkunst und ihren Reisetipps verzaubern! Kennengelernt habe ich Ninas Arbeit übrigens auf ihrem Instagramprofil, auf dem sie regelmäßig ihre neusten Kreationen präsentiert. Wenn ihr eher auf Facebook unterwegs seid; kein Problem- auch dort ist Nina mit ihrem Blog vetreten!

Nina hat bereits am Projekt: „Mein Veg- darum lebe ich vegan!“ teilgenommen, dort erzählt sie, warum und seit wann sie vegan lebt und was ihre allerbesten Tipps für vegane Neulinge sind!

Noch einmal vielen Dank, liebe Nina!

Seid gut zu euch!

~ Alina



Ninas Veg – Darum lebe ich vegan!

>>Dieses Interview ist Teil des Projekts Mein Veg

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Nina, Flugbegleiterin und Bloggerin

Warum hast du dich für ein veganes Leben entschieden? Gab es einen Auslöser?

Es gab ganz viele kleine Auslöser, und ich war lange Vegetarierin mit Tendenz zum Vegansein. Aber dann kam der Tag, als ich unterwegs unbedingt einen Kaffee brauchte, und es nur Kuhmilch gab, und ich nach einem Schluck dachte, bäh, das kann ich einfach nicht mehr trinken. Letztlich war es einfach die logische Konsequenz meiner Entwicklung.

Warst du vor der Umstellung auf eine vegane Ernährung Vegetarier*in?

Offiziell Vegetarierin bin ich mit 18 geworden. Das war 1996. Dann habe ich nach und nach auch die anderen Tierprodukte aus meinem Leben geworfen.

Auf welche Probleme bist du zu Beginn besonders gestoßen?

Ich hatte damals gerade angefangen als Flugbegleiterin zu arbeiten. In Berlin war schon viel passiert auf dem Gebiet und alles kein Problem, aber fand ich mich plötzlich in Ländern wieder, in denen dieses Konzept unbekannt war und in denen ich mich auch nicht verständigen konnte. Oder ich wollte mit Kollegen essen gehen, aber die wollten in die Churrascaria oder in ein Seafood-Lokal. Anfangs bin ich da noch mitgegangen und habe dann da an meinen Pommes und meinem Salat herumgeknabbert und mich oft für meinen Lebensstil rechtfertigen müssen. Heute suche ich mir ein schönes Restaurant bei HappyCow aus und ziehe alleine los. Dabei lande ich dann oft in interessanten Gegenden: da sind dann plötzlich Leute in schwarzen T-Shirts, die vegane Burger und Cupcakes essen wollen, es läuft Musik, die mir gefällt, nebenan ist ein Buchladen, und ich fühle mich wie zuhause am anderen Ende der Welt. Mittlerweile sind auch unter meinen Kollegen viele Veganer, Vegetarier oder einfach Interessierte, die mitkommen wollen. In Mexico City vor ein paar Monaten saß nachher tatsächlich die halbe Crew mit im veganen Restaurant „Forever“ und fand’s lecker und schön, darüber habe ich mich sehr gefreut. Auch die Versorgung unterwegs wird immer einfacher. Neulich habe ich ein Rom an einem Backstand am Flughafen ein leckeres veganes Baguette mit gegrilltem Gemüse und ein veganes Aprikosencroissant gefunden. Solche Sachen gibt es da auf einmal total selbstverständlich! Das hat mir so richtig den Tag versüßt.

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Wie kommt dein Umfeld mit deiner Entscheidung vegan zu leben zurecht?

Da habe ich viel Glück gehabt. Meine Freunde und meine Familie sind da total entspannt. Wenn wir essen gehen wollen, wird was gesucht, wo es ganz sicher was Veganes gibt. Meistens landen wir bei einem veganen oder vegan-freundlichen Vietnamesen. Davon gibt es in Berlin jede Menge. Wenn irgendwo zuhause gekocht wird, gibt es meistens ein veganes Grundgericht mit Käse extra oder so. Ich bringe auch gerne was mit. Fleisch isst sowieso kaum jemand in meinem Umfeld.

Was stört dich daran Veganer*in zu sein?

Mich stört oft, dass die Welt so unnötig unvegan ist. All die täglichen kleinen Stolpersteine. Warum müssen die in der Kantine Eiernudeln nehmen, welche aus Hartweizengrieß schmecken doch genauso? Warum muss in den Chips, die im Flugzeug verteilt werden, Molkenpulver drin sein? Warum muss die fair und nachhaltig produzierte Jeans ein Patch aus Leder haben? Ich freue mich aber darüber, dass diese Sachen in letzter Zeit immer mehr in Frage gestellt werden, weil viele Menschen inzwischen bewusster konsumieren.

Hat sich etwas für dich verändert, seit du vegan lebst?

Ich bin in allen Dingen viel reflektierter und achtsamer gewordene, vielleicht ist das aber auch auch das Älterwerden.

Und früher stand ich ständig unzufrieden vor dem Spiegel. Ich kann nur jedem, der mit Akne oder einem Muffintop kämpft, empfehlen, mal ein halbes Jahr die Milchprodukte wegzulassen und zu sehen, was passiert. Ich kenne solche Probleme nicht mehr.

Engagierst du dich über deine Lebensweise hinaus z.B. in Projekten oder Vereinen?

Ich habe Ende 2017 ebenfalls einen veganen Lifestyle-Blog ins Leben gerufen, Kochrezepte mit Video-Tutorials, vegane und faire Kleidung, die mir gefällt und Tips für Veganer auf Reisen. Ich will es anderen leichter machen, vegan zu leben, indem ich das teile, was ich gelernt habe. Das macht sehr viel Spaß, und wenn ich ein paar Leute inspirieren kann, dann freut mich das sehr.

Was sind deine besten Tipps für vegane Neulinge?

Manchmal erzählen mir Leute: ach ja, vegan habe ich auch mal versucht, aber das habe ich nicht durchgehalten…
Ich empfehle, sich nicht gleich ein Label aufzukleben und dann frustriert alles hinzuschmeißen, wenn man es nicht sofort perfekt durchzieht. Man muss sich da erst reinfinden, der Körper muss sich erst daran gewöhnen. Gebt euch Zeit, kleine Schritte führen auch zum Ziel.

Möchtest du zum Abschluss noch etwas sagen?

Das ist ein großartiger Blog, vieles spricht mir aus der Seele. Ich kann mir kaum vorstellen, dass jemand nicht sofort anfängt, sein Leben aufzuräumen, nachdem er oder sie ein paar Artikel gelesen hat. Ich freue mich, hier etwas beitragen zu dürfen!

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Tausend Dank für das tolle Interview, liebe Nina!

Vergiss nicht, unbedingt auf Ninas Blog www.flymetotheveganbuffet.com vorbeizuschauen! Hier findest du regelmäßig köstliche Rezepte und Empfehlungen für vegane Kosmetik, Kleidung und Reisen! Als Flugbegleiterin kommt Nina nämlich richtig rum und hat für dich die besten Tipps auf Lager!

 

Seit gut zu dir!

~ Alina



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