Ninas Veg – Darum lebe ich vegan!

>>Dieses Interview ist Teil des Projekts Mein Veg

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Nina, Flugbegleiterin und Bloggerin

Warum hast du dich für ein veganes Leben entschieden? Gab es einen Auslöser?

Es gab ganz viele kleine Auslöser, und ich war lange Vegetarierin mit Tendenz zum Vegansein. Aber dann kam der Tag, als ich unterwegs unbedingt einen Kaffee brauchte, und es nur Kuhmilch gab, und ich nach einem Schluck dachte, bäh, das kann ich einfach nicht mehr trinken. Letztlich war es einfach die logische Konsequenz meiner Entwicklung.

Warst du vor der Umstellung auf eine vegane Ernährung Vegetarier*in?

Offiziell Vegetarierin bin ich mit 18 geworden. Das war 1996. Dann habe ich nach und nach auch die anderen Tierprodukte aus meinem Leben geworfen.

Auf welche Probleme bist du zu Beginn besonders gestoßen?

Ich hatte damals gerade angefangen als Flugbegleiterin zu arbeiten. In Berlin war schon viel passiert auf dem Gebiet und alles kein Problem, aber fand ich mich plötzlich in Ländern wieder, in denen dieses Konzept unbekannt war und in denen ich mich auch nicht verständigen konnte. Oder ich wollte mit Kollegen essen gehen, aber die wollten in die Churrascaria oder in ein Seafood-Lokal. Anfangs bin ich da noch mitgegangen und habe dann da an meinen Pommes und meinem Salat herumgeknabbert und mich oft für meinen Lebensstil rechtfertigen müssen. Heute suche ich mir ein schönes Restaurant bei HappyCow aus und ziehe alleine los. Dabei lande ich dann oft in interessanten Gegenden: da sind dann plötzlich Leute in schwarzen T-Shirts, die vegane Burger und Cupcakes essen wollen, es läuft Musik, die mir gefällt, nebenan ist ein Buchladen, und ich fühle mich wie zuhause am anderen Ende der Welt. Mittlerweile sind auch unter meinen Kollegen viele Veganer, Vegetarier oder einfach Interessierte, die mitkommen wollen. In Mexico City vor ein paar Monaten saß nachher tatsächlich die halbe Crew mit im veganen Restaurant „Forever“ und fand’s lecker und schön, darüber habe ich mich sehr gefreut. Auch die Versorgung unterwegs wird immer einfacher. Neulich habe ich ein Rom an einem Backstand am Flughafen ein leckeres veganes Baguette mit gegrilltem Gemüse und ein veganes Aprikosencroissant gefunden. Solche Sachen gibt es da auf einmal total selbstverständlich! Das hat mir so richtig den Tag versüßt.

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Wie kommt dein Umfeld mit deiner Entscheidung vegan zu leben zurecht?

Da habe ich viel Glück gehabt. Meine Freunde und meine Familie sind da total entspannt. Wenn wir essen gehen wollen, wird was gesucht, wo es ganz sicher was Veganes gibt. Meistens landen wir bei einem veganen oder vegan-freundlichen Vietnamesen. Davon gibt es in Berlin jede Menge. Wenn irgendwo zuhause gekocht wird, gibt es meistens ein veganes Grundgericht mit Käse extra oder so. Ich bringe auch gerne was mit. Fleisch isst sowieso kaum jemand in meinem Umfeld.

Was stört dich daran Veganer*in zu sein?

Mich stört oft, dass die Welt so unnötig unvegan ist. All die täglichen kleinen Stolpersteine. Warum müssen die in der Kantine Eiernudeln nehmen, welche aus Hartweizengrieß schmecken doch genauso? Warum muss in den Chips, die im Flugzeug verteilt werden, Molkenpulver drin sein? Warum muss die fair und nachhaltig produzierte Jeans ein Patch aus Leder haben? Ich freue mich aber darüber, dass diese Sachen in letzter Zeit immer mehr in Frage gestellt werden, weil viele Menschen inzwischen bewusster konsumieren.

Hat sich etwas für dich verändert, seit du vegan lebst?

Ich bin in allen Dingen viel reflektierter und achtsamer gewordene, vielleicht ist das aber auch auch das Älterwerden.

Und früher stand ich ständig unzufrieden vor dem Spiegel. Ich kann nur jedem, der mit Akne oder einem Muffintop kämpft, empfehlen, mal ein halbes Jahr die Milchprodukte wegzulassen und zu sehen, was passiert. Ich kenne solche Probleme nicht mehr.

Engagierst du dich über deine Lebensweise hinaus z.B. in Projekten oder Vereinen?

Ich habe Ende 2017 ebenfalls einen veganen Lifestyle-Blog ins Leben gerufen, Kochrezepte mit Video-Tutorials, vegane und faire Kleidung, die mir gefällt und Tips für Veganer auf Reisen. Ich will es anderen leichter machen, vegan zu leben, indem ich das teile, was ich gelernt habe. Das macht sehr viel Spaß, und wenn ich ein paar Leute inspirieren kann, dann freut mich das sehr.

Was sind deine besten Tipps für vegane Neulinge?

Manchmal erzählen mir Leute: ach ja, vegan habe ich auch mal versucht, aber das habe ich nicht durchgehalten…
Ich empfehle, sich nicht gleich ein Label aufzukleben und dann frustriert alles hinzuschmeißen, wenn man es nicht sofort perfekt durchzieht. Man muss sich da erst reinfinden, der Körper muss sich erst daran gewöhnen. Gebt euch Zeit, kleine Schritte führen auch zum Ziel.

Möchtest du zum Abschluss noch etwas sagen?

Das ist ein großartiger Blog, vieles spricht mir aus der Seele. Ich kann mir kaum vorstellen, dass jemand nicht sofort anfängt, sein Leben aufzuräumen, nachdem er oder sie ein paar Artikel gelesen hat. Ich freue mich, hier etwas beitragen zu dürfen!

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Tausend Dank für das tolle Interview, liebe Nina!

Vergiss nicht, unbedingt auf Ninas Blog www.flymetotheveganbuffet.com vorbeizuschauen! Hier findest du regelmäßig köstliche Rezepte und Empfehlungen für vegane Kosmetik, Kleidung und Reisen! Als Flugbegleiterin kommt Nina nämlich richtig rum und hat für dich die besten Tipps auf Lager!

 

Seit gut zu dir!

~ Alina



Sybilles Veg

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Sybille – 45 Jahre, aus Dortmund, in der Logistikbranche tätig

 

 

Warum hast du dich für ein veganes Leben entschieden? Gab es einen Auslöser?

Als ich zum ersten mal Videos aus der Milchindustrie sah und begriff, dass Tiere nicht nur für Ihr Fleisch, sondern auch für diese Produkte furchtbar leiden und sterben müssen.

 

 

Warst du vor der Umstellung auf eine vegane Ernährung Vegetarier*in?

Ja, ca. 2 Jahre.

 

 

 

Auf welche Probleme bist du zu Beginn besonders gestoßen?

Auswärts vegan zu essen. Das ist leider oft immer noch so.

 

 

 

Wie kommt dein Umfeld mit deiner Entscheidung vegan zu leben zurecht?

Ziemlich gut. Anfangs kamen natürlich komische Fragen und manchmal doofe Sprüche, aber mittlerweile haben es die meisten kapiert. Meine Eltern werden dieses Jahr beide Achtzig und sind vor ca. 5 Jahren durch mich Vegetarier geworden. Finde ich super.

 

 

 

Was stört dich daran Veganer*in zu sein?

Gar nichts. Stören tut es immer nur die anderen.

 

 

 

Hat sich etwas für dich verändert, seit du vegan lebst?

Sehr viel. Ich fühle mich wesentlich fitter, habe seitdem mein Idealgewicht, bessere Haut und bessere Laune. Aber abgesehen von der Ernährung haben sich auch andere Gewohnheiten geändert. Ich achte auf vegane Produkte in der Kosmetik und bei der Kleidung, ich versuche so gut wie möglich meinen Plastikmüll zu reduzieren und vermeide Produkte mit Palmfetten.

 

 

 

Engagierst du dich über deine Lebensweise hinaus z.B. in Projekten oder Vereinen?

Zur Zeit unterstütze ich nur finanziell Tierschutzorganisationen, möchte aber bald aktiver werden.

 

 

 

Was sind deine besten Tipps für vegane Neulinge?

Macht Euch keinen Stress. Probiert aus, was Ihr möchtet. Holt Euch Anregungen in veganen Gruppen und Blogs. Und lasst Euch nicht einreden, wie der „perfekt“ Veganer zu sein hat. Den gibt es nämlich nicht.

 

 

 

Möchtest du zum Abschluss noch etwas sagen?

Der Entschluss, auf tierleidfreie Produkte umzusteigen, war eine der besten Entscheidungen meines Lebens.



Schnelle Bohnen-Mais-Bratlinge

Ob auf dem Burger oder zu Gemüse: Bratlinge passen immer. Sie sind schnell gemacht und beliebig abwandelbar – je nachdem, was man eben gerade noch so im Kühlschrank hat. Diese Bratling-Version hat kaum Zutaten, ist innen schön saftig und außen kross – superschnell gemacht noch dazu. Hier schmecken sie allen richtig gut, probier sie bei Gelegenheit doch einfach mal aus.

Lass es dir schmecken!

Rezept ergibt etwa 7 – 8 Bratlinge

Zutaten:

  • eine Dose Kidneybohnen
  • eine Dose Mais
  • eine mittelgroße Zwiebel
  • 50 g Haferflocken zartschmelzend
  • 2 – 3 TL Tomatenmark
  • ein guter 1/2 TL Salz
  • 1/2 TL schwarzer Pfeffer
  • 1/8 TL Paprikapulver edelsüß
  • etwas Olivenöl

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Zubereitung der Bratlinge:

  1. Kidneybohnen gut abspülen, bis sie nicht mehr schäumen. Mais abtropfen lassen. Die Zwiebel schälen und fein hacken.
  2. Alle Zutaten außer die Haferflocken miteinander vermengen.
  3. Mit einem Pürierstab einige Male in die Menge gehen und „anpürieren“, jedoch nicht alles, sondern nur ganz grob. 

  4. Die Haferflocken zugeben und die Masse erneut vermengen. Es sollte nun möglich sein, Bratlinge zu formen. Sollte die Masse noch zu klebrig sein, einfach ein paar Haferflocken mehr zugeben, das ist überhaupt kein Problem. 

  5. In einer Pfanne Olivenöl erhitzen und die Bratlinge von beiden Seiten jeweils 4-5 Minuten anbraten, dabei den Deckel auf die Pfanne geben, damit sie richtig schön saftig bleiben.

Tipp: Du kannst die Bratlinge auch mit anderen Gemüsesorten wie z.B. Zucchini machen, probier da ruhig mutig aus. Auch andere Gewürze sind möglich, so kannst du die Bratlinge deinem Menü anpassen und sie z.B. mit Oregano eher mediterran machen, mit Chili passen sie auch als mexikanisch anmutende Beilage.

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Bei mir gab es die Bratlinge heute zu Kartoffelstampf und Wirsing.

 

Wirsing – eine tolle vegane Beilage!

Wirsing ist Vielen seit der Kindheit verhasst: braun, wabbelig und fad. Hier ist deine Möglichkeit, den auch im Winter regional verfügbaren Kohl noch einmal ganz neu kennenzulernen, diesmal aber knackig und grün mit feiner Sahnenote. Zugegeben, er ist so etwas aufwändiger, schmeckt aber auch um Längen besser. Und wer gerne und viel Kohl isst, weiß: aufgewärmt wird er nur noch besser!

In diesem Sinne: ran an den Salat!

Rezept für 6 Personen

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Zutaten für das Wirsing:

  • 1 x Zwiebel, mittelgroß, geschält
  • 2 x 1 EL / 20 g vegane Butter z.B. Alsan
  • 1 x Wirsingkopf
  • 250 ml vegane Sahne (Ich habe Soya Cuisine von Alpro verwendet)
  • 100 ml Pflanzenmilch (ich habe Mandelmilch verwendet)
  • 200 ml Wasser
  • 1/2 TL Gemüsebrühe
  • 1/2 TL Zucker + 1/2 TL Zucker
  • 1/2 TL Pfeffer
  • 1 TL Salz + 1 TL Salz
  • etwas Muskatnuss, gerieben

Zubereitung des Wirsings:

  1. Wirsing vorbereiten: Den Strunk des Wirsings entfernen. Der Wirsing besteht außen aus dunkel- bis hellgrünen Blättern und innen aus sehr eng aneinander liegenden und ineinander verschlungenen gelben bis weißen Blättern. Beginne damit, die äußeren Blätter Schicht um Schicht abzuziehen und auf einen Haufen zu legen. Sollte es braune Stellen geben, entferne sie am besten gleich.
  2. Du kommst beim „Entblättern“ an einen Punkt, an dem du nicht mehr in der Lage bist, noch Blätter abzunehmen, du bist dann am hellgelben / weißen Teil angelangt. Hier kommst du mit Schälen nicht weiter: Nimm einfach ein große Messer und schneide den inneren Wirsingteil in grobe Stücke. 

  3. Die äußeren Blätter waschen und dann in etwa 1 cm breite Streifen schneiden.
  4. In einem großen Topf eins der Butterstücke erhitzen und dann die Zwiebel darin glasig anbraten. Die inneren Wirsinganteile (gelb / weiß, fest) in kleinen Stückchen hinzugeben, ebenso die Sahne, die Pflanzenmilch, 1 TL Salz, 1/2 TL Zucker, den Pfeffer, die Gemüsebrühe und Muskatnuss nach Belieben (ich mag Muskatnuss sehr gerne und gebe etwa 1/8 TL dazu). Gut umrühren und harte Wirsinganteile in der Flüssigkeit weicher kochen lassen, dabei immer mal wenden, der Wirsing fällt in dieser Zeit stark in sich zusammen. 

  5. Nach etwa 15 Minuten sollte der Wirsing schon wesentlich weicher sein. Pürier alles und füll es in ein kleineres Gefäß um.
  6. Gib das andere Stück Butter in den Topf und lass es schmelzen. Gib die äußeren, in Streifen geschnittenen Blätter des Wirsings hinzu, gieß das Wasser oben drauf und gib 1/2 TL Zucker und 1 TL Salz hinzu. Mach den Deckel auf den Topf und lass den Wirsing so garen, bei mir war er nach ca. 10 Minuten fertig. Zwischendurch ein- bis zweimal umrühren.
  7. Gib den pürierten Anteil des Wirsings zu den äußeren Blättern hinzu und vermenge alles. Mit Salz und Pfeffer abschmecken und servieren.
  8. Schmecken lassen!
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Bei mir gab’s den Wirsing zu Salzkartoffeln und Falafel-Bratlingen.

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Lenas Veg

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554DEDAD-068C-4F11-9269-58D8B0CBF0C1Lena – 21 Jahre, aus Plochingen, seit 2 Jahren Veganerin, absolviert gerade ein freiwilliges ökologisches Jahr in einer solidarischen Landwirtschaft auf einem Bioland-Betrieb im Obst- und Gemüseanbau

 

Warum hast du dich für ein veganes Leben entschieden?

Wahrscheinlich wie die meisten – die Tiere standen (oder besser, stehen immer noch) im Vordergrund. Ich wollte nicht, dass ein anderes Lebewesen für mich leidet und/oder stirbt.

 

Gab es einen Auslöser?

Einige, die zum großen Ganzen geführt haben.

Zum einen diese (schrecklichen) Peta-Videos, den Film Earthlings; Cowspiracy habe ich später gesehen, als ich schon vegan war. Einmal ein Erlebnis im Urlaub, bei dem auf dem Nachbarhof Kälber in Kälberiglus standen. Ich bin hin und habe angefangen, die zuerst total verängstigten Kälbchen zu streicheln, schließlich fingen sie an, an meinen Händen zu nuckeln. Abends lag ich dann im Bett und mich überkam große Trauer bei dem Gedanken, dass sie bald auf dem Teller liegen würden und Entsetzen darüber, wie jemand unschuldige Babys essen kann.

 

Warst du vor der Umstellung auf eine vegane Ernährung Vegetarierin?

Ja. Mit 14 habe ich angefangen, war dann 6 Jahre lang Vegetarier, bevor ich vor etwa zwei Jahren den Schritt zum Veganismus gegangen bin. Ich habe schon als Kind gewusst, dass es schlimm und falsch ist, was da passiert, aber ich konnte nie den Schritt gehen. In der Schule sahen wir dann irgendwann den Film ‚We feed the World‘ in dem unter anderem gezeigt wurde, wie Hühner geschlachtet wurden. Danach fing ich an, Stück für Stück Vegetarier zu werden.

 

Auf welche Probleme bist du zu Beginn besonders gestoßen?

Dass ich Gelüste nach Dingen hatte, die nicht vegan waren. Ich hatte, bevor ich wirklich mit meiner Schwester zusammen anfing, vegan zu leben, eine zweimonatige Phase, in der das Problem war, dass eben niemand anderes vegan war außer ich. Da stand dann zum Beispiel im Kühlschrank ein Kuhmilchjoghurt und ich hatte Lust darauf… so hatte ich es leider vorerst wieder aufgegeben, Bevor meine Schwester mit mir wieder anfing. Dadurch, dass ich meine Schwester an meiner Seite hatte, war es viel einfacher zuhause. Unsere Mutter kocht inzwischen überwiegend vegan, obwohl sie Omni ist.

 

Wie kommt dein Umfeld mit deiner Entscheidung vegan zu leben zurecht?

Vegan war kein Schock mehr, nachdem ich Jahre davor schon vegetarisch für mich durchgesetzt hatte.

Anfangs wurde man mal ein bisschen geärgert deswegen, aber mit der Zeit akzeptieren es alle. Vor allem meine Freunde, Vegetarier und Omnis, stehen trotzdem dahinter und essen auch sehr gern, was ich koche.

Vom Fremden oder bekannten kommen hin und wieder Diskussionsversuche, aus denen entweder ein aufklärendes Gespräch, oder aber ein Streit hervorgehen.

 

Das stört dich daran Veganerin zu sein?

Oh, einiges stört mich. Dass man immer und überall das Leid sieht, selbst wenn nur irgendwo jemand ein Wurstbrot isst.

Dass Produkte, die eine vegane Rezeptur hatten, plötzlich nicht mehr vegan sind, man es aber erst bemerkt, nachdem man sie gegessen beziehungsweise benutzt hat.

Dass immer wieder Menschen mit den dümmsten Kommentaren und Sprüchen ankommen, aber wenn ich dann kontere oder nicht darüber lache und es lustig finde, fertig gemacht zu werden dafür, dass ich Veganerin bin, als extrem abgestempelt zu werden.

In einer Bäckerei nach der Zutatenliste fragen zu müssen und dann dumm angeschaut zu werden, wenn man sagt, dass man vegan ist.

Wenn es in einem Restaurant oder einer Gaststätte als einzige vegane Option Pommes gibt (ich liebe ja Pommes, aber trotzdem…).

 

Hat sich etwas für dich verändert, seit du vegan lebst?

Ich fühle mich freier und besser. Ich lerne, sachlich zu diskutieren und lerne Tiere nochmal auf einer ganz neuen und anderen Ebene kennen.

 

Engagierst du dich über deine Lebensweise hinaus z.B. in Projekten oder Vereinen?

Nicht direkt. Ich tue es eher privat, wobei ich momentan dabei bin, mal auf Demos, Aktionen und Cubes zu gehen.

Meine allererste Aktion macht mich dennoch sehr stolz: Ich habe zwei Schafböckchen freigekauft, damit sie nicht zum Schlachter gehen. Die beiden leben nun auf einem Lebenshof.

 

Was sind deine besten Tipps für vegane Neulinge?

Durchhalten. Anfangs ist es immer schwer, aber wenn die Gewöhnung sich einstellt, ist alles toll. Wenn euch doch mal das Gelüste packt, lasst es zu, und ärgert euch nicht über Fehler, die passieren selbst mir noch ab und zu. Und lasst euch nicht von Möchtegern-Besserwissern unterkriegen. Denn ihr tut das Richtige, und das tut ihr super!
Legt euch ein dickes Fell (sprichwörtlich, nicht wortwörtlich!) zu, denn der Gegenwind wird kommen.

 

Möchtest du zum Abschluss noch etwas sagen?

Wolken sind schön.

 


Noras Veg

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Nora – 36 Jahre, aus Essen, Beraterin / Trainerin / Coach, schwanger mit einem zweiten Kind

 

Warum hast du dich für ein veganes Leben entschieden? Gab es einen Auslöser?

Es gibt mehrere Gründe und Auslöser, die mich zu dieser Entscheidung geführt haben. Eigentlich waren es hauptsächlich Aussagen von anderen, die in mir nachklangen und langsam aber sicher meine Einstellung und Sicht der Dinge verändert haben. Z.B.: Vegan werden ist der logische nächste Schritt nach dem Vegetarismus. Oder ähnlich, aber von anderer Seite: Wenn du Vegetarier sein willst, dürftest du eigentlich auch keine Milchprodukte konsumieren, denn dadurch werden Kälber getötet. Und eine Freundin, die schon vor Jahren Veganerin wurde, davor aber Fleisch und Wurst über alles geliebt hat. Sie hat solange mit sich gehadert, bis sie es schließlich geschafft hat. Und das hat mich lange abgehalten: „Ich kann nicht ohne MIlch und Käse leben!“ Ihr Beispiel hat mir aber klar gemacht, dass es eben doch geht. Und irgendwann wusste: bald kommt der richtige Zeitpunkt. Und als er kam, wusste ich es und habe entsprechend gehandelt.

 

 

Warst du vor der Umstellung auf eine vegane Ernährung Vegetarier*in?

Ja, aber ich kann gar nicht mehr genau sagen, wie lang. Ich glaube, das war ein fließender Übergang.

 

 

Auf welche Probleme bist du zu Beginn besonders gestoßen?

Komischerweise habe ich das Fleisch vermisst, auf das ich doch als Vegetarierin schon längere Zeit verzichtet hatte. Eigentlich hatte ich damit gerechnet, dass mir Käse und Eier am meisten fehlen, das hielt sich aber in Grenzen. Daher habe ich am Anfang ab und an gesündigt, habe mir aber bewusst kein schlechtes Gewissen gemacht, weil ich mich nicht durch Dogmatismus selber wieder von meinem Weg abbringen wollte. Inzwischen habe ich kaum noch Lust darauf. Genauso ging es mir, als ich mit dem Rauchen aufgehört habe.

 

 

Wie kommt dein Umfeld mit deiner Entscheidung vegan zu leben zurecht?

Mein Mann ist manchmal genervt, weil wir nicht mehr die Gerichte kochen, die wir früher gemacht haben. Er merkt aber, wie gut vieles schmeckt und natürlich greifen wir bei manchen Experimenten auch mal daneben: Tofu schmeckt uns z.B. nur im Restaurant. Wie in allen Feldern einer Beziehung lebt sie vom Kompromiss: So wird die ein Hälfte der Pizza mit Salami und Käse belegt und die andere mit Gemüse. Mein restliches Umfeld reagiert gelassen und rücksichtsvoll. Ich achte aber auch sehr darauf, niemanden bekehren oder ständig eine Extra-„Wurst“ (haha, Wortspiel) zu wollen, weil mich das als Omni (Allesesser) immer sehr an Veganern gestört hat.

 

 

Was stört dich daran Veganer*in zu sein?

Luxusproblem: Ich kann nicht bei Heißhunger in den nächstbesten Imbiss gehen und mir ein halbes Hähnchen o.ä. besorgen. Und die Geschäfte, die ohne Umwege in meinem Stadtteil erreichbar sind, führen kaum vegane Produkte.

 

 

Hat sich etwas für dich verändert, seit du vegan lebst?

Klar, meine Ernährung. Und ich lese Zutatenlisten, das ist manchmal ganz schön gruselig.

 

 

Engagierst du dich über deine Lebensweise hinaus z.B. in Projekten oder Vereinen?

Nein.

 

 

Was sind deine besten Tipps für vegane Neulinge?

Seid nicht zu streng und dogmatisch mit euch. Jedes Schnitzel, dass ihr nicht esst, ist ein sehr guter Schritt. Und lasst bitte die armen Omnis in Ruhe. Es fällt mir selbst immer schwerer, je besser ich mich informiere, nicht zu sagen: Weißt du eigentlich, was du deinem Körper und deiner Umwelt mit diesem Glas Milch antust? Damit dränge ich meine Gegenüber aber nur in die Defensive. Jeder muss selber auf den Trichter kommen und den Wunsch zur Veränderung aus sich heraus entwickeln. Antwortet denen, die interessiert nachfragen und versucht, die anderen zu ignorieren.

 

 

Möchtest du zum Abschluss noch etwas sagen?

Ich glaube an die Menschen – irgendwann werden wir es schaffen, das Ruder rumreißen und dann lebt die ganze Welt vegan.



Evas & Stellas Veg

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Eva (vorn) – 18 Jahre, aus Salzburg, Schüler-in im Bereich Architektur und Bautechnik

Stella (hinten) – 20 Jahre, aus Salzburg,  Abschluss im Bereich surface- und interiordesign (HTBLuVA)

 

 

 

 

Warum habt ihr euch für ein veganes Leben entschieden? Gab es einen Auslöser?

Stella: Ich lebe aus ethischen Gründen vegan. Der Auslöser war für mich die Rede von Gary Yourofsky auf Youtube. Da wurde mir klar, dass ich, als eigentliche Tierliebhaberin, ein Leben voll Doppelmoral geführt habe. Da ich das von da an nicht mehr mit meinem Gewissen vereinbaren konnte, habe ich kurzerhand meine Essgewohnheiten umgekrempelt. Der Rest, Hygieneprodukte, Kleidung, etc., kam ganz automatisch.

Eva: Bei mir begann alles mit Stella, die mir die Augen öffnete und mir den Einstieg in ein veganes Leben vereinfachte. Da sie sich eine Beziehung mit einer nicht-Veganerin nicht vorstellen konnte, habe ich die Sache kurzerhand ausprobiert und fand sofort gefallen an der Lebensweise. Ich habe aber auch schon bevor ich sie kennengelernt habe daran gedacht, Vegetarierin zu werden. Stella war also so etwas wie ein Katalysator für mich. Mittlerweile gehört das vegane Essen zum Alltag und ist ein moralischer und gesundheitlicher Grundstein meines Lebens geworden.

 

Wart ihr vor der Umstellung auf eine vegane Ernährung Vegetarier*innen?

Stella: Ich war in etwa ein halbes Jahr Vegetarierin und danach ein halbes Jahr Pescetarierin (also eine Vegetarierin, die Fisch isst). Jetzt bin ich seit etwa 1 1/2 Jahren Veganerin.

Eva: Nein, ich stieg vom Alles-Esser direkt auf eine vegane Ernährung um.

 

Auf welche Probleme seit ihr zu Beginn besonders gestoßen?

Stella: Ich konnte zu dem Zeitpunkt noch nicht Kochen und meine Mutter weigerte sich, verständlicher weise, jeden Tag doppelt zu kochen, da sie und mein Bruder ja noch immer tierische Produkte konsumieren. Also stand ich vor der Herausforderung Kochen zu lernen.

Eva: Bei mir war und ist bis heute das größte Problem das Essen in der Schule. Ich verbringe mit 40 Wochenstunden sehr viel zeit dort und die Schulküche ist leider nicht sehr vegan-freundlich. Allerdings sollte sich das bald ändern, wie ich hoffe, da die Nachfrage wächst  und der neue Schulsprecher ein Versprechen diesbezüglich gemacht hat.

 

Wie kommt euer Umfeld mit eurer Entscheidung vegan zu leben zurecht?

Stella: Zunächst waren natürlich alle sehr verwundert, vor allem meine Eltern. Nach kurzer Zeit und einigen Diskussionen beruhigte sich die Sache jedoch wieder. Ich konnte sogar 3 meiner Freunde (Eva ausgenommen) für die vegane Lebensweise begeistern.

Eva: Zu Beginn waren alle sehr skeptisch, vor allem meine Eltern und die Freunde in der Schule. Meine Eltern haben befürchtet, dass ich einen Vitaminmangel bekomme, doch nach einem Bluttest war diese Sorge verschwunden. Mittlerweile hat sich mein Umfeld daran gewöhnt und zeigt immer mehr Interesse an der veganen Lebensweise auf. Ein Freund von mir ist vor kurzem sogar Vegetarier geworden, ich vermute durch meinen Einfluss.

 

Was stört euch daran Veganer*innen zu sein?

Beide: Die oftmals lästigen Diskussionen mit nicht-Veganern. (Pflanzen haben auch Gefühle, etc.)

 

Hat sich etwas für euch verändert, seit ihr vegan lebt?

Stella: Ich fühle mich gesünder und fitter. Außerdem ist es ein gutes Gefühl seine Taten mit der eigenen Moral in Einklang zu bringen.

Eva: Ich ernähre mich nicht nur gesünder sondern auch bewusster und fühle mich viel fitter.

 

Engagiert ihr euch über eure Lebensweise hinaus z.B. in Projekten oder Vereinen?

Beide: Bis jetzt leider nicht, da es in unserer Nähe keine Möglichkeit dazu gibt. Aber wir möchten gerne in nächster Zeit mit unseren Freunden eine kleine, lokale Aktivistengruppe auf die Beine stellen.

 

Was sind eure besten Tipps für vegane Neulinge?

Beide: Wir haben für uns eine schöne Reihenfolge der Lebensumstellung aufgestellt:

Zu aller erst die Küche. Tierische Produkte aufbrauchen oder an die Nachbarn verteilen und entweder durch pflanzliche Alternativen ersetzen oder darauf verzichten. Wir würden empfehlen, in ein oder zwei Kochbücher zu investieren (Stella: Vegan für Faule ist z.B. super. War mein erstes veganes Kochbuch und ist immer noch mein liebstes) einfach weil man am Anfang noch etwas ratlos ist, wie das denn jetzt so geht ganz ohne Tiere…

Sobald man die Küche halbwegs im Griff hat, wirds Zeit sich über die Hygieneartikel herzumachen. Bei Kosmetikartikeln unbedingt darauf achten, dass sie nicht nur vegan sondern auch TV frei sind, weil da ja (unsinnigerweise) ein Unterschied gemacht wird. Nach dem Badezimmer sollte dann der Kleiderschrank an der Reihe sein. Bei neu gekaufter Kleidung darauf achten dass keine tierischen Fasern drin sind etc..

Wir finden diese Reihenfolge am sinnvollsten, weil Lebensmittel einfach das unmittelbarste sind und jede Woche gekauft werden. So lange man sich in dem Bereich aufs neue konzentriert kann man im Badezimmer von Reserven leben, weil Duschgel etc. sowieso eher auf Vorrat gekauft wird bzw. eine Flasche nen Monat oder länger hält. Wobei Kleidung meistens (vergleichsweise) ganz selten gekauft wird. Und alles auf einmal überfordert einfach.

Stella: Natürlich hat hierbei jeder sein eigenes Tempo aber als Richtwert: Bei mir hat Phase 1 ca. eine Woche gedauert. Ich hatte dann zwar noch keine sehr vielfältige und bunte Küche (allein schon weil ich erst kochen lernen musste) aber konnte mich versorgen und auf den nächsten Schritt konzentrieren. Schritt zwei dauerte ca. 3-4 Monate, einfach weil ich mich durch verschiedene Artikel durchprobieren musste. Der letzte Punkt ist bei mir nach 1 1/2 Jahren immer noch im Gange, weil beispielsweise meine Lederschuhe erst jetzt auseinanderfallen.

 

Möchtet ihr zum Abschluss noch etwas sagen?

Stella: Eigentlich nur eins: GO VEGAN (einfach mal probieren, ist nicht so schwer wie man denkt)

 

Leas Veg

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LearundLea – 24 J., Hildesheim, Heilerziehungspflegerin

 

Warum hast du dich für ein veganes Leben entschieden? Gab es einen Auslöser?

Im Dezember 2016 habe ich eine Doku über Tierrechte gesehen. Ich habe mir die Augen ausgeheult und konnte danach nicht anders. Es war einfach der einzig richtige Weg für mich.

 

 

Warst du vor der Umstellung auf eine vegane Ernährung Vegetarier*in?

Von 2013-2014 hab ich mich erstmals vegetarisch ernährt. Leider habe ich dann wieder Fleisch gegessen. Als ich meinen Freund kennengelernt habe, bin ich wieder Vegetarierin geworden, da er Vegetarier war. Ich wollte vor ihm kein Fleisch essen. Zum Glück bin ich ihm begegnet. Ich weiß nicht, ob ich sonst diese Fragen hier beantworten würde.

 

 

Auf welche Probleme bist du zu Beginn besonders gestoßen?

Das größte Problem war für mich, dass ich auf einmal so gesund gegessen habe. Das klingt erstmal total witzig, aber für mich war das furchtbar. Ich hab quasi alles mit Käse überbacken – umso fettiger, desto besser. Und dann steht man vor dem Kühlschrank und hat dort nur Gemüse drin. Aber das ging schnell vorüber. Ich hab auch anfangs gar keine Süßigkeiten gekauft, weil es mir zu anstrengend war von allem die Zutatenliste durchzulesen. Zum Glück gibt’s es schon so viele vegane Menschen, die im Internet Tipps geben und einem wahnsinnig weiterhelfen.

 

 

Wie kommt dein Umfeld mit deiner Entscheidung vegan zu leben zurecht?

Es ist tatsächlich sehr unterschiedlich. Gerade in der Familie ist schnell mal ein Witz gemacht „den man ja gar nicht böse meint“. Aber trotz der Sprüche habe ich das Gefühl respektiert zu werden. Ich muss auch nicht 24/7 darüber sprechen, sodass es vielleicht auch gar nicht so auffällt. Wenn für besondere Anlässe gebacken oder gekocht wird, bring ich einfach auch was mit. So ist es für alle am einfachsten. Mittlerweile merke ich aber, dass oft nun auch an mich gedacht wird und das freut mich sehr.

 

 

Was stört dich daran Veganer*in zu sein?

Es stört mich, dass ich das Denken meiner Mitmenschen nicht verändern kann. Und es stört mich, dass ich das Denken meiner Mitmenschen ändern möchte. Es macht mich traurig, wenn Menschen leugnen, woher ihr Essen kommt. Dass ich vegan lebe, mache ich nicht nur für mich. Ich mache es für die Tiere, für unsere Erde und für die, die jeden Tag hungern müssen.

 

 

Hat sich etwas für dich verändert, seit du vegan lebst?

Mein Konsum im Allgemeinen. Kleidung kaufe ich vermehrt Second Hand oder fair ein. Meine Kosmetik hat sich auf das Minimum reduziert. Zudem versuche ich so wenig Müll wie nur möglich zu produzieren. Ich informiere mich stetig über Tipps und Methoden, wie man noch nachhaltiger und bewusster leben kann. Irgendwie hat sich dadurch ein ganz anderes Lebensgefühl entwickelt. Durch den „Verzicht“ habe ich so viele neue Blickwinkel. Das ist einfach total spannend und befriedigend.

 

 

Engagierst du dich über deine Lebensweise hinaus z.B. in Projekten oder Vereinen?

Ich spende mehrmals im Jahr Geld an Organisationen. Ich hoffe jedoch bald auch aktiv irgendwo mitzuwirken.

 

 

Was sind deine besten Tipps für vegane Neulinge?

Macht langsam und verzweifelt nicht. Seid nicht traurig oder sauer auf euch selbst, weil ihr doch mal Pizza mit Käse gegessen habt. Jeder Schritt näher zum Veganismus ist ein guter Schritt. Wer Facebook hat, kann sich eine regionale Veganer-Gruppe suchen, um sich dort austauschen zu können. Dann fühlt man sich nicht so allein.

 

 

Möchtest du zum Abschluss noch etwas sagen?

Jedes Leben verdient Respekt.

 

Justins Veg

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justinrundJustin – 26 Jahre, Informatikbranche, Minden

 

Warum hast du dich für ein veganes Leben entschieden?

Durch persönliche Mobbingerfahrungen in der Schule habe ich schnell gelernt was recht und unrecht ist. Ein Holocaust-Besuch mit der Schule führte dazu über politischen Aktionismus und auch über meinen eigenen Lebensstil nachzudenken. Kann ich es verantworten, dass ich Lebewesen esse und diese leiden müssen? Das hat dazu geführt, dass ich zu Ende meines 16. Lebensjahr Vegetarier geworden bin. Ein halbes Jahr später wurde mir der Film Earthlings gezeigt, das führte dazu, dass ich vegan wurde.

 

 

Warst du vor der Umstellung auf eine vegane Ernährung Vegetarier*in?

Ja, für ein halbes Jahr.

 

 

Auf welche Probleme bist du zu Beginn besonders gestoßen?

Mein Hauptproblem war, dass ich damals aus schulischen Gründen in einer betreuten Wohngemeinschaft lebte. Die Akzeptanz zum Veganismus war mehr gering und auch wurden viele Sachen somit nicht für mich eingekauft… Meine Haupternährung bestand damals aus Toastbrot, Erdnussbutter und Bananen. Ein weiteres Problem, was später hin zu kam, war meine Sojaallergie, die ich zwanghaft versuchte zu ignorieren und mich in ambulante Behandlung führte. Wegen dieser hab ich leider ein paar Monate Produkte mit Ei gegessen, aber sehr schnell damit aufgehört, da ich es einfach nicht ertragen kann mit schlechtem Gewissen zu essen.

 

 

Wie kommt dein Umfeld mit deiner Entscheidung vegan zu leben zurecht?

In meiner Familie besteht eine gewisse Abneigung und ich gelte als extrem. Die Freunde, die sich über meine Ernährung lustig machten, bin ich schnell losgeworden. Meine Mutter hab ich inzwischen überzeugen können, ebenso vegan zu leben.

 

 

Was stört dich daran Veganer*in zu sein?

Gegenfrage: Stört es mich ein Mensch zu sein? Sicher nicht, nach beinahe 10 Jahren Veganismus nehme ich es als Selbstverständnis hin.

 

 

Hat sich etwas für dich verändert, seit du vegan lebst?

Ich bin relativ selten krank. Meist nur einmal in 1-2 Jahren.

 

 

Engagierst du dich über deine Lebensweise hinaus z.B in Projekten oder Vereinen?

Zur Zeit bin ich in Stammtischgruppen aktiv. Selbstverständlich versuche ich andere Leute über die Lebensweise aufzuklären.

Auch engagiere ich mich aktiv gegen Nazis, gegen Atomkraft, gegen Krieg und versuche soziale Missstände in der Welt aufzuklären. Früher war ich auch für 3 Jahre aktives Mitglied in der Linksjugend solid.

 

 

Was sind deine besten Tipps für vegane Neulinge?

Informiert euch, aber lasst euch auch nicht von der Informationsflut überschlagen. Ignoriert die Leute, die es meinen besser zu wissen als du. Selbst Veganer! Versuch nach dem zu leben, was für dich gut ist. Ja, es ist wichtig, dass du alle relevanten Nährstoffe zu dir nimmst. Aber du allein entscheidest, auf welche Art und Weise es geschehen soll. Ich bin zum Beispiel manchmal ziemlich kochfaul. Für mich sind Smoothies in der Ernährung das A und O.

 

 

Möchtest du zum Abschluss noch etwas sagen?

Wir haben 7,47 Milliarden Menschen auf der Erde und 68,8 Milliarden Nutztiere (Stand: 2010). Das heißt für jeden einzelnen Menschen werden ca. 10 Tiere gezüchtet. Allein diese Zahlen sollte für jeden Grund allein sein vegan zu leben.

 

 

>> Mehr von Justin lest ihr auf seinem spannenden Blog unter www.vegan-utopia.de

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