Ninas Veg – Darum lebe ich vegan!

>>Dieses Interview ist Teil des Projekts Mein Veg

ninaboldersneu
Nina, Flugbegleiterin und Bloggerin

Warum hast du dich für ein veganes Leben entschieden? Gab es einen Auslöser?

Es gab ganz viele kleine Auslöser, und ich war lange Vegetarierin mit Tendenz zum Vegansein. Aber dann kam der Tag, als ich unterwegs unbedingt einen Kaffee brauchte, und es nur Kuhmilch gab, und ich nach einem Schluck dachte, bäh, das kann ich einfach nicht mehr trinken. Letztlich war es einfach die logische Konsequenz meiner Entwicklung.

Warst du vor der Umstellung auf eine vegane Ernährung Vegetarier*in?

Offiziell Vegetarierin bin ich mit 18 geworden. Das war 1996. Dann habe ich nach und nach auch die anderen Tierprodukte aus meinem Leben geworfen.

Auf welche Probleme bist du zu Beginn besonders gestoßen?

Ich hatte damals gerade angefangen als Flugbegleiterin zu arbeiten. In Berlin war schon viel passiert auf dem Gebiet und alles kein Problem, aber fand ich mich plötzlich in Ländern wieder, in denen dieses Konzept unbekannt war und in denen ich mich auch nicht verständigen konnte. Oder ich wollte mit Kollegen essen gehen, aber die wollten in die Churrascaria oder in ein Seafood-Lokal. Anfangs bin ich da noch mitgegangen und habe dann da an meinen Pommes und meinem Salat herumgeknabbert und mich oft für meinen Lebensstil rechtfertigen müssen. Heute suche ich mir ein schönes Restaurant bei HappyCow aus und ziehe alleine los. Dabei lande ich dann oft in interessanten Gegenden: da sind dann plötzlich Leute in schwarzen T-Shirts, die vegane Burger und Cupcakes essen wollen, es läuft Musik, die mir gefällt, nebenan ist ein Buchladen, und ich fühle mich wie zuhause am anderen Ende der Welt. Mittlerweile sind auch unter meinen Kollegen viele Veganer, Vegetarier oder einfach Interessierte, die mitkommen wollen. In Mexico City vor ein paar Monaten saß nachher tatsächlich die halbe Crew mit im veganen Restaurant „Forever“ und fand’s lecker und schön, darüber habe ich mich sehr gefreut. Auch die Versorgung unterwegs wird immer einfacher. Neulich habe ich ein Rom an einem Backstand am Flughafen ein leckeres veganes Baguette mit gegrilltem Gemüse und ein veganes Aprikosencroissant gefunden. Solche Sachen gibt es da auf einmal total selbstverständlich! Das hat mir so richtig den Tag versüßt.

45770684_597980427297747_795432392805318656_n

Wie kommt dein Umfeld mit deiner Entscheidung vegan zu leben zurecht?

Da habe ich viel Glück gehabt. Meine Freunde und meine Familie sind da total entspannt. Wenn wir essen gehen wollen, wird was gesucht, wo es ganz sicher was Veganes gibt. Meistens landen wir bei einem veganen oder vegan-freundlichen Vietnamesen. Davon gibt es in Berlin jede Menge. Wenn irgendwo zuhause gekocht wird, gibt es meistens ein veganes Grundgericht mit Käse extra oder so. Ich bringe auch gerne was mit. Fleisch isst sowieso kaum jemand in meinem Umfeld.

Was stört dich daran Veganer*in zu sein?

Mich stört oft, dass die Welt so unnötig unvegan ist. All die täglichen kleinen Stolpersteine. Warum müssen die in der Kantine Eiernudeln nehmen, welche aus Hartweizengrieß schmecken doch genauso? Warum muss in den Chips, die im Flugzeug verteilt werden, Molkenpulver drin sein? Warum muss die fair und nachhaltig produzierte Jeans ein Patch aus Leder haben? Ich freue mich aber darüber, dass diese Sachen in letzter Zeit immer mehr in Frage gestellt werden, weil viele Menschen inzwischen bewusster konsumieren.

Hat sich etwas für dich verändert, seit du vegan lebst?

Ich bin in allen Dingen viel reflektierter und achtsamer gewordene, vielleicht ist das aber auch auch das Älterwerden.

Und früher stand ich ständig unzufrieden vor dem Spiegel. Ich kann nur jedem, der mit Akne oder einem Muffintop kämpft, empfehlen, mal ein halbes Jahr die Milchprodukte wegzulassen und zu sehen, was passiert. Ich kenne solche Probleme nicht mehr.

Engagierst du dich über deine Lebensweise hinaus z.B. in Projekten oder Vereinen?

Ich habe Ende 2017 ebenfalls einen veganen Lifestyle-Blog ins Leben gerufen, Kochrezepte mit Video-Tutorials, vegane und faire Kleidung, die mir gefällt und Tips für Veganer auf Reisen. Ich will es anderen leichter machen, vegan zu leben, indem ich das teile, was ich gelernt habe. Das macht sehr viel Spaß, und wenn ich ein paar Leute inspirieren kann, dann freut mich das sehr.

Was sind deine besten Tipps für vegane Neulinge?

Manchmal erzählen mir Leute: ach ja, vegan habe ich auch mal versucht, aber das habe ich nicht durchgehalten…
Ich empfehle, sich nicht gleich ein Label aufzukleben und dann frustriert alles hinzuschmeißen, wenn man es nicht sofort perfekt durchzieht. Man muss sich da erst reinfinden, der Körper muss sich erst daran gewöhnen. Gebt euch Zeit, kleine Schritte führen auch zum Ziel.

Möchtest du zum Abschluss noch etwas sagen?

Das ist ein großartiger Blog, vieles spricht mir aus der Seele. Ich kann mir kaum vorstellen, dass jemand nicht sofort anfängt, sein Leben aufzuräumen, nachdem er oder sie ein paar Artikel gelesen hat. Ich freue mich, hier etwas beitragen zu dürfen!

______________________________________________

Tausend Dank für das tolle Interview, liebe Nina!

Vergiss nicht, unbedingt auf Ninas Blog www.flymetotheveganbuffet.com vorbeizuschauen! Hier findest du regelmäßig köstliche Rezepte und Empfehlungen für vegane Kosmetik, Kleidung und Reisen! Als Flugbegleiterin kommt Nina nämlich richtig rum und hat für dich die besten Tipps auf Lager!

 

Seit gut zu dir!

~ Alina



Sybilles Veg

>> Dieses Interview ist Teil des Projekts Mein Veg

sybille

 

Sybille – 45 Jahre, aus Dortmund, in der Logistikbranche tätig

 

 

Warum hast du dich für ein veganes Leben entschieden? Gab es einen Auslöser?

Als ich zum ersten mal Videos aus der Milchindustrie sah und begriff, dass Tiere nicht nur für Ihr Fleisch, sondern auch für diese Produkte furchtbar leiden und sterben müssen.

 

 

Warst du vor der Umstellung auf eine vegane Ernährung Vegetarier*in?

Ja, ca. 2 Jahre.

 

 

 

Auf welche Probleme bist du zu Beginn besonders gestoßen?

Auswärts vegan zu essen. Das ist leider oft immer noch so.

 

 

 

Wie kommt dein Umfeld mit deiner Entscheidung vegan zu leben zurecht?

Ziemlich gut. Anfangs kamen natürlich komische Fragen und manchmal doofe Sprüche, aber mittlerweile haben es die meisten kapiert. Meine Eltern werden dieses Jahr beide Achtzig und sind vor ca. 5 Jahren durch mich Vegetarier geworden. Finde ich super.

 

 

 

Was stört dich daran Veganer*in zu sein?

Gar nichts. Stören tut es immer nur die anderen.

 

 

 

Hat sich etwas für dich verändert, seit du vegan lebst?

Sehr viel. Ich fühle mich wesentlich fitter, habe seitdem mein Idealgewicht, bessere Haut und bessere Laune. Aber abgesehen von der Ernährung haben sich auch andere Gewohnheiten geändert. Ich achte auf vegane Produkte in der Kosmetik und bei der Kleidung, ich versuche so gut wie möglich meinen Plastikmüll zu reduzieren und vermeide Produkte mit Palmfetten.

 

 

 

Engagierst du dich über deine Lebensweise hinaus z.B. in Projekten oder Vereinen?

Zur Zeit unterstütze ich nur finanziell Tierschutzorganisationen, möchte aber bald aktiver werden.

 

 

 

Was sind deine besten Tipps für vegane Neulinge?

Macht Euch keinen Stress. Probiert aus, was Ihr möchtet. Holt Euch Anregungen in veganen Gruppen und Blogs. Und lasst Euch nicht einreden, wie der „perfekt“ Veganer zu sein hat. Den gibt es nämlich nicht.

 

 

 

Möchtest du zum Abschluss noch etwas sagen?

Der Entschluss, auf tierleidfreie Produkte umzusteigen, war eine der besten Entscheidungen meines Lebens.



Lenas Veg

>> Dieses Interview ist Teil des Projekts Mein Veg

554DEDAD-068C-4F11-9269-58D8B0CBF0C1Lena – 21 Jahre, aus Plochingen, seit 2 Jahren Veganerin, absolviert gerade ein freiwilliges ökologisches Jahr in einer solidarischen Landwirtschaft auf einem Bioland-Betrieb im Obst- und Gemüseanbau

 

Warum hast du dich für ein veganes Leben entschieden?

Wahrscheinlich wie die meisten – die Tiere standen (oder besser, stehen immer noch) im Vordergrund. Ich wollte nicht, dass ein anderes Lebewesen für mich leidet und/oder stirbt.

 

Gab es einen Auslöser?

Einige, die zum großen Ganzen geführt haben.

Zum einen diese (schrecklichen) Peta-Videos, den Film Earthlings; Cowspiracy habe ich später gesehen, als ich schon vegan war. Einmal ein Erlebnis im Urlaub, bei dem auf dem Nachbarhof Kälber in Kälberiglus standen. Ich bin hin und habe angefangen, die zuerst total verängstigten Kälbchen zu streicheln, schließlich fingen sie an, an meinen Händen zu nuckeln. Abends lag ich dann im Bett und mich überkam große Trauer bei dem Gedanken, dass sie bald auf dem Teller liegen würden und Entsetzen darüber, wie jemand unschuldige Babys essen kann.

 

Warst du vor der Umstellung auf eine vegane Ernährung Vegetarierin?

Ja. Mit 14 habe ich angefangen, war dann 6 Jahre lang Vegetarier, bevor ich vor etwa zwei Jahren den Schritt zum Veganismus gegangen bin. Ich habe schon als Kind gewusst, dass es schlimm und falsch ist, was da passiert, aber ich konnte nie den Schritt gehen. In der Schule sahen wir dann irgendwann den Film ‚We feed the World‘ in dem unter anderem gezeigt wurde, wie Hühner geschlachtet wurden. Danach fing ich an, Stück für Stück Vegetarier zu werden.

 

Auf welche Probleme bist du zu Beginn besonders gestoßen?

Dass ich Gelüste nach Dingen hatte, die nicht vegan waren. Ich hatte, bevor ich wirklich mit meiner Schwester zusammen anfing, vegan zu leben, eine zweimonatige Phase, in der das Problem war, dass eben niemand anderes vegan war außer ich. Da stand dann zum Beispiel im Kühlschrank ein Kuhmilchjoghurt und ich hatte Lust darauf… so hatte ich es leider vorerst wieder aufgegeben, Bevor meine Schwester mit mir wieder anfing. Dadurch, dass ich meine Schwester an meiner Seite hatte, war es viel einfacher zuhause. Unsere Mutter kocht inzwischen überwiegend vegan, obwohl sie Omni ist.

 

Wie kommt dein Umfeld mit deiner Entscheidung vegan zu leben zurecht?

Vegan war kein Schock mehr, nachdem ich Jahre davor schon vegetarisch für mich durchgesetzt hatte.

Anfangs wurde man mal ein bisschen geärgert deswegen, aber mit der Zeit akzeptieren es alle. Vor allem meine Freunde, Vegetarier und Omnis, stehen trotzdem dahinter und essen auch sehr gern, was ich koche.

Vom Fremden oder bekannten kommen hin und wieder Diskussionsversuche, aus denen entweder ein aufklärendes Gespräch, oder aber ein Streit hervorgehen.

 

Das stört dich daran Veganerin zu sein?

Oh, einiges stört mich. Dass man immer und überall das Leid sieht, selbst wenn nur irgendwo jemand ein Wurstbrot isst.

Dass Produkte, die eine vegane Rezeptur hatten, plötzlich nicht mehr vegan sind, man es aber erst bemerkt, nachdem man sie gegessen beziehungsweise benutzt hat.

Dass immer wieder Menschen mit den dümmsten Kommentaren und Sprüchen ankommen, aber wenn ich dann kontere oder nicht darüber lache und es lustig finde, fertig gemacht zu werden dafür, dass ich Veganerin bin, als extrem abgestempelt zu werden.

In einer Bäckerei nach der Zutatenliste fragen zu müssen und dann dumm angeschaut zu werden, wenn man sagt, dass man vegan ist.

Wenn es in einem Restaurant oder einer Gaststätte als einzige vegane Option Pommes gibt (ich liebe ja Pommes, aber trotzdem…).

 

Hat sich etwas für dich verändert, seit du vegan lebst?

Ich fühle mich freier und besser. Ich lerne, sachlich zu diskutieren und lerne Tiere nochmal auf einer ganz neuen und anderen Ebene kennen.

 

Engagierst du dich über deine Lebensweise hinaus z.B. in Projekten oder Vereinen?

Nicht direkt. Ich tue es eher privat, wobei ich momentan dabei bin, mal auf Demos, Aktionen und Cubes zu gehen.

Meine allererste Aktion macht mich dennoch sehr stolz: Ich habe zwei Schafböckchen freigekauft, damit sie nicht zum Schlachter gehen. Die beiden leben nun auf einem Lebenshof.

 

Was sind deine besten Tipps für vegane Neulinge?

Durchhalten. Anfangs ist es immer schwer, aber wenn die Gewöhnung sich einstellt, ist alles toll. Wenn euch doch mal das Gelüste packt, lasst es zu, und ärgert euch nicht über Fehler, die passieren selbst mir noch ab und zu. Und lasst euch nicht von Möchtegern-Besserwissern unterkriegen. Denn ihr tut das Richtige, und das tut ihr super!
Legt euch ein dickes Fell (sprichwörtlich, nicht wortwörtlich!) zu, denn der Gegenwind wird kommen.

 

Möchtest du zum Abschluss noch etwas sagen?

Wolken sind schön.

 


Noras Veg

>> Dieses Interview ist Teil des Projekts Mein Veg

Norarund

Nora – 36 Jahre, aus Essen, Beraterin / Trainerin / Coach, schwanger mit einem zweiten Kind

 

Warum hast du dich für ein veganes Leben entschieden? Gab es einen Auslöser?

Es gibt mehrere Gründe und Auslöser, die mich zu dieser Entscheidung geführt haben. Eigentlich waren es hauptsächlich Aussagen von anderen, die in mir nachklangen und langsam aber sicher meine Einstellung und Sicht der Dinge verändert haben. Z.B.: Vegan werden ist der logische nächste Schritt nach dem Vegetarismus. Oder ähnlich, aber von anderer Seite: Wenn du Vegetarier sein willst, dürftest du eigentlich auch keine Milchprodukte konsumieren, denn dadurch werden Kälber getötet. Und eine Freundin, die schon vor Jahren Veganerin wurde, davor aber Fleisch und Wurst über alles geliebt hat. Sie hat solange mit sich gehadert, bis sie es schließlich geschafft hat. Und das hat mich lange abgehalten: „Ich kann nicht ohne MIlch und Käse leben!“ Ihr Beispiel hat mir aber klar gemacht, dass es eben doch geht. Und irgendwann wusste: bald kommt der richtige Zeitpunkt. Und als er kam, wusste ich es und habe entsprechend gehandelt.

 

 

Warst du vor der Umstellung auf eine vegane Ernährung Vegetarier*in?

Ja, aber ich kann gar nicht mehr genau sagen, wie lang. Ich glaube, das war ein fließender Übergang.

 

 

Auf welche Probleme bist du zu Beginn besonders gestoßen?

Komischerweise habe ich das Fleisch vermisst, auf das ich doch als Vegetarierin schon längere Zeit verzichtet hatte. Eigentlich hatte ich damit gerechnet, dass mir Käse und Eier am meisten fehlen, das hielt sich aber in Grenzen. Daher habe ich am Anfang ab und an gesündigt, habe mir aber bewusst kein schlechtes Gewissen gemacht, weil ich mich nicht durch Dogmatismus selber wieder von meinem Weg abbringen wollte. Inzwischen habe ich kaum noch Lust darauf. Genauso ging es mir, als ich mit dem Rauchen aufgehört habe.

 

 

Wie kommt dein Umfeld mit deiner Entscheidung vegan zu leben zurecht?

Mein Mann ist manchmal genervt, weil wir nicht mehr die Gerichte kochen, die wir früher gemacht haben. Er merkt aber, wie gut vieles schmeckt und natürlich greifen wir bei manchen Experimenten auch mal daneben: Tofu schmeckt uns z.B. nur im Restaurant. Wie in allen Feldern einer Beziehung lebt sie vom Kompromiss: So wird die ein Hälfte der Pizza mit Salami und Käse belegt und die andere mit Gemüse. Mein restliches Umfeld reagiert gelassen und rücksichtsvoll. Ich achte aber auch sehr darauf, niemanden bekehren oder ständig eine Extra-„Wurst“ (haha, Wortspiel) zu wollen, weil mich das als Omni (Allesesser) immer sehr an Veganern gestört hat.

 

 

Was stört dich daran Veganer*in zu sein?

Luxusproblem: Ich kann nicht bei Heißhunger in den nächstbesten Imbiss gehen und mir ein halbes Hähnchen o.ä. besorgen. Und die Geschäfte, die ohne Umwege in meinem Stadtteil erreichbar sind, führen kaum vegane Produkte.

 

 

Hat sich etwas für dich verändert, seit du vegan lebst?

Klar, meine Ernährung. Und ich lese Zutatenlisten, das ist manchmal ganz schön gruselig.

 

 

Engagierst du dich über deine Lebensweise hinaus z.B. in Projekten oder Vereinen?

Nein.

 

 

Was sind deine besten Tipps für vegane Neulinge?

Seid nicht zu streng und dogmatisch mit euch. Jedes Schnitzel, dass ihr nicht esst, ist ein sehr guter Schritt. Und lasst bitte die armen Omnis in Ruhe. Es fällt mir selbst immer schwerer, je besser ich mich informiere, nicht zu sagen: Weißt du eigentlich, was du deinem Körper und deiner Umwelt mit diesem Glas Milch antust? Damit dränge ich meine Gegenüber aber nur in die Defensive. Jeder muss selber auf den Trichter kommen und den Wunsch zur Veränderung aus sich heraus entwickeln. Antwortet denen, die interessiert nachfragen und versucht, die anderen zu ignorieren.

 

 

Möchtest du zum Abschluss noch etwas sagen?

Ich glaube an die Menschen – irgendwann werden wir es schaffen, das Ruder rumreißen und dann lebt die ganze Welt vegan.



Evas & Stellas Veg

>> Dieses Interview ist Teil des Projekts Mein Veg

7C303C2E-88E6-4BE0-BCF2-D88F5BE3659F

Eva (vorn) – 18 Jahre, aus Salzburg, Schüler-in im Bereich Architektur und Bautechnik

Stella (hinten) – 20 Jahre, aus Salzburg,  Abschluss im Bereich surface- und interiordesign (HTBLuVA)

 

 

 

 

Warum habt ihr euch für ein veganes Leben entschieden? Gab es einen Auslöser?

Stella: Ich lebe aus ethischen Gründen vegan. Der Auslöser war für mich die Rede von Gary Yourofsky auf Youtube. Da wurde mir klar, dass ich, als eigentliche Tierliebhaberin, ein Leben voll Doppelmoral geführt habe. Da ich das von da an nicht mehr mit meinem Gewissen vereinbaren konnte, habe ich kurzerhand meine Essgewohnheiten umgekrempelt. Der Rest, Hygieneprodukte, Kleidung, etc., kam ganz automatisch.

Eva: Bei mir begann alles mit Stella, die mir die Augen öffnete und mir den Einstieg in ein veganes Leben vereinfachte. Da sie sich eine Beziehung mit einer nicht-Veganerin nicht vorstellen konnte, habe ich die Sache kurzerhand ausprobiert und fand sofort gefallen an der Lebensweise. Ich habe aber auch schon bevor ich sie kennengelernt habe daran gedacht, Vegetarierin zu werden. Stella war also so etwas wie ein Katalysator für mich. Mittlerweile gehört das vegane Essen zum Alltag und ist ein moralischer und gesundheitlicher Grundstein meines Lebens geworden.

 

Wart ihr vor der Umstellung auf eine vegane Ernährung Vegetarier*innen?

Stella: Ich war in etwa ein halbes Jahr Vegetarierin und danach ein halbes Jahr Pescetarierin (also eine Vegetarierin, die Fisch isst). Jetzt bin ich seit etwa 1 1/2 Jahren Veganerin.

Eva: Nein, ich stieg vom Alles-Esser direkt auf eine vegane Ernährung um.

 

Auf welche Probleme seit ihr zu Beginn besonders gestoßen?

Stella: Ich konnte zu dem Zeitpunkt noch nicht Kochen und meine Mutter weigerte sich, verständlicher weise, jeden Tag doppelt zu kochen, da sie und mein Bruder ja noch immer tierische Produkte konsumieren. Also stand ich vor der Herausforderung Kochen zu lernen.

Eva: Bei mir war und ist bis heute das größte Problem das Essen in der Schule. Ich verbringe mit 40 Wochenstunden sehr viel zeit dort und die Schulküche ist leider nicht sehr vegan-freundlich. Allerdings sollte sich das bald ändern, wie ich hoffe, da die Nachfrage wächst  und der neue Schulsprecher ein Versprechen diesbezüglich gemacht hat.

 

Wie kommt euer Umfeld mit eurer Entscheidung vegan zu leben zurecht?

Stella: Zunächst waren natürlich alle sehr verwundert, vor allem meine Eltern. Nach kurzer Zeit und einigen Diskussionen beruhigte sich die Sache jedoch wieder. Ich konnte sogar 3 meiner Freunde (Eva ausgenommen) für die vegane Lebensweise begeistern.

Eva: Zu Beginn waren alle sehr skeptisch, vor allem meine Eltern und die Freunde in der Schule. Meine Eltern haben befürchtet, dass ich einen Vitaminmangel bekomme, doch nach einem Bluttest war diese Sorge verschwunden. Mittlerweile hat sich mein Umfeld daran gewöhnt und zeigt immer mehr Interesse an der veganen Lebensweise auf. Ein Freund von mir ist vor kurzem sogar Vegetarier geworden, ich vermute durch meinen Einfluss.

 

Was stört euch daran Veganer*innen zu sein?

Beide: Die oftmals lästigen Diskussionen mit nicht-Veganern. (Pflanzen haben auch Gefühle, etc.)

 

Hat sich etwas für euch verändert, seit ihr vegan lebt?

Stella: Ich fühle mich gesünder und fitter. Außerdem ist es ein gutes Gefühl seine Taten mit der eigenen Moral in Einklang zu bringen.

Eva: Ich ernähre mich nicht nur gesünder sondern auch bewusster und fühle mich viel fitter.

 

Engagiert ihr euch über eure Lebensweise hinaus z.B. in Projekten oder Vereinen?

Beide: Bis jetzt leider nicht, da es in unserer Nähe keine Möglichkeit dazu gibt. Aber wir möchten gerne in nächster Zeit mit unseren Freunden eine kleine, lokale Aktivistengruppe auf die Beine stellen.

 

Was sind eure besten Tipps für vegane Neulinge?

Beide: Wir haben für uns eine schöne Reihenfolge der Lebensumstellung aufgestellt:

Zu aller erst die Küche. Tierische Produkte aufbrauchen oder an die Nachbarn verteilen und entweder durch pflanzliche Alternativen ersetzen oder darauf verzichten. Wir würden empfehlen, in ein oder zwei Kochbücher zu investieren (Stella: Vegan für Faule ist z.B. super. War mein erstes veganes Kochbuch und ist immer noch mein liebstes) einfach weil man am Anfang noch etwas ratlos ist, wie das denn jetzt so geht ganz ohne Tiere…

Sobald man die Küche halbwegs im Griff hat, wirds Zeit sich über die Hygieneartikel herzumachen. Bei Kosmetikartikeln unbedingt darauf achten, dass sie nicht nur vegan sondern auch TV frei sind, weil da ja (unsinnigerweise) ein Unterschied gemacht wird. Nach dem Badezimmer sollte dann der Kleiderschrank an der Reihe sein. Bei neu gekaufter Kleidung darauf achten dass keine tierischen Fasern drin sind etc..

Wir finden diese Reihenfolge am sinnvollsten, weil Lebensmittel einfach das unmittelbarste sind und jede Woche gekauft werden. So lange man sich in dem Bereich aufs neue konzentriert kann man im Badezimmer von Reserven leben, weil Duschgel etc. sowieso eher auf Vorrat gekauft wird bzw. eine Flasche nen Monat oder länger hält. Wobei Kleidung meistens (vergleichsweise) ganz selten gekauft wird. Und alles auf einmal überfordert einfach.

Stella: Natürlich hat hierbei jeder sein eigenes Tempo aber als Richtwert: Bei mir hat Phase 1 ca. eine Woche gedauert. Ich hatte dann zwar noch keine sehr vielfältige und bunte Küche (allein schon weil ich erst kochen lernen musste) aber konnte mich versorgen und auf den nächsten Schritt konzentrieren. Schritt zwei dauerte ca. 3-4 Monate, einfach weil ich mich durch verschiedene Artikel durchprobieren musste. Der letzte Punkt ist bei mir nach 1 1/2 Jahren immer noch im Gange, weil beispielsweise meine Lederschuhe erst jetzt auseinanderfallen.

 

Möchtet ihr zum Abschluss noch etwas sagen?

Stella: Eigentlich nur eins: GO VEGAN (einfach mal probieren, ist nicht so schwer wie man denkt)

 

Leas Veg

>> Dieses Interview ist Teil des Projekts Mein Veg

LearundLea – 24 J., Hildesheim, Heilerziehungspflegerin

 

Warum hast du dich für ein veganes Leben entschieden? Gab es einen Auslöser?

Im Dezember 2016 habe ich eine Doku über Tierrechte gesehen. Ich habe mir die Augen ausgeheult und konnte danach nicht anders. Es war einfach der einzig richtige Weg für mich.

 

 

Warst du vor der Umstellung auf eine vegane Ernährung Vegetarier*in?

Von 2013-2014 hab ich mich erstmals vegetarisch ernährt. Leider habe ich dann wieder Fleisch gegessen. Als ich meinen Freund kennengelernt habe, bin ich wieder Vegetarierin geworden, da er Vegetarier war. Ich wollte vor ihm kein Fleisch essen. Zum Glück bin ich ihm begegnet. Ich weiß nicht, ob ich sonst diese Fragen hier beantworten würde.

 

 

Auf welche Probleme bist du zu Beginn besonders gestoßen?

Das größte Problem war für mich, dass ich auf einmal so gesund gegessen habe. Das klingt erstmal total witzig, aber für mich war das furchtbar. Ich hab quasi alles mit Käse überbacken – umso fettiger, desto besser. Und dann steht man vor dem Kühlschrank und hat dort nur Gemüse drin. Aber das ging schnell vorüber. Ich hab auch anfangs gar keine Süßigkeiten gekauft, weil es mir zu anstrengend war von allem die Zutatenliste durchzulesen. Zum Glück gibt’s es schon so viele vegane Menschen, die im Internet Tipps geben und einem wahnsinnig weiterhelfen.

 

 

Wie kommt dein Umfeld mit deiner Entscheidung vegan zu leben zurecht?

Es ist tatsächlich sehr unterschiedlich. Gerade in der Familie ist schnell mal ein Witz gemacht „den man ja gar nicht böse meint“. Aber trotz der Sprüche habe ich das Gefühl respektiert zu werden. Ich muss auch nicht 24/7 darüber sprechen, sodass es vielleicht auch gar nicht so auffällt. Wenn für besondere Anlässe gebacken oder gekocht wird, bring ich einfach auch was mit. So ist es für alle am einfachsten. Mittlerweile merke ich aber, dass oft nun auch an mich gedacht wird und das freut mich sehr.

 

 

Was stört dich daran Veganer*in zu sein?

Es stört mich, dass ich das Denken meiner Mitmenschen nicht verändern kann. Und es stört mich, dass ich das Denken meiner Mitmenschen ändern möchte. Es macht mich traurig, wenn Menschen leugnen, woher ihr Essen kommt. Dass ich vegan lebe, mache ich nicht nur für mich. Ich mache es für die Tiere, für unsere Erde und für die, die jeden Tag hungern müssen.

 

 

Hat sich etwas für dich verändert, seit du vegan lebst?

Mein Konsum im Allgemeinen. Kleidung kaufe ich vermehrt Second Hand oder fair ein. Meine Kosmetik hat sich auf das Minimum reduziert. Zudem versuche ich so wenig Müll wie nur möglich zu produzieren. Ich informiere mich stetig über Tipps und Methoden, wie man noch nachhaltiger und bewusster leben kann. Irgendwie hat sich dadurch ein ganz anderes Lebensgefühl entwickelt. Durch den „Verzicht“ habe ich so viele neue Blickwinkel. Das ist einfach total spannend und befriedigend.

 

 

Engagierst du dich über deine Lebensweise hinaus z.B. in Projekten oder Vereinen?

Ich spende mehrmals im Jahr Geld an Organisationen. Ich hoffe jedoch bald auch aktiv irgendwo mitzuwirken.

 

 

Was sind deine besten Tipps für vegane Neulinge?

Macht langsam und verzweifelt nicht. Seid nicht traurig oder sauer auf euch selbst, weil ihr doch mal Pizza mit Käse gegessen habt. Jeder Schritt näher zum Veganismus ist ein guter Schritt. Wer Facebook hat, kann sich eine regionale Veganer-Gruppe suchen, um sich dort austauschen zu können. Dann fühlt man sich nicht so allein.

 

 

Möchtest du zum Abschluss noch etwas sagen?

Jedes Leben verdient Respekt.

 

Moniques Veg

>> Dieses Interview ist Teil des Projekts Mein Veg

moniquerundMonique – 29 Jahre, Leipzig, Gesundheitswesen

 

Warum hast du dich für ein veganes Leben entschieden? Gab es einen Auslöser?

In meinem Leben habe ich mich immer mit Ernährung beschäftigt, jedoch keineswegs vegan oder vegetarisch. Es gab auch niemanden in meinem Umfeld und Fleisch war halt einfach immer im Speiseplan.

Bis ich 2014 meinen jetzigen Partner kennengelernt habe. Er lebt seit vielen Jahren Vegan. Für mich war immer die Frage im Kopf : Kann das denn gesund sein?

Die vielen Kohlenhydrate schreckten mich, mit meinem Wunsch nach einer schlanken Figur, erstmal sehr ab.

Bis ich mich dann mit Fachliteratur hingesetzt habe und in die Welt der pflanzlichen Ernährung eintauchte. Das Ergebnis war Umstellung von Allesfresserin auf Rohköstlerin.

Ich fühlte mich so gut wie lange nicht und ich hatte das Gefühl, die Welt mit anderen Augen zu sehen. Der Nebel um mich herum verschwand und ich wurde sensibler für viele Dinge auf dieser Erde.

 

 

Warst du vor der Umstellung auf eine vegane Ernährung Vegetarier*in?

Nein.

 

 

Auf welche Probleme bist du zu Beginn besonders gestoßen?

Satt zu werden.

Jeder weiß es besser, jeder sagt was anderes und genauso findet man in jedem Buch „die eine Lösung“. Pustekuchen, es gibt kein Rezept für Alle! Das musste ich lernen und auf meinen Körper zu hören.

Ich wollte es einfach irgendwie mit aller Welt teilen. Naja und sowas kommt garnicht gut an.

 

 

Wie kommt dein Umfeld mit deiner Entscheidung vegan zu leben zurecht?

Mittlerweile ist mir das vollkommen egal. Ich habe am Anfang immer das Gefühl gehabt mich rechtfertigen zu müssen. Aber ich lebe gesund und glücklich. Ich habe mich in den letzten Monaten stetig weiterentwickelt. Alle Menschen in meinem Umfeld sehen dass ich gesund bin, meine Träume verfolge und ich keinerlei Mangelerscheinungen habe. Und ein paar Menschen kommen dann selbst auf mich zu und fragen nach.

Es bringt überhaupt nichts krampfhaft andere Menschen von der veganen Ernährung überzeugen zu wollen. Denn dann bauen alle ihre Schutzschilder auf , auf denen steht, „Lass mich mit Vegan in Ruhe“!

Seit Mai 2017 bin ich Ernährungsberaterin für vegane Ernährung und wenn Menschen zu mir kommen und ihre Argumente gegen pflanzliche Ernährung vortragen, erkläre ich in Ruhe, wie es denn richtig geht.

 

 

Was stört dich daran Veganer*in zu sein?

Es gibt nichts was mich daran stört.

Ich habe diese Entscheidung getroffen und fühle mich sehr wohl damit. Manchmal ärgere ich mich darüber, dass ich es nicht schon früher getan habe.

 

 

Hat sich etwas für dich verändert, seit du vegan lebst?

Wie schon erwähnt, ist mein Blick einfach klarer geworden.

Ich schaue über den Tellerand, nicht nur bei der Ernährung.

Ich lasse in mein Leben und in meine Gedanken möglichst nur Positives. Außerdem habe ich mich auch etwas minimalisiert und das fühlt sich gut an.

Gesundheitlich war ich vorher schon recht gut unterwegs und das ist auch weiterhin so.

Ich bin 2016 meinen ersten Halbmarathon gelaufen und ich spüre eine schnelle Regeneration nach dem Sport.

 

 

Engagierst du dich über deine Lebensweise hinaus z.B in Projekten oder Vereinen?

Mein eigenes „Projekt“ für Vegane Ernährungsberatung. Ich bin außerdem Fitnesstrainerin und möchte dies natürlich mit pflanzlicher Ernährung zusammen führen.

Ich spende monatlich an Projekte und Tierschutzorganisationen und unterschreibe Petitionen.

Vor 3 Wochen habe ich eine Greyhound adoptiert. Diese Hunde werden ausschließlich für Rennen gezüchtet und wenn die Hunde zu langsam oder verletzt sind, werden sie einfach entsorgt. Leider passiert das 50.000 Greyhounds pro Jahr.

 

 

Was sind deine besten Tipps für vegane Neulinge?

Als Ernährungsberaterin ist es mein Anliegen, dass jeder, der sich für eine pflanzliche Ernärhung entscheidet, sich gesund und vollwertig ernährt. Es gibt sehr viele Möglichkeiten sich gut zu informieren über Bücher , Internet usw.

Für mich ist das ein sehr wichtiger Punkt. Denn genau das sind die Argumente die man als Veganer ständig zu hören bekommt.

Wir kennen es alle : „Wo bekommst du dein Protein her? Du hast Eisenmangel? Vegan ist total ungesund! Was ist deinem Vitamin B 12?“ und so weiter…

Oft ist es ja so, dass diese Personen nur nacherzählen was sie mal irgendwo gelesen oder im Fernsehn gehört haben.

Seit ein Vorbild, zeig, dass es gesund ist, sich vollwertig zu ernähren auch ohne tierische Produkte.

Ernährt euch vollwertig! Kocht eure Mahlzeiten frisch und meidet Fertigprodukte und Fastfood!

Obst , Gemüse, Getreide, Hülsenfrüchte , Samen/Nüsse sollten bei euch immer auf dem Teller sein. Und unterschätzt den B12-Mangel nicht. Wenn ein Mangel besteht und dadurch Schäden entstanden sind, dann sind diese irreversibel!

 

 

Möchtest du zum Abschluss noch etwas sagen?

Danke Alina, dass ich meinen Beitrag dazu leisten kann!

Und danke , dass du diese Seite ins Leben gerufen hast.

Jeder kann einen Beitrag dazu leisten aufzuklären, auf eine liebevolle Art und Weise.

 

 

>> Moniques Website findet ihr unter www.monique-hunger.de

 

Norberts Veg

>> Dieses Interview ist Teil des Projekts Mein Veg

sdfgdfhbNorbert – aus Fürth, Musikbranche

 

Warum hast du dich für ein veganes Leben entschieden? Gab es einen Auslöser?

Es gab zwei.

Zum einen wuchs ich in einer ländlichen Gegend auf wo viehwirtschaftliche Nutztierhaltung an der Tagesordnung war. So bekam ich tagtäglich vorgeführt, wie die Realität für die Tiere aussieht. Seither bin ich stark für die Herkunft von tierischen Lebensmitteln sensibilisiert gewesen.

Zum anderen waren es zwei schwere Erkrankungen, die zunächst mich, und ein paar Jahre später auch meine Frau heimsuchten. Nach ihrer Genesung und intensiver Recherche kam nur noch eine vollwertige rein pflanzliche Ernährung für uns in Frage.

Somit waren es hauptsächlich gesundheitliche Gründe. Je mehr man sich dann mit dem Thema veganer Ernährung befasst, umso deutlicher werden auch die ethischen- und Umweltgründe, weswegen derer an einer rein pflanzlichen Ernährung kein Weg vorbeiführt.

 

Warst du vor der Umstellung auf eine vegane Ernährung Vegetarier*in?

Ja, ca. 5 Jahre lang.

 

Auf welche Probleme bist du zu Beginn besonders gestoßen?

Ich bin beruflich viel in der ganzen Welt unterwegs, was es für mich anfangs nicht immer einfach gemacht hat das passende Essen zu finden. Aber auch hier lernt man dazu. Wenn man will findet man in jedem Restaurant vegane Optionen. Und seit es Apps wie „Happy Cow“ gibt, ist auch das intensive Reisen kein Problem mehr um das passende Restaurant zu finden.

 

Wie kommt dein Umfeld mit deiner Entscheidung vegan zu leben zurecht?

Es gibt natürlich die obligatorischen, witzig gemeinten kritischen Kommentare über meine Ernährungsweise. Aber die sind mir wirklich total egal und ich schenke ihnen überhaupt keine Aufmerksamkeit. Wenn so jemand sich wirklich ernsthaft mit mir über vegane Ernährung unterhalten will, bin ich gerne dazu bereit. Aber auch nur dann. Alles andere ist Zeitverschwendung.

Die Menschen in meinem nahen Umfeld kommen damit ausnahmslos sehr gut zurecht. Meine Mutter zum Beispiel hat inzwischen ein großes Repertoire an veganen Gerichten, und auch große Freude daran, sie zuzubereiten wenn ich zu Besuch komme.

 

Was stört dich daran Veganer*in zu sein?

Es stört mich, dass ich mich nicht schon viel früher dazu entschieden habe.

Eine Begleiterscheinung der veganen Ernährung, die mich generell stört, ist die Imitation tierischer Nahrung auf veganer Basis, wie zum Beispiel vegane Grillwürste oder Ähnliches. Die großen Lebensmittelhersteller springen auf den veganen Zug aus ökonomischen (anstatt ethischen oder gesundheitlichen) Gründen mit auf. Als Veganer möchte ich mit nichts mehr an tierische Nahrung erinnert werden. Zudem sind diese veganen Ersatzprodukte auch oft nicht sonderlich gesund. Natürlich erleichtern diese Produkte oftmals den Einstieg für vegane Neulinge. Somit relativiert sich das dann wieder. Aber ich kann dem nichts abgewinnen.

 

Hat sich etwas für dich verändert, seit du vegan lebst?

So ziemlich alles.

Meine körperliche- und mentale Fitness hat sich enorm gesteigert. Ich bemerke das tagtäglich beim Sport oder im Beruf. Mein Jetlag nach einem Langstreckenflug ist um mindestens 50% reduziert. Mein allgemeiner Gesundheitszustand, Immunsystem, Blutwerte, etc. sind allesamt tadellos. Die Pharmaindustrie verdient an mir aktuell so gut wie nichts mehr. Zudem schätze ich die bewusste Kontrolle über mein Konsumverhalten und das Weglassen all der Dinge, die ich einfach nicht mehr brauche. Hier spielt auch der Konsum(verzicht) vom zum Beispiel den Medien für mich eine große Rolle. Ich beschränke veganes Leben nicht mehr nur auf meine Ernährung, sondern schließe den Input über Augen und Ohren mit ein und bin in Bezug auf die „geistige“ Ernährung äußerst selektiv. Diese Erkenntnis hat allerdings lange benötigt, war dafür aber umso eindringlicher.

 

Engagierst du dich über deine Lebensweise hinaus z.B in Projekten oder Vereinen?

Ich habe zwei Katzen von unserem örtlichen Gnadenhof adoptiert und unterstütze darüber hinaus einen Gnadenhof auf Bali (@villakitty) mit einer monatlichen Spende.

 

Was sind deine besten Tipps für vegane Neulinge?

Eine rein pflanzliche Ernährungsweise heißt nicht Verzicht. Man hört ja leider oft Stimmen die sagen „du kannst ja gar nichts mehr essen“. Ganz im Gegenteil! Es bedeutet eine BEREICHERUNG des Speiseplans mit Lebensmitteln, die den Namen auch verdienen. Und wenn es doch mal kritisch wird und die Disziplin nachlässt, denkt daran wie jeder Bissen tierischer Nahrung den Tieren und der Umwelt unendliches Leid und Schaden zufügt.

 

Möchtest du zum Abschluss noch etwas sagen?

Eine vollwertige pflanzliche Ernährung bedarf Zeit und Recherche, ist es aber so was von Wert! Dein Körper, die Tiere und die Welt in der du lebst werden es dir danken.

Cines Veg

>> Dieses Interview ist Teil des Projekts Mein Veg

B69CE9D7-3A7D-40C3-81CE-06222F859946

Warum hast du dich für ein veganes Leben entschieden? Gab es einen Auslöser? 

Am 20.11.17 sah ich mir drei Dokumentationen zum Thema Ernährung und Nutztierhaltung an und las unzählige Seiten im Netz.

Ich war schockiert, wütend, enttäuscht, traurig….

Noch am selben Abend entschied ich mich vom Fleisch- und Käseholic zur rein pflanzlichen Ernährung.

Ich kann mich nicht selbst belügen. Wenn man gewisse Dinge weiß und daran glaubt, muss man das mit seinem Gewissen vereinbaren und das konnte ich nicht mehr. Ich stellte mir noch gar nicht die Frage, wie ich das anstelle. Ich entscheide mich.

 

 

Warst du vor der Umstellung auf eine vegane Ernährung Vegetarier*in?

Nein, im Gegenteil…

 

Auf welche Probleme bist du zu Beginn besonders gestoßen?

Eigentlich gar keine. Es ist eine Lebensumstellung, die ich nicht als Problem bezeichnen würde. Ich plane meine Tagesernährung jetzt, aber das macht Spaß und ist sehr befriedigend.

 

Wie kommt dein Umfeld mit deiner Entscheidung vegan zu leben zurecht?

Überraschend gut. Es interessiert sie, warum ein Fleischliebhaber sich entscheidet Pflanzen zu essen und irgendwie gelingt es mir, mit meiner Begeisterung Freunde und Familie auch etwas für dieses Thema zu sensibilisieren und umzudenken.

 

Was stört dich daran Veganer*in zu sein?

Nichts. Es ist toll, jeder sollte sich so fühlen.

 

Hat sich etwas für dich verändert, seit du vegan lebst?

Es ist einfacher geworden, denn ich weiß jetzt, was ich essen kann und was mir gut tut. Ich fühle mich irgendwie gesünder, bin leistungsfähiger, die Rückenschmerzen sind weg und ich habe mehr Spaß am Leben.

 

Engagierst du dich über deine Lebensweise hinaus z.B. in Projekten oder Vereinen?

Nein.

 

Was sind deine besten Tipps für vegane Neulinge?

Du bist auf einem geilen Weg…

 

Möchtest du zum Abschluss noch etwas sagen?

Wenn wir etwas tun, was anderen Lebewesen schadet, handeln wir falsch.

Nach oben ↑