Meckerpost// Veganer Senf im Internet

oder: Wie Falschaussagen und Selbstprofilierung mir den Spaß an veganen Foren vermiesen

Wie die meisten von euch bin ich oft in den sozialen Medien unterwegs- auch, weil ich eben diesen Blog führe. Dabei fallen mir einige Aussagen auf, die in scheinbar jedem Kontext in jeder veganen Gruppe auf Facebook reflexartig wieder behauptet und kommentiert werden, die oftmals schlichtweg falsch, überhaupt nicht zielführend sind und die der veganen Bewegung meines Erachtens nachhaltig schaden.

Daher nehme ich mir in diesem Beitrag die Top 4 der für mich nervigsten Aussagen vor und gebe heute meinen eigenen Senf dazu- hier und da etwas frech, zugegeben- aber da staut sich auch etwas an über die Jahre. Es würde mich wundern, wenn Du hier nicht auch die ein oder andere Aussage liest, bei der du die Augen nicht weit genug in den Hinterkopf drehen kannst.

1 „Eier sind Hühnermenstruation.“

Nein, Eier sind keine Hühnermenstruation! Menstruationsblut besteht aus abgestoßener Gebärmutterschleimhaut, ein (Hühner-)Ei nicht. Es stimmt, dass ein (Hühner-)Ei die Eizelle enthält (befruchtet oder unbefruchtet), aber zu sagen, dass das Legen von Eiern das selbe wie menstruieren ist, ist schlichtweg falsch.

Und abgesehen davon: Es ist doch gar nicht nötig, Eier als Menstruationsprodukt zu bezeichnen um es „eklig“ wirken zu lassen. Mentruationsblut ist nämlich überhaupt nicht eklig, sondern ganz normal. Ob man allerdings etwas essen möchte, das aus dem gleichen Loch kommt, aus dem das Federtier auch kackt (Eier kommen aus der sogenannten Kloake)- das mag jede*r Konsument*in selbst entscheiden. Bäm.

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2 „Ersatzprodukte sind pure Chemie.“

Eine Aussage, wie sie pauschaler kaum sein könnte. Ja, alles im Leben besteht aus Chemie, da gibt es nichts zu leugnen- das ist aber per se überhaupt nichts schlechtes. Man sollte bei Ersatzprodukten ganz deutlich differenzieren, welche Inhaltsstoffe als bedenklich betrachtet werden können. Dies gilt allerdings nicht nur für Ersatzprodukte, sondern für alle Produkte! Wenn man beispielsweise die Inhaltsstoffangabe von veganem Wurstaufschnitt  mit der von tierischem Wustaufschnitt vergleicht fällt auf, dass diese oftmals gleichlang sind und ähnlich fremdartig klingende Begriffe enthalten, die oftmals Bindemittel, Aromen- und Farbstoffe bezeichnen und ggf. auch kaschieren sollen.  Kritik an konkreten Inhaltstoffen ist selbstverständlich gerechtfertigt und kann ein sinnvoller Beitrag im Gespräch sein- allerdings lese ich solch explizite Hinweise eher selten.

Übrigens, Tofu ist kein Ersatzprodukt, wird aber immer wieder gern so bezeichnet. Tofu ist seit Jahrhunderten ein Grundnahrungsmittel im asiatischen Raum.



3 „Produkt XY ist vielleicht lecker, aber viel zu ungesund und überhaupt kann man das viel besser selber machen.“

In jeder Kommentarspalte gibt es unter 50 Kommentaren auf eine Frage nach dem Geschmack oder der Verfügbarkeit eines Produkts einfach immer diese zwei, drei Super-Veganer*innen, die ihren vermeindlich viel gesünderen Senf auf jede- noch so unpassende- Frage streichen müssen. Erfahrungsgemäß interessiert es wirklich niemanden, dass ihr euer Leben perfekt meistert und es selbstverständlich neben 5 geretteten Hunden und zwei Jobs und ’nem Kind und ’ner Beziehung und ’nem Hobby und… noch schafft, all eure zuckerfreien, glutenfreien Aufstriche selbst zu machen. Und nein, natürlich nicht im Thermomix- das wäre aber auch echt nicht öko genug. Ironie aus.

Mensch Leute, reißt euch doch bitte mal ein bisschen zusammen und beantwortet einfach die Frage! Es ist toll, andere Menschen an den eigenen Erfahrungen teilhaben zu lassen und Erprobtes zu teilen- wirklich! Aber nur, wenn auch danach gefragt wurde! Es ist hingegen gar nicht toll, seinen Mitmenschen ständig etwas aufzudrängen, ihnen dadurch das Gefühl zu geben, den veganen Gedanken nicht gut genug umzusetzen, gegen Andere abzustinken und den eigenen Körper durch den Genuss von veganer Torte mit Industriezucker mutwillig zu zerstören.

4 „Impfen ist nicht vegan.“

Mir schwillt ja meistens schon beim Lesen der ersten Kommentare zum Thema -egal um was es im Ausgangspost ging- der Kamm! Ja, die Impfstoffe sind nicht vegan und ja, sie wurden an Tieren getestet und JA, das ist scheiße. Scheiße, da, ich hab’s geschrieben! Aber: sich und seine Kinder deswegen nicht zu impfen und dadurch diese und Millionen anderer Menschen hochansteckenden, unheilbaren Infektionskrankheiten auszusetzen, die schwerwiegende (Spät-)Folgen wie körperliche und geistige Behinderungen und den Tod haben- das kann nun wirklich auch nicht ethisch korrekt (und vegan) genannt werden.

Das Ziel eines ethisch motivierten veganen Lebenstils wäre doch etwa so: Das Leid von Tieren (inkl. Menschen!) verringern, bestenfalls abschaffen. Das das mit einem Leben in dieser Gesellschaft nicht immer und nicht einhundertprozentig geht, das weiß doch jede*r von uns! Abgesehen von den Personen, die wirklich in ihrer Hütte wohnen, ihre Pflanzen ohne Pestizide anbauen, keine Medikamente nehmen, nie Auto und Co fahren, kein Handy, TV oder sonstwas haben (und, und, und… ihr versteht, was ich meine) müssen wir alle damit leben, dass einige unserer Handlungen ethisch nicht einwandfrei sind- das geht in dieser globalisiwerten Welt auch kaum noch! Es geht darum, die bessere Entscheidung zu treffen und auch das im eigenen Tempo.

Es ist wissenschaftlich anhand von Statistiken eindeutig belegt (ja, wirklich!), dass man als nichtgeimpfte Person ein unfassbar hohes Risiko für sich und andere ungeimpfte Personen darstellt und das die Wahrscheinlichkeit einen Impfschaden zu erleiden extrem gering ist. Und ja, es tut mir leid, wenn ihr eine Person in der Familie oder dem Bekanntenkreis habt, die einen Impfschaden erlitten hat. Das ist furchtbar- wirklich!- aber es verändert eben die statistische Wahrheit nicht, dass es für die Person selbst und alle Mitmenschen wesentlich sinnvoller ist, sich impfen zu lassen, als es nicht zu tun. Impfen rettet leben! Auch, bis in Zukunft vegane Impfstoffe entwickelt werden, ist impfen eine vegane (die „veganere“/ ethisch korrektere/ verantwortungsvollere) Handlung.

An alle Hater: Mir ist übrigens absolut bewusst, dass es eine persönliche Entscheidung ist, sich impfen zu lassen. Noch. Bei Kindern verstehe ich persönlich da keinen Spaß- denn die können nichts dafür, dass ihr da nicht gut genug informiert seid. Und nein, ich hab nicht an der Youtube-Universität studiert und bin nicht von der Pharmaindustrie gekauft (haaa haaa- wie lustig.), sondern ich bin Krankenschwester und Heilpraktikerin- ja, echt, kein Scherz.

So, das musste jetzt einfach mal raus! Mir ist klar, dass ich mich damit nicht unbedingt bei allen beliebt mache- aber ich sags trotzdem.

Haltung hat, wer sich nicht bückt und doch geneigt ist.

– Klaus Klages

An alle, die es frohen Mutes und vielleicht etwas schmunzelnd bis hier her geschafft und noch keine Gewaltfantasien entwickelt haben wünsche ich noch einen fabelhaften Tag.

Ich bin dankbar für euch alle, die das Miteinander online schön machen! Vegane Gruppen können auch wundervoll und inspirierend sein.

Lasst es euch gut gehen!

~ Alina



Wohnzimmer / Büro: Deko, Bücher und CDs aufräumen!

Ordnung im Büro ist das A und O und auch das Wohnzimmer kann ab und an eine Tiefenentrümplung gebrauchen. Hier findest du meine besten Tipps zum Aufräumen. In einem anderen Beitrag habe ich bereits über das Ausmisten von Ordnern geschrieben, schau dort doch bei Bedarf einfach mal vorbei. Jetzt aber erstmal hier ran an den Speck! Auf die Plätze… fertig… Aufräumen!

Dekoration

Über Geschmack lässt sich bekannterweise nicht streiten, daher ist es dir ganz selbst überlassen, welche und wie viel Dekoration du um dich haben möchtest. Schau sie dir einfach mal genau an und überlege, welche du gerne siehst und um dich hast.

Für mich gilt: Weniger ist hier mehr. Wenn es wirklich Stücke gibt, die man präsentieren möchte, dann kommen die wesentlich mehr zur Geltung, wenn sie etwas Platz haben. Die schönste Dekoration für eine Wohnung sind und bleiben für mich Grünpflanzen.

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Bücher aufräumen / aussortieren

Von Büchern habe ich mich sehr großzügig getrennt. Bereits gelesene Bücher, die ich vermutlich nicht nochmal lesen werde, mussten weg. Schwerer gefallen ist es mir anfangs bei den vielen Büchern in meinem Regal, die ich noch nicht gelesen hatte. Meistens waren diese Bücher ehemalige Geschenke zu Weihnachten oder zum Geburtstag, manche hatte ich aber auch selbst gekauft. Ich rate dir, dich auch von diesen absolut neuwertigen Büchern zu trennen.

Es fühlte sich für mich so an, als stünden sie da im Regal und machten mir Vorwürfe, warum ich sie nicht endlich lesen würde. Es gab allerdings immer einen Grund, wegen dem das bis dato nicht passiert war. Meistens hatte ich einfach das Interesse verloren oder es war einfach ein unpassendes Geschenk. Trenn dich, wenn du eigentlich weißt, dass du keine Lust auf das betreffende Buch hast.

CDs aufräumen / aussortieren

Von meinen geschätzt circa 500 CDs habe ich mich bis auf 5 komplett getrennt. Auch diese 5 lege ich in keinen CD-Spieler mehr (habe auch keinen mehr), sie haben aber einen gewissen sentimentalen Wert für mich und es hat sich richtig angefühlt, sie zu behalten.

Mein Vorschlag: Räum das ganze CD-Regal aus, putz es am Besten gleich, nimm jede einzelne Hülle in die Hand und guck dir an ob die CD drin ist. Dann erst überlege dir, ob du sie behalten willst, oder nicht.

Es ist dabei nicht zwingend notwendig, dass du diese CD hörst, aber wenn sie dir zudem nicht wichtig ist, lass sie gehen. Die Wahrscheinlichkeit, dass die Ära der CDs wiederkommt, ist wohl eher gering.

Sei gut zu dir!

~Alina

 

Schlafzimmer / Kleiderschrank aufräumen: mehr Platz und Ruhe!

In diesem Beitrag verrate ich dir, wie auch du deinen Kleiderschrank aufräumen kannst, damit dort endlich Ruhe einkehrt und kein berühmtes Kleiderschrank-Chaos mehr herrscht.

Kleiderschrank aufräumen

Ich empfehle dir, alle Kleidungsstücke der jeweiligen Kategorie auf dein leeres oder frisch gemachtes Bett zu legen. Dann ziehst du jedes Kleidungsstück einzeln an.

Gehe deine Kleidung in einer Reihenfolge durch, zum Beispiel:

  • Socken

  • Unterwäsche

  • Hosen

  • Oberteile

  • Schuhe

  • Jacken

Folgende Kriterien könnten dir bei der Auswahl helfen:

  • Passt es noch?

  • In welchem Zustand ist es?

  • Entspricht es mir noch?

  • Wie oft habe ich es bereits getragen?

  • Wann habe ich es zuletzt angehabt?

  • Wie fühle ich mich darin?

Sortiere die Kleidung, in dem du zwei Haufen bildest: Den einen räumst du ordentlich in deinen frisch geputzten Schrank zurück, der andere kommt in die Ecke zu den Dingen, die deine Wohnung verlassen werden.

Tipp: Vielleicht hilft dir die gedankliche Einstellung, jetzt Dinge zu bestimmen, die du BEHÄLST statt Dinge LOSZUWERDEN. Das ist wesentlich positiver und bestärkt dich ggf. in deinen Entscheidungen.

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Bettwäsche aussortieren

Oftmals verbirgt sich hier wesentlich mehr, als man so denkt… nur 2 Matratzen, aber 9 Spannbettlaken? Geh hier am Besten logisch vor, überlege dir, wie viele Betten es in deiner Wohnung oder deinem Haus gibt, wie oft die Bezüge gewechselt werden und welche du nicht magst / niemals nutzt.

Ich habe für mich festgestellt, dass ich bei meinen 2 Matratzen mit jeweils Decke und Kissen jeweils 2 Sets haben möchte – so passen die jeweiligen Bezüge immer zueinander und ich kann das Bett direkt frisch beziehen, während der „benutzte“ Bezug in der Wäsche ist.

Ich persönlich bevorzuge helle, schlichte Bettwäsche, farblich vor allem weiß und grau gehalten, da diese immer elegant, sauber und frisch wirkt und dem Raum Ruhe und einen gewissen Hotelcharakter gibt, den ich mag.

Tipp: Ziehe bei deinen Überlegungen hinsichtlich der Farbauswahl mit ein, dass Bettwäsche den Raum farblich schnell dominiert, da sie eine große Fläche einnimmt. Wähle Bezüge, die farblich zueinander passen, sodass du eine Waschmaschine voll kriegst, wenn du sie wechselst.

Sei gut zu dir!

~Alina



Vegane Reisen – tierleidfrei unterwegs mit tollen Menschen!

Liebste Leser*innen,

Heute habe ich das das große Glück, euch Jenny und Anna vorzustellen zu dürfen; zwei tolle Frauen, die eine, so glaube ich, unheimlich zukunftsträchtige Idee in die Tat umgesetzt haben: vegane Reisen!

Klar, wenn man der Typ ist, der immer mit Rucksack loszieht, um ein neues Land oder eine neue Gegend zu erkunden, dann kann man sich immer irgendwie behelfen und selbst kochen und sich eben um Gelegenheiten kümmern. Aber eine geführte Reise mit Touren, Ortskundigen und ganz viel Programm drumherum, das ist mir nur mit mischköstlicher all-inklusive-Verpflegung bekannt.

Warum es bei bei diesen Rundreisen anders läuft und vor allem, wie man sich eine solche Reise konkret vorstellen kann, dass erfahrt ihr nun im Interview mit Jenny, der Reiseveranstalterin und Gründerin von vegane-reisen.com.

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Jenny in der Walregion in Hermanus

Hallo Jenny, ich freue mich, dass du bereit bist, uns hier mehr über dein tolles Reisekonzept zu erzählen. Wie ist dir die Idee gekommen, vegane Rundreisen anzubieten?

Hallo Alina, danke für dein Interesse an unseren veganen Reisen und dem Interview! Die Idee für vegane Reisen ist mir bei einer Reise durch Südafrika mit meiner veganen Freundin Caro gekommen. Wir haben unterwegs festgestellt, dass es Veganer in Südafrika nicht einfach haben. Ein Urlaub soll doch Zeit zum Erholen sein und zum Erleben vieler neuer Abenteuer dienen und nicht in der hektischen Suche nach veganen Lebensmitteln oder veganen Restaurants ausarten. Daher dachten wir uns, wir bringen unsere beiden Leidenschaften zusammen. Ich als Reiseexpertin und Caro als Veganerin, haben auf unserer eigenen Südafrika-Reise so den Grundstein für vegane Reisen gelegt. Mittlerweile ist daraus eine komplette Webseite mit verschiedenen veganen Reisen nach Südafrika, Botswana, Brasilien und bald auch Costa Rica geworden.

 

Worin genau besteht der Unterschied zwischen einer veganen und einer herkömmlichen Rundreise?

Der Unterschied zu einer herkömmlichen Rundreise besteht darin, dass ihr einerseits mit veganen Köstlichkeiten umsorgt werdet, wie z. B. bei einem Besuch eines Weingutes erhaltet ihr Gelatine- und Eiweiß-freien Wein, andererseits sind unsere Reisen 100% tierleidfrei. Das heißt, es gibt keine Tierinteraktionen wie Reiten, wir unterstützen keine Lion Walks, kein Elefantenreiten oder ähnliches. Auf unseren veganen Reisen könnt ihr euch zurücklehnen und einfach Urlaub machen. Wir kümmern uns um eure vegane Versorgung, unterstützen mit den Reisen verschiedene Rettungsinitiativen bedrohter Tierarten, die ihr auch besuchen könnt und zeigen euch einen authentischen Blick in unsere Reiseländer. Das schaffen wir durch einheimische Guides sowie kleine Gästehäuser, die euch warmherzig empfangen. Wichtig ist uns vor allem auch, dass die Reisen nicht nur vegan, sondern auch nachhaltig sind, denn dies ist nicht immer automatisch der Fall. Dazu sind wir seit kurzer Zeit auch Mitglied der nachhaltigen Tour Cert Community.

Löwin im Greater Krüger, Südafrika
Löwin im Greater Krüger (Südafrika)

Wie kann ich mir eure Reisen konkret vorstellen? Wie groß sind die Gruppen, wo wird übernachtet, was für Unternehmungen gibt es und habe ich auch die Möglichkeit, etwas auf eigene Faust zu erkunden?

Erstmal kannst du entscheiden, ob du das Land auf eigene Faust erkundest, z. B. mit dem Mietwagen, eine geführte Reise machst mit einem eigenen Guide oder gemeinsam mit einer Gruppe vegan reisen möchtest. Die individuellen Mietwagentouren dauern um die 14 Tage und sehen so aus, dass wir gemeinsam mit euch eine passende Route erstellen. Unsere Website-Vorschläge sollen nur Anregungen bieten, sind aber jederzeit anpassbar. Wir buchen alle Hotels, euren Mietwagen und die Ausflüge. Die Mietwagenreise eignet sich besonders für Abenteuerlustige, die trotzdem abends in einem gemütlichen vorab reservierten Hotel oder einer Lodge wohnen wollen. Wenn ihr nicht gerne selbst im Ausland Auto fahrt, dann bieten wir euch auch geführte vegane Rundreisen an. Das heißt wir holen und bringen euch zum Flughafen, organisieren den Transport von A nach B und planen verschiedene Ausflüge und die Unterkünfte.

Wer lieber mit anderen veganen Reisenden unterwegs ist, dem empfehlen wir unsere Gruppenreise. Auf dieser Reise werdet ihr von mir persönlich und zwei lokalen Guides begleitet und habt einen Rundum-Service. Unternehmungen auf unseren Reisen sind z. B. Tierbeobachtungen im Krüger Nationalpark, Wanderungen durch schöne Berglandschaften, Urwälder oder den Busch – die nachhaltigste Art auf unseren Reisen- vegane Erkundungstouren durch Städte wie Rio de Janeiro oder Kapstadt, Canopy Touren im Amazonas, der Besuch von Tierrettungsstationen und vieles mehr.

Die Übernachtungsformen sind ganz unterschiedlich: von Zelten am Lagerfeuer im afrikanischen Busch, bis zu Ökolodges auf Baumwipfeln im Regenwald Mittelamerikas. Wir legen bei der Auswahl der Unterkünfte immer Wert auf kleine und lokal geführte Unternehmen und achten auf die Verträglichkeit mit der Natur und Umwelt.

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Jenny am Kap der guten Hoffnung

In welchen Ländern bietet ihr vegane Reisen momentan an?

Aktuell bieten wir vegane Reisen nach Südafrika, Botswana und Brasilien an. Im Februar 2019 startet zum Beispiel unsere vegane Gruppenreise durch Südafrika. Als vegane Privatreise könnt ihr natürlich jederzeit Südafrika, Botswana oder Brasilien erkunden. In der Planung sind gerade vegane Reisen durch Costa Rica. Und wir sind auch gerne für weitere Länder in Afrika, Mittel- sowie Südamerika offen. Schickt uns einfach eure Anfrage und wir prüfen mit unseren Partnern vor Ort, ob und wie es umsetzbar ist.

Wie ist das Feedback der Menschen, die bereits mit euch gereist sind?

Bisher sehr gut. Am schönsten fand ich eigentlich ein Feedback für unser kleines liebstes Gästehaus in Kapstadt, was genau das widerspiegelt, was unsere Reisen ausmacht. Der persönliche herzliche Kontakt und das vegane Reiseerlebnis. Hier ein Auszug: „Die haben sich so viel Mühe gegeben. Jeden Tag gab es etwas anderes zum Frühstück, was schon wie ein komplettes Mittag- oder Abendessen war und super lecker, dazu auch frisches Obst. Auch der Besitzer Antony ist sehr interessiert und sehr hilfreich. Sehr zu empfehlen, wir hatten eine sehr schöne, entspannte Zeit hier und haben viel persönliche Geschichten ausgetauscht, auch mit anderen Gästen. Sie haben auch extra gefragt, ob wir Mandel- oder Sojamilch haben möchten und dies dann für uns besorgt.“

Anna Ballonfahrt

Anna auf einer Ballonfahrt in Kenia

Wo kann ich mehr über die veganen Reisen erfahren?

Wenn du dir erstmal einen Eindruck über unsere verschiedenen veganen Reisen, Routen und Preise verschaffen willst, bietet dir unsere Website www.vegane-reisen.com eine super Möglichkeit. Auf Facebook und Instagram informieren wir unsere veganen Reisefreunde über aktuelle vegane Reisen, Tipps und Tricks und dort findet ihr auch einige Eindrücke unserer Kunden. Falls du schon konkrete Fragen hast, kannst du mich immer gerne direkt per Email info@vegane-reisen.com oder telefonisch unter 030 – 12 02 85 15 erreichen.

Wow- Ich finde, das ist wirklich ein super Angebot, das ich bisher noch nirgendwo so gesehen habe! Ganz lieben Dank an Jenny, die mir hier im Interview Frage und Antwort stand und so offen berichtet hat!

Was denkst du über dieses Angebot? Hättest du grad auch richtig Lust aufs vegane Reisen?

Sei gut zu dir!

~ Alina

 

Noras Veg

>> Dieses Interview ist Teil des Projekts Mein Veg

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Nora – 36 Jahre, aus Essen, Beraterin / Trainerin / Coach, schwanger mit einem zweiten Kind

 

Warum hast du dich für ein veganes Leben entschieden? Gab es einen Auslöser?

Es gibt mehrere Gründe und Auslöser, die mich zu dieser Entscheidung geführt haben. Eigentlich waren es hauptsächlich Aussagen von anderen, die in mir nachklangen und langsam aber sicher meine Einstellung und Sicht der Dinge verändert haben. Z.B.: Vegan werden ist der logische nächste Schritt nach dem Vegetarismus. Oder ähnlich, aber von anderer Seite: Wenn du Vegetarier sein willst, dürftest du eigentlich auch keine Milchprodukte konsumieren, denn dadurch werden Kälber getötet. Und eine Freundin, die schon vor Jahren Veganerin wurde, davor aber Fleisch und Wurst über alles geliebt hat. Sie hat solange mit sich gehadert, bis sie es schließlich geschafft hat. Und das hat mich lange abgehalten: „Ich kann nicht ohne MIlch und Käse leben!“ Ihr Beispiel hat mir aber klar gemacht, dass es eben doch geht. Und irgendwann wusste: bald kommt der richtige Zeitpunkt. Und als er kam, wusste ich es und habe entsprechend gehandelt.

 

 

Warst du vor der Umstellung auf eine vegane Ernährung Vegetarier*in?

Ja, aber ich kann gar nicht mehr genau sagen, wie lang. Ich glaube, das war ein fließender Übergang.

 

 

Auf welche Probleme bist du zu Beginn besonders gestoßen?

Komischerweise habe ich das Fleisch vermisst, auf das ich doch als Vegetarierin schon längere Zeit verzichtet hatte. Eigentlich hatte ich damit gerechnet, dass mir Käse und Eier am meisten fehlen, das hielt sich aber in Grenzen. Daher habe ich am Anfang ab und an gesündigt, habe mir aber bewusst kein schlechtes Gewissen gemacht, weil ich mich nicht durch Dogmatismus selber wieder von meinem Weg abbringen wollte. Inzwischen habe ich kaum noch Lust darauf. Genauso ging es mir, als ich mit dem Rauchen aufgehört habe.

 

 

Wie kommt dein Umfeld mit deiner Entscheidung vegan zu leben zurecht?

Mein Mann ist manchmal genervt, weil wir nicht mehr die Gerichte kochen, die wir früher gemacht haben. Er merkt aber, wie gut vieles schmeckt und natürlich greifen wir bei manchen Experimenten auch mal daneben: Tofu schmeckt uns z.B. nur im Restaurant. Wie in allen Feldern einer Beziehung lebt sie vom Kompromiss: So wird die ein Hälfte der Pizza mit Salami und Käse belegt und die andere mit Gemüse. Mein restliches Umfeld reagiert gelassen und rücksichtsvoll. Ich achte aber auch sehr darauf, niemanden bekehren oder ständig eine Extra-„Wurst“ (haha, Wortspiel) zu wollen, weil mich das als Omni (Allesesser) immer sehr an Veganern gestört hat.

 

 

Was stört dich daran Veganer*in zu sein?

Luxusproblem: Ich kann nicht bei Heißhunger in den nächstbesten Imbiss gehen und mir ein halbes Hähnchen o.ä. besorgen. Und die Geschäfte, die ohne Umwege in meinem Stadtteil erreichbar sind, führen kaum vegane Produkte.

 

 

Hat sich etwas für dich verändert, seit du vegan lebst?

Klar, meine Ernährung. Und ich lese Zutatenlisten, das ist manchmal ganz schön gruselig.

 

 

Engagierst du dich über deine Lebensweise hinaus z.B. in Projekten oder Vereinen?

Nein.

 

 

Was sind deine besten Tipps für vegane Neulinge?

Seid nicht zu streng und dogmatisch mit euch. Jedes Schnitzel, dass ihr nicht esst, ist ein sehr guter Schritt. Und lasst bitte die armen Omnis in Ruhe. Es fällt mir selbst immer schwerer, je besser ich mich informiere, nicht zu sagen: Weißt du eigentlich, was du deinem Körper und deiner Umwelt mit diesem Glas Milch antust? Damit dränge ich meine Gegenüber aber nur in die Defensive. Jeder muss selber auf den Trichter kommen und den Wunsch zur Veränderung aus sich heraus entwickeln. Antwortet denen, die interessiert nachfragen und versucht, die anderen zu ignorieren.

 

 

Möchtest du zum Abschluss noch etwas sagen?

Ich glaube an die Menschen – irgendwann werden wir es schaffen, das Ruder rumreißen und dann lebt die ganze Welt vegan.



Vegane Pancakes – schnell, einfach, fluffig

Pancakes: kleine, fluffige Pfannkuchen, die vor allem in Amerika als klassisches Frühstück serviert werden. Traditionell werden sie mit Ahornsirup beträufelt, sie sind aber auch mit frischen Früchten, Joghurt oder auch einer fruchtigen Soße köstlich. Natürlich kannst du aus diesem Teig auch 2 – 3 große Pfannkuchen machen, ganz so wie es dir beliebt – ich aber genieße sie lieber als Mini-Version und genieße jeden mit einem etwas anderen Topping. Enjoy your meal, dear friends!

Zutaten für die Pancakes:

  • Eine Tasse Weizenmehl (50:50-Mischung mit einem dunkleren Mehl klappt auch.)
  • 2 TL Backpulver
  • 1 TL Vanillezucker (oder das Mark einer halben bis  ganzen frischen Vanilleschote)
  • 6 EL Zucker (Du kannst auch etwas vegane Süße wie Agavendicksaft hinzufügen oder mit der Menge an Zucker variieren, aber so schmecken sie mir am Besten.)
  • 6 EL Apfelmus (Ich selbst nutze Apfelkompott mit richtigen Apfelstückchen den gibt es z.B. von Rewe Regional, dann hat man kleine Apfel-Pfannkuchen! Perfekt für alle, die auf „fruchtige Stückchen“ stehen.)
  • 2 TL Apfelessig
  • 2/3 Tasse Pflanzenmilch (Ich nehme Mandelmilch) + ggf. etwas mehr, je nachdem, welches Mehl ihr verwendet
  • 1/2 El neutrales Öl für jeweils 3 Pancakes zum Ausbacken
  • dazu: Ahornsirup / Agavendicksaft / veganen Joghurt / frische Früchte / Rote Grütze / Kompott / Puderzucker / Zucker und Zimt / veganer Schokoaufstrich / Erdnussbutter / Marmelade

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Zubereitung der fluffigen Pancakes:

  • Mische die trockenen und flüssigen Zutaten getrennt voneinander.
  • Schütte die flüssigen Zutaten zu den trockenen und vermenge diese miteinander, bis keine Mehlklümpchen mehr drin sind.
  • Wenn dein Teig noch sehr fest ist, füge teelöffelweise Pflanzenmilch hinzu, bis er eine Konsistenz erreicht hat, die sich verteilen lässt.
  • Erwärme etwas Öl in einer Pfanne und stelle die Temperatur der Herdplatte dann auf geringe Hitze.

 

  • Gib für jeden Pancake etwa 2-3 Esslöffel Teig an eine Stelle in die Pfanne. Bei mir passten so immer 3 Pancakes gemeinsam hinein und konnten noch problemlos gewendet werden.
  • Brate die Pancakes von jeder Seite etwa 2 Minuten an, dann sind sie fertig. Du weißt, dass sie bereit sind gewendet zu werden, wenn schon viele Bläschen auf der Oberseite zu sehen sind. In aller Regel braucht die erste Seite des Pancakes einen kleinen Tick länger als die zweite Seite.
  • Garniere die Pancakes mit allem, was du magst, besonders gut passt Ahornsirup dazu.
  • Lass es dir schmecken!

Tipp: Du kannst die Pancakes so mehrere Tage aufbewahren, und die jeden Tag einige im Toaster warm machen. Du kannst sie sogar einfrieren und jederzeit in der Pfanne auftauen: dann hast du im Nullkommanix ein tolles veganes Frühstück oder einen Snack!

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Pancakes mit Ahornsirup und Kirschkompott

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Sei gut zu dir!

~ Alina


Evas & Stellas Veg

>> Dieses Interview ist Teil des Projekts Mein Veg

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Eva (vorn) – 18 Jahre, aus Salzburg, Schüler-in im Bereich Architektur und Bautechnik

Stella (hinten) – 20 Jahre, aus Salzburg,  Abschluss im Bereich surface- und interiordesign (HTBLuVA)

 

 

 

 

Warum habt ihr euch für ein veganes Leben entschieden? Gab es einen Auslöser?

Stella: Ich lebe aus ethischen Gründen vegan. Der Auslöser war für mich die Rede von Gary Yourofsky auf Youtube. Da wurde mir klar, dass ich, als eigentliche Tierliebhaberin, ein Leben voll Doppelmoral geführt habe. Da ich das von da an nicht mehr mit meinem Gewissen vereinbaren konnte, habe ich kurzerhand meine Essgewohnheiten umgekrempelt. Der Rest, Hygieneprodukte, Kleidung, etc., kam ganz automatisch.

Eva: Bei mir begann alles mit Stella, die mir die Augen öffnete und mir den Einstieg in ein veganes Leben vereinfachte. Da sie sich eine Beziehung mit einer nicht-Veganerin nicht vorstellen konnte, habe ich die Sache kurzerhand ausprobiert und fand sofort gefallen an der Lebensweise. Ich habe aber auch schon bevor ich sie kennengelernt habe daran gedacht, Vegetarierin zu werden. Stella war also so etwas wie ein Katalysator für mich. Mittlerweile gehört das vegane Essen zum Alltag und ist ein moralischer und gesundheitlicher Grundstein meines Lebens geworden.

 

Wart ihr vor der Umstellung auf eine vegane Ernährung Vegetarier*innen?

Stella: Ich war in etwa ein halbes Jahr Vegetarierin und danach ein halbes Jahr Pescetarierin (also eine Vegetarierin, die Fisch isst). Jetzt bin ich seit etwa 1 1/2 Jahren Veganerin.

Eva: Nein, ich stieg vom Alles-Esser direkt auf eine vegane Ernährung um.

 

Auf welche Probleme seit ihr zu Beginn besonders gestoßen?

Stella: Ich konnte zu dem Zeitpunkt noch nicht Kochen und meine Mutter weigerte sich, verständlicher weise, jeden Tag doppelt zu kochen, da sie und mein Bruder ja noch immer tierische Produkte konsumieren. Also stand ich vor der Herausforderung Kochen zu lernen.

Eva: Bei mir war und ist bis heute das größte Problem das Essen in der Schule. Ich verbringe mit 40 Wochenstunden sehr viel zeit dort und die Schulküche ist leider nicht sehr vegan-freundlich. Allerdings sollte sich das bald ändern, wie ich hoffe, da die Nachfrage wächst  und der neue Schulsprecher ein Versprechen diesbezüglich gemacht hat.

 

Wie kommt euer Umfeld mit eurer Entscheidung vegan zu leben zurecht?

Stella: Zunächst waren natürlich alle sehr verwundert, vor allem meine Eltern. Nach kurzer Zeit und einigen Diskussionen beruhigte sich die Sache jedoch wieder. Ich konnte sogar 3 meiner Freunde (Eva ausgenommen) für die vegane Lebensweise begeistern.

Eva: Zu Beginn waren alle sehr skeptisch, vor allem meine Eltern und die Freunde in der Schule. Meine Eltern haben befürchtet, dass ich einen Vitaminmangel bekomme, doch nach einem Bluttest war diese Sorge verschwunden. Mittlerweile hat sich mein Umfeld daran gewöhnt und zeigt immer mehr Interesse an der veganen Lebensweise auf. Ein Freund von mir ist vor kurzem sogar Vegetarier geworden, ich vermute durch meinen Einfluss.

 

Was stört euch daran Veganer*innen zu sein?

Beide: Die oftmals lästigen Diskussionen mit nicht-Veganern. (Pflanzen haben auch Gefühle, etc.)

 

Hat sich etwas für euch verändert, seit ihr vegan lebt?

Stella: Ich fühle mich gesünder und fitter. Außerdem ist es ein gutes Gefühl seine Taten mit der eigenen Moral in Einklang zu bringen.

Eva: Ich ernähre mich nicht nur gesünder sondern auch bewusster und fühle mich viel fitter.

 

Engagiert ihr euch über eure Lebensweise hinaus z.B. in Projekten oder Vereinen?

Beide: Bis jetzt leider nicht, da es in unserer Nähe keine Möglichkeit dazu gibt. Aber wir möchten gerne in nächster Zeit mit unseren Freunden eine kleine, lokale Aktivistengruppe auf die Beine stellen.

 

Was sind eure besten Tipps für vegane Neulinge?

Beide: Wir haben für uns eine schöne Reihenfolge der Lebensumstellung aufgestellt:

Zu aller erst die Küche. Tierische Produkte aufbrauchen oder an die Nachbarn verteilen und entweder durch pflanzliche Alternativen ersetzen oder darauf verzichten. Wir würden empfehlen, in ein oder zwei Kochbücher zu investieren (Stella: Vegan für Faule ist z.B. super. War mein erstes veganes Kochbuch und ist immer noch mein liebstes) einfach weil man am Anfang noch etwas ratlos ist, wie das denn jetzt so geht ganz ohne Tiere…

Sobald man die Küche halbwegs im Griff hat, wirds Zeit sich über die Hygieneartikel herzumachen. Bei Kosmetikartikeln unbedingt darauf achten, dass sie nicht nur vegan sondern auch TV frei sind, weil da ja (unsinnigerweise) ein Unterschied gemacht wird. Nach dem Badezimmer sollte dann der Kleiderschrank an der Reihe sein. Bei neu gekaufter Kleidung darauf achten dass keine tierischen Fasern drin sind etc..

Wir finden diese Reihenfolge am sinnvollsten, weil Lebensmittel einfach das unmittelbarste sind und jede Woche gekauft werden. So lange man sich in dem Bereich aufs neue konzentriert kann man im Badezimmer von Reserven leben, weil Duschgel etc. sowieso eher auf Vorrat gekauft wird bzw. eine Flasche nen Monat oder länger hält. Wobei Kleidung meistens (vergleichsweise) ganz selten gekauft wird. Und alles auf einmal überfordert einfach.

Stella: Natürlich hat hierbei jeder sein eigenes Tempo aber als Richtwert: Bei mir hat Phase 1 ca. eine Woche gedauert. Ich hatte dann zwar noch keine sehr vielfältige und bunte Küche (allein schon weil ich erst kochen lernen musste) aber konnte mich versorgen und auf den nächsten Schritt konzentrieren. Schritt zwei dauerte ca. 3-4 Monate, einfach weil ich mich durch verschiedene Artikel durchprobieren musste. Der letzte Punkt ist bei mir nach 1 1/2 Jahren immer noch im Gange, weil beispielsweise meine Lederschuhe erst jetzt auseinanderfallen.

 

Möchtet ihr zum Abschluss noch etwas sagen?

Stella: Eigentlich nur eins: GO VEGAN (einfach mal probieren, ist nicht so schwer wie man denkt)

 

Leas Veg

>> Dieses Interview ist Teil des Projekts Mein Veg

LearundLea – 24 J., Hildesheim, Heilerziehungspflegerin

 

Warum hast du dich für ein veganes Leben entschieden? Gab es einen Auslöser?

Im Dezember 2016 habe ich eine Doku über Tierrechte gesehen. Ich habe mir die Augen ausgeheult und konnte danach nicht anders. Es war einfach der einzig richtige Weg für mich.

 

 

Warst du vor der Umstellung auf eine vegane Ernährung Vegetarier*in?

Von 2013-2014 hab ich mich erstmals vegetarisch ernährt. Leider habe ich dann wieder Fleisch gegessen. Als ich meinen Freund kennengelernt habe, bin ich wieder Vegetarierin geworden, da er Vegetarier war. Ich wollte vor ihm kein Fleisch essen. Zum Glück bin ich ihm begegnet. Ich weiß nicht, ob ich sonst diese Fragen hier beantworten würde.

 

 

Auf welche Probleme bist du zu Beginn besonders gestoßen?

Das größte Problem war für mich, dass ich auf einmal so gesund gegessen habe. Das klingt erstmal total witzig, aber für mich war das furchtbar. Ich hab quasi alles mit Käse überbacken – umso fettiger, desto besser. Und dann steht man vor dem Kühlschrank und hat dort nur Gemüse drin. Aber das ging schnell vorüber. Ich hab auch anfangs gar keine Süßigkeiten gekauft, weil es mir zu anstrengend war von allem die Zutatenliste durchzulesen. Zum Glück gibt’s es schon so viele vegane Menschen, die im Internet Tipps geben und einem wahnsinnig weiterhelfen.

 

 

Wie kommt dein Umfeld mit deiner Entscheidung vegan zu leben zurecht?

Es ist tatsächlich sehr unterschiedlich. Gerade in der Familie ist schnell mal ein Witz gemacht „den man ja gar nicht böse meint“. Aber trotz der Sprüche habe ich das Gefühl respektiert zu werden. Ich muss auch nicht 24/7 darüber sprechen, sodass es vielleicht auch gar nicht so auffällt. Wenn für besondere Anlässe gebacken oder gekocht wird, bring ich einfach auch was mit. So ist es für alle am einfachsten. Mittlerweile merke ich aber, dass oft nun auch an mich gedacht wird und das freut mich sehr.

 

 

Was stört dich daran Veganer*in zu sein?

Es stört mich, dass ich das Denken meiner Mitmenschen nicht verändern kann. Und es stört mich, dass ich das Denken meiner Mitmenschen ändern möchte. Es macht mich traurig, wenn Menschen leugnen, woher ihr Essen kommt. Dass ich vegan lebe, mache ich nicht nur für mich. Ich mache es für die Tiere, für unsere Erde und für die, die jeden Tag hungern müssen.

 

 

Hat sich etwas für dich verändert, seit du vegan lebst?

Mein Konsum im Allgemeinen. Kleidung kaufe ich vermehrt Second Hand oder fair ein. Meine Kosmetik hat sich auf das Minimum reduziert. Zudem versuche ich so wenig Müll wie nur möglich zu produzieren. Ich informiere mich stetig über Tipps und Methoden, wie man noch nachhaltiger und bewusster leben kann. Irgendwie hat sich dadurch ein ganz anderes Lebensgefühl entwickelt. Durch den „Verzicht“ habe ich so viele neue Blickwinkel. Das ist einfach total spannend und befriedigend.

 

 

Engagierst du dich über deine Lebensweise hinaus z.B. in Projekten oder Vereinen?

Ich spende mehrmals im Jahr Geld an Organisationen. Ich hoffe jedoch bald auch aktiv irgendwo mitzuwirken.

 

 

Was sind deine besten Tipps für vegane Neulinge?

Macht langsam und verzweifelt nicht. Seid nicht traurig oder sauer auf euch selbst, weil ihr doch mal Pizza mit Käse gegessen habt. Jeder Schritt näher zum Veganismus ist ein guter Schritt. Wer Facebook hat, kann sich eine regionale Veganer-Gruppe suchen, um sich dort austauschen zu können. Dann fühlt man sich nicht so allein.

 

 

Möchtest du zum Abschluss noch etwas sagen?

Jedes Leben verdient Respekt.

 

Justins Veg

>> Dieses Interview ist Teil des Projekts Mein Veg

justinrundJustin – 26 Jahre, Informatikbranche, Minden

 

Warum hast du dich für ein veganes Leben entschieden?

Durch persönliche Mobbingerfahrungen in der Schule habe ich schnell gelernt was recht und unrecht ist. Ein Holocaust-Besuch mit der Schule führte dazu über politischen Aktionismus und auch über meinen eigenen Lebensstil nachzudenken. Kann ich es verantworten, dass ich Lebewesen esse und diese leiden müssen? Das hat dazu geführt, dass ich zu Ende meines 16. Lebensjahr Vegetarier geworden bin. Ein halbes Jahr später wurde mir der Film Earthlings gezeigt, das führte dazu, dass ich vegan wurde.

 

 

Warst du vor der Umstellung auf eine vegane Ernährung Vegetarier*in?

Ja, für ein halbes Jahr.

 

 

Auf welche Probleme bist du zu Beginn besonders gestoßen?

Mein Hauptproblem war, dass ich damals aus schulischen Gründen in einer betreuten Wohngemeinschaft lebte. Die Akzeptanz zum Veganismus war mehr gering und auch wurden viele Sachen somit nicht für mich eingekauft… Meine Haupternährung bestand damals aus Toastbrot, Erdnussbutter und Bananen. Ein weiteres Problem, was später hin zu kam, war meine Sojaallergie, die ich zwanghaft versuchte zu ignorieren und mich in ambulante Behandlung führte. Wegen dieser hab ich leider ein paar Monate Produkte mit Ei gegessen, aber sehr schnell damit aufgehört, da ich es einfach nicht ertragen kann mit schlechtem Gewissen zu essen.

 

 

Wie kommt dein Umfeld mit deiner Entscheidung vegan zu leben zurecht?

In meiner Familie besteht eine gewisse Abneigung und ich gelte als extrem. Die Freunde, die sich über meine Ernährung lustig machten, bin ich schnell losgeworden. Meine Mutter hab ich inzwischen überzeugen können, ebenso vegan zu leben.

 

 

Was stört dich daran Veganer*in zu sein?

Gegenfrage: Stört es mich ein Mensch zu sein? Sicher nicht, nach beinahe 10 Jahren Veganismus nehme ich es als Selbstverständnis hin.

 

 

Hat sich etwas für dich verändert, seit du vegan lebst?

Ich bin relativ selten krank. Meist nur einmal in 1-2 Jahren.

 

 

Engagierst du dich über deine Lebensweise hinaus z.B in Projekten oder Vereinen?

Zur Zeit bin ich in Stammtischgruppen aktiv. Selbstverständlich versuche ich andere Leute über die Lebensweise aufzuklären.

Auch engagiere ich mich aktiv gegen Nazis, gegen Atomkraft, gegen Krieg und versuche soziale Missstände in der Welt aufzuklären. Früher war ich auch für 3 Jahre aktives Mitglied in der Linksjugend solid.

 

 

Was sind deine besten Tipps für vegane Neulinge?

Informiert euch, aber lasst euch auch nicht von der Informationsflut überschlagen. Ignoriert die Leute, die es meinen besser zu wissen als du. Selbst Veganer! Versuch nach dem zu leben, was für dich gut ist. Ja, es ist wichtig, dass du alle relevanten Nährstoffe zu dir nimmst. Aber du allein entscheidest, auf welche Art und Weise es geschehen soll. Ich bin zum Beispiel manchmal ziemlich kochfaul. Für mich sind Smoothies in der Ernährung das A und O.

 

 

Möchtest du zum Abschluss noch etwas sagen?

Wir haben 7,47 Milliarden Menschen auf der Erde und 68,8 Milliarden Nutztiere (Stand: 2010). Das heißt für jeden einzelnen Menschen werden ca. 10 Tiere gezüchtet. Allein diese Zahlen sollte für jeden Grund allein sein vegan zu leben.

 

 

>> Mehr von Justin lest ihr auf seinem spannenden Blog unter www.vegan-utopia.de

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