Meckerpost// Veganer Senf im Internet

oder: Wie Falschaussagen und Selbstprofilierung mir den Spaß an veganen Foren vermiesen

Wie die meisten von euch bin ich oft in den sozialen Medien unterwegs- auch, weil ich eben diesen Blog führe. Dabei fallen mir einige Aussagen auf, die in scheinbar jedem Kontext in jeder veganen Gruppe auf Facebook reflexartig wieder behauptet und kommentiert werden, die oftmals schlichtweg falsch, überhaupt nicht zielführend sind und die der veganen Bewegung meines Erachtens nachhaltig schaden.

Daher nehme ich mir in diesem Beitrag die Top 4 der für mich nervigsten Aussagen vor und gebe heute meinen eigenen Senf dazu- hier und da etwas frech, zugegeben- aber da staut sich auch etwas an über die Jahre. Es würde mich wundern, wenn Du hier nicht auch die ein oder andere Aussage liest, bei der du die Augen nicht weit genug in den Hinterkopf drehen kannst.

1 „Eier sind Hühnermenstruation.“

Nein, Eier sind keine Hühnermenstruation! Menstruationsblut besteht aus abgestoßener Gebärmutterschleimhaut, ein (Hühner-)Ei nicht. Es stimmt, dass ein (Hühner-)Ei die Eizelle enthält (befruchtet oder unbefruchtet), aber zu sagen, dass das Legen von Eiern das selbe wie menstruieren ist, ist schlichtweg falsch.

Und abgesehen davon: Es ist doch gar nicht nötig, Eier als Menstruationsprodukt zu bezeichnen um es „eklig“ wirken zu lassen. Mentruationsblut ist nämlich überhaupt nicht eklig, sondern ganz normal. Ob man allerdings etwas essen möchte, das aus dem gleichen Loch kommt, aus dem das Federtier auch kackt (Eier kommen aus der sogenannten Kloake)- das mag jede*r Konsument*in selbst entscheiden. Bäm.

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2 „Ersatzprodukte sind pure Chemie.“

Eine Aussage, wie sie pauschaler kaum sein könnte. Ja, alles im Leben besteht aus Chemie, da gibt es nichts zu leugnen- das ist aber per se überhaupt nichts schlechtes. Man sollte bei Ersatzprodukten ganz deutlich differenzieren, welche Inhaltsstoffe als bedenklich betrachtet werden können. Dies gilt allerdings nicht nur für Ersatzprodukte, sondern für alle Produkte! Wenn man beispielsweise die Inhaltsstoffangabe von veganem Wurstaufschnitt  mit der von tierischem Wustaufschnitt vergleicht fällt auf, dass diese oftmals gleichlang sind und ähnlich fremdartig klingende Begriffe enthalten, die oftmals Bindemittel, Aromen- und Farbstoffe bezeichnen und ggf. auch kaschieren sollen.  Kritik an konkreten Inhaltstoffen ist selbstverständlich gerechtfertigt und kann ein sinnvoller Beitrag im Gespräch sein- allerdings lese ich solch explizite Hinweise eher selten.

Übrigens, Tofu ist kein Ersatzprodukt, wird aber immer wieder gern so bezeichnet. Tofu ist seit Jahrhunderten ein Grundnahrungsmittel im asiatischen Raum.



3 „Produkt XY ist vielleicht lecker, aber viel zu ungesund und überhaupt kann man das viel besser selber machen.“

In jeder Kommentarspalte gibt es unter 50 Kommentaren auf eine Frage nach dem Geschmack oder der Verfügbarkeit eines Produkts einfach immer diese zwei, drei Super-Veganer*innen, die ihren vermeindlich viel gesünderen Senf auf jede- noch so unpassende- Frage streichen müssen. Erfahrungsgemäß interessiert es wirklich niemanden, dass ihr euer Leben perfekt meistert und es selbstverständlich neben 5 geretteten Hunden und zwei Jobs und ’nem Kind und ’ner Beziehung und ’nem Hobby und… noch schafft, all eure zuckerfreien, glutenfreien Aufstriche selbst zu machen. Und nein, natürlich nicht im Thermomix- das wäre aber auch echt nicht öko genug. Ironie aus.

Mensch Leute, reißt euch doch bitte mal ein bisschen zusammen und beantwortet einfach die Frage! Es ist toll, andere Menschen an den eigenen Erfahrungen teilhaben zu lassen und Erprobtes zu teilen- wirklich! Aber nur, wenn auch danach gefragt wurde! Es ist hingegen gar nicht toll, seinen Mitmenschen ständig etwas aufzudrängen, ihnen dadurch das Gefühl zu geben, den veganen Gedanken nicht gut genug umzusetzen, gegen Andere abzustinken und den eigenen Körper durch den Genuss von veganer Torte mit Industriezucker mutwillig zu zerstören.

4 „Impfen ist nicht vegan.“

Mir schwillt ja meistens schon beim Lesen der ersten Kommentare zum Thema -egal um was es im Ausgangspost ging- der Kamm! Ja, die Impfstoffe sind nicht vegan und ja, sie wurden an Tieren getestet und JA, das ist scheiße. Scheiße, da, ich hab’s geschrieben! Aber: sich und seine Kinder deswegen nicht zu impfen und dadurch diese und Millionen anderer Menschen hochansteckenden, unheilbaren Infektionskrankheiten auszusetzen, die schwerwiegende (Spät-)Folgen wie körperliche und geistige Behinderungen und den Tod haben- das kann nun wirklich auch nicht ethisch korrekt (und vegan) genannt werden.

Das Ziel eines ethisch motivierten veganen Lebenstils wäre doch etwa so: Das Leid von Tieren (inkl. Menschen!) verringern, bestenfalls abschaffen. Das das mit einem Leben in dieser Gesellschaft nicht immer und nicht einhundertprozentig geht, das weiß doch jede*r von uns! Abgesehen von den Personen, die wirklich in ihrer Hütte wohnen, ihre Pflanzen ohne Pestizide anbauen, keine Medikamente nehmen, nie Auto und Co fahren, kein Handy, TV oder sonstwas haben (und, und, und… ihr versteht, was ich meine) müssen wir alle damit leben, dass einige unserer Handlungen ethisch nicht einwandfrei sind- das geht in dieser globalisiwerten Welt auch kaum noch! Es geht darum, die bessere Entscheidung zu treffen und auch das im eigenen Tempo.

Es ist wissenschaftlich anhand von Statistiken eindeutig belegt (ja, wirklich!), dass man als nichtgeimpfte Person ein unfassbar hohes Risiko für sich und andere ungeimpfte Personen darstellt und das die Wahrscheinlichkeit einen Impfschaden zu erleiden extrem gering ist. Und ja, es tut mir leid, wenn ihr eine Person in der Familie oder dem Bekanntenkreis habt, die einen Impfschaden erlitten hat. Das ist furchtbar- wirklich!- aber es verändert eben die statistische Wahrheit nicht, dass es für die Person selbst und alle Mitmenschen wesentlich sinnvoller ist, sich impfen zu lassen, als es nicht zu tun. Impfen rettet leben! Auch, bis in Zukunft vegane Impfstoffe entwickelt werden, ist impfen eine vegane (die „veganere“/ ethisch korrektere/ verantwortungsvollere) Handlung.

An alle Hater: Mir ist übrigens absolut bewusst, dass es eine persönliche Entscheidung ist, sich impfen zu lassen. Noch. Bei Kindern verstehe ich persönlich da keinen Spaß- denn die können nichts dafür, dass ihr da nicht gut genug informiert seid. Und nein, ich hab nicht an der Youtube-Universität studiert und bin nicht von der Pharmaindustrie gekauft (haaa haaa- wie lustig.), sondern ich bin Krankenschwester und Heilpraktikerin- ja, echt, kein Scherz.

So, das musste jetzt einfach mal raus! Mir ist klar, dass ich mich damit nicht unbedingt bei allen beliebt mache- aber ich sags trotzdem.

Haltung hat, wer sich nicht bückt und doch geneigt ist.

– Klaus Klages

An alle, die es frohen Mutes und vielleicht etwas schmunzelnd bis hier her geschafft und noch keine Gewaltfantasien entwickelt haben wünsche ich noch einen fabelhaften Tag.

Ich bin dankbar für euch alle, die das Miteinander online schön machen! Vegane Gruppen können auch wundervoll und inspirierend sein.

Lasst es euch gut gehen!

~ Alina



21 antivegane Sprüche und schlagfertige Reaktionsmöglichkeiten

Jede*r Veganer*in kennt diese furchtbaren Situationen, in denen man sich plötzlich für seine Lebensweise / Ernährung rechtfertigen soll. Vielleicht fällt dir nicht jedesmal gleich was Schlaues zum Kontern ein oder du bist zu perplex, um auf das Gesagte zu reagieren. Nur um es vorweg zu sagen: Auf richtig beleidigendes Gesafte musst du selbstverständlich gar nicht reagieren.

Oftmals möchte ich aber doch etwas sagen; ein beeindruckender Fakt, eine passender Vergleich, eine Gegenfrage. Vielleicht können dich meine Überlegungen zu den meistgehörten Fragen und Sätzen aus dem „Veganen Bullshit-Bingo“, wie es gerne genannt wird, etwas unterstützen.

 

 

1. „Wenn Gott nicht gewollt hatte, dass wir Tiere essen, warum hat er sie dann so lecker gemacht?“

sam-carter-191161Ich hab gehört Menschenfleisch schmeckt wie Hühnchen, willst du mal probieren? Warum nicht? Wenn man schon mit Gott argumentieren möchte, dann sollte man sich mal fragen ob es wohl in Gottes Sinne ist, abertausende leidensfähige Geschöpfe überall auf der Welt in dunkle Hallen zu sperren, mit Antibiotika und Futter vollzustopfen und dann im Kindesalter maschinell zu töten. Hmmm…

Es gibt natürlich unzählige vegane Alternativen zu Fleisch (und Fisch), die diesem keinesfalls nachstehen. Viele der Gerichte, die du täglich zu die nimmst, sind ohnehin vegan. Wie, du isst nie etwas veganes? Keinen Apfel, keine Spaghetti Napoli, keinen Oreo-Keks…? Wohl kaum.

 

2. „Die Aufnahmen aus den Betrieben und Schlachthäusern sind ja nur Extremfälle!“

In Deutschland leben 95 % aller Rinder, 97 % aller Hühner und 99 % aller Schweine in Intensivhaltung. Diese Massentierhaltungsbetriebe werden in Deutschland nur ca. alle 3 Jahre mit vorheriger Ankündigung durch das Veterinäramt kontrolliert. Man kann sich ausmalen, was dort alles in der Zwischenzeit passiert.

Ja, es gibt Landwirt*innen, die Tiere unter guten Bedingungen halten, das möchte ich nicht abstreiten. Allerdings sind das nicht die Menschen, die mit dem Fleisch dieser getöteten Tiere Lidl, tegut, Kaufland und Co beliefern und ganz abgesehen davon: Kein Tier möchte für dein Essen leiden oder sterben, unabhängig davon, wie es gehalten wurde. Und denk mal darüber nach: Ist die Tötung / Ermordung eines glücklichen Tieres mehr entschuldbar als die Tötung eines unglücklichen Tieres? Die Antwort ist natürlich nein.

 

3. „Wo sollen denn die ganzen Tiere hin, wenn sie nicht mehr gegessen werden?“

Die hohe Anzahl an vermeintlichen „Nutztieren“ kommt lediglich dadurch zustande, dass sie in sogenannten „Tierproduktionsanlagen“ gezüchtet werden. Dabei kommen u.a. Wachstumshormone zum Einsatz, zum Beispiel PMSG, welches wiederum qualvoll aus dem Blut trächtiger Stuten gewonnen wird.

Außerdem werden viele Tiere mehrfach jährlich künstlich besamt oder mit anderen Worten vergewaltigt, zum Beispiel Kühe, damit die Milchleistung konstant bleibt oder Sauen, damit neue Ferkel für die Mast geboren werden.

Die Antwort auf die Frage ist, dass man die Tiere, die dann „übrig bleiben“ einfach in Ruhe und in Freiheit lässt. Sie sind unsere Mitgeschöpfe, nicht unser Eigentum.

 

4. „Woher kriegst du deine Proteine?“

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In pflanzlichen Lebensmitteln befinden sich hochwertige Proteine in rauen Mengen! Vergleicht man etwa 100g Rinderhack mit 100g Linsen, so erkennt man schnell, dass die Nährwertangaben der Linsen deutlich positiver sind: mehr Proteine, weniger Cholesterin, kaum gesättigte Fettsäuren, äußerst kalzium- und eisenreich. Besonders proteinreich sind Hülsenfrüchte und Nüsse, doch selbst Obst und Gemüse enthalten Eiweiß!

>> Lies mehr zum Thema in dem Artikel Proteine: Defizite oder viel Wind um nichts?

 

5. „Ich hab mich nicht umsonst zur Spitze der Nahrungskette hochgearbeitet.“

Du hast dich nirgendwo hochgearbeitet, sondern hattest das Privileg, in einem Land geboren zu werden, in dem es an nichts mangelt – stattdessen gibt es alles im Überfluss (außer Verständnis, Empathie und Solidarität). Kein Geburtsrecht der Welt erlaubt es dir, über das Leben anderer Lebewesen zu entscheiden. Allein der Begriff Nahrungskette ist altertümlich! Viel eher ist das Leben ein ständiger Kreislauf, alles ist  von einander abhängig.

 

6. „Erst durch den Verzehr von Fleisch wurde die menschliche Evolution möglich.“

Das Wort Evolution bedeutet Veränderung. Es gibt an, wie erfolgreich Lebewesen darin sind, sich an neue Lebenswelten anpassen. Wenn du dir jetzt mal die Gegebenheiten vorstellst, unter denen Menschen sich in der Steinzeit ernährt haben (keine Ackerbau, kein Strom…), dann wirst du feststellen, dass unsere Lebensbedingungen heute stark verändert sind. Wie haben heute die Möglichkeit uns pflanzlich vollwertig zu ernähren und (mit der Hilfe von Vitamin B12-Supplementierung) so gesund zu leben.

Der Mensch war in der Evolution so erfolgreich, da er in engen sozialen Gefügen lebte und füreinander Verantwortung übernahm, zusammenarbeitete und Ideen teilte und eben nicht deshalb, weil er sich unmenschlich verhielt.

 

7. „Ich esse ja auch nur ganz selten Fleisch und wenn, dann nur vom Fleischer/Bauern nebenan!“

Da ca. 98 % des in Deutschland verzehrten Fleisches aus der Massentierhaltung stammt, ist dieses häufige Argument bodenlos. Selbst die Menschen, die tatsächlich brav ihre durchschnittlich 60 Kg Fleisch im Jahr vom Metzger ihres Vertrauens holen (natürlich nur ganz selten!), beißen unterwegs in eine Currywurst auf die Hand, kaufen sich ein Fischbrötchen bei Nordsee oder bestellen beim Italiener nebenan Spaghetti Bolognese – natürlich alles aus der Massentierhaltung!

 

8. „Hitler war auch Vegetarier!“

Ja, Hitler hat tatsächlich kaum Fleisch gegessen. Das lag allerdings nicht daran, dass er so ein großes Herz für Tiere hatte, sondern weil ihm Fleisch auf den Magen schlug. Ja, richtig gehört! Herr Hitler hatte Probleme beim Kacken, wenn er Fleisch gegessen hat. Selbstverständlich lies sich die angebliche Tierfreundlichkeit des Föhrrrrers aber wunderbar zu Propagandazwecken nutzen.

 

9. „Die Freundin einer Freundin (…) war ja auch mal Veganerin und dann musste sie ins Krankenhaus.“

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Mit der berühmten Freundin würd ich mich gerne mal unterhalten! Ich frage bei solchen schwammigen Behauptungen erst einmal genauer nach, weshalb eigentlich. Hat sie vielleicht einen Vitamin B12-Mangel gehabt? Es ist ja schon beinahe beeindruckend, dass man es mehr als drei Jahre lang als Veganer*in schafft, nicht über die B12-Thematik zu stolpern und dann auf die Idee zu kommen, dass es eventuell sinnvoll sein könnte, zu supplementieren.

Waren es vielleicht der allseits bekannte Proteinmangel, den Veganer*innen so häufig erleiden? Auch das ist ein urbaner Mythos und bei näherer Betrachtung absoluter Quatsch, da es reichhaltige pflanzliche Eiweißquellen gibt.

 

10. „Pflanzen haben auch Gefühle!“

Das stimmt gewissermaßen – Pflanzen stehen in einem engen Kontakt zu ihrer Umwelt. Sie sind abhängig von Sonne und Wasser und besitzen oftmals Möglichkeiten zur Verteidigung vor Fressfeinden. Als Argument gegen eine vegane Ernährung ist dieser Sachverhalt allerdings hinfällig, da Pflanzen keine Schmerzen empfinden können – denn sie haben kein zentrales Nervensystem und kein Gehirn zur Reizverarbeitung.

Denk einen Moment nach über den evolotionstechnischen Sinn von Schmerz:

  • heiße Herdplatte →“Aua“ →Hand wegziehen.
  • Hinfallen→“Aua“→vorsichtiger laufen.

Der Unterschied zwischen Lebewesen MIT zentralem Nervensystem (Menschen, Tiere) und OHNE zentralem Nervensystem (Pflanzen,Pilze) ist der, dass wir uns als Reaktion bewegen können. Was wäre der Sinn von Schmerz für eine Pflanze? Richtig, es gäbe keinen Sinn, denn die Pflanze kann nach dem Warnsignal Schmerz nicht flüchten. Wer aus ethischen Gründen vegan lebt, tut dies mit dem Ziel unnötiges Leid zu verhindern – da Pflanzen keine Schmerzen oder Angst erleiden können, fallen diese nicht in diese Kategorie.

Ganz nebenbei: Schau mal auf den nächsten Punkt! Indirekt isst du noch viel mehr Pflanzen als ich. Ziemlich gefühlskalt, wenn man das so betrachtet, oder? ; )

11. „Du isst meinem Essen das Essen weg!“

Also genau genommen isst DU mein Essen weg. Ja, stell dir vor: das Schwein, welches du isst, hat vorher Grünzeug gefressen… und zwar eine ganze Menge, bis es ein Gewicht erreicht hatte, das einige Menschen als „schlachtreif“ erachten, um konkret zu werden: das Tier ist alt und schwer genug um es zu töten.

815 Millionen Menschen hungern momentan täglich, das entspricht jedem Neunten! Würde man die Pflanzen, z.B. Soja und Weizen nutzen, um Menschen zu versorgen statt Masttiere, könnte der Welthunger besiegt werden. Für eine Kalorie aus Rindfleisch gehen 10 Kalorien aus Getreide verloren, mit denen das Tier gefüttert wird.

78 % der Eiweißfuttermittel für die europäische Massentierhaltung stammt aus Importen und besteht größtenteils aus gentechnisch veändertem Soja. Ein Drittel der weltweiten Ackerfläche wird für die so genannte „Produktion von Nutztieren“ beansprucht.

 

12. „Unser Gebiss ist das eines Fleischfressers.“

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Wer auch immer dieses Gerücht in die Welt gesetzt hat, er hat ganze Arbeit dabei geleistet, es unter die Leute zu bringen.

Am Besten du gehst mal zum Spiegel und machst den Mund einmal weeeeeit auf. Siehst du dort Raubtierzähne? Sind das die Zähne, die du in ein Schwein hauen willst?

Der Mensch hat ein Allesfressergebiss, genau wie das Schwein! Und nein, nur weil man alles essen KANN, heißt nicht, dass man alles essen MUSS. Ich bin sicher, dir fallen haufenweise ( ←) unappetitliche Dinge ein, die du rein theoretisch essen könntest, aber du tust es trotzdem nicht.

 

13. „Es ist okay, Tiere zu essen, weil der Mensch den Tieren überlegen ist.“

Ach ja? In was denn alles….Hmmm… Ja, verbal kommunizieren, das können ein paar von uns ganz gut. Komplexe, abstrakte Sachverhalte erklären uns verstehen… Ja, das können ebenfalls Einige. Dann wären da noch der aufrechte Gang, der Glauben an eine höhere Macht…Stimmt, ja. Wenn ich so darüber nachdenke: Ich kenne jetzt zum Beispiel keinen Fisch, der aufrecht geht und eine Flunder-Kirche hab ich auch nie gesehen. Es ist also nicht abzustreiten, dass es einige Dinge gibt, die wir Menschen können, die andere Tiere nicht können. Dabei ist es durchaus fraglich, ob das alles so tolle Sachen sind!

Ein ganz wichtiger Sachverhalt wird dabei aber außen vor gelassen: Es gibt noch so viel mehr, was andere Tiere besser können als Menschen oder was der Mensch gleich mal garnicht kann. Wir können nicht atmen unter Wasser wie eine Forelle, können nicht fliegen wie eine Gans, leben in den meisten Fällen nicht treu mit eine*r Partner*in zusammen wie Pinguine, können nicht so schnell rennen wie ein Strauß oder so hoch springen wie ein Känguru.

Bevor jetzt die falsche Annahme entsteht, es ginge hier nur um körperliche oder leistungsbezogene Attribute: nein! Viele Tiere haben ein ausgesprochen komplexes Sozialverhalten, von dem sich die Menschheit einfach mal eine Scheibe abschneiden könnte!

Außerdem nicht zu vergessen: Wir beziehen in unsere Überlegungen nur das ein, was wir bereits zu wissen glauben. Ganz vieles über unsere Mitgeschöpfe liegt allerdings noch im Dunkeln und sind lediglich Schlussfolgerungen oder Annahmen. Alle Spezies auf unserem Planeten sind einzigartig, wundervoll und schützenswert. Die Besonderheit beim menschlichen Tier ist es, ein großes Spektrum an Fähigkeiten abzudecken, jedoch ist es völlig unsinnig, Fähigkeiten gegeneinander aufzuwiegen.

Jeder ist ein Genie! Aber wenn du einen Fisch danach beurteilst, ob er auf einen Baum klettern kann, wird er sein ganzes Leben glauben, dass er dumm ist.

14. „Willst du dem Löwen jetzt verbieten zu jagen?“

Willst du mir damit etwa sagen, wir seien wir Löwen? Schnupperst du auch zur Begrüßung deinem Chef am Hintern? Löwen sind Karnivoren und instinkt- / triebgeleitet, wir nicht! Unsere genetischen Anlagen und unsere Lebenswelt bieten uns ganz unterschiedliche Möglichkeiten. Löwen töten übrigens auch nicht – wie die Menschen – mehr als sie verzehren können: Allein in Deutschland werden jährlich 346 Millionen Kilo Fleisch weggeschmissen. Der Löwen-Vergleich hinkt wirklich an allen Ecken und Enden.

 

15. „Aber die Tiere wurden doch extra dafür gezüchtet!“

Ja, leider! Tatsächlich werden Tiere genetisch manipuliert, damit sie die Aufgaben, die die Menschen ihnen stellen, noch besser erfüllen können: Mehr Milch, Mehr Fleisch. Bedürfnisse der Tiere spielen dabei keinerlei Rolle. So kommt es, dass z.B. Masthühner schon nach wenigen Wochen nicht mehr stehen können, weil sie einfach zu viele Muskeln aufbauen und Fett ansetzen und die kleinen Beinchen sie nicht mehr tragen können. Dieses Argument ist also hinfällig: Wir als Menschen haben nicht das Recht in das Leben der Tiere auf diese Weise einzugreifen!

16. „Und wenn du jetzt auf einer einsamen Insel stranden würdest und da wären nur du und ein Schwein/Kaninchen/Huhn o.ä., würdest du es dann essen, um zu überleben?“

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Gegenfrage: Wenn DU auf einer Insel stranden würdest, auf der es alles gibt, würdest du dich dafür entscheiden, die Tiere zu töten? Denn genau das ist die Wahl, die wir jeden Tag neu treffen können. Ganz nebenbei: Wenn man schon so eine blöde Insel-Überlegung anstellt, ganz ehrlich… Ich und ein Huhn mitten im Meer, da rettet mich das Huhn auch nicht vor dem Verhungern! In diesem Falle kann man es also auch gleich bleiben lassen. Oh, du meinst, ich bin da mit einem Schwein? Das will ich aber sehen, wie du das Schwein mit bloßen Händen tötest und zerlegst und dann kiloweise das rohe Fleisch in dich reinstopfst! Fast schon schade, dass es auf der Insel ja auch kein Klo gibt.

 

17. „Also ich könnte das ja nicht!“

Doch, das könntest du allerdings auch. So ziemlich jede*r Veganer*in hat genau das Selbe gesagt, bevor sie/er vegan geworden ist. Wenn du einmal darüber nachdenkst, welche der Güter, die du konsumierst, ohnehin vegan sind, dann wird dir schnell einleuchten, dass Veganismus nichts mit Verzicht zu tun hat. Ganz wichtig ist es, über die Zustände in der Tierhaltung Bescheid zu wissen, so dass du genau weißt, warum du dich gegen den Konsum dieser Produkte entscheidest. Eine super Informationsquelle stellen hier thematisch passende Dokus dar, die dir mit Bildern noch einmal einen ganz anderen Input geben, als reiner Text.

Es gibt tolle Möglichkeiten sich zu vernetzen, online und auch „real“. In diesen Gruppen kannst du mehr lernen darüber, wie einfach es sein kann, vegan zu leben und erfährst ganz viel Rückhalt, wenn es einmal schwer werden sollte.

Vielleicht hast du ja mal Lust, ein paar vegane Gerichte auszuprobieren. Versuch dich dabei frei zu machen von alten Vorurteilen und lass dich darauf ein, Neues zu probieren. Es ist nicht wahr, dass alle veganen Produkte ungesund und „chemisch“ sind (alles auf der Welt ist Chemie, wenn man es ganz genau nimmt). Auch ohne Ersatzprodukte kannst du natürlich wundervolle Gerichte kochen, trau dich doch mal!

Bestimmt hast du auch einen Baumwollpullover…. shhhht…. der ist vegan! Bist sozusagen schon auf einem guten Weg, ganz aus Versehen!

18. „Aber eine Ausnahme kannst du doch mal machen!“

Es gibt keine Ausnahme, denn für jede dieser „Ausnahmen“ wird direkt Tierleid erzeugt. Wenn ich tierische Produkte konsumiere, dann bezahle ich direkt für das Leid, dass ihnen widerfährt.

Im übertragenen Sinne sage ich der Wirtschaft: „Weiter so, ich möchte mehr Milchpulver in meinen Keksen, ich möchte mehr Ei in meinen Nudeln, mehr Fleisch auf meiner Pizza.“

Das möchte ich erstens nicht, außerdem überkommt mich ein derartiger Ekel, wenn ich an die Umstände denke, die zum Entstehen des jeweiligen Produkts geführt haben, dass sich mein ganzer Körper gegen den Konsum wehrt.

19. „Vegetarisch geht ja noch, aber vegan ist zu krass!“

Wenn man aus ethischen Gründen vegetarisch lebt, dann ist man bei genauerem Hinsehen inkosequente* Veganer*in, denn überleg mal: Die armen Tiere, die sollen nicht meinetwegen getötet werden. Wenn ich aber Milch trinke, die eigentlich für ein Kalb vorgesehen ist, das dafür dann sterben muss, dann bin ich direkt für den Tod dieses Lebewesens verantwortlich, indem ich seine Muttermilch konsumiere.

Vegan ist überhaupt nicht krass, es bedeutet lediglich, wegzulassen, was ohnehin nicht für uns Menschen vorgesehen ist und ganz viele Lebensmittel, die du auch jetzt schon konsumierst, sind vegan, ganz ohne das du es gemerkt hast.

20. „Wegen deinem Tofu wird der Regenwald abgeholzt, das ist auch nicht besser.“

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Tofu besteht aus Soja. Tatsächlich wird Regenwald gerodet, damit noch mehr Soja angebaut werden kann und das nicht zu knapp! Etwa 65% des gerodeten Regenwalds geht für Soja drauf. Deutschland bezieht etwa 80% des importierten Sojas aus Südamerika um damit die ganzen gierigen Veganer*innen zu versorgen… nicht. Das ist natürlich Quatsch. Das Soja wird hier an Tiere in der Massentierhaltung verfüttert, an die Tiere, deren Erzeugnisse und deren Fleisch du dann zu dir nimmst. Damit wirst DU indirekt zur/zum Hauptkonsument*in von Soja und bist dadurch hauptsächlich für die Rodung des Regenwalds verantwortlich.

Die Fläche, auf der in Südamerika Futter für die EU angebaut wird, entspricht einem Drittel Deutschlands! Stell dir das doch mal bildlich vor, das ist der absolute Wahnsinn.

Die Abholzung des Regenwalds zerstört den Lebensraum zahlreicher Arten für immer, belastet das Klima nachhaltig und vertreibt Bäuerinnen und Bauern mit ihren Familien von ihren lang bewirtschafteten Grundstücken im Amazonas

21. „In anderen Ländern wird ja viel mehr Fleisch gegessen.“

In den letzten 50 Jahren hat sich die globale Fleischproduktion vervierfacht. Durschnittlich verzehrt ein Mensch auf der Welt 42 Kg Fleisch im Jahr – in Deutschland sind es 60 Kg (genau genommen 87 Kg, die Differenz von 27 Kg wird weggeschmissen). Es gibt durchaus Länder, die noch viel mehr Fleisch pro Kopf verbrauchen (z.B. Australien, USA, Österreich), welches allerdings keine Entschuldigung sein kann, das wir in Deutschland so weitermachen wie bisher.

 

>> Du kannst noch einen antiveganen Spruch beitragen, der dir schon zu den Ohren rauskommt und hast vielleicht sogar eine gute Reaktionsmöglichkeit darauf? Teil es doch mit uns allen in den Kommentaren! ( :

 

Sei gut zu dir!

~ Alina

 

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Warum vegan?

Die Gründe, sich für eine vegane Ernährung und vielleicht auch einen veganen Lebensstil zu entscheiden sind vielfältig und haben sicherlich alle ihre Berechtigung.

Meine persönliche zentrale Motivation stellt die größtmögliche Vermeidung von Tierleid dar. Vielen Menschen ist nach wie vor nicht bewusst, dass dieses nicht ausschließlich bei der Fleisch“produktion“ entsteht, sondern im gleichen Maße auch bei der Tierhaltung zur Gewinnung von Milch oder Eiern.

„Aber eine Kuh gibt doch sowieso Milch!“

Schon lange hat die Realität in Tierhaltungsbetrieben rund um die Welt nichts mehr mit dem verklärt-idyllischen Bild zu tun, das wir haben, wenn wir an glücklich grasende Kühe auf einer Alm denken, die morgens und abends jeweils per Hand gemolken werden. Tatsächlich muss eine Kuh, ebenso wie ein Mensch, Nachkommen zur Welt gebracht haben, damit sie Milch gibt.

Und da zeigt sich schon die erste Perversion: Der Mensch trinkt die Muttermilch einer anderen Spezies. Die Milch, die für das Kalb alle wichtigen Nährstoffe für ein gesundes Leben bereithält, wird ihm entrissen und stattdessen wird sie getrunken von erwachsenen Lebewesen einer anderen Art. Der Mensch ist das einzige Lebewesen, das ohne zu hinterfragen die Muttermilch einer anderen Spezies trinkt. Viel natürlicher wäre es da doch eigentlich, die Muttermilch einer Frau zu sich zu nehmen, immerhin gibt diese Milch, die optimal auf die Bedürfnisse eines menschlichen Babys ausgerichtet ist.

Nach dem Kalben gibt eine Kuh bis zu 350 Tage lang Milch um ihrem Kalb einen guten Start ins Leben zu ermöglichen. Mit der Zeit wird der Milchfluss allerdings weniger, immerhin ernährt sich das Kalb zunehmend selbstständig. Da dies für die Milchproduzent*innen aus kapitalistischen Gründen nicht hinzunehmen ist, wird die Kuh bereits 3 Monate nach der Geburt des Kalbs erneut künstlich besamt.

Das Kalb selbst wird der Mutter kurz nach der Geburt entrissen und erleidet je nach Geschlecht ein eigenes grausames Schicksal. Ist das Kalb männlich wird es wenige Wochen, in aller Regel in großen Betrieben auf Schlachtgewicht gemästet, getötet und landet als Kalbsfleisch in Supermarktregalen. Auch einem weiblichen Kalb kann dies passieren, wahrscheinlicher ist es allerdings, dass es sobald wie möglich selbst künstlich besamt und dann zur Milchproduktion gezwungen wird, wo es bald schon seine Mutter ersetzt.

Die durch die ständige Befruchtung künstlich beschleunigte Milchproduktion stellt für die Kühe im Bezug auf den Stoffwechsel eine enorme Belastung dar. Jährlich gibt sie immerhin das zehn- bis zwanzigfache ihres eigenen Körpergewichtes an Milch ab. Hinzu kommen die oftmals miserablen Haltungsbedingungen, das Stehen auf Metall, die Bewegungsarmut, überlastete Gelenke durch schwere Euter, Euterinfektionen durch die Sauganlagen und vieles weiteres. All das führt dazu, dass eine Kuh nach drei bis vier Jahren intensiver Milchgabe für die Milchproduzent*innen wirtschaftlich nicht mehr tragbar ist und geschlachtet wird.

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„…Aber Eier legen tut dem Huhn doch nicht weh!“

Damit ein Ei gelegt werden kann, braucht es bekanntermaßen erst die Henne. In modernen Anlagen legen tausende Hennen in engen Käfigen Eier, die auf Förderbändern abtransportiert werden. Zur „Produktion“ neuer Legehennen, werden diese Eier in großen Bebrütungsanlagen vollmaschinell ausgebrütet.

Da man das Geschlecht eines Kükens erst nach der Geburt feststellen kann, werden die frisch geschlüpften Küken auf Förderbändern an Menschen vorbeigefahren, die diese in männlich und weiblich einteilen. Beim sogenannten „Kloakensexen“ wird mit den Fingern Druck auf die Kloake ausgeübt, wodurch der Penis hervortritt. Mit dieser Methode kann ein geübter Mensch bis zu 2000 Küken pro Stunde mit einer sehr geringen Fehlerquote sortieren.

Die aussortierten männlichen Küken werden brutal getötet, finden entweder den Tod in einem Schredder oder werden mittels eines eingeleiteten Gases qualvoll erstickt. Jährlich finden allein in Deutschland 50 Millionen sogenannter „Eintagsküken“ (welch Spott) so ihr leidvolles Ende und zwar unabhängig davon, ob es sich um einen Bio-Betrieb handelt oder nicht. Die weiblichen Küken werden so schnell wie möglich selbst zur Eierproduktion genutzt, wo sie ihr kurzes Leben in Massentierhaltung verbringen, stehend auf Gittern, krank, ohne Sonne.

Ein Huhn wird unter natürlichen Bedingungen circa 9 Jahre alt – eine Legehenne nur etwa 15 Monate. Wusstest du schon, dass Hühner schon während ihr Nachwuchs noch im Ei ist, über Pieplaute Kontakt zu diesem aufnehmen? Die sensiblen Tiere schützen ihre Jungen verantwortungsvoll vor Gefahren und bringen ihnen alles für ein selbstständiges Leben bei. Bei Legehennen wird selbst der Bruttrieb genetisch manipuliert, sodass die Hühner ihre Eier unbebrütet liegen lassen. Mittels dieses Vorgehens kann eine einzige Legehenne bis zu 300 Eier jährlich legen, welches eine massive Belastung darstellt.

Hühner, die für die „Fleischproduktion“ gehalten werden, sind ebenfalls genetisch manipulierte Hybridhühner. Sie werden in Mastanlagen innerhalb weniger Wochen auf Schlachtgewicht gemästet, wodurch sie so schwer werden, dass ihre eigenen Füße sie oft nicht mehr tragen können. Durch ihre genetische Manipulation sind sie immer hungrig und setzen schnell Fett an. Ihr kurzes und trauriges Leben endet in einer vollautomatischen Tötungsanlage, in der die Tiere meistens mittels Elektroschock betäubt werden, einer Methode, die oft nicht funktioniert. Danach werden den Tieren, ebenfalls vollautomatisch, die Federn und der Kopf entfernt

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„Interessiert kein Schwein!“

Wie weitestgehend bekannt ergeht es Tieren, vornehmlich Schweinen, Rindern und Geflügel, welche zur Schlachtung gehalten werden, nicht besser als Legehennen oder Milchkühen. Die Tiere werden in Hallen ohne Tageslicht gehalten, stehen eng aneinander ohne ausreichend Bewegung oder sinnvolle Beschäftigung.

Intelligente Tiere, wie etwa das Schwein, sind in dieser Einöde absolut unterfordert und können ihren Gewohnheiten nicht nachgehen. In Freiheit sind Schweine sehr reinliche Tiere, sie würden niemals ihr Geschäft an dem gleichen Ort verrichten, an dem sie auch essen. Sie kümmern sich liebevoll um ihren Nachwuchs und haben ein reges Sozialleben. In der Intensivtierhaltung, wie es förmlich umschrieben wird, leben Sauen oftmals in Kastenständen. Die Tiere sind aufgrund der Langeweile aggressiv und legen aufgrund der miserablen Haltungsbedingungen und psychischem Stress sogar kannibalistisches Verhalten an den Tag. Damit die Schweine sich nicht gegenseitig decken, werden sie unbetäubt kastriert und zur Vermeidung von gegenseitigem Verletzen, werden ihnen Zähne gezogen und Schwänze abgeschnitten. Bei Kühen ist es ähnlich, es werden hier Hörner entfernt.

In Deutschland allein werden jedes Jahr 60 Millionen Schweine geschlachtet. Gleichzeitig landen jährlich 346 Millionen Kg Fleisch auf dem Müll! Das entspricht 45 Millionen Hühnern, 4 Millionen Schweinen und 200 000 Rindern.

„Na, wenns nur das ist!“

Außer den bisher aufgeführten katastrophalen Folgen des Konsums tierischer Produkte für die betroffenen Lebewesen, sprechen auch zahlreiche andere Gründe für einen Verzicht auf Lebensmittel mit tierischen Inhaltsstoffen. Tierhaltung im großen Stil ist maßgeblich beteiligt an der weltweiten Verschmutzung des Trinkwassers mit Nitraten und fördert den Welthunger durch den Verbrauch irrsinnig vieler kostbarer Ressourcen für die Fütterung der Tiere. Je nach Quelle werden zwischen 95-98% der weltweiten Soja-Ernte für die Massentierhaltung verwendet. Diese Menge an wertvollen Kalorien könnte einen großen Beitrag zur Beendigung des Welthungers beitragen.

Internationale Studien haben zudem den großen gesundheitlichen Nutzen einer pflanzlich basierten Ernährung gezeigt: Sie hilft beispielsweise Volkskrankheiten wie Diabetes vorzubeugen, führt aber auch zu einer geringeren Aufnahme von Antibiotikarückständen in der Nahrung und damit zu einer geringeren Ausbildung von Resistenzen.

Es gibt unzählige Gründe, auf den Konsum tierischer Lebensmittel zu verzichten!

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