Meckerpost// Veganer Senf im Internet

oder: Wie Falschaussagen und Selbstprofilierung mir den Spaß an veganen Foren vermiesen

Wie die meisten von euch bin ich oft in den sozialen Medien unterwegs- auch, weil ich eben diesen Blog führe. Dabei fallen mir einige Aussagen auf, die in scheinbar jedem Kontext in jeder veganen Gruppe auf Facebook reflexartig wieder behauptet und kommentiert werden, die oftmals schlichtweg falsch, überhaupt nicht zielführend sind und die der veganen Bewegung meines Erachtens nachhaltig schaden.

Daher nehme ich mir in diesem Beitrag die Top 4 der für mich nervigsten Aussagen vor und gebe heute meinen eigenen Senf dazu- hier und da etwas frech, zugegeben- aber da staut sich auch etwas an über die Jahre. Es würde mich wundern, wenn Du hier nicht auch die ein oder andere Aussage liest, bei der du die Augen nicht weit genug in den Hinterkopf drehen kannst.

1 „Eier sind Hühnermenstruation.“

Nein, Eier sind keine Hühnermenstruation! Menstruationsblut besteht aus abgestoßener Gebärmutterschleimhaut, ein (Hühner-)Ei nicht. Es stimmt, dass ein (Hühner-)Ei die Eizelle enthält (befruchtet oder unbefruchtet), aber zu sagen, dass das Legen von Eiern das selbe wie menstruieren ist, ist schlichtweg falsch.

Und abgesehen davon: Es ist doch gar nicht nötig, Eier als Menstruationsprodukt zu bezeichnen um es „eklig“ wirken zu lassen. Mentruationsblut ist nämlich überhaupt nicht eklig, sondern ganz normal. Ob man allerdings etwas essen möchte, das aus dem gleichen Loch kommt, aus dem das Federtier auch kackt (Eier kommen aus der sogenannten Kloake)- das mag jede*r Konsument*in selbst entscheiden. Bäm.

Veganer Senf im Internet Meckerpost.jpg

2 „Ersatzprodukte sind pure Chemie.“

Eine Aussage, wie sie pauschaler kaum sein könnte. Ja, alles im Leben besteht aus Chemie, da gibt es nichts zu leugnen- das ist aber per se überhaupt nichts schlechtes. Man sollte bei Ersatzprodukten ganz deutlich differenzieren, welche Inhaltsstoffe als bedenklich betrachtet werden können. Dies gilt allerdings nicht nur für Ersatzprodukte, sondern für alle Produkte! Wenn man beispielsweise die Inhaltsstoffangabe von veganem Wurstaufschnitt  mit der von tierischem Wustaufschnitt vergleicht fällt auf, dass diese oftmals gleichlang sind und ähnlich fremdartig klingende Begriffe enthalten, die oftmals Bindemittel, Aromen- und Farbstoffe bezeichnen und ggf. auch kaschieren sollen.  Kritik an konkreten Inhaltstoffen ist selbstverständlich gerechtfertigt und kann ein sinnvoller Beitrag im Gespräch sein- allerdings lese ich solch explizite Hinweise eher selten.

Übrigens, Tofu ist kein Ersatzprodukt, wird aber immer wieder gern so bezeichnet. Tofu ist seit Jahrhunderten ein Grundnahrungsmittel im asiatischen Raum.



3 „Produkt XY ist vielleicht lecker, aber viel zu ungesund und überhaupt kann man das viel besser selber machen.“

In jeder Kommentarspalte gibt es unter 50 Kommentaren auf eine Frage nach dem Geschmack oder der Verfügbarkeit eines Produkts einfach immer diese zwei, drei Super-Veganer*innen, die ihren vermeindlich viel gesünderen Senf auf jede- noch so unpassende- Frage streichen müssen. Erfahrungsgemäß interessiert es wirklich niemanden, dass ihr euer Leben perfekt meistert und es selbstverständlich neben 5 geretteten Hunden und zwei Jobs und ’nem Kind und ’ner Beziehung und ’nem Hobby und… noch schafft, all eure zuckerfreien, glutenfreien Aufstriche selbst zu machen. Und nein, natürlich nicht im Thermomix- das wäre aber auch echt nicht öko genug. Ironie aus.

Mensch Leute, reißt euch doch bitte mal ein bisschen zusammen und beantwortet einfach die Frage! Es ist toll, andere Menschen an den eigenen Erfahrungen teilhaben zu lassen und Erprobtes zu teilen- wirklich! Aber nur, wenn auch danach gefragt wurde! Es ist hingegen gar nicht toll, seinen Mitmenschen ständig etwas aufzudrängen, ihnen dadurch das Gefühl zu geben, den veganen Gedanken nicht gut genug umzusetzen, gegen Andere abzustinken und den eigenen Körper durch den Genuss von veganer Torte mit Industriezucker mutwillig zu zerstören.

4 „Impfen ist nicht vegan.“

Mir schwillt ja meistens schon beim Lesen der ersten Kommentare zum Thema -egal um was es im Ausgangspost ging- der Kamm! Ja, die Impfstoffe sind nicht vegan und ja, sie wurden an Tieren getestet und JA, das ist scheiße. Scheiße, da, ich hab’s geschrieben! Aber: sich und seine Kinder deswegen nicht zu impfen und dadurch diese und Millionen anderer Menschen hochansteckenden, unheilbaren Infektionskrankheiten auszusetzen, die schwerwiegende (Spät-)Folgen wie körperliche und geistige Behinderungen und den Tod haben- das kann nun wirklich auch nicht ethisch korrekt (und vegan) genannt werden.

Das Ziel eines ethisch motivierten veganen Lebenstils wäre doch etwa so: Das Leid von Tieren (inkl. Menschen!) verringern, bestenfalls abschaffen. Das das mit einem Leben in dieser Gesellschaft nicht immer und nicht einhundertprozentig geht, das weiß doch jede*r von uns! Abgesehen von den Personen, die wirklich in ihrer Hütte wohnen, ihre Pflanzen ohne Pestizide anbauen, keine Medikamente nehmen, nie Auto und Co fahren, kein Handy, TV oder sonstwas haben (und, und, und… ihr versteht, was ich meine) müssen wir alle damit leben, dass einige unserer Handlungen ethisch nicht einwandfrei sind- das geht in dieser globalisiwerten Welt auch kaum noch! Es geht darum, die bessere Entscheidung zu treffen und auch das im eigenen Tempo.

Es ist wissenschaftlich anhand von Statistiken eindeutig belegt (ja, wirklich!), dass man als nichtgeimpfte Person ein unfassbar hohes Risiko für sich und andere ungeimpfte Personen darstellt und das die Wahrscheinlichkeit einen Impfschaden zu erleiden extrem gering ist. Und ja, es tut mir leid, wenn ihr eine Person in der Familie oder dem Bekanntenkreis habt, die einen Impfschaden erlitten hat. Das ist furchtbar- wirklich!- aber es verändert eben die statistische Wahrheit nicht, dass es für die Person selbst und alle Mitmenschen wesentlich sinnvoller ist, sich impfen zu lassen, als es nicht zu tun. Impfen rettet leben! Auch, bis in Zukunft vegane Impfstoffe entwickelt werden, ist impfen eine vegane (die „veganere“/ ethisch korrektere/ verantwortungsvollere) Handlung.

An alle Hater: Mir ist übrigens absolut bewusst, dass es eine persönliche Entscheidung ist, sich impfen zu lassen. Noch. Bei Kindern verstehe ich persönlich da keinen Spaß- denn die können nichts dafür, dass ihr da nicht gut genug informiert seid. Und nein, ich hab nicht an der Youtube-Universität studiert und bin nicht von der Pharmaindustrie gekauft (haaa haaa- wie lustig.), sondern ich bin Krankenschwester und Heilpraktikerin- ja, echt, kein Scherz.

So, das musste jetzt einfach mal raus! Mir ist klar, dass ich mich damit nicht unbedingt bei allen beliebt mache- aber ich sags trotzdem.

Haltung hat, wer sich nicht bückt und doch geneigt ist.

– Klaus Klages

An alle, die es frohen Mutes und vielleicht etwas schmunzelnd bis hier her geschafft und noch keine Gewaltfantasien entwickelt haben wünsche ich noch einen fabelhaften Tag.

Ich bin dankbar für euch alle, die das Miteinander online schön machen! Vegane Gruppen können auch wundervoll und inspirierend sein.

Lasst es euch gut gehen!

~ Alina



Was ich gerne schon gewusst hätte, als ich vegan wurde. FAQ und Tipps!

Du hast dich entschieden vegan zu leben? Super! Natürlich weißt du zu diesem Zeitpunkt schon, was „vegan leben“ bedeutet: das Weglassen aller tierischen Erzeugnisse- sowohl in Lebensmitteln, als auch in sonstigen Konsumgütern- und in meinem Verständnis auch  ein generell achtsames Leben hinsichtlich der Rechte aller anderer Lebewesen. Herauszufinden, welche Lebensmittel und Produkte vegan sind (und welche nicht) ist dank des Internets heute keine große Kunst mehr. Oftmals hilft eine schnelle Suchmaschinenabfrage und man ist schlauer. Trotzdem gibt es rückblickend einige Dinge, die ich erst nach und nach herausgefunden habe und die den Einstieg in das vegane Leben aber wesentlich angenehmer machen. Deswegen habe ich in diesem Beitrag alles aufgeschrieben, was ich gerne schon gewusst hätte, als ich vegan wurde. Ja, dieser Artikel spiegelt meine persönlichen Erfahrungen wider und ist dadurch sehr subjektiv! Aber ganz ehrlich, genau das hätte mir persönlich am Anfang auch geholfen; Jemand, der mich an die Hand nimmt und sagt: „Komm probier es erstmal hier mit und dann siehst du weiter“. Genau das ist es, was ich hiermit leisten möchte Also dann: ran an den veganen Speck!

Vegane Ersatzprodukte? Super für den Umstieg!

Mein allererster Tipp ist: mache dir bewusst, wie viele der Lebensmittel, die du bislang gerne konsumiert hast, ohnehin -oft- vegan sind: Spaghetti Napoli, Pommes, Obst…

Für alle tierischen Produkte gibt es mittlerweile ein veganes Äquivalent: vegane Sahne, veganer Käse und so weiter. Für die Umstellung sind diese Podukte toll! Meine Empfehlung ist ganz klar, für einen einfachen Umstieg auf eine pflanzliche Kost auf diese Produkte zurückzugreifen und sich dann im Laufe Zeit nach und nach umzuschauen, welche Dinge man ggf. selber machen kann oder welche man vielleicht gar nicht braucht.

Vegane Käsealternativen habe ich das ganze erste Jahr als Veganerin geradezu verschlungen, mittlerweile überbacke ich fast immer mit Hefeschmelz, einfach weil ich es noch leckerer finde und weil es eben viel günstiger ist. Diese Entwicklung braucht aber Zeit und meiner Meinung nach ist es absolut legitim, sich diese Zeit auch zu nehmen.

Ja- die Ersatzprodukte sind oft in unfassbar viel Plastik verpackt, hoch verarbeitet und auch nicht sonderlich gesund, ABER sie sind vegan, sie schmecken und sie machen einfach alles leichter. Also: schlag zu, probier alles aus und freu dich auf all die leckeren Dinge, die du da entdecken kannst!

Ersatzprodukte, die mir besonders gut schmecken und die du im stinknormalen Discounter kaufen kannst:

  • Frischkäse von SimplyV z.B. bei Rewe, Kaufland
  • Bratwurst von LikeMeat z.B. bei Edeka, Kaufland
  • Hefeflocken von Naturrata, Rinatura, Dr. Ritter z.B. bei tegut (Absolutes Musthave bei mir, denn es gibt allem einen käsigen Geschmack! Streu es pur auf deine Gerichte, mach veganen Parmesan, Hefeschmelz oder verarbeite es mit Nüssen zu einem veganen Käse- immer superlecker!)

Welche Milch für den Kaffee? Hallo Milchschaum, Tschüß Ausflocken!

Hier hat natürlich Jede*r ihre*seine persönlichen Lieblinge. So schön die Auswahl auch ist zwischen Milchalternativen aus Soja, Hafer, Reis, Cashew, Macadamia, Dinkel und vielen anderen Pflanzen, so überfordernd kann sie zu Beginn auch sein. Aus persönlicher Erfahrung weiß ich: die meisten Veganer*innen, die ich kenne, trinken im Kaffee am liebsten Hafermilch oder Sojamilch. Da ich zu den Sojamilch-Liebhaberinnen gehöre, kann ich dir hier meine persönlichen Favoriten im Kaffee verraten: Sojamilch von Provamel und Natumi. Sie sind beide bio und schmecken meiner Meinung nach ziemlich neutral. Kaufen kann man sie in den meisten Biomärkten wie z.B. Denns oder im Reformhaus. Wenn es mal schnell gehen muss und ich auf einen Discounter zurückgreife, dann liebe ich die Alpro Soya light oder -für fancy Vanille Macchiatos- den Sojadrink Vanille aus dem Lidl.

Übrigens: wenn die Milch im Kaffee ausflockt, probier mal etwas mehr Milch zu verwenden oder die Milch zu erwärmen. Mit meinen Milchsorten passiert das zwar nicht, aber mit anderen Sorten ist das auch bei mir schon vorgekommen.

Da ich persönlich Latte Macchiato und Milchkaffee über alles liebe, nutze ich zum Aufschäumen der Milch einen kleinen elektrischen Milchaufschäumer von Rossmann, da geht aber natürlich auch jedes andere Methode. Der Milchschaum wird dabei 1a, vor allem bei Sojamilch; andere Milchsorten lassen sich erfahrugsgemäß schwer bis gar nicht schäumen – auch nicht mit Gerät.

Du suchst eine pflanzliche Milch, die genauso schmeckt wie Kuhmilch und hast Angst, du kannst nicht auf sie verzichten? Eine pflanzliche Milch, die genauso schmeckt wie Kuhmilch gibt es in meinen Augen nicht. Bäm. Die gute Nachricht ist aber: Vermutich wirst du Kuhmilch nicht lange vermissen- die Geschmacksnerven haben sich bei mir schon kurze Zeit nach der Umstellung auf vegane Kost total umgestellt. Pflanzenmilch war -neben Käse- das Lebensmittel, vor dem ich „am meisten Angst“ hatte. Diese war, rückblickend betrachtet, völlig unnötig.

Mein Tipp: Starte mit Sojamilch und probier dich durch verschiedene Firmen durch. Nur, weil dir die Sojamilch einer bestimmten Marke nicht schmeckt, heißt das noch lange nicht, dass du keine Sojamilch magst! Solltest du da nicht fündig werden, dann probier doch mal Hafer oder einen anderen Pflanzendrink aus- ganz sicher findest du deinen neuen Favoriten nach einiger Zeit!

 

Was mache ich mit meinen unveganen Sachen und Lebensmitteln?

Wir alle hatten irgendwann Produkte tierischen Urprungs in unserem Besitz: Lederschuhe, Daunendecken, Lebensmittel, Kosmetik… Unweigerlich stellt sich bei einem Umstieg auf einen veganen Lebensstil die Frage: Wohin jetzt damit?

Letztenendes entscheidest du allein, wie du mit dieser Situation umgehen möchtest. Dabei ist meiner Meinung nach jede der folgenden Varianten absolut legitim: Produkt aufbrauchen, weitergeben oder wegschmeißen und nicht nachkaufen.

Für mich persönlich sind Produkte aus Leder zum Beispiel ziemlich eklig geworden, denn ich sehe vor meinem inneren Auge nur noch die abgezogene Haut eines gequälten Lebewesens und möchte das gar nicht an meinem Körper haben. Viele haben aber beispielsweise eine Ledertasche oder Lederschuhe, die noch gut in Schuss sind und die sich vor dem Produkt Leder als solches nicht ekeln. Persönlich finde ich es absolut in Ordnung, diese Dinge aufzutragen! Es ist keinem Tier damit geholfen, wenn du diese Produkte wegschmeißt. Die einzige Ausnahme wäre für mich Echtpelz, da ich diese Produkte öffentlich nicht zur Schau stellen wollen würde um den Markt nicht noch weiter anzukurbeln und um die Message „Echtpelz tragen ist okay“ nicht zu verbreiten. Echtpelz würde ich an eine Tierschutzorga spenden (einfach mal anfragen, die können das oft zu Demozwecke verwenden) oder wegwerfen.

Unvegane Lebensmittel aufzubrauchen halte ich ebenfalls für völlig legitim, auch, wenn ich es selbst nicht gemacht habe. Stattdessen habe ich meine unveganen Lebensmittel einfach an Freund*innen verschenkt oder in Facebook-Verschenkegruppen oder im Foodsharing eingestellt. Für Lebensmittel findet sich immer ein*e dankbare*r Abnehmer*in, bitte nicht wegwerfen- damit ist keinem Tier geholfen!

Bei Produkten aus dem Körperpflege- / Kosmetik- und Reinigungsbereich stellt sich neben der Frage nach unveganen Bestandteilen auch die Frage nach durchgeführten Tiervesuchen. Eine einfache Faustregel ist hier: Wenn die Firma nach Asien exportiert, sind die Produkte zwangsläufig an Tieren getestet, da dies dort Voraussetzung für die Zulassung auf dem Markt ist. Damit fallen die meisten einschlägig bekannten Marken raus- auch, wenn sie auf ihren Internetseiten versichern, sie würden keine Tierversuche durchführen. Nicht für den europäischen Markt vielleicht, sehr wohl aber für den globalen Markt.

Pass auch auf diese Formulierungen auf:

  • „Produkt nicht an Tieren getestet“ bedeutet nur, dass das Endprodukt nicht an Tieren getestet wurde- die Rohstoffe, aus denen das Produkt zusammengesetzt ist, können aber sehr wohl an Tieren getestet sein!
  • „Wir engagieren uns gegen Tierversuche“ bedeutet nicht, dass die Firma nicht auch selbst Tierversuche durchführen lässt.

Wenn du sichergehen möchtest, dass dein Produkt vegan ist, empfehle ich dir diese Liste von Peta.

Du suchst noch Orte, an die du deine aussortierten Dinge geben kannst? Schau mal in meinem Minimalismus-Leitfaden unter dem Punkt „Aussortiertes weitergeben“ nach!

„Produkt kann Spuren von Ei und Milch enthalten.“ Und nu?

Viele stolpern an ihren ersten Tagen über diesen Satz auf der Rückseite von Lebensmittelverpackungen. Fakt ist: Dieser Satz bedeutet nicht, dass das Produkt nicht vegan ist, sondern lediglich, dass es in einer Produktionsanlage hergestellt wurde, in der auch tierische Produkte verarbeitet werden und richtet sich vorrangig an Personen mit Allergien. Das heißt im Klartext: wenn die restlichen Inhaltsstoffe vegan sind, schlag ruhig zu!

Die meisten Inhaltsangaben auf Packungen sind eindeutig vegan oder unvegan- aber nicht alle! Im Artikel „Bewusst einkaufen“ habe ich unter Punkt 2 die wichtigsten unveganen Zutaten (auch E-Nummern) aufgelistet, damit du alles schnell erkennst.

Keine Bange, vegan einzukaufen ist eine Frage der Übung und wird dir schnell sehr leicht fallen!

simon-matzinger-254488-unsplash.jpg

Soziale Ausgrenzung? No thanks.

Viele haben vor dem Schritt hin zum veganen Leben eine ganz große Sorge: Was werden die anderen denken? Was wird meine Familie sagen, wenn ich auf der nächsten Feier nichts von Tante Helgas berühmten Eierlikör trinke? Jetzt muss ich ja immer vorher gucken, ob ein Café vegane Milch anbietet, geht da nicht völlig die Spontanität verloren? Läd mich so noch jemand zum Geburtstag ein, obwohl ich fast nichts vom Buffet nehme?

Niemand hat Bock auf Ausgrenzung wegen dem eigenen Ernährungs- oder Lebensstil und das muss auch nicht sein. Klar- seine Familie kann man sich in aller Regel nicht aussuchen, da muss man „mit dem arbeiten was da ist.“ Aber auch das geht! Die Gefahr ist meines Erachtens weniger, dass du nicht mehr eingeladen werden wirst, sondern vielmehr, dass du wesentlich mehr Aufmerksamkeit bekommst, als du vermutlich spätestens nach kurzer Zeit -auf diese Weise- willst. Gerade zu Beginn der Umstellung häufen sich Fragen von interessierten, teilweise besorgten Menschen nach dem eigenen gesundheitlichen Wolbefinden und Gründen für die Entscheidung, die dann leider innerhalb kürzester Zeit in Rechtfertigungsversuche der eigenen Lebensweise ausarten, die mit den immergleichen Plattitüden zu belegen versucht wird. Die ersten zehnmal habe ich gerne erklärt, warum Kühe „nicht ohnehin Milch geben“ oder das „in Pflanzen ausreichend Proteine sind“, aber wenn dann die zwanzigste Geschichte von „dieser einen Veganerin, die ihr Kind mit der aufgezwungenen Ernährung umgebracht hat“ und „bei Opa Tommi gehts den Tieren doch gut und deswegen essen wir die auch“ auf den Tisch gepackt wird- dann hab ich irgendwann keine Lust mehr.

Mein Tipp für den Anfang: stell dich drauf ein, dass du angesprochen wirst und hab deine Fakten parat. Lass dich -außer es handelt sich um eine wirklich wichtige Person in deinem Leben wie deiner*deinem Partner*in oder einem Elternteil- nicht in immer weiterführende Gespräche einlullen, sondern antworte sachlich auf die Frage und zieh da klare Grenzen. „Nein, Veganismus ist keine Religion, wir missionieren nicht. Ich finde es aber toll, dass dich das Thema interessiert und kann dir da gern einen Film empfehlen.“ Wir stehen für unsere Überzeugungen ein und wenn jemand fragt, dann kriegt er eine Antwort von mir- nicht mehr. Auf wirkliche Beleidigungen würde ich persönlich gar nicht reagieren, für die typischen Sätze aus dem „Bullshit-Bingo“ ist es immer gut, eine kurze, knackige Reaktion parat zu haben.

Glaub mir: es wird besser nach einiger Zeit. Bald schon wissen die Menschen in deinem Umfeld, dass du dein Verhalten eh nicht änderst und dass du gut informiert bist und dich nicht in deine Ecke drängen lässt. und du wirst generell viel sicherer mit dem Thema sein. Ebenso weißt du auch nach kurzer Zeit, welche veganen Optionen du in welchem Lokal bekommst und wenn nicht: Ja, dann musst du da eben mal vorher anrufen. Das ist eben so und das ist auch nicht schlimm. Von den Menschen in deiner Umgebung Rücksichtnahme und Respekt vor deiner Entscheidung zu erwarten ist meines Erachtens nicht zu viel verlangt. Natürlich kann man nicht erwarten, dass fortan auf jeder Veranstaltung, auf die man eingeladen ist, ausschließlich vegan aufgetischt wird- aber man dort vorher das Gespräch suchen, nach veganen Optionen fragen und ggf. anbieten, selbst etwas mitzubringen. Ganz wichtig: es gibt für diese Situationen immer eine Lösung!

Gerade kurz nach der Umstellung wurde ich oft von einem Gefühl der Ohnmacht überflutet, gegen das ich mich schlecht wehren konnte. Sollte dies auf dich zutreffen, lies doch mal meinen Artikel darüber, was ich mittlerweile wirsames dagegen mache.

Meine abschließenden 5 Cent zum Thema: das Weglassen von tierischen Produkten muss und sollte kein Grund sein um allein zu sein.

Online vernetzen: So klappts!

Solltest du Facebook nutzen, kann ich dir empfehlen, dich in veganen Gruppen mit anderen vegan lebenenden Personen zu vernetzen und dich dort inspirieren zu lassen. Klar- auch dort gibt es immer mal stunk und es kann nervig sein- aber es kann auch wirklich gut tun.

Um zu sehen, was andere so den lieben langen Tag kochen und essen empfehle ich dir die Gruppe „Ich packe auf mein veganes Tellerchen„. Wenn du dir in deiner Freund*innen-liste auf Facebook mehr Veganer*innen wünschst, dann schau doch mal in der Gruppe „Vegane Vernetzung-Gemeinsam sind wir stark“ vorbei. Einmal pro Woche gibt es dort einen Vernetzungspost, unter dem man alle Kommentierenden als Facebook-Freund*innen adden darf! Wenn du Fragen hast, zum Beispiel, wo du bestimmte Produkte kaufen kannst oder wenn du eine Empfehlung oder Alternative suchst, dann schau entweder in der großen Gruppe „Vegan-Tipps für Alle“ von der Albert-Schweitzer-Stifung vorbei oder stell deine Frage in der kleinen, familiären Gruppe „Rundum Vegan„, in der ich selber Admina bin. Für alle Veganer*innen auf der Suche nach der großen (ebenfalls veganen) Liebe empfehle ich dir die Gruppe „Vegane Singles„.

Ich hoffe, meine kleine Einführung ins Thema hat die gefallen. Hast du noch Tipps auf Lager? Dann immer her damit, ich füge sie gern noch an!

Sei gut zu Dir!

~ Alina

 

Nach oben ↑