Was ich gerne schon gewusst hätte, als ich vegan wurde. FAQ und Tipps!

Du hast dich entschieden vegan zu leben? Super! Natürlich weißt du zu diesem Zeitpunkt schon, was „vegan leben“ bedeutet: das Weglassen aller tierischen Erzeugnisse- sowohl in Lebensmitteln, als auch in sonstigen Konsumgütern- und in meinem Verständnis auch  ein generell achtsames Leben hinsichtlich der Rechte aller anderer Lebewesen. Herauszufinden, welche Lebensmittel und Produkte vegan sind (und welche nicht) ist dank des Internets heute keine große Kunst mehr. Oftmals hilft eine schnelle Suchmaschinenabfrage und man ist schlauer. Trotzdem gibt es rückblickend einige Dinge, die ich erst nach und nach herausgefunden habe und die den Einstieg in das vegane Leben aber wesentlich angenehmer machen. Deswegen habe ich in diesem Beitrag alles aufgeschrieben, was ich gerne schon gewusst hätte, als ich vegan wurde. Ja, dieser Artikel spiegelt meine persönlichen Erfahrungen wider und ist dadurch sehr subjektiv! Aber ganz ehrlich, genau das hätte mir persönlich am Anfang auch geholfen; Jemand, der mich an die Hand nimmt und sagt: „Komm probier es erstmal hier mit und dann siehst du weiter“. Genau das ist es, was ich hiermit leisten möchte Also dann: ran an den veganen Speck!

Vegane Ersatzprodukte? Super für den Umstieg!

Mein allererster Tipp ist: mache dir bewusst, wie viele der Lebensmittel, die du bislang gerne konsumiert hast, ohnehin -oft- vegan sind: Spaghetti Napoli, Pommes, Obst…

Für alle tierischen Produkte gibt es mittlerweile ein veganes Äquivalent: vegane Sahne, veganer Käse und so weiter. Für die Umstellung sind diese Podukte toll! Meine Empfehlung ist ganz klar, für einen einfachen Umstieg auf eine pflanzliche Kost auf diese Produkte zurückzugreifen und sich dann im Laufe Zeit nach und nach umzuschauen, welche Dinge man ggf. selber machen kann oder welche man vielleicht gar nicht braucht.

Vegane Käsealternativen habe ich das ganze erste Jahr als Veganerin geradezu verschlungen, mittlerweile überbacke ich fast immer mit Hefeschmelz, einfach weil ich es noch leckerer finde und weil es eben viel günstiger ist. Diese Entwicklung braucht aber Zeit und meiner Meinung nach ist es absolut legitim, sich diese Zeit auch zu nehmen.

Ja- die Ersatzprodukte sind oft in unfassbar viel Plastik verpackt, hoch verarbeitet und auch nicht sonderlich gesund, ABER sie sind vegan, sie schmecken und sie machen einfach alles leichter. Also: schlag zu, probier alles aus und freu dich auf all die leckeren Dinge, die du da entdecken kannst!

Ersatzprodukte, die mir besonders gut schmecken und die du im stinknormalen Discounter kaufen kannst:

  • Frischkäse von SimplyV z.B. bei Rewe, Kaufland
  • Bratwurst von LikeMeat z.B. bei Edeka, Kaufland
  • Hefeflocken von Naturrata, Rinatura, Dr. Ritter z.B. bei tegut (Absolutes Musthave bei mir, denn es gibt allem einen käsigen Geschmack! Streu es pur auf deine Gerichte, mach veganen Parmesan, Hefeschmelz oder verarbeite es mit Nüssen zu einem veganen Käse- immer superlecker!)

Welche Milch für den Kaffee? Hallo Milchschaum, Tschüß Ausflocken!

Hier hat natürlich Jede*r ihre*seine persönlichen Lieblinge. So schön die Auswahl auch ist zwischen Milchalternativen aus Soja, Hafer, Reis, Cashew, Macadamia, Dinkel und vielen anderen Pflanzen, so überfordernd kann sie zu Beginn auch sein. Aus persönlicher Erfahrung weiß ich: die meisten Veganer*innen, die ich kenne, trinken im Kaffee am liebsten Hafermilch oder Sojamilch. Da ich zu den Sojamilch-Liebhaberinnen gehöre, kann ich dir hier meine persönlichen Favoriten im Kaffee verraten: Sojamilch von Provamel und Natumi. Sie sind beide bio und schmecken meiner Meinung nach ziemlich neutral. Kaufen kann man sie in den meisten Biomärkten wie z.B. Denns oder im Reformhaus. Wenn es mal schnell gehen muss und ich auf einen Discounter zurückgreife, dann liebe ich die Alpro Soya light oder -für fancy Vanille Macchiatos- den Sojadrink Vanille aus dem Lidl.

Übrigens: wenn die Milch im Kaffee ausflockt, probier mal etwas mehr Milch zu verwenden oder die Milch zu erwärmen. Mit meinen Milchsorten passiert das zwar nicht, aber mit anderen Sorten ist das auch bei mir schon vorgekommen.

Da ich persönlich Latte Macchiato und Milchkaffee über alles liebe, nutze ich zum Aufschäumen der Milch einen kleinen elektrischen Milchaufschäumer von Rossmann, da geht aber natürlich auch jedes andere Methode. Der Milchschaum wird dabei 1a, vor allem bei Sojamilch; andere Milchsorten lassen sich erfahrugsgemäß schwer bis gar nicht schäumen – auch nicht mit Gerät.

Du suchst eine pflanzliche Milch, die genauso schmeckt wie Kuhmilch und hast Angst, du kannst nicht auf sie verzichten? Eine pflanzliche Milch, die genauso schmeckt wie Kuhmilch gibt es in meinen Augen nicht. Bäm. Die gute Nachricht ist aber: Vermutich wirst du Kuhmilch nicht lange vermissen- die Geschmacksnerven haben sich bei mir schon kurze Zeit nach der Umstellung auf vegane Kost total umgestellt. Pflanzenmilch war -neben Käse- das Lebensmittel, vor dem ich „am meisten Angst“ hatte. Diese war, rückblickend betrachtet, völlig unnötig.

Mein Tipp: Starte mit Sojamilch und probier dich durch verschiedene Firmen durch. Nur, weil dir die Sojamilch einer bestimmten Marke nicht schmeckt, heißt das noch lange nicht, dass du keine Sojamilch magst! Solltest du da nicht fündig werden, dann probier doch mal Hafer oder einen anderen Pflanzendrink aus- ganz sicher findest du deinen neuen Favoriten nach einiger Zeit!

 

Was mache ich mit meinen unveganen Sachen und Lebensmitteln?

Wir alle hatten irgendwann Produkte tierischen Urprungs in unserem Besitz: Lederschuhe, Daunendecken, Lebensmittel, Kosmetik… Unweigerlich stellt sich bei einem Umstieg auf einen veganen Lebensstil die Frage: Wohin jetzt damit?

Letztenendes entscheidest du allein, wie du mit dieser Situation umgehen möchtest. Dabei ist meiner Meinung nach jede der folgenden Varianten absolut legitim: Produkt aufbrauchen, weitergeben oder wegschmeißen und nicht nachkaufen.

Für mich persönlich sind Produkte aus Leder zum Beispiel ziemlich eklig geworden, denn ich sehe vor meinem inneren Auge nur noch die abgezogene Haut eines gequälten Lebewesens und möchte das gar nicht an meinem Körper haben. Viele haben aber beispielsweise eine Ledertasche oder Lederschuhe, die noch gut in Schuss sind und die sich vor dem Produkt Leder als solches nicht ekeln. Persönlich finde ich es absolut in Ordnung, diese Dinge aufzutragen! Es ist keinem Tier damit geholfen, wenn du diese Produkte wegschmeißt. Die einzige Ausnahme wäre für mich Echtpelz, da ich diese Produkte öffentlich nicht zur Schau stellen wollen würde um den Markt nicht noch weiter anzukurbeln und um die Message „Echtpelz tragen ist okay“ nicht zu verbreiten. Echtpelz würde ich an eine Tierschutzorga spenden (einfach mal anfragen, die können das oft zu Demozwecke verwenden) oder wegwerfen.

Unvegane Lebensmittel aufzubrauchen halte ich ebenfalls für völlig legitim, auch, wenn ich es selbst nicht gemacht habe. Stattdessen habe ich meine unveganen Lebensmittel einfach an Freund*innen verschenkt oder in Facebook-Verschenkegruppen oder im Foodsharing eingestellt. Für Lebensmittel findet sich immer ein*e dankbare*r Abnehmer*in, bitte nicht wegwerfen- damit ist keinem Tier geholfen!

Bei Produkten aus dem Körperpflege- / Kosmetik- und Reinigungsbereich stellt sich neben der Frage nach unveganen Bestandteilen auch die Frage nach durchgeführten Tiervesuchen. Eine einfache Faustregel ist hier: Wenn die Firma nach Asien exportiert, sind die Produkte zwangsläufig an Tieren getestet, da dies dort Voraussetzung für die Zulassung auf dem Markt ist. Damit fallen die meisten einschlägig bekannten Marken raus- auch, wenn sie auf ihren Internetseiten versichern, sie würden keine Tierversuche durchführen. Nicht für den europäischen Markt vielleicht, sehr wohl aber für den globalen Markt.

Pass auch auf diese Formulierungen auf:

  • „Produkt nicht an Tieren getestet“ bedeutet nur, dass das Endprodukt nicht an Tieren getestet wurde- die Rohstoffe, aus denen das Produkt zusammengesetzt ist, können aber sehr wohl an Tieren getestet sein!
  • „Wir engagieren uns gegen Tierversuche“ bedeutet nicht, dass die Firma nicht auch selbst Tierversuche durchführen lässt.

Wenn du sichergehen möchtest, dass dein Produkt vegan ist, empfehle ich dir diese Liste von Peta.

Du suchst noch Orte, an die du deine aussortierten Dinge geben kannst? Schau mal in meinem Minimalismus-Leitfaden unter dem Punkt „Aussortiertes weitergeben“ nach!

„Produkt kann Spuren von Ei und Milch enthalten.“ Und nu?

Viele stolpern an ihren ersten Tagen über diesen Satz auf der Rückseite von Lebensmittelverpackungen. Fakt ist: Dieser Satz bedeutet nicht, dass das Produkt nicht vegan ist, sondern lediglich, dass es in einer Produktionsanlage hergestellt wurde, in der auch tierische Produkte verarbeitet werden und richtet sich vorrangig an Personen mit Allergien. Das heißt im Klartext: wenn die restlichen Inhaltsstoffe vegan sind, schlag ruhig zu!

Die meisten Inhaltsangaben auf Packungen sind eindeutig vegan oder unvegan- aber nicht alle! Im Artikel „Bewusst einkaufen“ habe ich unter Punkt 2 die wichtigsten unveganen Zutaten (auch E-Nummern) aufgelistet, damit du alles schnell erkennst.

Keine Bange, vegan einzukaufen ist eine Frage der Übung und wird dir schnell sehr leicht fallen!

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Soziale Ausgrenzung? No thanks.

Viele haben vor dem Schritt hin zum veganen Leben eine ganz große Sorge: Was werden die anderen denken? Was wird meine Familie sagen, wenn ich auf der nächsten Feier nichts von Tante Helgas berühmten Eierlikör trinke? Jetzt muss ich ja immer vorher gucken, ob ein Café vegane Milch anbietet, geht da nicht völlig die Spontanität verloren? Läd mich so noch jemand zum Geburtstag ein, obwohl ich fast nichts vom Buffet nehme?

Niemand hat Bock auf Ausgrenzung wegen dem eigenen Ernährungs- oder Lebensstil und das muss auch nicht sein. Klar- seine Familie kann man sich in aller Regel nicht aussuchen, da muss man „mit dem arbeiten was da ist.“ Aber auch das geht! Die Gefahr ist meines Erachtens weniger, dass du nicht mehr eingeladen werden wirst, sondern vielmehr, dass du wesentlich mehr Aufmerksamkeit bekommst, als du vermutlich spätestens nach kurzer Zeit -auf diese Weise- willst. Gerade zu Beginn der Umstellung häufen sich Fragen von interessierten, teilweise besorgten Menschen nach dem eigenen gesundheitlichen Wolbefinden und Gründen für die Entscheidung, die dann leider innerhalb kürzester Zeit in Rechtfertigungsversuche der eigenen Lebensweise ausarten, die mit den immergleichen Plattitüden zu belegen versucht wird. Die ersten zehnmal habe ich gerne erklärt, warum Kühe „nicht ohnehin Milch geben“ oder das „in Pflanzen ausreichend Proteine sind“, aber wenn dann die zwanzigste Geschichte von „dieser einen Veganerin, die ihr Kind mit der aufgezwungenen Ernährung umgebracht hat“ und „bei Opa Tommi gehts den Tieren doch gut und deswegen essen wir die auch“ auf den Tisch gepackt wird- dann hab ich irgendwann keine Lust mehr.

Mein Tipp für den Anfang: stell dich drauf ein, dass du angesprochen wirst und hab deine Fakten parat. Lass dich -außer es handelt sich um eine wirklich wichtige Person in deinem Leben wie deiner*deinem Partner*in oder einem Elternteil- nicht in immer weiterführende Gespräche einlullen, sondern antworte sachlich auf die Frage und zieh da klare Grenzen. „Nein, Veganismus ist keine Religion, wir missionieren nicht. Ich finde es aber toll, dass dich das Thema interessiert und kann dir da gern einen Film empfehlen.“ Wir stehen für unsere Überzeugungen ein und wenn jemand fragt, dann kriegt er eine Antwort von mir- nicht mehr. Auf wirkliche Beleidigungen würde ich persönlich gar nicht reagieren, für die typischen Sätze aus dem „Bullshit-Bingo“ ist es immer gut, eine kurze, knackige Reaktion parat zu haben.

Glaub mir: es wird besser nach einiger Zeit. Bald schon wissen die Menschen in deinem Umfeld, dass du dein Verhalten eh nicht änderst und dass du gut informiert bist und dich nicht in deine Ecke drängen lässt. und du wirst generell viel sicherer mit dem Thema sein. Ebenso weißt du auch nach kurzer Zeit, welche veganen Optionen du in welchem Lokal bekommst und wenn nicht: Ja, dann musst du da eben mal vorher anrufen. Das ist eben so und das ist auch nicht schlimm. Von den Menschen in deiner Umgebung Rücksichtnahme und Respekt vor deiner Entscheidung zu erwarten ist meines Erachtens nicht zu viel verlangt. Natürlich kann man nicht erwarten, dass fortan auf jeder Veranstaltung, auf die man eingeladen ist, ausschließlich vegan aufgetischt wird- aber man dort vorher das Gespräch suchen, nach veganen Optionen fragen und ggf. anbieten, selbst etwas mitzubringen. Ganz wichtig: es gibt für diese Situationen immer eine Lösung!

Gerade kurz nach der Umstellung wurde ich oft von einem Gefühl der Ohnmacht überflutet, gegen das ich mich schlecht wehren konnte. Sollte dies auf dich zutreffen, lies doch mal meinen Artikel darüber, was ich mittlerweile wirsames dagegen mache.

Meine abschließenden 5 Cent zum Thema: das Weglassen von tierischen Produkten muss und sollte kein Grund sein um allein zu sein.

Online vernetzen: So klappts!

Solltest du Facebook nutzen, kann ich dir empfehlen, dich in veganen Gruppen mit anderen vegan lebenenden Personen zu vernetzen und dich dort inspirieren zu lassen. Klar- auch dort gibt es immer mal stunk und es kann nervig sein- aber es kann auch wirklich gut tun.

Um zu sehen, was andere so den lieben langen Tag kochen und essen empfehle ich dir die Gruppe „Ich packe auf mein veganes Tellerchen„. Wenn du dir in deiner Freund*innen-liste auf Facebook mehr Veganer*innen wünschst, dann schau doch mal in der Gruppe „Vegane Vernetzung-Gemeinsam sind wir stark“ vorbei. Einmal pro Woche gibt es dort einen Vernetzungspost, unter dem man alle Kommentierenden als Facebook-Freund*innen adden darf! Wenn du Fragen hast, zum Beispiel, wo du bestimmte Produkte kaufen kannst oder wenn du eine Empfehlung oder Alternative suchst, dann schau entweder in der großen Gruppe „Vegan-Tipps für Alle“ von der Albert-Schweitzer-Stifung vorbei oder stell deine Frage in der kleinen, familiären Gruppe „Rundum Vegan„, in der ich selber Admina bin. Für alle Veganer*innen auf der Suche nach der großen (ebenfalls veganen) Liebe empfehle ich dir die Gruppe „Vegane Singles„.

Ich hoffe, meine kleine Einführung ins Thema hat die gefallen. Hast du noch Tipps auf Lager? Dann immer her damit, ich füge sie gern noch an!

Sei gut zu Dir!

~ Alina

 

Wie schaffe ich es, das Gedankenkarussell anzuhalten?

Heute habe ich ein ganz besonderes Schmankerl für euch: einen Beitrag zum Thema „Aussteigen aus dem Gedankenkarussell“ von Lutz Friedrich. Er ist Master-Psychologe und Strukturexperte und unterstützt bereits seit über acht Jahren Menschen in verschiedenen Veränderungsprozessen. Doch genug der langen Vorstellung, lasst euch von Lutz Worten inspirieren und besucht ihn für mehr Infos zu seiner Person und Arbeit einfach auf seiner Website www.lutzfriedrich.com.

Lutz Friedrich
(c) Lutz Friedrich

Was ist ein Gedankenkarussell überhaupt?

Ich glaube, dass kennen wir alle… Das Gedankenkarussell dreht und dreht sich… Je mehr wir zu tun haben, je mehr Stress wir verspüren, desto schnellen fängt es an zu kreiseln. All die kleinen und großen Verpflichtungen, Ideen, Termine, Ängste etc. kommen immer wieder in unseren Kopf. Dutzende sogenannte „lose Enden“, welche um Aufmerksamkeit konkurrieren und alle lieber heute als morgen erledigt werden wollen. Wie bei einem großen, köchelnden Suppentopf sprudeln dabei immer mal andere Sachen an die Oberfläche und oft ahnen wir schon, dass in den Tiefen unseres Geistes noch eine ganze Menge mehr zu finden wäre. Mit anderen Worten: Unser Kopf fühlt sich voll an, und das Gedankenkarussell ist der große Suppenlöffel, der fleißig darin rührt.

Diese ständige unproduktive Beschäftigung mit all dem „anfallenden Zeug“, sei sie nun bewusst oder unbewusst, ist ein sehr großer Zeit- und Energieräuber. Neben dieser dauerhaften Zusatz-Belastung verhindert das Gedankenkarussell oft auch gleichzeitig die effektive Bearbeitung all unserer Themen. Es gibt keinen Platz mehr für das Finden von sinnvollen Lösungsstrategien, kein Platz mehr für Kreativität und erst recht kein Platz für Ausgleich und Leichtigkeit. Um mit diesem Problem fertigzuwerden, gibt es eine Vielzahl von Ansätzen, jeweils mit sehr unterschiedlichen Erfolgsaussichten. In den folgenden Zeilen werde ich kurz 4 Methoden beschreiben. (Spoiler! Die letzte ist mein Favorit!)

Gedankenkarussell
Erstellt mit Hilfe von https://wordart.com

Beliebte Methoden, die aber nicht helfen das Gedankenkarussell anzuhalten

Besonders verbreitet ist der Ansatz, einfach nix zu tun, sich quasi in das Karussell zu setzen und zu hoffen, dass einem nicht schwindelig wird! Die ganzen Dinge bleiben im Kopf, wir versuchen, uns alles irgendwie zu merken, schreiben vielleicht hier und da mal eine kleine To-do Liste, um den absoluten „Super Gau“ und Nervenzusammenbruch zu verhindern. Diese erste Methode von „es alles irgendwie im eigenen Kopf managen“ ist besonders beliebt bei Menschen, die in diesem Gebiet (kognitiv) sehr leistungsfähig sind.

Dabei gibt es nur ein Problem: Das Leben ist in unserer heutigen Zeit eindeutig zu komplex!

Es sind einfach zu viele anfallende Themen, von sachlich bis emotional. Zu verstrickt, zu kompliziert, oft unterbewusst und von unserem Geist ganzheitlich nicht optimal zu erfassen, geschweige denn zu erledigen. Es entstehen unweigerlich Anspannung, Unzufriedenheit und Schwere. Obwohl diese Methode sehr verbreitet scheint, ist sie nicht wirklich zu empfehlen.

Methode 2, auch sehr beliebt, ist leider auch nicht viel besser. Um dem Gedankenkarussell zu entkommen können wir auch einfach den Kopf in den Sand stecken. Die gute alte Vogel-Strauß Methode lässt uns einfach das Problem verdrängen und zumindest für einen kurzen Moment vergessen. Alkohol, Drogen, lange Partys, Musik, Tanz, Beziehungen usw. sind alles wunderbare Ablenkungsmanöver. Das Problem – danach sind alle Themen und Gedanken immer noch da, wenn nicht sogar stärker als zuvor. Dann doch vielleicht lieber Methode 1.

 

Welche Möglichkeiten, das Gedankenkarussell anzuhalten, hast du stattdessen?

Zum Glück gibt es auch andere Wege, sich diesem Thema zu widmen. Die von mir jetzt beschriebenen Methoden 3 und 4 wirken dabei besonders gut, wenn sie gemeinsam Anwendung finden, da sie zwei wichtige, wenn auch völlig unterschiedliche Aspekte abdecken. Methode 3 ist dabei mit großen Stichworten wie ANNEHMEN oder LOSLASSEN gut zu umschreiben. Das Erlernen und Üben von Meditationstechniken, Qi Gong, Autogenes Training usw. können eine große Unterstützung darin sein, die psychische Belastung des Alltags und die oft entstehende Selbst-Verurteilung zu verringern. Damit werden die Dinge zwar nicht schneller erledigt, aber der resultierende Stress wird zumindest stark abgeschwächt.

Das ist ja schön und gut, werdet ihr jetzt denken, aber was ist denn, wenn ich die Dinge tatsächlich mal effizient abhaken möchte bzw. ich nicht den „Erleuchtungsgrad“ erreiche, bei welchem ich einfach in meinem Gedankenkarussell sitze, mich meines Lebens erfreue und mich das alles irgendwie „nichts mehr angeht“.

Das bringt uns (endlich) zu Methode 4. Und wer jetzt eine spontan-umwerfende, aufregende sowie einfache Lösung erwartet hat, liegt zwar nicht völlig falsch, wird aber vielleicht etwas enttäuscht.

Die Antwort auf dein Gedankenkarussell ist eine auf die Person optimierte sowie individualisierte Organisation und Struktur. Und damit meine ich keine herumfliegenden To-do Listen oder diffuse Eintragungen im Terminkalender bzw. wahllos abgehefteter Papierkram.

Stattdessen rede ich von einem durchdachten, ganzheitlichen System, welchem man vertraut. Es sollte einfach anwendbar sein und sich problemlos der aktuellen Lebenssituation anpassen können.

Wie findest du dein eigenes System?

Die Frage lautet: Hast du jemals WIRKLICH darüber nachgedacht, wie du deine Organisation, Struktur und deine Abläufe optimieren kannst? In dieser Frage und in deren Umsetzung schlummert bei fast jedem Menschen ungeheures Potenzial. Eine Verbesserung oder Optimierung der eigenen Struktur ist ein riesiger Hebel für Glück, Entspannung und Erfolg im Leben, welcher fast nie wirklich effektiv angeschaut und genutzt wird.

Veränderungen in diesem Bereich haben aber immer weitreichende positive Auswirkungen auf dein Leben.

Es ist quasi die Grundvoraussetzung für wirkliche Entwicklung und bereitet den Nährboden, worauf Erfolg UND Entspannung gedeihen können.

Ich stelle somit die These auf: Stress, Ängste, Überforderung etc. … sind immer zu einen hohen Anteil durch eine nicht optimierte Struktur und Organisation im Leben bedingt.

Ich erlebe immer wieder, wie kleinste strukturelle Verbesserungen sofort große Erleichterungen im Alltag schaffen. Der sich kumulierende Effekt über die Zeit ist natürlich sogar noch weitaus größer!

Jeder Mensch bräuchte ein verlässliches und logisch strukturiertes Ablagesystem für wirklich ALLE anfallenden Dinge im Leben. Das fängt in der äußeren Struktur der Wohnung oder dem eigenen Ordnersystem an und geht weiter über alle Ideen, Informationen oder emotional sowie soziale verknüpfte Themen aus dem Kopf. Nachdem das System erstellt ist, werden neu auftauchende „Dinge“ einfach mühelos und leicht an den dafür vorgesehen Ort abgelegt oder aufgeschrieben.

ACHTUNG, hör ich euch jetzt rufen: „Das hört sich für mich alles viel zu sehr nach Kontrolle, Druck oder Leistungsdenken an“ … Diesen Impuls kann ich durchaus nachvollziehen, er ist allerdings sehr weit von dem entfernt, was ich hier eigentlich beschreiben möchte. Das Ergebnis lässt sich viel mehr mit wirklicher (Wahl-) Freiheit und Leichtigkeit zusammenfassen. Entlastet man den Kopf, z.B. durch ein funktionierendes System, werden sagenhafte Kapazitäten frei.

Leichtigkeit und Kreativität können wieder fließen und wir sind nicht mehr blockiert und überfordert.

Dadurch bekommen wir überhaupt erst einmal die Wahl, ob wir uns viel aufladen möchten … oder eben auch nicht. Wir bekommen den Überblick und können entscheiden. Das Gedankenkarussell und die dadurch entstehende Energieverschwendung hören mit der Zeit auf. Diese Entlastung des Kopfes ist für mich einer der schönsten Effekte und diese Aussage kann ich mit gutem Gewissen auch verallgemeinern, denn das höre ich bei meiner Arbeit und von meinen Klienten wieder und wieder.

Natürlich sind der dahin führende Weg und das Ergebnis bei jeder Person individuell unterschiedlich und das ist auch gut so! Trotz dieser individuellen Unterschiede gibt es allerdings eine Reihe von Gemeinsamkeiten, welche immer wieder auftreten. Das ist allerdings ein eigenes, wichtiges Thema, würde hier den Rahmen endgültig sprengen und verdient somit einen Beitrag an anderer Stelle…

Lutz Friedrich

Master-Psychologe, Struktur-Experte, Personell Consultant, Coach

Besucht Lutz auf www.lutzfriedrich.com oder schreibt ihm direkt eine Mail an mail@lutzfriedrich.com!

 

Hormon PMSG – Blutfarmen für die Schweinezucht

Hast du jemals von dem Hormon PMSG gehört? Vermutlich nicht, es sei denn du arbeitest in einer Tierfabrik, einem Gestüt für teure Pferde oder bist in den hohen Rängen in einem der führenden internationalen Pharmakonzerne angestellt.

Dieser Beitrag ist keine leichte Kost und ich empfehle dir, ihn nur in einem Moment zu lesen, in dem du dich emotional gefestigt fühlst.

Was ist PMSG überhaupt?

PMSG ist eine Abkürzung für Pregnant Mares Serum Gonadotropin, es wird von trächtigen Stuten als Reaktion auf die Schwangerschaft gebildet. Soweit alles ganz normal.

Es hat sich unglücklicherweise allerdings gezeigt, dass eben jenes Hormon nicht nur dem ungeborenen Fohlen taugt, es stellt auch eine Arbeitserleichterung in weltweiten Tierfabriken dar, etwa bei Schweinen, Rindern, Schafen und Ziegen. Wird es zum Beispiel Sauen gegeben, so kann man die Zeit des Rauschens (der Zeit der Trächtigkeit bei Schweinen) synchronisieren, so dass die Sauen ihre Ferkel ziemlich zeitgleich bekommen. Nicht nur das: Jungsauen werden früher geschlechtsreif und die Anzahl der Ferkel pro Wurf erhöht sich! Für Betreiber*innen von Schweinefabriken ist dies äußerst lohnenswert, weshalb das Mittel auch in Deutschland zum Einsatz kommt. Da durch die Gabe des Stutenhormons zu viele Ferkel pro Sau geboren werden, werden „überflüssige“ Ferkel, für die die Mutter keine Zitze hat, getötet oder verhungern qualvoll. Zudem entstehen durch die übermäßige Einnistung von Eizellen natürlich auch vermehrt Mutationen und Fehlgeburten.

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Wie wird PMSG gewonnen?

Dank intensiver Recherchen der Tierschutzorganisation Animal Welfare gibt es mittlerweile recht umfangreiche Informationen zu der Gewinnung dieses Hormons, zu der ich euch die Kurzversion zusammengefasst habe.

Auf den sogenannten Blutfarmen, die es vor allem in Südamerika aber auch in Uruguay und sogar Europa gibt, stehen eng zusammengepfercht hunderte Stuten. Diese werden künstlich besamt um ihnen dann für die ersten 11 Wochen der Schwangerschaft ein- bis zweimal wöchentlich bis zu 10 Litern Blut abzunehmen! Diese wahnsinnige Menge, die etwa einem Viertel der gesamten Blutmenge eines Pferdes entspricht, wird dem Pferd mit riesigen Kanülen innerhalb einiger Minuten entzogen. Etwa 30 Prozent der Stuten versterben durch diesen Prozess.

Ist das Fohlen nach Beendigung der 11 Wochen noch nicht durch den extremen Nährstoffentzug gestorben, wird es durch die Arbeiter*innen auf den Blutfarmen per Hand abgetrieben, hierbei wird der Uterus des Pferdes unbetäubt mit einem Messer aufgeschlitzt, wodurch oft nicht „nur“ das Fohlen, sondern auch seine Mutter einen qualvollen Tod findet. Die Stute wird ohnehin getötet, sobald sie sich nicht mehr schnell besamen lässt. Es gibt keinerlei tierärztliche Versorgung. Auf den Videos von Animal Welfare ist deutlich zu sehen, wie die verängstigten Tiere mit Knüppelschlägen auf den Kopf durch metallene Gänge vorwärts getrieben werden, bis sie in einer Anbindehaltung enden, wo ihnen das Blut entzogen wird.

Und jetzt haltet euch fest: Es gibt derzeit 36 alternative synthetisch hergestellte Mittel für die Schweinezucht auf dem Markt, die PMSG ersetzen können. Trotzdem und trotz der dokumentierten massiven Tierrechtsverletzungen, sind PMSG-haltige Präparate weltweit und auch in Deutschland legal käuflich und großflächig im Einsatz.

Warum gibt es so geringe mediale Aufmerksamkeit?

Das Offensichtlichste zu erst: 100 Gramm des Hormons bringen etwa 900 000 Dollar. Die Haltung von Pferden zur Blutgewinnung gibt es in Europa (völlig unzureichende) „Tierschutzauflagen“, in Südamerika gibt es gar keine, auch Kontrollen selten bis nie. Es macht daher für die Verantwortlichen Sinn, die Tiermisshandlungen für die Gewinnung des Hormons hier unter Verschluss zu halten. Über den Einsatz von PMSG gibt es in der EU keine Meldepflicht, auch über die Mengen gibt es keine genauen Daten! Es sind derzeit 6 Arzneimittel mit dem Wirkstoff PMSG in Deutschland zugelassen, welche den Tieren in Kombination mit anderen Hormonpräparaten zugeführt werden.

Im Mai 2017 hat die Bundesregierung auf Anfrage der Partei Bündnis 90 / Die Grünen bekannt gegeben, bereits 2016 mit betreffenden Ländern gesprochen zu haben. Sie wollen deutlich gemacht haben, es sei auf eine Verbesserung der Umstände der Pferde hinzuarbeiten.

Derzeit steht besonders das Pharmaunternehmen IDT aus Dessau im Verruf, es hat nach Veröffentlichungen des MDRs angegeben, kein PMSG mehr aus Südamerika mehr zu beziehen. Zu den Vorwürfen, das Hormon weiterhin aus Pferdeblutfarmen in Uruguay zu beziehen, bezieht das Unternehmen keine Stellung, was Raum für Vermutungen lässt.

Insgesamt klingt das alles für mich wieder aufgeblasen, ein makabrer Scherz! Für die vergewaltigten und zutiefst misshandelten Pferde geändert hat sich laut Beobachtungen von Tierrechtsaktivist*innen bislang wohl nichts. Von den Schweinen, für die die die meisten Menschen noch weniger Empathie aufbringen können, die ihr Leben lang im Dunkeln verbringen, vergewaltigt, misshandelt und vor allem: vergessen.

Ich vergesse euch nicht. Ich denke an euch.

~ Alina

Weiterführende Quellen: Tierschutzbund, Deutschlandfunknova, Animal Welfare Foundation, Albert-Schweitzer-Stiftung

 

Vegan und Ohnmächtig? Nein!

Sicherlich bist du nicht ganz grundlos auf dieser Seite gelandet. Auch ich kenne das erdrückende Gefühl ohnmächtig vor den gesellschaftlichen, politischen und ökologischen Herausforderungen unserer Zeit zu stehen: gelähmt, desillusioniert, frustriert, traurig und aggressiv.

Als bei mir der Moment gekommen war, an dem ich nach einer offen gestanden langen Zeit des Lernens, endlich „verstanden“ hatte, als ich endlich begriffen hatte, wie die Welt in ihren Grundzügen funktioniert, wie die menschlichen Zahnrädchen dieser perfekt geölten Maschine unentwegt laufen für mehr, mehr, mehr… mehr Geld, mehr Besitz, mehr Erfolg, immer auf den Kosten Anderer, bin ich in ein Gefühlschaos geraten zwischen anfänglicher Euphorie „Es gibt ja so viele tolle Möglichkeiten!“ zu einem ergebenen „Das alles ist zu groß für mich, das ist ja Kämpfen gegen Windmühlen“.

Vor allem, als ich beschlossen hatte, mich diesem Muster nicht zu ergeben, sondern „etwas“ dagegen zu tun. Dieses „etwas tun“ ist nämlich leider äußerst unkonkret. Manchmal kommen diese unfähig machenden, negativen Gefühle noch immer in mir auf, mittlerweile habe ich aber einen recht guten Umgang damit gefunden und hoffe, dass ich dir mit meinen Hinweisen etwas unter die Arme greifen kann.

 

1. Don’t panic, organize!

Nichts ist schlimmer als das Gefühl, mit den eigenen Wünschen, Zielen und Träumen allein zu sein. Zusammenhalt verbindet, Gemeinschaft stärkt. Vor allem, wenn du in deinem Freundes- und Verwandtenkreis als Veganer*in allein bist, wird dir vermutlich oft versucht zu vermitteln, du seist wohl verrückt geworden, vom Mars oder anderen Himmelskörpern und sowieso: Du siehst das völlig falsch, weil wo sollen denn die ganzen Tiere hin, wenn sie niemand mehr isst.

Ja, da bleibt einem etwas das Lachen im Halse stecken, wenn das vegane Bullshit-Bingo voll im Gange ist. Am Anfang versucht man noch etwas mitzumachen, alles etwas runter zu spielen. Ich habe gelegentlich vorgegeben, es würde mich nicht stören, wenn neben meinem Grillgut Fleisch liegt. Es stört mich, sehr! Nein, ich möchte nicht, dass mein Essen Leichenteile berührt. Es ist widerlich und mir vergeht der Appetit. Wenn du Leute getroffen hast, denen es ebenso ergeht wie dir, wenn du merkst, dass nicht DU vom Mars bist, sondern es die Anderen einfach nicht gecheckt haben, nicht in ihrem Kopf, nicht in ihrem Herz, dann wird dir das alles so viel leichter fallen.

Was dir auch wunderbar helfen kann, ist, dich an öffentlichen Protesten zu beteiligen. Ja, du kannst auch jeden Tag 10 Videos von Peta teilen, gelegentlich teile ich auch solche Inhalte. Bei den realen Treffen ist die Verbindung noch einmal eine ganz andere. Für mich fühlt es sich wahnsinnig gut an, mit zig anderen Menschen zusammen die Stimme zu erheben.

Trau dich! Ich weiß, der erste Schritt braucht manchmal Überwindung. Man kennt niemanden, vielleicht wird das alles ja „oberpeinlich“. Glaub mir, es wird klasse. Die anderen Aktivist*innen werden absolut dankbar sein, dass ihre Gruppe Zulauf hat, denn oftmals sind auf den Demos keine Masse an Menschen, sondern immer wieder gleiche Gesichter. Selbstverständlich kann es ein guter Anfang sein, wenn du dich erst mal online über solche Gruppen informierst, auch via Facebook. In größeren Städten gibt es regelmäßig vegane Brunchs oder einen veganen Kaffeeklatsch, auch diese sind eine großartige Gelegenheit, um in Kontakt zu kommen.

 

2. Messe dich nicht an Anderen

Du bist ein wertvoller, empathischer Mensch, der unterdrückten und misshandelten Lebewesen seine Stimme leiht. Behandle dich gut, mach dir bewusst wie großartig dein Einsatz ist, auch wenn du „nur“ vegan lebst, damit meine ich: Du tust jetzt schon irrsinnig viel für diesen Planeten und alles, was auf ihm lebt. Ganz bestimmt wirst du auf andere Veganer*innen stoßen, die noch „so viel mehr“ machen. Das ist schön für die, hat mit dir aber initial nichts zu tun. Falls es dich inspirierst und du dann auch Lust hast, etwas Neues auszuprobieren, dann tu es. Sieh es bloß nicht als Maßstab, das führt schnell zur Frustration.

Ich selbst hole mir Inspirationen gern aus dem Internet, die ergeben sich einfach von selbst. Dann setze ich mir selbst ein kleines Ziel, z.B. „Ich möchte 3 Tage rohvegan essen“ oder „eine Woche keinen Kaffee trinken“ oder „fünf Tage keinen raffinierten Zucker essen“ und gucken, was es mit mir macht. Wie fühlt es sich an, habe ich darauf länger Lust? Dadurch lernt man sich und seine Grenzen super kennen, ohne es an die große Glocke hängen zu müssen oder irgendjemanden zu übertrumpfen. Gerade in den sozialen Medien wird uns gerne das „perfekte Leben“ präsentiert. HA! Was das perfekte Leben für dich ist, das bestimmst nur du allein. Probier dich aus, um deines Willen!

 

3. Schütze dich

Ich weiß, du hast begriffen, dass deine Mitmenschen sich emotional von den Lebewesen, die sie konsumieren, abgeschottet haben und das dies eine tragende Wurzel allen Übels ist, gegen das du kämpfst. Auch meine Timeline bei Facebook bestand zu einem früheren Zeitpunkt fast ausschließlich aus Videos, in denen man die Misshandlung und den Mord an Tieren sah. Es stimmt, wir verschließen unsere Augen nicht vor der Realität, aber du hast deine Konsequenzen gezogen. Du hast dich für die unpopuläre, dennoch auf allen Ebenen richtige Lösung entschieden, vegan zu leben. Das bedeutet, es ist nicht von Nöten, dich diesen Qualen immer wieder auszusetzen.

Es ist nicht deine Aufgabe, möglichst viel ertragen zu müssen! Nimm dir aktive Auszeiten, kümmere dich in dieser Zeit nur um dich selbst.

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4. Sei der Kolibri

Es gibt einen Waldbrand, alle Tiere flüchten und stehen hilflos vor dem sich ausbreitenden Feuer. Nur ein kleiner Kolibri fliegt eifrig zwischen dem Fluss und den brennenden Bäumen hin und her. Der Elefant fragt ihn verwundert „Was tust du da? Dein kleiner Schnabel trägt jeweils nur einen Tropfen. So wirst du das Feuer niemals löschen.“ Der Kolibri aber erwidert „Ich tue was ich kann, ich gebe mein Bestes.“

Die Geschichte ist frei nacherzählt von meinem guten Freund Davide, den ich im aktiven Tierschutz kennengelernt habe.

Du wirst viele Menschen in deinem Leben treffen, die so viel mehr Möglichkeiten hätten als du, Geld und Ressourcen in nützliche Projekte zu stecken, um Leben zu retten und lebenwert zu machen und die es einfach nicht tun. Stattdessen laufen sie erfundenen Wünschen und Träumen hinterher, irgendetwas zu besitzen, irgendetwas zu „schaffen“. Es kann beizeiten frustrierend sein und manchmal macht es mich auch einfach nur sauer.

Trotzdem: Du tust deinen Teil und ich meinen. Ein globales Umdenken kann und wird genau so stattfinden, in dem ich mein Handeln NICHT nach dem Anderer richte, sondern indem ich das Richtige tue: für mich und für andere, ins Besondere all diejenigen, die nicht gehört werden.

Es muss und wird nicht Jede*r gut finden oder nachvollziehen können, das müssen sie auch nicht. Hör auf dich und gib deine Prinzipien nicht auf, ergebe dich nicht der Masse. Kurz gesagt: Sei der Kolibri!

 

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