Meine ersten veganen Schuhe

[Anzeige] Vegane Schuhe kaufen: anderer Leute liebstes Hobby – mein persönlicher Albtraum!

Bei einer Körpergröße von 1,88m sind auch die Füße nicht die kleinsten, alles andere wäre vermutlich auch nicht sehr hilfreich um meinen Körper vorwärts zu bewegen ohne zu schwanken. Die resultierende Schuhgröße 43 kann allerdings wirklich stressig sein, dabei bin ich modisch nicht einmal sonderlich anspruchsvoll. Solange es schlicht und bequem ist, kann ich mich in der Regel auf ein Kleidungsstück einlassen.

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Beim Thema „vegane Schuhe“ wirds dann allerdings schon richtig traurig, was die Auswahl betrifft – dachte ich!

Das Shoppen im Einzelhandel hat sich direkt als Reinfall herausgestellt; es gibt zwar lederfreie Schuhe, die Sohlen sind aber in aller Regel mit Kleber angebracht, der tierische Bestandteil enthält. Ich lebe zum jetztigen Zeitpunkt seit 2 Jahren rein vegan und habe in dieser Zeit einfach nicht dringend neue Schuhe gebraucht… bis jetzt. Letzte Woche ist bei meinen ausgelatschten Turnschuhen nämlich ein Stück Gummisohle abgefallen und das läutet nun aber wirklich die Ära neuer Treter ein!

Nach endloser Schuhsuche in verschiedenen Online-Portalen stieß ich dann auf Shoezuu*! Vegane Schuhe ahoi!

Was ich an diesem Schuhversand einfach mega finde: eine richtig gute Auswahl an einfach alltagstauglichen, schlichten und sportlichen Schuhen und Stiefel. Aber das ist eben noch nicht alles! Was dieses Online-Schuhhaus von anderen unterscheidet ist, dass man ein ehrliches Interesse feststellen kann, über pur kapitalistische Ziele  hinaus tatsächlich etwas zu bewegen. Die Päckchen werden plastikarm und CO2-neutral versendet, im Inneren der Schuhkartons lagen Flyer der Tierbefreier*innen, einige „Vegan“-Sticker und ein Button sowie eine Gratis-Ausgabe von der Zeitschrift „Kochen ohne Knochen“; also wer da keine Lust auf das Thema vegan leben kriegt – dann weiß ich’s aber auch nicht!

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Ethletic Jet Black

Ich habe ja Ersatz für meine Turnschuhe gesucht und mich gleich in die Ethletics verliebt (von denen sind einige sogar grad im Sale!), die im Gegensatz zu den ähnlichen „Converse Chucks“ eben vegan sind und von denen es bei Shoezuu* richtig schöne Modelle gibt!

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Ethletics Jet Black

Ich habe mir jedenfalls zwei Paar Ethletics bestellt, einmal ganz in schwarz und einmal klassisch in einem richtig schönen grün mit weißer Sohle. Ich find die echt beide richtig schön und behalte auch beide. Jetzt wird es draußen ja wieder etwas freundlicher und in der Stadt brauche ich jetzt keine dicken Winterschuhe mehr.

Tatsächlich habe ich aber gesehen, dass es auf gefütterte Schuhe dort auch gerade Nachlass gibt, weil Saisonende ist!  Wer also gerne vorsorgt, kann auch da zuschlagen. Ich hatte mich jetzt speziell in diese beiden Ethletics verliebt, auf einige andere gibt es allerdings auch grad Rabatte, sodass einige sogar unter 50 € kosten, das find ich schon echt einen richtig guten Preis für Schuhe dieser Qualität und eben vegan und fair produziert. Richtig cool: es gibt sogar Schuhe aus Lederalternativen wie Pinatex, das aus Ananas hergestellt wird! Verrückt, oder? Echt richtig cool, was heute schon alles möglich ist!

Falls du auch gerade neue Schuhe brauchst, kannst du dich bei Shoezuu* ja einmal umsehen.

Ich wünsche dir noch einen wunderschönen Tag! Sei gut zu dir!

~Alina

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Ethletics Reseda Green / Just White

 

Pelz: Grausamkeit im Trend

Viele Menschen erachten das Thema Tierschutz als wichtig. Trotzdem sind die Fußgängerzonen wieder voll von Pelz. Warum ist das so und woher kommt dieser Pelz überhaupt?

In diesem Beitrag nehme ich das Thema Pelz einmal genauer unter die Lupe und habe dafür viel recherchiert, um die Grausamkeiten der internationalen Pelzindustrie realistisch und nachdrücklich widergeben zu können und Unklarheiten zu beseitigen.

Als Einstimmung auf das Thema habe ich mir mehrere Dokumentationen angesehen und verschiedene Datenbanken und Artikel durchstöbert. Besonders gut und einfach verständlich wird die Problematik in der Dokumentation „Die Wahrheit über Pelz“, falls ihr auch Lust habt, euch die Inhalte in Bildform anzuschauen.

Warum das Thema Pelz? Es gibt doch Tierschutzgesetze!

Pelz war für viele Jahrzehnte ein Tabuthema; in den letzten Jahren ist aber wieder deutlich mehr davon auf der Straße zu sehen. Ob als Bommel auf der Mütze, Kragenbesatz oder Fellweste: Jede*r Zweite trägt gefühlt in der kalten Jahreszeit mindestens ein flauschiges Accessoir an der Kleidung. Ob es sich um Kunst- oder Echtpelz handelt, ist für die meisten Verbraucher*innen dabei offensichtlich zweitrangig.

Innerhalb der Jahre 2000 bis 2012 ist die Pelzproduktion weltweit um knapp 70% angestiegen. Obwohl die Mehrheit der Deutschen Echtpelz laut Befragungen nach wie vor ablehnt, hat die Textilbranche über den Einsatz von Pelzbesatz einen Weg gefunden, Pelz wieder salonfähig zu machen, ohne bei der tragenden Person ein mulmiges Gefühl zu generieren. „Echtpelzmantel? Niemals! Aber das bisschen Besatz….“. Pelz wird wieder Statussymbol für die Masse, das gute Gewissen durch vermeindliches Kunstfell aufrechterhalten. Auch Echtpelz wird durch eine neue Werbestrategie wieder erfolgreich verkauft, in dem es mit Begriffen wie natürlich und ursprünglich neu und positiv besetzt wird.

In China werden Tierschutzbestimmungen für Pelztiere grundsätzlich nicht kontrolliert, in Europa gibt es lediglich „Empfehlungen“ und in Deutschland gibt es die sogenannte Pelztierhaltungsverordnung, die allerdings nicht befolgt wird. Ohnehin enthält sie lediglich die absolut minimalsten Anforderungen, damit Tiere zur Produktgewinnung in Deutschland gehalten oder ihre Produkte vertrieben werden dürfen. Nach wie vor besteht allerdings der Mythos, die Tiere würden bei der Gewinnung von Echtpelz für Deutschland „artgerecht“ behandelt. Kennzeichnungspflicht in der EU? Völlig haltlos: es müssen nicht einmal klare Angaben zu Tier oder Herkunft gemacht werden, mit dem kleinen Vermerk „Enthält nicht-textile Teile tierischen Ursprungs“ ist die Kennzeichnungspflicht der EU-Verordnung von 2012 erfüllt. Aktuelle Studien ergeben, dass ca. 51 % des Echtpelzes auch hierzulande fehlerhaft und unzureichend gekennzeichnet sind, obwohl ja ohnehin kaum Kennzeichnungspflicht besteht!



Schon gewusst? Viele Echtpelz-Träger*innen gehen davon aus, dass es sich bei ihrem Fell um das eines Waschbären handelt, stattdessen ist es allerdings häufig das eines Marderhundes. Die Pelzindustrie bedient sich hierbei der missverständlichen Ähnlichkeit der beiden Tiernamen im englischen, racoon (Waschbär) und racoon dog (Marderhund).

Woher kommt der Pelz?

85%China dominiert den int. Fellmarkt und ist auch für europäische Fellproduzent*innen der  wichtigste Abnehmer. Für Fellprodukte sterben jährlich mehr als 100 Millionen Tiere, dabei stammen 85 % des gehandelten Fells aus der Pelzzucht, ist also kein Abfallprodukt, kein „Beiprodukt“ der Fleischindustrie, wie oft von Verteidiger*innen der Pelzmode argumentiert wid.

Generell stammt der Pelz von Tieren entweder aus der industriellen Massentierhaltung in Pelzfarmen oder von wildlebenden Tieren, die aber die Minderheit darstellen. Von der Massentierhaltung, zur Gewinnung jeglicher tierischen Produkte, haben viele Menschen ohnehin ein schlechtes Bild und eventuell Vorstellungen über mögliche Grausamkeiten, die sie vereinzelt in Nachrichten aufschnappen. Auch, wenn sich ihr Konsumverhalten daraufhin nicht ändert, so können sie mit dem Begriff Massentierhaltung in Verbindung mit Begriffen wie Tierquälerei und ökologischem Disaster etwas anfangen.

Da liegt es doch nahe zu etwas „natürlicherem“ zu greifen: Warum also kein Pelz aus Wildfang? Wildlebende Tiere werden durch den Einsatz von Schlingen oder Tellereisen gefangen, müssen oft schwerverletzt mehrere Tage auf den erlösenden Schuss durch die Fallensteller*innen warten oder werden dann brutal erschlagen. Gerechtfertigt wird die Tötung dieser Tiere mit dem Vorwand, die Tiere würden sich zu stark vermehren, daher sei die Tötung für Pelz zuträglich für die Eindämmung der Population (gleiche haltlose Argumentation wie bei der Wildschwein-Jagd in Deutschland). Fakt ist aber, dass sich das Rudel ohne Leittier umso schneller vermehrt, das heißt im Klartext: Die Tötung dieser Tiere fördert deren Populationsanstieg!

Um welche Tiere handelt es sich und wie werden sie gehalten?

Für Pelz werden hauptsächlich Füchse, Nerze, Hunde, Marderhunde, Katzen, Waschbären, Bieber, Chinchillas und Kaninchen gehalten. Hunde und Katzen sind uns Europäer*innen als typische Begleittiere ans Herz gewachsen. Über die anderen aufgeführten Tiere wissen wir, da schließe ich mich ein, insgesamt wohl herzlich wenig. Marderhunde z.B. leben monogam, das bedeutet, sie bleiben mit ihrer / ihrem Partner*in das ganze Leben zusammen. Außerdem sind sie nachtaktiv und sehr scheu.

Auf Pelzfarmen werden die Tiere in winzige Drahtkäfige gesteckt, das ist platzsparend und der Draht verhindert, dass die Tiere sich ständig an den eigenen Fäkalien infizieren. Unter diesen Bedingungen können sie keinerlei natürliches Verhalten ausleben, zeigen oftmals psychisch kranke Verhaltensweisen, rennen im Kreis und verletzen sich selbst. Als billiges Futter wird den Tieren häufig ihre bereits getöteten Mitgefangenen als Paste auf den Käfig geschmiert, den die Tiere dann ablecken müssen. In letzter Zeit sind vermehrt Bilder von diesen Pelzfarmen an das Licht der Öffentlichkeit gekommen, die zeigen, wie z.B. Polarfüchse extrem überzüchtet und fett gemästet werden, damit sie eine größere Hautoberfläche haben und dadurch mehr Fell.

Wie werden die Tiere ihrer Pelze beraubt?

Die Tötung der Tiere für Pelz wird spottend als „Ernte“ bezeichnet. Um den Pelz zu gewinnen, werden die Tiere gehäutet und zuvor werden sie auf unterschiedlichste Arten getötet oder vemeindlich betäubt. Eins der gängigsten Verfahren ist die Tötung mittels Elektroschock. Hierbei wird den Tieren ein metallener Bolzen in den Mund und After eingeführt und dann Strom eingeleitet. Der Tod ist qualvoll und tritt in aller Regel nicht beim ersten Versuch ein. Weitere Tötungsmechanismen sind Ersticken, Erschlagen und Tötung in kochendem Wasser. Um die Haut abzuziehen werden die Tiere aufgehängt und der Pelz von der Haut abgezogen. Nicht selten werden Tiere auch gänzlich unbetäubt gehäutet und leben dann noch mehrere Minuten unter größtmöglichen Schmerzen ohne ihr Fell. Wer diese Bilder einmal gesehen hat, der vergisst sie nie wieder. Bei Interesse könnt ihr entsprechende Suchbegriffe bei einer Internet-Suchmaschine eurer Wahl eingeben und bekommt unzählige Treffer.

Die Felle sind natürlich so noch nicht für die weitere Verarbeitung geeignet, sondern werden zu umliegenden Gerbereien transportriert, in denen das an der Innenseite des Pelzes haftenede organische Gewebe, wie etwa Fett des Tieres, abgeschabt wird und dann mit scharfen Chemikalien behandelt wird. Nach einer Trocknung werden die Pelze dann in weiteren Fabriken gekämmt und zurechtgeschnitten.



Welche Folgen hat die Pelzproduktion?

Abgesehen von der Folge, dass für die Produktion von Pelz Millionen Tiere leiden und sterben, gibt es auch ökologische und gesundheitliche Auswirkungen. Viele der Pelzfarmen und auch Gerbereien leiten ihr Abwasser unsachgemäß ab, wodurch Chemikalien und Exkremente der Tiere ins Grundwasser geraten und dieses verschmutzen. Die Arbeiter*innen in den Gerbereien und Pelzverarbeitungsfabriken arbeiten oftmals in unbeheitzten Hallen, atmen dabei kleinste Härchen ein, die aus dem Fell gekämmt werden und sind weiteren gesundheitlichen Risiken durch die veschiedensten Chemikalien ausgetzt. Durch diese unterschiedlichen Chemikalien kann auch das sogenannte Chrom 6 entstehen, welches auch in den importierten Pelzstücken noch nachweisbar ist und das in Deutschland für die Entstehung der meisten Kontaktallergien verantwortlich ist.

 

Aber es gibt doch Pelzlabel!?

1.(1)Stimmt! Die Fellbranche hat sich gleich zwei Label ausgedacht, die der / dem Verbraucher*in ein gutes Gewissen beim Pelzkauf bescheren soll. Das sogenannte OA-Label wird dabei unterteilt in „Origin Assured Farmed Fur“ und „Origin Assured Wild Fur“ (zu dt.: „Herkunft gesichert/bestätigt von einer Pelzfarm oder aus Wildfang“). Man soll sich gut fühlen beim Kauf, hier wird ein kontrolliertes Produkt verkauft, es geht mit „rechten Dingen zu“. Pustekuchen! Das selbst auferlegte Label soll Vetrauen schaffen und Transparenz. Tatsächlich gibt es aber auch hier keine unabhängigen Kontrollen, das heißt, es gibt für die Pelzfarmer*innen oder Trapper*innen auch keinerlei negative Konsequenzen beim Verstoß.

„In China ist es eh am Schlimmsten mit der Tierhaltung.“

Selbstverständlich sollte diese Tatsache nicht auf eine rassistischen Argumentation hinauslaufen, die ich regelmäßig und vor allem in Verbindung mit Pelz höre und lese. Klar, die Gesetzeslage in anderen Ländern ist sogar noch schlechter als hierzulande, aber vergesst niemals die dunklen Hallen, in denen auch hier vermeindliche „Nutztiere“ ihr trauriges Dasein fristen! Auch bei Pelz: guckt euch nur mal um auf der Straße! „Wir“ geben diese Grausamkeiten durch den Überflusskonsum ja in Auftrag, dann mit dem Zeigefinger alle Schuld von sich zu weisen ist sicherlich nicht der richtige Ansatz.

Was kann ich tun?

Mach dich stark für die Lebewesen, die für diese Grausamkeiten leiden und sterben. Ganz wichtig und vorrangig: Kauf keinen Echtpelz, auch keinen Besatz. Es liegt nahe, von nun an einfach auf Kunstfell zurückzugreifen, aber bedenke: dadurch hälst du den Trend „Pelz als Modestück“ weiter aufrecht und da andere Menschen deinen Kragen nicht von einem echten Fellkragen unterscheiden können, werden sie sich ihrer Entscheidung Pelz zu tragen, durch dich bestärkt fühlen.

Natürlich kannst du außerdem Freund*innen und Familie über dieses Thema informieren und dich auf Demos stark machen. Unterm Strich geht es ja vor allem um Bewusstsein über die schrecklichen Bedingungen in der Pelzindustrie und die Gewissheit, dass tierleidfreier Pelz nicht existiert!

>> Wie siehst du das Thema Fell / Pelz?

 

Veganen Käse fermentieren – mein Experiment!

Ich liebe Käse. Da der von Kühen ja aus unterschiedlichen Gründen nicht mehr in Frage kommt, komme ich, wie viele Veganer*innen, nicht umhin, mich mit pflanzlichen Alternativen auseinanderzusetzen. Klar, man kann sich Aufstriche machen – und das mache ich auch gerne! Auch zum Überbacken oder als Soße gibt es tolle Möglichkeiten sich pflanzlich schnell was zusammenzuschustern, aber manchmal, da hab ich eben einfach richtig Bock auf eine Scheibe Käse fürs Brot. Früher habe ich milde Schnittkäsesorten wie Gouda geliebt, ebenso milden Weichkäse und… den total ungesunden Schmelzkäse! Also: Veganen Käse fermentieren! Was kann daran schon so schwer sein, richtig?

Ich hab vor meiner veganen Zeit 22 Jahre vegetarisch gelebt und in dieser Zeit stand Käse täglich und auch viel auf dem Ernährungsplan! Als Veganer*in merkt man schnell, dass der Ersatz aus Nüssen schnell sehr teuer wird. Ein paar wenige Scheiben Schnittkäse für 3 Euro (hab ich mit drei bis vier Broten einfach aufgegessen), ein winziger Camembert für 8 Euro… Da liegt es nahe, ihn selbst zu machen.

Klar, verschienede vegane Käsesorten mach ich auch immer mal… aber fermentierter Käse gehört für mich zur Königsdisziplin und deswegen wollte ich mich unbedingt daran versuchen.

Rejuvelac ansetzen

Während meiner Zeit bei Sea Shepherd hatten wir eine großartige Köchin an Bord, Holladay, bei der ich den besten Frischkäse meines Lebens gegessen habe! Ja, auch besser als der in meiner vegetarischen Zeit! Sie erzählte mir vom sogenannten „Rejuvelac“, einer probiotischen Flüssigkeit, mit der man auch veganen Käse fermentieren kann, d.h. er könnte dadurch einen klassischen Reifeprozess durchlaufen, was ihn besonders aromatisch macht.

Da ich aktuell im Besitz von Sprossengläsern bin, habe ich das Experiment also gewagt und dort mit Hilfe von Roggen Rejuvelac hergestellt. Das funktioniert folgendermaßen: Roggen in das Glas geben und mit Wasser auffüllen, erneut über Nacht stehen lassen, abgießen und spülen. Am nächsten Tag nochmals spülen und am folgenden Tag noch ein letztes Mal. Wenn man dann das Glas nochmals auffüllt und eine Nacht stehen lässt, erhält man Rejuvelac, man sieht auch deutlich, dass sich in dem Glas was tut; es steigen z.B. Luftbläschen auf (ein Zeichen der Gärung), wie man etwas im rechten Bild erkennen kann.

Nach der erfolgreichen Herstellung des Rejuvelac habe ich mich dann an die eigentliche „Frischkäse“-Herstellung gemacht und dazu über Nacht in Wasser eingeweichte Mandeln, den Rejuvelac sowie Zitrone, Pfeffer und Salz zu einem dickflüssigen Brei vermahlen, diesen dann gepresst und mit einer vollen Wasserflasche beschwert. Abgedeckt mit einem Geschirrtuch stand der „Käse“ so an einem lauwarmen Ort.

Nun sollte  innerhalb von mindestens 3 bis hin zu etwa 5 Tagen die Fermentierung stattfinden. Schwer zu sagen, ob es funktioniert hat; geschmeckt hat es jedenfalls zum Weglaufen. Die Masse hat noch genau so ausgesehen wie vorher, nur viel trockener eben, hat aber total streng gerochen und so geschmeckt, dass sich alles zusammenzieht.

Wie auch immer, ich werde mich nicht entmutigen lassen und mich die Herstellung noch einmal trauen! Wär natürlich super zu wissen, woran es jetzt eigentlich gelegen hat… Also falls Ideen oder Erfahrungen bestehen: Immer her damit! Sollte ich das Rezept eines Tages meistern, seid ihr die Ersten, die auch wissen, wie’s geht!

Sei gut zu Dir!

~ Alina

 

Projekt: Mein Veg – darum lebe ich vegan!

Durch das Projekt „Mein Veg“ möchte ich einigen Veganer*innen die Möglichkeit geben, über ihren Bezug zum Veganismus zu sprechen. Ich verspreche mir davon, dass sich Menschen, die sich für eine vegane Ernährung oder auch eine vegane Lebensführung interessieren, ein genaueres Bild davon machen können, welche persönlichen Erfahrungen andere Menschen zu ihrer Entscheidung geführt haben.

Außerdem können sich so Brücken bilden, eventuell kann man sich auch in den Erklärungen Anderer widererkennen, kriegt noch einmal neuen Input und für die ersten Schritte auch ein bisschen Mut, Inspirationen und Tipps.

Lasst uns hiermit zeigen, das Veganismus viele Gesichter hat und von Alter, Geschlecht und Nationalität oder sonstigen Kriterien unabhängig ist. Denkt immer daran: Ihr seid nicht allein, auch wenn manchmal die Welt Kopf steht und ihr für verrückt erklärt werdet.

Um den jeweiligen Veg zu sehen, klickt einfach auf das Bild. Viel Spaß!

Du möchtest mitmachen? Schreib mir doch einfach eine Nachricht hier im Blog oder auf Facebook!

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21 antivegane Sprüche und schlagfertige Reaktionsmöglichkeiten

Jede*r Veganer*in kennt diese furchtbaren Situationen, in denen man sich plötzlich für seine Lebensweise / Ernährung rechtfertigen soll. Vielleicht fällt dir nicht jedesmal gleich was Schlaues zum Kontern ein oder du bist zu perplex, um auf das Gesagte zu reagieren. Nur um es vorweg zu sagen: Auf richtig beleidigendes Gesafte musst du selbstverständlich gar nicht reagieren.

Oftmals möchte ich aber doch etwas sagen; ein beeindruckender Fakt, eine passender Vergleich, eine Gegenfrage. Vielleicht können dich meine Überlegungen zu den meistgehörten Fragen und Sätzen aus dem „Veganen Bullshit-Bingo“, wie es gerne genannt wird, etwas unterstützen.

 

 

1. „Wenn Gott nicht gewollt hatte, dass wir Tiere essen, warum hat er sie dann so lecker gemacht?“

sam-carter-191161Ich hab gehört Menschenfleisch schmeckt wie Hühnchen, willst du mal probieren? Warum nicht? Wenn man schon mit Gott argumentieren möchte, dann sollte man sich mal fragen ob es wohl in Gottes Sinne ist, abertausende leidensfähige Geschöpfe überall auf der Welt in dunkle Hallen zu sperren, mit Antibiotika und Futter vollzustopfen und dann im Kindesalter maschinell zu töten. Hmmm…

Es gibt natürlich unzählige vegane Alternativen zu Fleisch (und Fisch), die diesem keinesfalls nachstehen. Viele der Gerichte, die du täglich zu die nimmst, sind ohnehin vegan. Wie, du isst nie etwas veganes? Keinen Apfel, keine Spaghetti Napoli, keinen Oreo-Keks…? Wohl kaum.

 

2. „Die Aufnahmen aus den Betrieben und Schlachthäusern sind ja nur Extremfälle!“

In Deutschland leben 95 % aller Rinder, 97 % aller Hühner und 99 % aller Schweine in Intensivhaltung. Diese Massentierhaltungsbetriebe werden in Deutschland nur ca. alle 3 Jahre mit vorheriger Ankündigung durch das Veterinäramt kontrolliert. Man kann sich ausmalen, was dort alles in der Zwischenzeit passiert.

Ja, es gibt Landwirt*innen, die Tiere unter guten Bedingungen halten, das möchte ich nicht abstreiten. Allerdings sind das nicht die Menschen, die mit dem Fleisch dieser getöteten Tiere Lidl, tegut, Kaufland und Co beliefern und ganz abgesehen davon: Kein Tier möchte für dein Essen leiden oder sterben, unabhängig davon, wie es gehalten wurde. Und denk mal darüber nach: Ist die Tötung / Ermordung eines glücklichen Tieres mehr entschuldbar als die Tötung eines unglücklichen Tieres? Die Antwort ist natürlich nein.

 

3. „Wo sollen denn die ganzen Tiere hin, wenn sie nicht mehr gegessen werden?“

Die hohe Anzahl an vermeintlichen „Nutztieren“ kommt lediglich dadurch zustande, dass sie in sogenannten „Tierproduktionsanlagen“ gezüchtet werden. Dabei kommen u.a. Wachstumshormone zum Einsatz, zum Beispiel PMSG, welches wiederum qualvoll aus dem Blut trächtiger Stuten gewonnen wird.

Außerdem werden viele Tiere mehrfach jährlich künstlich besamt oder mit anderen Worten vergewaltigt, zum Beispiel Kühe, damit die Milchleistung konstant bleibt oder Sauen, damit neue Ferkel für die Mast geboren werden.

Die Antwort auf die Frage ist, dass man die Tiere, die dann „übrig bleiben“ einfach in Ruhe und in Freiheit lässt. Sie sind unsere Mitgeschöpfe, nicht unser Eigentum.

 

4. „Woher kriegst du deine Proteine?“

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In pflanzlichen Lebensmitteln befinden sich hochwertige Proteine in rauen Mengen! Vergleicht man etwa 100g Rinderhack mit 100g Linsen, so erkennt man schnell, dass die Nährwertangaben der Linsen deutlich positiver sind: mehr Proteine, weniger Cholesterin, kaum gesättigte Fettsäuren, äußerst kalzium- und eisenreich. Besonders proteinreich sind Hülsenfrüchte und Nüsse, doch selbst Obst und Gemüse enthalten Eiweiß!

>> Lies mehr zum Thema in dem Artikel Proteine: Defizite oder viel Wind um nichts?

 

5. „Ich hab mich nicht umsonst zur Spitze der Nahrungskette hochgearbeitet.“

Du hast dich nirgendwo hochgearbeitet, sondern hattest das Privileg, in einem Land geboren zu werden, in dem es an nichts mangelt – stattdessen gibt es alles im Überfluss (außer Verständnis, Empathie und Solidarität). Kein Geburtsrecht der Welt erlaubt es dir, über das Leben anderer Lebewesen zu entscheiden. Allein der Begriff Nahrungskette ist altertümlich! Viel eher ist das Leben ein ständiger Kreislauf, alles ist  von einander abhängig.

 

6. „Erst durch den Verzehr von Fleisch wurde die menschliche Evolution möglich.“

Das Wort Evolution bedeutet Veränderung. Es gibt an, wie erfolgreich Lebewesen darin sind, sich an neue Lebenswelten anpassen. Wenn du dir jetzt mal die Gegebenheiten vorstellst, unter denen Menschen sich in der Steinzeit ernährt haben (keine Ackerbau, kein Strom…), dann wirst du feststellen, dass unsere Lebensbedingungen heute stark verändert sind. Wie haben heute die Möglichkeit uns pflanzlich vollwertig zu ernähren und (mit der Hilfe von Vitamin B12-Supplementierung) so gesund zu leben.

Der Mensch war in der Evolution so erfolgreich, da er in engen sozialen Gefügen lebte und füreinander Verantwortung übernahm, zusammenarbeitete und Ideen teilte und eben nicht deshalb, weil er sich unmenschlich verhielt.

 

7. „Ich esse ja auch nur ganz selten Fleisch und wenn, dann nur vom Fleischer/Bauern nebenan!“

Da ca. 98 % des in Deutschland verzehrten Fleisches aus der Massentierhaltung stammt, ist dieses häufige Argument bodenlos. Selbst die Menschen, die tatsächlich brav ihre durchschnittlich 60 Kg Fleisch im Jahr vom Metzger ihres Vertrauens holen (natürlich nur ganz selten!), beißen unterwegs in eine Currywurst auf die Hand, kaufen sich ein Fischbrötchen bei Nordsee oder bestellen beim Italiener nebenan Spaghetti Bolognese – natürlich alles aus der Massentierhaltung!

 

8. „Hitler war auch Vegetarier!“

Ja, Hitler hat tatsächlich kaum Fleisch gegessen. Das lag allerdings nicht daran, dass er so ein großes Herz für Tiere hatte, sondern weil ihm Fleisch auf den Magen schlug. Ja, richtig gehört! Herr Hitler hatte Probleme beim Kacken, wenn er Fleisch gegessen hat. Selbstverständlich lies sich die angebliche Tierfreundlichkeit des Föhrrrrers aber wunderbar zu Propagandazwecken nutzen.

 

9. „Die Freundin einer Freundin (…) war ja auch mal Veganerin und dann musste sie ins Krankenhaus.“

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Mit der berühmten Freundin würd ich mich gerne mal unterhalten! Ich frage bei solchen schwammigen Behauptungen erst einmal genauer nach, weshalb eigentlich. Hat sie vielleicht einen Vitamin B12-Mangel gehabt? Es ist ja schon beinahe beeindruckend, dass man es mehr als drei Jahre lang als Veganer*in schafft, nicht über die B12-Thematik zu stolpern und dann auf die Idee zu kommen, dass es eventuell sinnvoll sein könnte, zu supplementieren.

Waren es vielleicht der allseits bekannte Proteinmangel, den Veganer*innen so häufig erleiden? Auch das ist ein urbaner Mythos und bei näherer Betrachtung absoluter Quatsch, da es reichhaltige pflanzliche Eiweißquellen gibt.

 

10. „Pflanzen haben auch Gefühle!“

Das stimmt gewissermaßen – Pflanzen stehen in einem engen Kontakt zu ihrer Umwelt. Sie sind abhängig von Sonne und Wasser und besitzen oftmals Möglichkeiten zur Verteidigung vor Fressfeinden. Als Argument gegen eine vegane Ernährung ist dieser Sachverhalt allerdings hinfällig, da Pflanzen keine Schmerzen empfinden können – denn sie haben kein zentrales Nervensystem und kein Gehirn zur Reizverarbeitung.

Denk einen Moment nach über den evolotionstechnischen Sinn von Schmerz:

  • heiße Herdplatte →“Aua“ →Hand wegziehen.
  • Hinfallen→“Aua“→vorsichtiger laufen.

Der Unterschied zwischen Lebewesen MIT zentralem Nervensystem (Menschen, Tiere) und OHNE zentralem Nervensystem (Pflanzen,Pilze) ist der, dass wir uns als Reaktion bewegen können. Was wäre der Sinn von Schmerz für eine Pflanze? Richtig, es gäbe keinen Sinn, denn die Pflanze kann nach dem Warnsignal Schmerz nicht flüchten. Wer aus ethischen Gründen vegan lebt, tut dies mit dem Ziel unnötiges Leid zu verhindern – da Pflanzen keine Schmerzen oder Angst erleiden können, fallen diese nicht in diese Kategorie.

Ganz nebenbei: Schau mal auf den nächsten Punkt! Indirekt isst du noch viel mehr Pflanzen als ich. Ziemlich gefühlskalt, wenn man das so betrachtet, oder? ; )

11. „Du isst meinem Essen das Essen weg!“

Also genau genommen isst DU mein Essen weg. Ja, stell dir vor: das Schwein, welches du isst, hat vorher Grünzeug gefressen… und zwar eine ganze Menge, bis es ein Gewicht erreicht hatte, das einige Menschen als „schlachtreif“ erachten, um konkret zu werden: das Tier ist alt und schwer genug um es zu töten.

815 Millionen Menschen hungern momentan täglich, das entspricht jedem Neunten! Würde man die Pflanzen, z.B. Soja und Weizen nutzen, um Menschen zu versorgen statt Masttiere, könnte der Welthunger besiegt werden. Für eine Kalorie aus Rindfleisch gehen 10 Kalorien aus Getreide verloren, mit denen das Tier gefüttert wird.

78 % der Eiweißfuttermittel für die europäische Massentierhaltung stammt aus Importen und besteht größtenteils aus gentechnisch veändertem Soja. Ein Drittel der weltweiten Ackerfläche wird für die so genannte „Produktion von Nutztieren“ beansprucht.

 

12. „Unser Gebiss ist das eines Fleischfressers.“

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Wer auch immer dieses Gerücht in die Welt gesetzt hat, er hat ganze Arbeit dabei geleistet, es unter die Leute zu bringen.

Am Besten du gehst mal zum Spiegel und machst den Mund einmal weeeeeit auf. Siehst du dort Raubtierzähne? Sind das die Zähne, die du in ein Schwein hauen willst?

Der Mensch hat ein Allesfressergebiss, genau wie das Schwein! Und nein, nur weil man alles essen KANN, heißt nicht, dass man alles essen MUSS. Ich bin sicher, dir fallen haufenweise ( ←) unappetitliche Dinge ein, die du rein theoretisch essen könntest, aber du tust es trotzdem nicht.

 

13. „Es ist okay, Tiere zu essen, weil der Mensch den Tieren überlegen ist.“

Ach ja? In was denn alles….Hmmm… Ja, verbal kommunizieren, das können ein paar von uns ganz gut. Komplexe, abstrakte Sachverhalte erklären uns verstehen… Ja, das können ebenfalls Einige. Dann wären da noch der aufrechte Gang, der Glauben an eine höhere Macht…Stimmt, ja. Wenn ich so darüber nachdenke: Ich kenne jetzt zum Beispiel keinen Fisch, der aufrecht geht und eine Flunder-Kirche hab ich auch nie gesehen. Es ist also nicht abzustreiten, dass es einige Dinge gibt, die wir Menschen können, die andere Tiere nicht können. Dabei ist es durchaus fraglich, ob das alles so tolle Sachen sind!

Ein ganz wichtiger Sachverhalt wird dabei aber außen vor gelassen: Es gibt noch so viel mehr, was andere Tiere besser können als Menschen oder was der Mensch gleich mal garnicht kann. Wir können nicht atmen unter Wasser wie eine Forelle, können nicht fliegen wie eine Gans, leben in den meisten Fällen nicht treu mit eine*r Partner*in zusammen wie Pinguine, können nicht so schnell rennen wie ein Strauß oder so hoch springen wie ein Känguru.

Bevor jetzt die falsche Annahme entsteht, es ginge hier nur um körperliche oder leistungsbezogene Attribute: nein! Viele Tiere haben ein ausgesprochen komplexes Sozialverhalten, von dem sich die Menschheit einfach mal eine Scheibe abschneiden könnte!

Außerdem nicht zu vergessen: Wir beziehen in unsere Überlegungen nur das ein, was wir bereits zu wissen glauben. Ganz vieles über unsere Mitgeschöpfe liegt allerdings noch im Dunkeln und sind lediglich Schlussfolgerungen oder Annahmen. Alle Spezies auf unserem Planeten sind einzigartig, wundervoll und schützenswert. Die Besonderheit beim menschlichen Tier ist es, ein großes Spektrum an Fähigkeiten abzudecken, jedoch ist es völlig unsinnig, Fähigkeiten gegeneinander aufzuwiegen.

Jeder ist ein Genie! Aber wenn du einen Fisch danach beurteilst, ob er auf einen Baum klettern kann, wird er sein ganzes Leben glauben, dass er dumm ist.

14. „Willst du dem Löwen jetzt verbieten zu jagen?“

Willst du mir damit etwa sagen, wir seien wir Löwen? Schnupperst du auch zur Begrüßung deinem Chef am Hintern? Löwen sind Karnivoren und instinkt- / triebgeleitet, wir nicht! Unsere genetischen Anlagen und unsere Lebenswelt bieten uns ganz unterschiedliche Möglichkeiten. Löwen töten übrigens auch nicht – wie die Menschen – mehr als sie verzehren können: Allein in Deutschland werden jährlich 346 Millionen Kilo Fleisch weggeschmissen. Der Löwen-Vergleich hinkt wirklich an allen Ecken und Enden.

 

15. „Aber die Tiere wurden doch extra dafür gezüchtet!“

Ja, leider! Tatsächlich werden Tiere genetisch manipuliert, damit sie die Aufgaben, die die Menschen ihnen stellen, noch besser erfüllen können: Mehr Milch, Mehr Fleisch. Bedürfnisse der Tiere spielen dabei keinerlei Rolle. So kommt es, dass z.B. Masthühner schon nach wenigen Wochen nicht mehr stehen können, weil sie einfach zu viele Muskeln aufbauen und Fett ansetzen und die kleinen Beinchen sie nicht mehr tragen können. Dieses Argument ist also hinfällig: Wir als Menschen haben nicht das Recht in das Leben der Tiere auf diese Weise einzugreifen!

16. „Und wenn du jetzt auf einer einsamen Insel stranden würdest und da wären nur du und ein Schwein/Kaninchen/Huhn o.ä., würdest du es dann essen, um zu überleben?“

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Gegenfrage: Wenn DU auf einer Insel stranden würdest, auf der es alles gibt, würdest du dich dafür entscheiden, die Tiere zu töten? Denn genau das ist die Wahl, die wir jeden Tag neu treffen können. Ganz nebenbei: Wenn man schon so eine blöde Insel-Überlegung anstellt, ganz ehrlich… Ich und ein Huhn mitten im Meer, da rettet mich das Huhn auch nicht vor dem Verhungern! In diesem Falle kann man es also auch gleich bleiben lassen. Oh, du meinst, ich bin da mit einem Schwein? Das will ich aber sehen, wie du das Schwein mit bloßen Händen tötest und zerlegst und dann kiloweise das rohe Fleisch in dich reinstopfst! Fast schon schade, dass es auf der Insel ja auch kein Klo gibt.

 

17. „Also ich könnte das ja nicht!“

Doch, das könntest du allerdings auch. So ziemlich jede*r Veganer*in hat genau das Selbe gesagt, bevor sie/er vegan geworden ist. Wenn du einmal darüber nachdenkst, welche der Güter, die du konsumierst, ohnehin vegan sind, dann wird dir schnell einleuchten, dass Veganismus nichts mit Verzicht zu tun hat. Ganz wichtig ist es, über die Zustände in der Tierhaltung Bescheid zu wissen, so dass du genau weißt, warum du dich gegen den Konsum dieser Produkte entscheidest. Eine super Informationsquelle stellen hier thematisch passende Dokus dar, die dir mit Bildern noch einmal einen ganz anderen Input geben, als reiner Text.

Es gibt tolle Möglichkeiten sich zu vernetzen, online und auch „real“. In diesen Gruppen kannst du mehr lernen darüber, wie einfach es sein kann, vegan zu leben und erfährst ganz viel Rückhalt, wenn es einmal schwer werden sollte.

Vielleicht hast du ja mal Lust, ein paar vegane Gerichte auszuprobieren. Versuch dich dabei frei zu machen von alten Vorurteilen und lass dich darauf ein, Neues zu probieren. Es ist nicht wahr, dass alle veganen Produkte ungesund und „chemisch“ sind (alles auf der Welt ist Chemie, wenn man es ganz genau nimmt). Auch ohne Ersatzprodukte kannst du natürlich wundervolle Gerichte kochen, trau dich doch mal!

Bestimmt hast du auch einen Baumwollpullover…. shhhht…. der ist vegan! Bist sozusagen schon auf einem guten Weg, ganz aus Versehen!

18. „Aber eine Ausnahme kannst du doch mal machen!“

Es gibt keine Ausnahme, denn für jede dieser „Ausnahmen“ wird direkt Tierleid erzeugt. Wenn ich tierische Produkte konsumiere, dann bezahle ich direkt für das Leid, dass ihnen widerfährt.

Im übertragenen Sinne sage ich der Wirtschaft: „Weiter so, ich möchte mehr Milchpulver in meinen Keksen, ich möchte mehr Ei in meinen Nudeln, mehr Fleisch auf meiner Pizza.“

Das möchte ich erstens nicht, außerdem überkommt mich ein derartiger Ekel, wenn ich an die Umstände denke, die zum Entstehen des jeweiligen Produkts geführt haben, dass sich mein ganzer Körper gegen den Konsum wehrt.

19. „Vegetarisch geht ja noch, aber vegan ist zu krass!“

Wenn man aus ethischen Gründen vegetarisch lebt, dann ist man bei genauerem Hinsehen inkosequente* Veganer*in, denn überleg mal: Die armen Tiere, die sollen nicht meinetwegen getötet werden. Wenn ich aber Milch trinke, die eigentlich für ein Kalb vorgesehen ist, das dafür dann sterben muss, dann bin ich direkt für den Tod dieses Lebewesens verantwortlich, indem ich seine Muttermilch konsumiere.

Vegan ist überhaupt nicht krass, es bedeutet lediglich, wegzulassen, was ohnehin nicht für uns Menschen vorgesehen ist und ganz viele Lebensmittel, die du auch jetzt schon konsumierst, sind vegan, ganz ohne das du es gemerkt hast.

20. „Wegen deinem Tofu wird der Regenwald abgeholzt, das ist auch nicht besser.“

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Tofu besteht aus Soja. Tatsächlich wird Regenwald gerodet, damit noch mehr Soja angebaut werden kann und das nicht zu knapp! Etwa 65% des gerodeten Regenwalds geht für Soja drauf. Deutschland bezieht etwa 80% des importierten Sojas aus Südamerika um damit die ganzen gierigen Veganer*innen zu versorgen… nicht. Das ist natürlich Quatsch. Das Soja wird hier an Tiere in der Massentierhaltung verfüttert, an die Tiere, deren Erzeugnisse und deren Fleisch du dann zu dir nimmst. Damit wirst DU indirekt zur/zum Hauptkonsument*in von Soja und bist dadurch hauptsächlich für die Rodung des Regenwalds verantwortlich.

Die Fläche, auf der in Südamerika Futter für die EU angebaut wird, entspricht einem Drittel Deutschlands! Stell dir das doch mal bildlich vor, das ist der absolute Wahnsinn.

Die Abholzung des Regenwalds zerstört den Lebensraum zahlreicher Arten für immer, belastet das Klima nachhaltig und vertreibt Bäuerinnen und Bauern mit ihren Familien von ihren lang bewirtschafteten Grundstücken im Amazonas

21. „In anderen Ländern wird ja viel mehr Fleisch gegessen.“

In den letzten 50 Jahren hat sich die globale Fleischproduktion vervierfacht. Durschnittlich verzehrt ein Mensch auf der Welt 42 Kg Fleisch im Jahr – in Deutschland sind es 60 Kg (genau genommen 87 Kg, die Differenz von 27 Kg wird weggeschmissen). Es gibt durchaus Länder, die noch viel mehr Fleisch pro Kopf verbrauchen (z.B. Australien, USA, Österreich), welches allerdings keine Entschuldigung sein kann, das wir in Deutschland so weitermachen wie bisher.

 

>> Du kannst noch einen antiveganen Spruch beitragen, der dir schon zu den Ohren rauskommt und hast vielleicht sogar eine gute Reaktionsmöglichkeit darauf? Teil es doch mit uns allen in den Kommentaren! ( :

 

Sei gut zu dir!

~ Alina

 

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Dokus zum Thema Tierrecht/Veganismus

Die folgenden Filme habe ich alle selbst gesehen und zu den Besten ihrer Branche erkoren: informative und gut recherchierte Filme, die schon vielen Menschen die Augen geöffnet haben. Viele der aufgelisteten Filme zeigen brutale Gewalt, Misshandlungen, Folter, Vergewaltigung und Mord an Tieren. Wenn du bereits vegan lebst und entsprechend sensibilisiert bist, gibt es für mich keine Veranlassung, dich der Tortur dieser Aufnahmen auszusetzen.

Jedem Menschen, der sich (noch) nicht vegan ernährt und / oder vegan lebt, möchte ich ermutigen, sich die Dokus anzusehen.  Nein, wenn du die Filme nicht gesehen hast und nicht vegan lebst, hast du nicht begriffen… Wenn du tierische Produkte konsumierst, dann stell dich der Realität. Wenn du nach diesen Filmen und allem, was du über die Zustände in der Massentierhaltung, den Welthunger und die Gründe für den Niedergang des Planeten gelernt hast noch immer tierische Produkte konsumierst, dann ist es so. Vermutlich wirst du das aber nicht tun, weil jeder Mensch mit Herz und Verstand blickt, wie seine eigene Verhaltensweise mit diesen Zuständen zusammenhängt.

Denk immer daran: Du als Konsument*in gibst diese Dinge in Auftrag, wenn du entsprechende Produkte kaufst. Dein Einkaufszettel ist ein Stimmzettel, jedes Mal. Zusammen haben wir die Macht, die Welt zu einem Zuhause für alle Lebewesen zu machen.

 

1 Earthlings (deutsch, ganzer Film)

Earthlings hat wohl von allen Filmen zum Thema die meisten Veganer*innen generiert. Dieser Film, im englischen Original gesprochen von Joaquin Phoenix, zeigt die tatsächlichen Zustände in globaler Tierhaltung für Fleisch, Milch und Wolle, informiert über Zoos und Zirkusse, Tierversuche und stellt die Verbindung zwischen all diesen Themen her. Ein wunderbarer, schwer verdaubarer Film, den ich gerne zum Schulabschluss verpflichtend machen würde. Taschentücher bereithalten!

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

2 Cowspiracy (Trailer, deutsche Untertitel)

Investigativer Film über die Auswirkungen der Viehzucht auf unseren Planeten und die starke Fleisch- und Milchlobby, die die unbequemen Wahrheiten unter den Tisch zu kehren versucht.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

3 Gabel statt Skalpell (ganzer Film, deutsch)

Dieser Film zeigt den Zusammenhang von Erkrankungen mit der heutigen Ernährung auf und beleuchtet weit verbreitete Ernährungsmythen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

4 We Feed The World (ganzer Film, deutsch)

Dieser wunderbare Film zeigt auf, in wie fern der Welthunger mit unserem Ernährungs- und Lebensstil zu tun hat und mit welchen Mitteln Großkonzerne die globalisierte Welt systematisch zu ihren Gunsten untereinander aufteilen und uns dabei für dumm verkaufen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

5 Food, Inc. (Trailer, deutsch)

In diesem tollen Film wird erklärt, wie Großkonzerne die Lebensmittelindustrie beherrschen und wie Genmanipulation und Hormone in unserem Essen zum Einsatz kommen.

 

 

 

 

 

 

 

6 Hope for All (Trailer, deutsch)

„Hope for All“ ist ein großartiger Film, der den Zuschauern die Doppelmoral des typisch westlichen Lifestyles vor Augen führt und speziell auf die Zusammenhänge von Ernährung und Volkskrankheiten eingeht.

 

 

 

 

 

7 More than Honey (Trailer, englisch)

„More than Honey“ ist ein super produzierter Film, der die Antwort auf die Frage liefert, warum auch Honig nicht vegan ist.

 

 

…soon to come: Dominion

Dominion wird 2018 erscheinen und mit an Sicherheit angrenzende Wahrscheinlichkeit ein hochemotionaler Film werden. Die Aufnahmen im Trailer stammen unter anderem aus Riesenfarmen in Australien, wo Tiere in Mengen fernab unserer vorstellbaren Dimensionen gehalten werden.

 

 

Hormon PMSG – Blutfarmen für die Schweinezucht

Hast du jemals von dem Hormon PMSG gehört? Vermutlich nicht, es sei denn du arbeitest in einer Tierfabrik, einem Gestüt für teure Pferde oder bist in den hohen Rängen in einem der führenden internationalen Pharmakonzerne angestellt.

Dieser Beitrag ist keine leichte Kost und ich empfehle dir, ihn nur in einem Moment zu lesen, in dem du dich emotional gefestigt fühlst.

Was ist PMSG überhaupt?

PMSG ist eine Abkürzung für Pregnant Mares Serum Gonadotropin, es wird von trächtigen Stuten als Reaktion auf die Schwangerschaft gebildet. Soweit alles ganz normal.

Es hat sich unglücklicherweise allerdings gezeigt, dass eben jenes Hormon nicht nur dem ungeborenen Fohlen taugt, es stellt auch eine Arbeitserleichterung in weltweiten Tierfabriken dar, etwa bei Schweinen, Rindern, Schafen und Ziegen. Wird es zum Beispiel Sauen gegeben, so kann man die Zeit des Rauschens (der Zeit der Trächtigkeit bei Schweinen) synchronisieren, so dass die Sauen ihre Ferkel ziemlich zeitgleich bekommen. Nicht nur das: Jungsauen werden früher geschlechtsreif und die Anzahl der Ferkel pro Wurf erhöht sich! Für Betreiber*innen von Schweinefabriken ist dies äußerst lohnenswert, weshalb das Mittel auch in Deutschland zum Einsatz kommt. Da durch die Gabe des Stutenhormons zu viele Ferkel pro Sau geboren werden, werden „überflüssige“ Ferkel, für die die Mutter keine Zitze hat, getötet oder verhungern qualvoll. Zudem entstehen durch die übermäßige Einnistung von Eizellen natürlich auch vermehrt Mutationen und Fehlgeburten.

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Wie wird PMSG gewonnen?

Dank intensiver Recherchen der Tierschutzorganisation Animal Welfare gibt es mittlerweile recht umfangreiche Informationen zu der Gewinnung dieses Hormons, zu der ich euch die Kurzversion zusammengefasst habe.

Auf den sogenannten Blutfarmen, die es vor allem in Südamerika aber auch in Uruguay und sogar Europa gibt, stehen eng zusammengepfercht hunderte Stuten. Diese werden künstlich besamt um ihnen dann für die ersten 11 Wochen der Schwangerschaft ein- bis zweimal wöchentlich bis zu 10 Litern Blut abzunehmen! Diese wahnsinnige Menge, die etwa einem Viertel der gesamten Blutmenge eines Pferdes entspricht, wird dem Pferd mit riesigen Kanülen innerhalb einiger Minuten entzogen. Etwa 30 Prozent der Stuten versterben durch diesen Prozess.

Ist das Fohlen nach Beendigung der 11 Wochen noch nicht durch den extremen Nährstoffentzug gestorben, wird es durch die Arbeiter*innen auf den Blutfarmen per Hand abgetrieben, hierbei wird der Uterus des Pferdes unbetäubt mit einem Messer aufgeschlitzt, wodurch oft nicht „nur“ das Fohlen, sondern auch seine Mutter einen qualvollen Tod findet. Die Stute wird ohnehin getötet, sobald sie sich nicht mehr schnell besamen lässt. Es gibt keinerlei tierärztliche Versorgung. Auf den Videos von Animal Welfare ist deutlich zu sehen, wie die verängstigten Tiere mit Knüppelschlägen auf den Kopf durch metallene Gänge vorwärts getrieben werden, bis sie in einer Anbindehaltung enden, wo ihnen das Blut entzogen wird.

Und jetzt haltet euch fest: Es gibt derzeit 36 alternative synthetisch hergestellte Mittel für die Schweinezucht auf dem Markt, die PMSG ersetzen können. Trotzdem und trotz der dokumentierten massiven Tierrechtsverletzungen, sind PMSG-haltige Präparate weltweit und auch in Deutschland legal käuflich und großflächig im Einsatz.

Warum gibt es so geringe mediale Aufmerksamkeit?

Das Offensichtlichste zu erst: 100 Gramm des Hormons bringen etwa 900 000 Dollar. Die Haltung von Pferden zur Blutgewinnung gibt es in Europa (völlig unzureichende) „Tierschutzauflagen“, in Südamerika gibt es gar keine, auch Kontrollen selten bis nie. Es macht daher für die Verantwortlichen Sinn, die Tiermisshandlungen für die Gewinnung des Hormons hier unter Verschluss zu halten. Über den Einsatz von PMSG gibt es in der EU keine Meldepflicht, auch über die Mengen gibt es keine genauen Daten! Es sind derzeit 6 Arzneimittel mit dem Wirkstoff PMSG in Deutschland zugelassen, welche den Tieren in Kombination mit anderen Hormonpräparaten zugeführt werden.

Im Mai 2017 hat die Bundesregierung auf Anfrage der Partei Bündnis 90 / Die Grünen bekannt gegeben, bereits 2016 mit betreffenden Ländern gesprochen zu haben. Sie wollen deutlich gemacht haben, es sei auf eine Verbesserung der Umstände der Pferde hinzuarbeiten.

Derzeit steht besonders das Pharmaunternehmen IDT aus Dessau im Verruf, es hat nach Veröffentlichungen des MDRs angegeben, kein PMSG mehr aus Südamerika mehr zu beziehen. Zu den Vorwürfen, das Hormon weiterhin aus Pferdeblutfarmen in Uruguay zu beziehen, bezieht das Unternehmen keine Stellung, was Raum für Vermutungen lässt.

Insgesamt klingt das alles für mich wieder aufgeblasen, ein makabrer Scherz! Für die vergewaltigten und zutiefst misshandelten Pferde geändert hat sich laut Beobachtungen von Tierrechtsaktivist*innen bislang wohl nichts. Von den Schweinen, für die die die meisten Menschen noch weniger Empathie aufbringen können, die ihr Leben lang im Dunkeln verbringen, vergewaltigt, misshandelt und vor allem: vergessen.

Ich vergesse euch nicht. Ich denke an euch.

~ Alina

Weiterführende Quellen: Tierschutzbund, Deutschlandfunknova, Animal Welfare Foundation, Albert-Schweitzer-Stiftung

 

Vegan und Ohnmächtig? Nein!

Sicherlich bist du nicht ganz grundlos auf dieser Seite gelandet. Auch ich kenne das erdrückende Gefühl ohnmächtig vor den gesellschaftlichen, politischen und ökologischen Herausforderungen unserer Zeit zu stehen: gelähmt, desillusioniert, frustriert, traurig und aggressiv.

Als bei mir der Moment gekommen war, an dem ich nach einer offen gestanden langen Zeit des Lernens, endlich „verstanden“ hatte, als ich endlich begriffen hatte, wie die Welt in ihren Grundzügen funktioniert, wie die menschlichen Zahnrädchen dieser perfekt geölten Maschine unentwegt laufen für mehr, mehr, mehr… mehr Geld, mehr Besitz, mehr Erfolg, immer auf den Kosten Anderer, bin ich in ein Gefühlschaos geraten zwischen anfänglicher Euphorie „Es gibt ja so viele tolle Möglichkeiten!“ zu einem ergebenen „Das alles ist zu groß für mich, das ist ja Kämpfen gegen Windmühlen“.

Vor allem, als ich beschlossen hatte, mich diesem Muster nicht zu ergeben, sondern „etwas“ dagegen zu tun. Dieses „etwas tun“ ist nämlich leider äußerst unkonkret. Manchmal kommen diese unfähig machenden, negativen Gefühle noch immer in mir auf, mittlerweile habe ich aber einen recht guten Umgang damit gefunden und hoffe, dass ich dir mit meinen Hinweisen etwas unter die Arme greifen kann.

 

1. Don’t panic, organize!

Nichts ist schlimmer als das Gefühl, mit den eigenen Wünschen, Zielen und Träumen allein zu sein. Zusammenhalt verbindet, Gemeinschaft stärkt. Vor allem, wenn du in deinem Freundes- und Verwandtenkreis als Veganer*in allein bist, wird dir vermutlich oft versucht zu vermitteln, du seist wohl verrückt geworden, vom Mars oder anderen Himmelskörpern und sowieso: Du siehst das völlig falsch, weil wo sollen denn die ganzen Tiere hin, wenn sie niemand mehr isst.

Ja, da bleibt einem etwas das Lachen im Halse stecken, wenn das vegane Bullshit-Bingo voll im Gange ist. Am Anfang versucht man noch etwas mitzumachen, alles etwas runter zu spielen. Ich habe gelegentlich vorgegeben, es würde mich nicht stören, wenn neben meinem Grillgut Fleisch liegt. Es stört mich, sehr! Nein, ich möchte nicht, dass mein Essen Leichenteile berührt. Es ist widerlich und mir vergeht der Appetit. Wenn du Leute getroffen hast, denen es ebenso ergeht wie dir, wenn du merkst, dass nicht DU vom Mars bist, sondern es die Anderen einfach nicht gecheckt haben, nicht in ihrem Kopf, nicht in ihrem Herz, dann wird dir das alles so viel leichter fallen.

Was dir auch wunderbar helfen kann, ist, dich an öffentlichen Protesten zu beteiligen. Ja, du kannst auch jeden Tag 10 Videos von Peta teilen, gelegentlich teile ich auch solche Inhalte. Bei den realen Treffen ist die Verbindung noch einmal eine ganz andere. Für mich fühlt es sich wahnsinnig gut an, mit zig anderen Menschen zusammen die Stimme zu erheben.

Trau dich! Ich weiß, der erste Schritt braucht manchmal Überwindung. Man kennt niemanden, vielleicht wird das alles ja „oberpeinlich“. Glaub mir, es wird klasse. Die anderen Aktivist*innen werden absolut dankbar sein, dass ihre Gruppe Zulauf hat, denn oftmals sind auf den Demos keine Masse an Menschen, sondern immer wieder gleiche Gesichter. Selbstverständlich kann es ein guter Anfang sein, wenn du dich erst mal online über solche Gruppen informierst, auch via Facebook. In größeren Städten gibt es regelmäßig vegane Brunchs oder einen veganen Kaffeeklatsch, auch diese sind eine großartige Gelegenheit, um in Kontakt zu kommen.

 

2. Messe dich nicht an Anderen

Du bist ein wertvoller, empathischer Mensch, der unterdrückten und misshandelten Lebewesen seine Stimme leiht. Behandle dich gut, mach dir bewusst wie großartig dein Einsatz ist, auch wenn du „nur“ vegan lebst, damit meine ich: Du tust jetzt schon irrsinnig viel für diesen Planeten und alles, was auf ihm lebt. Ganz bestimmt wirst du auf andere Veganer*innen stoßen, die noch „so viel mehr“ machen. Das ist schön für die, hat mit dir aber initial nichts zu tun. Falls es dich inspirierst und du dann auch Lust hast, etwas Neues auszuprobieren, dann tu es. Sieh es bloß nicht als Maßstab, das führt schnell zur Frustration.

Ich selbst hole mir Inspirationen gern aus dem Internet, die ergeben sich einfach von selbst. Dann setze ich mir selbst ein kleines Ziel, z.B. „Ich möchte 3 Tage rohvegan essen“ oder „eine Woche keinen Kaffee trinken“ oder „fünf Tage keinen raffinierten Zucker essen“ und gucken, was es mit mir macht. Wie fühlt es sich an, habe ich darauf länger Lust? Dadurch lernt man sich und seine Grenzen super kennen, ohne es an die große Glocke hängen zu müssen oder irgendjemanden zu übertrumpfen. Gerade in den sozialen Medien wird uns gerne das „perfekte Leben“ präsentiert. HA! Was das perfekte Leben für dich ist, das bestimmst nur du allein. Probier dich aus, um deines Willen!

 

3. Schütze dich

Ich weiß, du hast begriffen, dass deine Mitmenschen sich emotional von den Lebewesen, die sie konsumieren, abgeschottet haben und das dies eine tragende Wurzel allen Übels ist, gegen das du kämpfst. Auch meine Timeline bei Facebook bestand zu einem früheren Zeitpunkt fast ausschließlich aus Videos, in denen man die Misshandlung und den Mord an Tieren sah. Es stimmt, wir verschließen unsere Augen nicht vor der Realität, aber du hast deine Konsequenzen gezogen. Du hast dich für die unpopuläre, dennoch auf allen Ebenen richtige Lösung entschieden, vegan zu leben. Das bedeutet, es ist nicht von Nöten, dich diesen Qualen immer wieder auszusetzen.

Es ist nicht deine Aufgabe, möglichst viel ertragen zu müssen! Nimm dir aktive Auszeiten, kümmere dich in dieser Zeit nur um dich selbst.

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4. Sei der Kolibri

Es gibt einen Waldbrand, alle Tiere flüchten und stehen hilflos vor dem sich ausbreitenden Feuer. Nur ein kleiner Kolibri fliegt eifrig zwischen dem Fluss und den brennenden Bäumen hin und her. Der Elefant fragt ihn verwundert „Was tust du da? Dein kleiner Schnabel trägt jeweils nur einen Tropfen. So wirst du das Feuer niemals löschen.“ Der Kolibri aber erwidert „Ich tue was ich kann, ich gebe mein Bestes.“

Die Geschichte ist frei nacherzählt von meinem guten Freund Davide, den ich im aktiven Tierschutz kennengelernt habe.

Du wirst viele Menschen in deinem Leben treffen, die so viel mehr Möglichkeiten hätten als du, Geld und Ressourcen in nützliche Projekte zu stecken, um Leben zu retten und lebenwert zu machen und die es einfach nicht tun. Stattdessen laufen sie erfundenen Wünschen und Träumen hinterher, irgendetwas zu besitzen, irgendetwas zu „schaffen“. Es kann beizeiten frustrierend sein und manchmal macht es mich auch einfach nur sauer.

Trotzdem: Du tust deinen Teil und ich meinen. Ein globales Umdenken kann und wird genau so stattfinden, in dem ich mein Handeln NICHT nach dem Anderer richte, sondern indem ich das Richtige tue: für mich und für andere, ins Besondere all diejenigen, die nicht gehört werden.

Es muss und wird nicht Jede*r gut finden oder nachvollziehen können, das müssen sie auch nicht. Hör auf dich und gib deine Prinzipien nicht auf, ergebe dich nicht der Masse. Kurz gesagt: Sei der Kolibri!

 

Proteine: Defizite oder viel Wind um nichts?

Den Vorwurf, Veganer*innen seien eiweißmangelernährt ist etwa genau so berühmt wie der einer Unterversorgung mit Vitamin B12. In diesem Beitrag gehe ich darauf ein, was es mit Proteinen in einer veganen Ernährung auf sich hat, ob Vorwürfe berechtigt sind und wie du dich mit Fakten easy aus der Affäre ziehen kannst.

 

Was sind Proteine und brauche ich sie überhaupt?

Umgangssprachlich werden Proteine auch Eiweiße genannt. Sie kommen in jeder Zelle vor und bestehen aus unterschiedlich zusammengesetzten Aminosäuren, welche für deinen Körper unentbehrlich sind: sie sind Bestandteil fast aller Organe und beeinflussen den Stoffwechsel als Enzyme. Verschiedene Aminosäuren verbinden sich zu Ketten. Je nachdem, wie die Aminosäuren in der Kette angeordnet sind und wie lang die Kette ist, entsteht ein anderes Protein. Das bedeutet, die Proteine in unserem Körper sind nicht alle gleich, sondern sie erfüllen unterschiedliche Aufgaben und haben verschiedene Eigenschaften. Über die Anordnung der Aminosäuren entscheiden deine Gene. Bei diesen Aminosäuren unterscheidet man solche, die der Körper selbst bilden kann (= nicht-essentielle Aminosäuren) von solchen, die der Körper nur durch Zufuhr von außen zu sich nehmen kann (= essentielle Aminosäuren).

In der folgenden Tabelle kannst du dir anschauen, wofür die einzelnen Aminosäuren im Körper gebraucht werden und in welchen veganen Lebensmitteln sie in höherer Konzentration vorkommen.

Aminosäuren 1

aminosäuren 2

Du siehst also, es ist ein Irrglaube, Proteine kämen nur in tierischen Erzeugnissen in hohen Konzentrationen vor: Gerade Hülsenfrüchte und Nüsse haben es proteintechnisch richtig drauf! Selbst mit dem Verzehr von Obst trägst du also zu deinem Proteinhaushalt bei – das erwarten Viele nicht! Vielleicht stellst du dir jetzt noch die Frage:

 

Wieviel Protein brauche ich eigentlich?

Grundsätzlicher Rat zu Beginn: Mach dich nicht verrückt! Wenn du dich ausgewogen ernährst, das heißt, oft selbst kochst und dabei verschiedene Gemüsesorten und Hülsenfrüchte verwendest, Obst isst und immer mal eine paar Nüsse, brauchst du dir um eine ausreichende Eiweißversorgung keine Gedanken zu machen!

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung rät zu einer täglichen Proteinzufuhr von 0,8 g pro Kg Körpergewicht. Das bedeutet, du kannst die für dich ideale Proteinmenge ganz einfach selbst errechnen:

Rechnung Eiweiß

Für Sportler*innen, die sich im Muskelaufbau befinden oder ihren Sport sehr intensiv betreiben, ist eine erhöhte Proteinzufuhr von bis zu 2 g Protein pro Kg Körpergewicht für abgesteckte Zeiträume sinnvoll. Höher sollte die Proteinzufuhr allerdings nicht steigen, da übermäßige Eiweißversorgung zu Eiweißablagerungen im Körper führt, die deine Gesundheit nachhaltig schädigen können: Das Blut wird zähflüssiger, es kann zur Überzuckerung (langfristig Diabetes Typ 2) kommen, da das Eiweiß nicht mehr komplett abgebaut werden kann. Auch Krebserkrankungen und andere chronische Erkrankungen stehen im Verdacht mit einer Eiweißüberversorgung zusammenzuhängen.

Kurz gesagt: Wer sich vegan vollwertig ernährt, braucht sich keine Sorgen über einen etwaigen Proteinmangel zu machen!

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